28. Mai 1934

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Da … höhere Gewalt! Ich kann nicht kommen — ich kann dir nicht einmal näher sagen, warum und wieso nicht.1 Es klappte eben nicht. |659 Wie lange der Krug noch zum Brunnen gehen wird, ist nicht deutlich. Schade, schade um das schöne Wiedersehen! Ich werde mich von ferne der ausgezeichneten Figur freuen, die du dort zweifellos machen wirst. Wirst du eine englische Ansprache halten? Ich habe eben nach Bern geschrieben, daß sie dich doch zum Logieren einladen sollen.2 Jedenfalls bitte ich dich, an meiner Stelle ein ermunterndes Gespräch mit meinem Sohn Markus abzuhalten, den wohl allerhand bedrängt, und mir nachher einen kleinen Bericht über seinen Zustand zukommen zu lassen. Fränzeli soll mir die Adresse jenes so freundlichen berühmten Zeitgenossen mitteilen, damit ich ihm einen Dankbrief schreiben kann.3 — Morgen kommen wichtige kirchliche Dinge ins Rollen.4

Mit den herzlichsten Grüßen
Dein
Karl

Sachfußnoten

1
Die Genehmigung der gemäß der Auflage vom 30.4. (vgl. oben S. 641, Anm. 11) beantragten Reisen Barths nach Bern und zur ersten Reichsbekenntnissynode in Barmen war nicht gewährt worden. Daraufhin teilte Barth dem Universitätskurator Klingelhöfer seinen Verzicht auf die Reise zum Berner Jubiläum und seine Weigerung, das Verbot der Fahrt zur Synode anzuerkennen, mit (wohl bewußt auf den 30.5.1934 fehldatierter, am 29.5. verfaßter Brief); vgl. Prolingheuer, S. 18–20.245f. 📖 (dort irrtümliche Identifizierung des Rektors Pietrusky als Kurator); Abdruck von Barths Schreiben vom 30.5. dort S. 19f.↩
2
Nicht erhalten.↩
3
Barth schrieb Serkin am 3.7.1934.↩
4
Am 29.5.1934 begann die erste nationale Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche in Barmen.↩