3. Dezember 1934

Charlotte von Kirschbaum an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Dein heute eingetroffener Brief an Karl macht mir Mut, dir nun doch noch und vielleicht sogar nun ein bißchen klarer zu schreiben, was neulich in dem langen Brief stand, der bekanntlich in den Papierkorb wanderte. Karl selbst schreibt nebenan an einem nächsten Existenzheft 📖, das die nun durch die veränderte Situation geschaffenen Probleme auf unserer Seite behandeln soll.2 Er hat am Samstag über diese Dinge einen zweistündigen nächtlichen Vortrag im Kreise der hiesigen Bekenntnisstudenten gehalten, zu dem ihn ein nicht endenwollendes Trampeln begrüßte.3 Es war seine erste Begegnung mit seinen Hörern seit dem jähen Abbruch. — — Bis die Sache geklärt ist, läßt sich nach keiner Seite hin jetzt eine Entscheidung treffen, auch nicht die Frage einer eventuellen Weiterführung der Vorlesungen auf anderem Boden erörtern. Wir hoffen aber, durch eine wöchentliche Bibelstunde im Hause den Kontakt mit den Studenten während dieser für sie ja auch schweren |773 Zeit behalten zu dürfen und zu können.4 — Die Verhandlungen laufen sehr anständig, und alles geht seinen ordnungsmäßigen Gang. Die Freunde schlafen nicht, sogar so weitgehend nicht, daß die Sache wohl eine sehr grundsätzliche Bedeutung bekommt und von dem Notkirchenregiment nun den ersten Beweis seiner aufrichtigen Bekenntnisfreudigkeit fordert.5 Versagt es, so ist auch damit etwas an den Tag gebracht, was nicht unwichtig sein dürfte für den ganzen weiteren Weg unserer Kirche. — —

«Brunner» ist über all dem für uns nicht versunken und nicht zum Nebengeräusch geworden. Denn nach wie vor liegt das Schwergewicht ja in diesen grundsätzlichen Fragen. Zu dem, was du heute darüber schreibst, möchte ich dir vor allem sagen — Karl schreibt dir dann gewiß noch einmal von sich aus darüber —, daß wir nie auch nur einen Augenblick gedacht haben, du möchtest in der Sache nicht ganz eindeutig zu Karl stehen und ganz eindeutig den Schaden bei Brunner erkennen. Nein, so weit vergeht das «Bonner Laboratorium»6 sich wirklich nicht, und ich kann dir von mir aus noch das hinzufügen, daß ich dir von Herzen dankbar bin für alles, was ich von dir lesen darf, wie z. B. in der letzten Zeit mehrmals deine Predigten7. Nein, es geht um etwas Anderes, und ich wollte nur, ich könnte dir das jetzt so sagen, daß es dir die ganze Sorge und die ganze Frage, die für mich da liegt, wirklich ein bißchen als solche nahebringt. — Vielleicht ist es mir deshalb erlaubt, darüber zu |774 reden, weil ich ja wie niemand sonst aus so großer Nähe seit Jahren verfolgen kann, wie merkwürdig sich das Problem an dem Punkt stellt, um den es jetzt geht. Und vielleicht muß ich sogar dir gegenüber davon reden, weil da in der Tat sich in den letzten Jahren für mich auch eine Frage an dich persönlich herausgebildet hat, die, nie im Zusammenhang ausgesprochen, sich nur je und je in kleinen Wetterleuchten meldete, so etwa damals in München in jenem Weinkeller, als ich gegen die «christliche Liebe» eiferte. Wenn auch die Verschiedenheit der psychologischen Struktur sicher keine unwichtige Sache sein kann — ich kann dazu nur sagen, daß ich an diesem Punkte nur restlos von dir lernen möchte —, so scheint es mir hier doch um viel mehr zu gehen zwischen Karl und dir. Und nun verzeih, lieber Eduard, und lach mich eben ein bißchen aus, wenn nun alles Folgende gesagt ist von Karls Voraussetzungen aus. Ich würde es ja nicht sagen, wenn es mir nicht gerade um die deinen ginge.

Wenn du oder Andere (und es sind nicht Wenige!) leise oder laut, ausgesprochen oder unausgesprochen den Vorwurf gegen Karls «Härte» erhebt, euch sachlich mit ihm einig wißt, aber in der Art, wie er diese Sache vertritt, nicht8, so drängt sich mir die Frage auf: Was geschieht da? Kann man Form und Inhalt einer theologischen Äußerung so scheiden? Oder hakt die Sache nicht, wenn das geschieht, an einem anderen Punkt? Und je länger je mehr hat sich dieser Frage die andere zugestellt: Habt ihr, die ihr diese Anfrage stellen müßt, jetzt anläßlich der Brunnerschrift, ein anderes Mal anläßlich einer anderen polemischen Äußerung von Karl, wohl ganz verstanden, warum Karl so «hart» sein muß? Ging es denn z. B. im «Nein 📖» darum, Brunner «in die Buße zu führen»? Ist Brunner denn überhaupt — versteh das jetzt recht — in diesem Zu|775sammenhang so wichtig? Sind nicht die tausende durch seine Lehre irregeleiteten jungen oder auch alten Menschen wichtiger, um deretwillen Karl «hart» sein muß? Ist nicht «Liebe» da, wo es um die Kirche geht, eine unglaublich viel härtere Angelegenheit, als wir alle begreifen? Muß sie nicht Hand in Hand gehen mit einem unbedingten Kampf um die Wahrheit? — Siehst du, da ist meine Frage: Sieht nicht Karl — das ist nicht sein Verdienst — klarer und realer als die Anderen die unheimliche Gefährdung, in der die Kirche steht? Und ist er damit nicht in eine Verantwortung gestellt, die ihr in dieser Weise noch nicht seht? Es wird einem doch hier zum Greifen deutlich, wie er immer und immer wieder — (bis und mit seiner jüngsten Entscheidung!) — für die Anderen, ihnen voraus, gültig denken und handeln muß. Darf er sich auch nur einen Augenblick zerstreuen lassen durch den Gedanken an diese oder jene persönliche Wirkung seiner Äußerungen? Er sagte heute Morgen: «Sie verstehen es nicht, daß ich meine rechte Hand ausstrecken muß in voller Bewegungsfreiheit und daß ich, wenn mir ein Stein in diese Hand gelegt wird, der sie daran hindern will, wie jetzt dieser Brunner, ich diesen Stein fallen lassen muß, ganz gleich, was aus ihm wird.» — Daß trotzdem die Art, wie dieser Stein fallen gelassen wird, nicht seiner Verantwortung enthoben ist, ist selbstverständlich. Aber müßte man nicht, um darüber zu diskutieren, erst einmal ganz eindeutig mit ihm von der Notwendigkeit dieses Fallenlassens — um der Kirche, um der Liebe willen! — überzeugt sein, und zwar so überzeugt, daß die unbedingte Anforderung unbedingt miterlitten ist bis und mit dem heißen menschlichen Zorn über diesen Verrat an der Lehre? Kann daneben ein Problem wie das, ob Brunner als Lehrer erledigt ist oder nicht, ob seine Schwester weint oder nicht, überhaupt in Betracht kommen? Darf es in Betracht kommen? Gewiß, das sind Probleme, die in ihrem Bereich wichtig sind und die auf Karl als solche lasten. Er weiß um sein Ungenügen und weiß um die Schuld, die ihm daraus entsteht. Er will auch deinen Anruf nicht abschütteln, und du dauerst ihn in deiner «Stellvertretung». Aber würde er nicht doch noch offener und vielleicht auch belehrter hinhören, wenn er sich vorher verstanden fühlte in der Unbedingtheit seines Kampfes, und würdet ihr nicht vielleicht dann ein solches Wort doch nur sehr am Rande ertönen lassen können? — In Calvins Psychopannychia 📖, die wir in den beiden einzigen Sozietäten dieses Semesters zu lesen begannen, steht im Vorwort zu lesen über jene, die die Streit|776schrift klagend ablehnten, «flebiliter deplorant scindi unitatem ecclesiae, violari caritatem», und Calvin antwortet ihnen: «… nullam nos agnoscere unitatem nisi in Christo, nullam caritatem, nisi cuius ipse sit vinculum!»9 Ist uns da nicht etwas verloren gegangen von der Sachlichkeit, die die Reformatoren noch selbstverständlich hatten und die doch auch in der hl. Schrift nicht zu leugnen ist? Ich denke in diesem Zusammenhang auch an einen kleinen Ausschnitt meiner Lutherlektüre in der letzten Zeit: Luthers Begegnung mit Karlstadt. Von «Milde» und Fürsorge ist da wenig zu spüren. Trotz inständiger Bitte der Gemeinde für die schwangere Frau Karlstadts weist Luther sie unerbittlich aus Orlamünde aus, weil er «das Evangelium verraten habe».10 Karlstadt war sicher durch diese Begegnung nicht getröstet und nicht in die Buße geführt. Aber was wäre geschehen, wenn Luther damals nicht unerbittlich gewesen wäre? Und was würde geschehen, wenn heute niemand Brunner so deutlich zurufen würde, was für eine böse, böse Sache es ist mit seiner natürlichen Theologie? Eduard, wir sehen hier die Auswirkungen dieser Lehre. Denn sind die D. C., die heimlichen und die offenen, etwas Anderes als eben spezielle Vertreter dieser allgemeinen Lehre von Natur und Gnade? Vielleicht würdest du hier Karls Ingrimm besser verstehen, würdest selbst erbitterter sein auf Brunner, würdest dich durch seine menschliche Schwäche nicht abhalten lassen, in ihm den augenblicklich vielleicht verhängnisvollsten Gegner zu sehen. Habt ihr dort11 |777 noch Raum für menschliche seelsorgerliche Erwägungen in der theologischen Auseinandersetzung, wie wir sie nicht mehr haben dürfen, wenn nicht Alles untergehen soll? Macht ihr nicht Ähnliches, was Bodelschwingh bei uns macht, was alle jene Männer der Mitte machen, die den Aufbruch der Gemeinden für den Augenblick zur Stagnierung verurteilt haben, die aus der Reformation eine Restauration machen wollen? — Gewiß, auch Karl kann letztlich nichts «machen», und Gott sei Dank wird die Kirche nicht von Menschenhänden gebaut. Aber darf ihn das hindern, die Einsichten, die er hat und die er weithin allein hat, weil weithin er allein die ganzen gefährlichen Konsequenzen überblickt, nun mit Aufgebot seiner ganzen Kraft zu vertreten, auch wenn es dann Scherben gibt? Es ist übrigens bezeichnend, daß in Deutschland [das] Heft «Nein 📖» diese formale Beanstandung fast nicht erlitten hat. —

Dies alles wollte ich dir einmal sagen. Daß trotzdem dein Zuruf hier nicht abgelehnt oder überhört wird, dessen darfst du gewiß sein. Karl leidet mehr, als ihr es aus der Ferne euch vielleicht vorstellt, an der Unerbittlichkeit seines Auftrags, an dem ihm bewußten Unvermögen, diese Unerbittlichkeit so zu vertreten, daß wirklich Gesetz und Evangelium verkündigt werden. Aber vielleicht würde er dich noch aufgeschlossener hören können, wenn er dessen sicher wäre, daß dein Anruf jenseits und nicht diesseits des «heiligen Zornes» ertönt.

Für alles liebevolle Mitgehen in der persönlichen Sache sind wir euch von Herzen dankbar. In der Tat, es kommen viele liebe Zeichen, darunter auch nicht wenige humorvolle, etwa folgenden Inhalts: «Tausende, nein Millionen stehen hinter Ihnen…» und dann etwas weiter unten: «Der Vorsicht halber will ich meinen Namen nicht darunter setzen!!»12 |778 Oder auch Unterschrift: «Einer von Vielen.»13 — Daß neben den lieben Zeichen auch gewisse erschütternde Symptome der großen «Angst» sich zeigen, manchmal auch bei Leuten, wo man es nicht vermutete, das kann nicht anders sein. Karl geht fröhlich und getrost durch das alles hindurch und hat letzte Woche in Detmold auf der Tagung des Reformierten Bundes auch eine schöne Stärkung erfahren dürfen darin, daß der Bund sich an die Bekenntnisfront anschloß, wie sie in Barmen und Dahlem in die Erscheinung trat (also minus Ma.14!). Diese Leutlein werden ihn natürlich um jeden Preis hier in Deutschland halten wollen, und es ist ja wirklich unvorstellbar, daß seine kirchliche Arbeit hier einen jähen Abbruch erleiden sollte. Aber wer weiß??? —

Es grüßt dich mit Marguerite von Herzen
deine
Lollo

Sachfußnoten

1
Original irrtümlich: November.↩
2
Unveröffentlicht. Ein Manuskript(fragment) ist nicht erhalten. Als nächstes Heft erschien: K. Barth, Drei Predigten (ThExh 17), München 1934. 📖 ↩
3
Durchschlag von zwei — leicht differierenden — Mitschriften, überschrieben «Barths Gedanken über die Lage in einer Bekenntnisversammlung evangelischer Studenten am 1. Dezember 1934» (5 S.) im Karl Barth-Archiv. Abdruck bei Prolingheuer, S. 261–264 📖 (vgl. auch dort S. 63f.); Situationsschilderung bei Scherffig I 📖 (Text und musikalischer Satz des von beiden Autoren zitierten «Bekenntnismarsches der DEK» stammen von Heinrich Vogel[1902–1989] — seit 1932 Pfarrer in Dobbrikow, also nicht aus studentischen Kreisen [so Prolingheuer, S. 64]. Auch spielt er nicht auf die Augsburger Reichsbekenntnissynode im Juni 1935 an [so Scherffig I, S. 157, mit Textergänzung]. H. Vogel übersandte Barth mit einem Brief vom 9.1.1935 einen «Marsch der bekennenden Kirche», der auf eine Anregung von H. Asmussen Tischgespräch in Oeynhausenzurückgehe, an dem auch Barth beteiligt war [also spätestens anläßlich der Sitzung am 3.1.1935]. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um das fragliche Lied.) Zu den Bonner Bekenntnisstudenten vgl. Hinz-Wessels, S. 179–182. 📖 ↩
4
Die Bibelstunden vom 4., 11., 18. und 19.12.1934 veröffentlichte Barth nach Ch. von Kirschbaums stenographischer Nachschrift unter dem Titel Vier Bibelstunden über Luk. 1 (ThExh 19), München 1935 📖; wieder abgedruckt in: Pr. 1921-1935, S. 483–532. 📖 Vgl. Scherffig I, S. 160. 📖 ↩
5
Am 2.12.1934 schrieb der Sprecher der Bruderschaft Westfälischer Hilfsprediger und Vikare, Hans Thimme, angestoßen von Prof. Friedrich Horst, an Marahrens, um die Kirchenleitung zu einem öffentlichen Wort zur Eidesfrage zu bewegen (vgl. Prolingheuer, S. 68f. 📖, und unten S. 782, Anm. 4). Horst selbst hatte eine Verlautbarung zur Eidesfrage entworfen, die nach Barths schriftlicher Stellungnahme vom 2.12. geändert und nach Berlin geschickt wurde (vgl. unten S. 796, Anm. 9).↩
6
Nach einer Wendung Thurneysens aus einem Brief an G. Merz; s. oben S. 346, Anm. 1.↩
7
Vermutlich vervielfältigte Predigten. In der Sammlung im Karl Barth-Archiv (s. oben S. 525, Anm. 5) sind aus dem letzten Quartal des Jahres 1934 bis zum Briefdatum Predigten Thurneysens vom 14.10. (über 2.Kor. 5,9–11), 28.10. (über 2.Kor. 1,3–11) und 25.11. (über 1.Kor. 15,35–44) erhalten.↩
8
Von in der Schweiz umlaufender Kritik in diesem Sinne hatte Barth auch durch L. Christ erfahren, der am 29.11.1934 geschrieben hatte: «Über dein Nein habe ich mich restlos gefreut im Unterschied zu etlichen sanftmütigen Leuten, die die Form bedauern.» Vgl. z. B. die insgesamt zustimmende Rezension von H. von der Crone, Das Nein Karl Barths, in: Reformierte Schweizer Zeitung. Protestantisches Wochenblatt, Jg. 13 (1934), Nr. 47 vom 23.11.1934 📖: «Daß dabei allerlei Menschlichkeiten unterlaufen, ist wohl nicht zu verwundern, wenn wir auch gewünscht hätten, daß Karl Barth seine heiße Leidenschaft hie und da etwas hätte abkühlen lassen, damit ihm nicht solche Uebertreibungen begegnen, wie der erste Satz seiner neuesten Schrift: ‹Ich bin von Natur aus ein sanftes Wesen und allen unnötigen Streitigkeiten gänzlich abgeneigt›.»↩
9
J. Calvin, Psychopannychia, hrsg. von W. Zimmerli (Quellenschriften zur Geschichte des Protestantismus 13), Leipzig 1932, S. 17f. 📖, und in: CR 33 (= Calvini opera 5), Sp. 171/172 📖. Das die beiden Zitate enthaltende Protokoll der Sozietäts-Sitzung am 16.11. befindet sich im Karl Barth-Archiv. Vgl. auch K. Barth, Die Theologie Calvins …, a.a.O. (S. 125, Anm. 10), S. 193–207. 📖 ↩
10
Andreas Rudolf Bodenstein von Karlstadt (1486–1541), seit 1522 verheiratet mit Anna von Mochau (geb. etwa 1507), hatte sich im Sommer 1524 nach einjähriger Tätigkeit in der Pfarrei Orlamünde an der Saale — in der er sein Reformmodell weitgehend hatte durchsetzen können — gegen den Willen der Obrigkeit zum Pfarrer wählen lassen. Im Laufe der folgenden Auseinandersetzung, die im September 1524 mit Karlstadts Ausweisung aus Sachsen endete, kam es am 21.8.1524 zu einer Begegnung zwischen Luther und Karlstadt in Jena und drei Tage später zu einem ergebnislos verlaufenden Gespräch zwischen Luther und den Orlamündern, das Luther vorzeitig abbrechen wollte, als Karlstadt sich daran zu beteiligen versuchte; vgl. Die handlung Doctor Martini Luthers mitt dem Raht unnd gemein der Stat Orlamünd, in: WA 15, 341,10-347,25 📖; darin die Szene mit Karlstadt: S. 344,11-33.↩
11
Original: «Habt ihr nicht dort»; Streichung von der Hrsgn.↩
12
Erhalten sind insgesamt 74 im Zeitraum vom 27.11. bis 2.12.1934 verfaßte Briefe, Karten und Telegramme sowie 2 Gedichte, die Ermunterungen und Äußerungen zu Barths Haltung in der Eidesfrage enthalten, davon 1 kritisch (Brief von H. von Soden, s. Bw.B.I, S. 269–273 📖, Bw.B.2, S. 261–264 📖) und 2 ablehnend. Ein undatierter anonymer Brief endet mit den Sätzen: «Seien Sie versichert, daß nicht tausende, sondern Millionen hinter Ihnen stehen. Ich setze meinen Namen nicht unter den Brief, weil ich in aktivem Kampf um Deutschland stehe, in dem statt Säbelrasseln und Terror — Anstand, Toleranz und Freiheit herrscht.» Der Verfasser eines Briefes vom 1.12., der Barth «im Namen vieler Millionen (ohne unbescheiden zu sein) meine höchste Bewunderung für Ihre so unerschrockene, tapfere Haltung» aussprach, zeichnete als «Ein gläubiger Katholik im Geiste von unzähligen Millionen».↩
13
Ein anonymer Brief aus Leipzig vom 27.11.1934 endete «Mit einem ‹Grüß Gott› aus dem Sachsenland ‹Einer für unzählig Viele›».↩
14
Marahrens.↩