1. Dezember 1934

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Diese ereignisreiche Woche1 soll nicht zu Ende gehen, ohne daß ein warmer Gruß zu Euch hin geht. Ihr habt ja aus den verschiedenen Telefongesprächen gemerkt, daß die kommunizierende Röhre in Basel und Zürich überfloß; wieviel Fragen und Gespräche gingen um Euch her|765um! wieviel Mitteilungen und Auskünfte waren über euch zu geben, weil man annahm, daß bei uns ein Herd von Wissenswertem sich befinde! Ruedi ist nicht nur ein Mal, sondern er ist zwei Mal mit dem neuen Horch über den Bözberg nach Basel gerollt, das zweite Mal direkt von Schaffhausen her, wo er Gerty von ihrer Deutschlandreise abgeholt hatte. Aber das alles wird sicher nicht zu vergleichen sein mit den Stößen von Briefen und Anfragen und dem Heer von direkten Anrempelungen, die Ihr in Bonn selbst über euch ergehen lassen mußtet. Sicher ist da viel rührende und ergreifende Anhänglichkeit zu Tage getreten, die euch auch geholfen hat und zum Zeichen geworden ist dafür, daß alles, alles nicht umsonst ist.

Zur Sache selber — ich bin einfach froh darüber, daß die Fragestellung so klar und richtig ist, um die es nun geht. Diesmal haben die Basl. Nachr. nicht versagt, sondern einen, wie mir schien, wirklich guten und klärenden Text gebracht.2 Wenn auf diesem Boden die Schlacht geschlagen wird, dann mag sie ausgehen, wie sie will und muß, es wird gut sein! Ich bin innerlich darin ganz sicher und ganz an eurer Seite. Geärgert habe ich mich einzig über Karl Ludwig, der dem evangelischen Pressebureau3 eine Mitteilung machte, als ob einfach dein Schweizerbürgerrecht der Anlaß des Konfliktes sei und nichts anderes.4 Und die haben natürlich eine entsprechende Meldung daraus an |766 ihre verschiedenen Zeitungen geschickt. Soviel ich aber sehe, ist sie nirgendswo wirklich abgedruckt worden, weil vorher schon der wahre Sachverhalt herausgestellt war. Schmidt habe gesagt, damit sei es zu erklären, daß Leute wie Hermelink5 und von Soden keine Schwierigkeiten bekommen hätten … er selber habe an der Stelle, an der du deinen Konflikt bekommen habest, auch eine andere Auffassung. Das ist nun wirklich billiges Geschwätz. Und ich habe der Zürcher evangelischen Presseinstanz nun sehr energisch eingehämmert, sich künftighin bei allen derartigen Mitteilungen, die dich betreffen, mit mir in Verbindung zu setzen. Solche Dummheiten könnten ja alles verhühnern6. Mit Koechlin habe ich natürlich auch sofort über alles Kontakt genommen. |767 Und er hat seinerseits ganz persönlich nach Bern geschrieben an v. W.7 und auch an Chiches[ter]8. Die heutige Mitteilung betreffend eine Berufung in den Basl. Nachr.9 wirst du gesehen haben. Sollte man eigentlich da irgendwie abblasen? Du wirst ja nun einfach warten müssen, bis alles klar ist bei Euch, bevor irgendein weiteres Wort gesprochen werden kann. Sobald du irgendwie weiter siehst, so berichte mir. Wir sind natürlich bereit. Und ich bin überzeugt, daß so oder so Rat geschaffen werden könnte. Es ist auf alle Fälle eine wichtige Stunde, die für euch und damit auch für uns mit angebrochen ist. Und wir wollen aufpassen, um das Richtige zu finden und zu tun. Die letzte Nachricht, die ich von euch hatte, kam durch Helmi Vischer, der direkt von Detmold angereist war und der melden konnte, er habe dich nach Umständen wohl und ruhig gefunden. Für dich persönlich wird ja der ganze Unter|768bruch in der Fron der Arbeit einfach auch seine gute Seite haben, eine Art Wartburg10, die nach der riesigen Inanspruchnahme der letzten Zeit einfach hilfreich und wohltuend wirken kann. Könnte, könnte man dir nur ein paar Päcklein Brissago11 zustecken, die du jetzt mitten in allem Stürmen doch in besonderer Ruhe verglimmen lassen würdest. Dauern können einen nur die Studenten. Eben vor dem Einbruch des Ereignisses kam ein langer Brief von Walti Burckhardt, der von dem schön begonnenen Lauf des Semesters berichtete12, und nun ist seine Mamme13, die ich heute antraf, natürlich sehr betrübt über diesen Abbruch. Aber du liebe Zeit, es gibt Schlimmeres, und du bist ja wirklich unschuldig. Ich kann’s mir nicht anders denken, als daß du trotz aller drohenden Sorgen und Fragen sehr ruhig schläfst, wirklich den Schlaf des biblischen «Gerechten». Anfangs der Woche war auch deine Mutter hier, ich sah sie einmal zu einem längeren Gespräch, sie ist doch eine fabelhafte Frau darin, wie sie auf ihre Weise einfach ganz von innen her bewegt an allem sich Ereignenden teilnimmt. Sie hat keinen Augenblick geseufzt oder beklagt, sondern sich mithineingestellt, und alles Kommende wird sie nicht niederdrücken können. Daß Fränzeli und Max Zellweger immer auch mit dabei waren, ist klar. Fränzeli hängt auf eine rührende und doch energische Weise an dir, an euch, auf sie ist einfach Verlaß, sie steht zu gefallenen Entscheidungen. Marguerite endlich läßt euch auch ganz besonders warm und herzlich grüßen, sie gedenkt aller eurer Bedrängnisse und Sorgen und Fragen mit mir. Sie konnte sich gestern Mittag ein Stündlein lang mit Gerty austauschen, die gefüllt mit Eindrücken und Gesprächen (Ruedi meinte: so etwa 40 Stunden würde alles zusammengerechnet schon betragen, was Gerty an Mitteilungen in Bonn, Bethel, Berlin und Würzburg aufgenommen und von sich gegeben habe) sich also schnell bei uns niederließ. Wäre es nicht zu erwägen, ob du, Karl, nicht diese Kampfpause schnell zu einer D-Zugsfahrt hieher zusammen mit Lollo benützen könntest? Es wäre vielleicht doch |769 allerhand zu besprechen im Blick auf alles Kommende? Was wäre das für eine ausgezeichnete Aussicht!

Nun noch ein Wort zu Brunner — obgleich für dich dieser Krieg bereits zu dem mehr oder weniger Versunkenen gehören wird, Nebengeräusch, das dich kaum mehr viel angehen wird. Dein letzter Brief, für den ich besonders dankbar war, weil er die Lage ganz ausgezeichnet darlegte und mich und Koechlin und Hartenstein richtig ins Bild setzte, nötigt mich aber zu der einen Feststellung: Karl, das geht nicht, daß du auch nur einen Augenblick einen Zweifel darein setzest, daß ich in der Sache nicht auch da völlig an deiner Seite wäre. Jener schnell hingetippte Brief, den Nelly mitnahm, mag etwas unklar gewesen sein. Es fällt mir nicht ein, fiel mir auch nie ein, Brunners Thesen irgendwie annehmbar zu finden. Ich teile die Leidenschaft, mit der du im «Nein 📖» um das eine kämpfst, das nicht verloren gehen darf. Aber, allerdings, Karl, nicht an deiner Seite bin ich in der Art, wie du nun Brunner tatsächlich durchgehauen hast vor allem Volk. Mußte das sein? Das kann ich nicht finden. Ich habe an deiner Statt, seitdem dieses «Nein» da ist, Ärger über Ärger: kein Tag vergeht, ich übertreibe nicht, an dem ich nicht als dein «Vertreter» angehauen und angeödet14 werde, weil sozusagen jeder dritte Leser Emil wärmstes Bedauern und deiner Züchtigung dieses «Irrlehrers» vollstes Unverständnis entgegenbringt. Was soll ich denn dazu sagen? Dich verstehe ich ja weiß Gott, und ich verstehe Emil in seiner unseligen natürlichen Theologie ganz und gar nicht, aber ich verstehe in der Tat auch nicht, warum du von der ersten bis zur letzten Seite nicht davon loskommst, ihn abzustechen, statt deine Position nach Erledigung dieses unseligen Schriftleins als solche zu entwickeln. Für die Leser, die nicht Bescheid wissen und die doch nach dem «Nein» greifen, kommt diese deine Position einfach zu kurz, sie verstehen nicht, weshalb Emil auf 60 Seiten Prügel über Prügel bekommt. Für die allermeisten kommt das Bild heraus: du habest diesen Ärmsten nun einfach einmal richtig erledigen und als Lehrer unmöglich machen wollen. Dazu kommt, daß es in der Tat — wiederum gebe ich gerne zu, daß auch daran Emil schuld ist — Leute wie Heiner* gibt, die ganz einfach sagen: du habest Emil nicht richtig dargestellt. Es ist ja wahr: die «Offenbarungsmächtigkeit des Menschen» ist irgendwie wahrscheinlich |770 von Emil gemeint, aber auch Heiner sagt: er habe diese Formel als solche bei Emil nicht gefunden15, und «die Wortmächtigkeit»16, sagt Heiner, habe ebenfalls bei Emil einen anderen Sinn, als du ihn gebest. Ich gebe um diese Dinge nicht viel, denn ich finde schon die schreckliche Unterscheidung von formaler und materialer theologia naturalis17 bei Emil schlimm genug und unmöglich genug. Aber du wirst damit rechnen müssen, daß hier Emil und nicht nur er ein Haar in der Suppe findet, an dem er sich (schreckliches Bild!) aus der Suppe herausziehen wird.

Und das andere: ganz intransigente Schüler von uns, wie der gute Lackmann, auf der anderen Seite hausieren mit so fürchterlichen Bannflüchen gegen Emil (ihr zweites Wort ist Verräter!), daß man auch wieder auf Schlimmstes von dieser rabies der Eleven18 gefaßt sein muß. Ein offener Abend bei Köberle19 hätte beinahe mit Hinauswurf des unseligen Lackmannes geendet. Und wiederum: ich habe diese Klagen entgegenzunehmen. Am Montag wird Emil hier in Basel auf Einladung der Studentenschaft (eine alte Abmachung natürlich) reden20, ich fürchte, nachher wird eben etwa Lackmann in der Diskussion als Zeuge der wahren Lehre hervorbrechen, gedrungen von seinem Gewissen, |771 und ich werde ebenfalls Emil gegenüber in einer merkwürdigen Situation mich befinden. Glücklicherweise, hätte ich beinahe gesagt, ist diese Woche seine Mutter gestorben21, so daß statt des «Nein 📖» Kondolenzgespräche das Thema des Abends bilden können. Emils Schwester22, die hier wohnt und die eine schwere Ehe hat und sich bei mir Rats erholt, hat richtig geheult, als sie das «Nein» gegen ihren Bruder las, und meine Seelsorge ist in diesem Falle ebenfalls in eine Sackgasse geraten. Noch einmal, Karl, und noch einmal, Lollo: es ist keine Rede davon, daß ich in der Sache auch nur um Haaresbreite vom «Nein» abweichen wollte. Das lasse ich mir nicht sagen, und in dieser Hinsicht habe ich keine Ermahnungen entgegenzunehmen. Aber das Problem der Polemik in der Kirche ist mir, und nicht etwa darum, weil ich Johannissimus wäre, durch das «Nein» sehr energisch dargestellt worden. Ich habe da eine Reihe von ganz sachlichen, theologischen Fragen zu stellen, die wir bei einem nächsten Gespräch einmal erheben müssen. Warum bist du nicht in der Nähe jenes Chefvisitengleichnisses geblieben, um noch mildere Möglichkeiten ganz beiseite zu lassen, das du selber einst aufgestellt hast23? Ich finde es schrecklich, daß Emil keinerlei Buße zu tun scheint, aber du hast es ihm menschlich, psychologisch beinahe unmöglich gemacht. Du hast ihn qua Theologen doch so zur Strecke gebracht, daß er kaum ein anderes Loch finden kann (es sei denn, er hätte mehr Format, als er es natürlich hat), um herauszuschliefen24. Er hat Prügel verdient, wahrhaftig, aber … Nun aber genug, mein Ärger mußte heraus, und vielleicht hätte ich, Lollo gleich, diesen Brief am besten nicht abgesendet! Nur eines noch: verhüte, daß Peter nun noch hinter dir drein mit seinem kleineren Kaliber nachschießt. Wir machen uns sonst einfach lächerlich. Peters Darstellung der Theologie Calvins wird sicher ausgezeichnet sein. Und dagegen sage ich wahrhaftig kein Wort. Aber verhindere sein unseliges Vorhaben, hinzugehen und Emils 150 falsche Calvinzitate zu zerlesen! Das lohnt sich nicht. Das will gar kein Mench lesen. Schwamm über Emil! Sei mit dem ganzen Hause herzlich und fröhlich gegrüßt!

Dein
Eduard

* Heiner ist natürlich in der Sache mit Emil nicht uneins und hat ihm nicht nur zum Tod der Mutter, sondern auch zu deinen Prügeln ausdrücklich — condoliert!

Sachfußnoten

1
Da Barth darauf beharrte, den vorgeschriebenen Beamteneid auf Hitler nur mit einem Zusatz abzulegen (vgl. oben S. 721, Anm. 19, und S. 737, Anm. 3), war am 26.11.1934 ein Dienststrafverfahren gegen ihn eingeleitet worden, das mit seiner sofortigen Suspension einherging. Am folgenden Tag und am 1.12.1934 mußte er sich einem Verhör unterziehen. Vgl. Prolingheuer, S. 47–56.63f.254-260. 📖 ↩
2
Unter der Titelblatt-Schlagzeile «Prof. Karl Barth von Reichsminister Rust suspendiert» erschien neben einem Porträt Barths der Artikel: K., Disziplinarverfahren wegen Verweigerung des Eides auf Hitler (Privattel. 27.11.), in: BN, Jg. 90 (1934), Nr. 325 vom 27.11.1934 📖; in Ausschnitten abgedruckt in: ThBl, Jg. 13 (1934), Sp. 360 📖, und bei Prolingheuer, S. 49. 📖 ↩
3
Der 1928 gegründete Schweizerische Evangelische Pressedienst (EPD) in Zürich (mit französischsprachiger Zweigstelle in Genf) gab in einer wöchentlich erscheinenden Reihe A Bulletins für Agenturen und Medien, in einer Reihe B zweiwöchentlich Mitteilungen für den kirchlichen Bereich heraus. Verantwortlicher Herausgeber des EPD war seit Oktober 1933 Dr. Arthur Frey (s. unten S. 906, Anm. 5). Vgl. B. Raaflaub, Kirchlicher Mahnruf in kritischer Zeit. Der Schweizerische Evangelische Pressedienst 1928-1955 (Basler und Berner Studien zur historischen und systematischen Theologie 32), Bern u. a. 1977 📖; Kaiser, S. 229f. 📖 ↩
4
Siehe unten S. 783f. Wahrscheinlich auf diesen Brief Thurneysens hin bat Barth K. L. Schmidt am 3.12.1934 um den Wortlaut seiner Mitteilung an den EPD (Postkarte nicht erhalten, aber zitiert in Schmidts Brief vom 4.12.1934). In seiner ausführlichen Antwort stellte Schmidt richtig, daß er niemandem eine solche Mitteilung habe zugehen lassen. Allerdings habe er sich bei seinem letzten Gespräch mit A. Frey am 26.11., bevor er von Barths Suspendierung Kenntnis hatte, dahingehend geäußert, «daß Sie schon als Schweizer, der Sie geblieben sind, während Sie als deutscher Beamter außerdem Deutscher geworden sind, den neuen Beamteneid nicht leisten könnten. … Da mir mehrere andere Schweizer gesagt hatten, selbstverständlicherweise könne ein Schweizer Bürger nicht einen Eid auf die Person von Adolf Hitler leisten, ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, daß das Frey’sche dictum seine Entstehung meiner oben genannten Gesprächsmitteilung verdankt. … Erst durch ein langes Telefongespräch mit Thurneysen [am Nachmittag des 4.12.] … ist mir überhaupt bekannt geworden, daß Dr. Frey in mir den geistigen Vater der ‹Schweizer›-Notiz sieht.» Inzwischen habe dieser «in seiner Korrespondenz vom 4. Dez. seiner ersten Meldung eine zweite hinzugefügt: ‹Zur Suspendierung Prof. Karl Barths. Prof. Dr. Karl Barth in Bonn hat den Eid auf den Führer nicht einfach abgelehnt. Er wäre im Gegenteil bereit gewesen, den Eid zu leisten, unter der Bedingung, daß der Eidesformel ein Zusatz eingefügt werde in dem Sinne, daß er den Gehorsam mit dem an Gottes Wort gebundenen Gewissen vereinbaren könne. Die von Prof. Barth vorgeschlagene Eidesformel hat aber keine Gnade gefunden, es ist gegen ihn ein Disziplinarverfahren eingeleitet worden, das mit der Suspendierung im Amte begann …›» (Brief vom 4.12.1934).↩
5
Heinrich August Hermelink (1877–1958), seit 1916 o. Professor für Kirchen und Dogmengeschichte in Marburg, hatte nach seiner Zwangsemeritierung zwischen September 1935 und 1945 Pfarrverweserstellen in drei Gemeinden in Württemberg und Bayern inne, ab 1946 Honorarprofessor für Geschichte des Protestantismus an der Philosophischen Fakultät München, zugleich Professor für württembergische Kirchengeschiche und Konfessionskunde in Tübingen. Zu Hermelinks Auseinandersetzungen mit dem NS-Staat vgl. B. Jaspert, Der Kirchenhistoriker Heinrich Hermelink, in: ders., Theologie und Geschichte (Gesammelte Aufsätze I) (Europäische Hochschulschriften, Reihe 23, Bd. 369), Frankfurt a. M. u. a. 1989, S. 231–238. 📖 ↩
6
= durch Kopflosigkeit zunichte machen.↩
7
In seinem Brief an E. von Weizsäcker stellte Koechlin Barths Haltung in der Eidesfrage dar und schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, «daß der deutsche Staat trotz zweifellos vorhandener großer formaler Schwierigkeiten sich dazu verstehen wird, einen grundsätzlichen Vorbehalt von entscheidender Bedeutung, wie er von Karl Barth formuliert ist, als berechtigt anzuerkennen» (Brief vom 1.12.1934; Durchschlag einer Abschrift im Karl Barth-Archiv). Vgl. Bell/ Koechlin, S. 184.187 📖.↩
8
Einer zustimmenden Darstellung von Barths Haltung ließ Koechlin in seinem Brief an Bischof Bell vom 1.12.1934 Überlegungen folgen, wie Barths Sache von ausländischer Seite unterstützt werden könnte, ohne daß man ihm schade. Dabei sei auch zu beachten, daß die gegenwärtige kritische Einstellung des lutherischen Zweiges der Bekenntniskirche auch den staatlichen Stellen bekannt sein dürfe. Siehe Bell/Koechlin, S. 182–184 📖.↩
9
Die Basler Nachrichten zitierten einen kurzen Artikel des Berner Tagblattes (aus Nr. 235 vom 30.11.1934) über Barths Suspendierung, der die Frage aufwarf: «‹… Welche schweizerische Regierung wird den Weitblick aufbringen, sich diesen Mann, unbekümmert um die Bedürfnisfrage und andere bureaukratische Bedenklichkeiten, für ihre Universität zu sichern? Die betreffende Theologenfakultät, das darf ruhig zum voraus gesagt werden, würde damit in kürzester Frist zu der besuchtesten und bedeutendsten der ganzen protestantischen Welt emporsteigen. Dem Vernehmen nach bemühen sich andere Länder schon längere Zeit darum, Barth auf den Fall einer Beendigung seiner Tätigkeit in Deutschland hin für sich zu gewinnen. Hoffentlich lassen die Schweiz und ganz besonders Bern sich diese einzigartige Gelegenheit nicht entgehen. Einen Lehrstuhl zu diesem Zweck zu kreieren wäre sicher kluge und weitsichtige Politik und würde sich auch, rein wirtschaftlich betrachtet, von selbst belohnen.›/ Ohne uns das wirtschaftliche Argument aneignen zu wollen, möchten wir daran erinnern, daß Karl Barth Basler ist» (Karl Barth und die Schweiz, in: BN, Jg. 90 [1934], Nr. 329 vom 1./2.12.1934 📖).↩
10
Vom 4.5.1521 bis Anfang März 1522 ließ Friedrich der Weise den auf Grund der durch das Wormser Edikt über ihn verhängten Reichsacht vogelfrei gewordenen M. Luther zu seinem Schutz auf der Wartburg verbergen, wo u. a. seine Übersetzung des Neuen Testaments entstand.↩
11
Siehe oben S. 614, Anm. 1.↩
12
Nicht erhalten.↩
13
= Mama.↩
14
Siehe oben S. 203, Anm. 26.↩
15
Brunner äußerte sich dazu auch in einem Brief an Thurneysen (s. oben S. 751, Anm. 2). Barths Kritik an der von Brunner vertretenen «‹Offenbarungsmächtigkeit› des Menschen» (sic) in: Nein! …, a.a.O. (S. 669, Anm. 8), S. 16–20.24 📖 (Zitat dort S. 16; bzw. in: «Dialektische Theologie», S. 217–221.225 📖 [Zitat dort S. 217]) bezieht sich auf Brunners Schrift Natur und Gnade …, a.a.O. (S. 629, Anm. 4), S. 15 📖 (s. auch dort S. 41; bzw. O.W.I, S. 345, s. auch S. 372 📖).↩
16
Siehe Nein! …, a.a.O., S. 16 📖 (bzw. in: «Dialektische Theologie», S. 217 📖), wo Barth sich auf Natur und Gnade …, a.a.O., S. 18f. 41 📖 (bzw. O.W.I, S. 348f. 372 📖) bezieht.↩
17
Vgl. Natur und Gnade …, a.a.O., S. 9–22 📖 (bzw. O.W.I, S. 339–352 📖): 3. Abschnitt: «Meine Gegenthesen und ihre Begründung».↩
18
Anspielung auf einen Ph. Melanchthon zugeschrieben Ausspruch; vgl. K. Krafft, Über die «rabies theologorum» in den letzten Aufzeichnungen Melanchthons vor seinem Heimgang (Theologische Arbeiten aus dem rhein. wissenschaftlichen Prediger-Verein, Bd. 8-9), Bonn 1889, S. 124–129. 📖 ↩
19
Wohl am 26.11.1934 in einer der von Köberle montags abends angebotenen Systematischen Übungen über das Thema «Tod und letzte Dinge».↩
20
Brunner sprach am 3.12.1934 — wegen des großen Andranges statt im Bischofshof in der nahegelegenen Martinskirche — über «Das Menschenrätsel»; Zusammenfassung des Vortrags: sk., Vom Menschenrätsel, in: BN, Jg. 90 (1934), Nr. 332 vom 4.12.1934, 1. Beilage. 📖 ↩
21
Sophie Brunner, geb. Müller (1862-25.11.1934).↩
22
Emmy Surber, geb. Brunner (1896–1964), vor ihrer Heirat in einem Schreibmaschinengeschäft in Zürich tätig, lebte in Basel.↩
23
Siehe Bw.Th. II, S. 409. 📖 ↩
24
= herauszuschlüpfen.↩