24. Mai 1935

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Ich bin von der Berner Studentenschar um einen Vortrag gebeten («Das Evangelium in der Gegenwart»), und weil ich dazu schon längst gerne etwas ausgearbeitet und gesagt hätte, habe ich den Antrag angenommen für einen Tag zwischen dem 1. und 5. Juni.1 Dabei fällt mir nun ein, daß mich ja auch die Basler Studenten längst einmal zu einem solchen Vortrag haben wollten.2 Es kommt dazu, daß ich das, was zu sagen mir vorschwebt, im Blick auf die beiden Eventualitäten meiner Basler Entscheidung gerade dort nicht ungern schon zuvor öffentlich gesagt hätte. Nun habe ich aber die Adressen der Leute, mit denen ich |894 früher darüber korrespondiert habe, nicht hier. Würdest du es übernehmen, die geeignete Stelle von dieser Möglichkeit zu unterrichten bzw. mit mir in Verbindung zu setzen? Als Datum würde ebenfalls der Anfang Juni in Betracht kommen.

Eben traf dein Brief ein! Danke! Hier geht Alles gut. Wenn kein Gegenbericht erfolgt, erwarten wir euch am Mittwoch Abend um 11 Uhr in Zürich.

Mit herzlichem Gruß!
Dein
Karl

Sachfußnoten

1
Im Namen der Berner evangelischen Studenten hatte E. Blum Barth am 19.5.1935 um einen vor Hörern aller Fakultäten zu haltenden Vortrag gebeten. Barth übernahm den vorgeschlagenen Titel. Der Vortrag Das Evangelium in der Gegenwart (gehalten am 3.6. in Bern und am 4.6.1935 in Basel) wurde veröffentlicht in einer Broschüre gleichen Titels (ThExh 25), München 1935, S. 18–36. 📖↩
2
Der Vortragsausschuß der Basler Studentenschaft hatte Barth bereits am 8.8.1930 (durch Elisabeth Neumann), am 6.5.1933 (durch Walter Grimmer) sowie am 15.9.1934 und Anfang Januar 1935 (undatiert, durch Emanuel Stickelberger) vergeblich um einen Vortrag gebeten. Am 27.5.1935 bestätigte Hans Dietschy vom Vortragsausschuß die am selben Tag telephonisch getroffene Abmachung, daß Barth am Abend des 4.6. im Basler Bischofshof — ebenso wie am Vortag in Bern — über «Das Evangelium in der Gegenwart» sprechen solle.↩