16. September 1934

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

705
Lieber Eduard,

zwischen bereits gepackten Koffern schreibt Karl noch unermüdlich an seiner Brunnerschrift! Er läßt dir herzlich danken für deinen Brief und läßt dir sagen, daß er mit der ja etwas seltsamen Lesung seiner Ethik in Sárospatak einverstanden ist und dich bittet, doch dein Exemplar der Ethik I dorthin zu leihen. Wir haben nur noch ein Exemplar der Ethik II zu vergeben und werden, wenn dies nötig werden sollte, dann unsererseits dieses Exemplar nach S. senden.

Seit drei Tagen ist Prof. Wolf/Bonn hier oben, seit gestern Markus. Es sind noch gute letzte Tage. Morgen kommt dann der Aufbruch nach Rom. Wie schade, daß du nicht der Fünfte im Bunde sein kannst! Ich gehe mit Gerty ein paar Tage ins Tessin.1 — Es grüßt Euch alle sehr herzlich

Eure
Lollo

Sachfußnoten

1
Nach einem Tagesausflug mit dem Ehepaar Pestalozzi ins Tessin unternahmen G. Pestalozzi und Ch. von Kirschbaum vom 19. bis 21.9.1934 eine Wanderung im Engadin (Kanton Graubünden), die sie von Sils-Maria über Silvaplana und den oberhalb von Samedan liegenden Aussichtspunkt Muottas Muraigl führte.↩