10. Mai 1934

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Wir sitzen beim S. C.1 an der Sonne und gedenken deiner mit allen guten Wünschen. «Wo stehmer aigentlig?» diese Frage Adolfs2 ist wieder einmal am Platz. Irgendwie wird sie auch Dich bewegen — aber fahr zu! fahr zu!3 Es ist alles, alles 18karätig und mehr, was aus Bonn kommt! Leider ist dasselbe nicht von allen anderen zu sagen — z. B. nicht von unserem offensichtlich immer noch komplexbehafteten Emil — hast du seine Schrift4 schon gesehen? Grüße an dein ganzes Haus!

Eduard, Marguerite, Dorothee, Fränzeli, Lili S.

Sachfußnoten

1
= Schwarten Kaffee; s. oben S. 106, Anm. 18.↩
2
Ausspruch A. Preiswerks; s. Bw.Th. II, S. 171, Anm. 30. 📖 ↩
3
Vgl. die Schlußverse des Gedichts «Frische Fahrt» (1815) vonJ. von Eichendorff (in: J. von Eichendorff, Werke, Bd. I, München 1970, S. 47) 📖:
Fahre zu! ich mag nicht fragen,
Wo die Fahrt zu Ende geht.
↩
4
E. Brunner, Natur und Gnade. Zum Gespräch mit Karl Barth, Tübingen 1934 📖 (wieder abgedruckt u. a. in: O.W.I, S. 333–375 📖).↩