10. Juni 1935

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

ich bin heute den ganzen Tag daheim gesessen hinter meinen Darbietungen für Nonnenweier. Und du hast wohl mit Alphons wenigstens den Nachmittag verbracht?1 Hoffentlich hat dich Basel in der Gestalt dieses Prominenten nicht nur unfreundlich und seufzenerregend, sondern doch ein klein wenig auch anrufend und ansprechbar angeschaut, und hoffentlich hat auch Lollo aus dem Hintergrund hervor ein Stücklein Möglichkeit erschaut, einige Jahre ihres Lebens vis-à-vis solcher Zeitgenossen, wenn’s denn sein muß, zu verbringen? Was werden die nächsten Tage für Entscheidung bringen? Steht es nicht doch so, Karl, daß du, ob draußen oder hier drinnen, nun einmal der einsame Vogel auf dem Dach [vgl. Ps. 102,8]2 sein und bleiben wirst, der du in den letzten Jahren trotz ausgedehntester Wirkung immer mehr geworden bist? Ich denke manchmal, entschuldige den Zollivergleich3, wie man hier sagt, an die großen, die ganz großen Vögel, die Kondore und die Steinadler hinter den Gittern, wenn ich an dich denke. Ich weiß nicht, sogar nach dem Martinskirchenabend4 stieg mir solch ein Gefühl auf: die Kirche und die Leute drin waren sicher irgendwie zu klein für den |898 großen Flügelschlag, der da über sie hinweggegangen war. Es hatte Prophetieausmaß, was du da sagen mußtest. Aber das ist irgendwie immer bei dir ein wenig so. Und das mußt du nun wohl aushalten. Ist es nicht auch jetzt in Deutschland so, daß die Kirche und die Leute drin zu klein sind dafür? Vielleicht denkst du, nein, draußen seien noch weitere Möglichkeiten, Basel sei mit dem bißchen Schweiz dahinter — Zürich, Bern usw. — doch auch gar eng. Sicher, aber wenn ich im heutigen Abendblatt, dem Morgenblatt von morgen, lese, wie sie in Augsburg unter Assistenz von Innenkommissaren und Gestapoleuten, fast noch dankbar dafür, daß solche da waren, getagt haben5, daß sie sich unter sich jedenfalls geeinigt und Marahrens über sich neu eingesetzt haben6, |899 daß Frick auch wieder etwas freundlicher sich geäußert und baldige Pazifizierung in Aussicht gestellt habe7, ach, Karl, so ist das natürlich nicht einmal Reformation, geschweige denn die Sprengung des ganz großen Bogens, so ist das nicht so fern dem, was hierzulande irgendwie auch ständig sich ereignet. Was willst du mehr und Größeres? Muß nicht immer wieder alles auch so gehen? Ist deswegen dein Salz verlo|900ren? Du hast es hineingeworfen, und es salzt im Verborgenen sicher auf seine Weise, sei unbesorgt! Aber die reinen oder wenigstens reineren Verwirklichungen, nach denen du ausschaust, die sind nun einmal nicht einfach hinzustellen. Und darf man es denn den deutschen Menschen übelnehmen? Darf man sie über ihre Kraft antreiben? Überforderst du nicht irgendwie die Menschen? Du hast z. B. Emil Brunner sicher überfordert. Vielleicht geschieht es auch anderswo. Sie begreifen oft gar nicht, daß du so sehr zürnest [vgl. Ps. 90,11] und was sie denn verbrochen haben, daß sie es dir wieder einmal so gar nicht recht gemacht haben. Ich hatte sogar bei Asmussen den Eindruck an jenem Himmelfahrtstag, er sehe die Wege draußen nun eigentlich ohne dich weitergehen.8 Ob nicht auch er irgendwie, vielleicht unbewußt, dieses Überfordertsein durch deine Integralstellung empfindet? Ich bin natürlich überzeugt, daß du in Basel nicht einfach glücklich sein wirst — sondern eben auch da wieder aufs neue der einsame Vogel, der Vogel hinter dem Gitter, das sogar eher enger ist, als es draußen der Fall war. Darum möchte ich dich sicher nicht rufen, die Farelgebärde liegt mir ganz und gar nicht! Ich hielte sie im Blick auf Basel für absurd. Ob sie für draußen wirklich am Platze ist, das müssen die Deutschen wissen, die sie aufbringen. Ich zweifle daran. Du wirst eben noch einmal eine gehörige Dosis Salz bereiten in Basel in Form der Dogmatik 📖, und die wird noch einmal hineingeworfen werden wie seinerzeit der Römerbrief, wie die Dogmatik I. Du wirst darüber noch ein wenig älter werden, du wirst auch künftig die Verwirklichungen nur ganz spärlich zu sehen bekommen. Aber was willst du anderes? Jeremia! Oder — dann geschieht wirklich ein Wunder, und der Ruck kommt doch noch, um den es dir ginge und gehen muß. Ich möchte dich wirklich auch von Deutschland nicht zurückhalten, wenn’s denn doch sein muß. Aber es ginge schon irgend|901wie um das Wunder. Vielleicht mußt du es darum gehen lassen. Und vielleicht kommt bis Donnerstag9 das Zeichen noch, das dich ruft. Wenn’s nicht kommen sollte, dann, Karl, dann ist es doch keine Resignation, sondern Führung, der einsame Vogel auf den Dächern Basels sein zu müssen. Dann mußt du vielleicht so ein wenig in Analogie des weisen Bachofen10 hier am Minschterplatz die eisernen Tafeln [vgl. 1.Makk. 8,22.30] anfertigen und wie jener exoterisch ruhig und gelassen, eventuell mit einem Basler Hütlein11 auf dem Kopfe, sonntags den Weg hin und wieder ins Minschter antreten und werktags an den Rheinsprung12. Oder wie David Joris, mit dem du im übrigen jeden Vergleich ablehnen wirst, doch eventuell in einem alten Gemäuer auf dem Heuberg wohnen und allerlei schreiben, weswegen dich die Basler erst nach dem Tode verbrennen dürfen, während du sie dann noch eine Weile als Gespenst umgehend von ferne erschreckst.13

902 Ich besinne mich, ob ich diesen wunderlichen Brief abschicken soll. Ich weiß, es ist etwas Skurriles darin. Ich schrieb alles so hin ohne langes Überlegen. Nimm es cum grano salis. Ein Korn Wahrheit wird drin liegen. Irgendwie plädiere ich damit nicht nur für dich und für Basel im Besonderen, sondern für all das kleinere Gevögel überhaupt, unter das du dich, du magst sein, wo du bist, nun einmal doch niederlassen mußt. Nimm mir dieses Plädoyer nicht krumm, es ist nicht flaumacherisch gemeint. Auch Lollo möge mich um deswillen nicht «verachten». Die reine Gestalt der Kirche war ja nie da. Das hast du uns selber immer wieder einsehen gelehrt. Und ich werde vielleicht auch weiterhin gelegentlich der Anwalt des «kleinen Mannes» bei dir sein müssen, ohne deswegen in Verdammnis im Laboratorium14 zu fallen. Daß du merkwürdig mildiglich auch mit dem kleinen Mann reden kannst, wenn dir — aus nicht ganz durchsichtigen Gründen (denn im Grunde ist dieser Erwin Reisner kein Haar besser als Emil) — etwas an ihm wohlgefällt, das ersah ich ebenfalls heute aus dem neuen Heft der Ev. Th.15 Vielleicht mußt du — wenn denn Basel dein, euer Schicksal werden sollte — diese Milde noch ziemlich ausdehnen. Denn es werden Viele kommen von Osten und Westen, die da mit dir zu Tische zu sitzen [vgl. Lk. 13,29] Anspruch erheben und die nur auf Grund solcher Milde vor dir bestehen können.

Hartenstein war ganz weg von deinem Vortrag. Es gibt sicher auch hier Leute, die das größere Flügelschlagen verstehen und aufnehmen! Das möchte ich dir doch auch mit aller Zuversicht gesagt haben! Und so sei mit Lollo herzlich, treulich gegrüßt. Nimm den Brief so wie einen kleinen Abendhock16 à titre de document, nicht als eigentlichen Lehrtext. Ich lege dir noch einiges bei. Donnerstag abend bin ich wieder in Basel. Freitags abend wird wohl dein Telefon17 kommen?

Dein
Eduard

903 Ich weiß nun bestimmt, daß die Agenturmeldung vom letzten Donnerstag18 von Hauser inspiriert war. Der will dich nun rufen, aus allerlei eigenen Prestigegründen. Das wirst du nicht verhindern können, wie ich die Dinge sehe.

Sachfußnoten

1
Koechlin suchte Barth auf dem Bergli auf (laut Taschenkalender Ch. von Kirschbaums am 10.6.1935) und schrieb über diese Begegnung am 22.6.1935 an Bischof Bell: «Karl Barth, den ich letzte Woche ausführlich sah, erwartete keinerlei günstigen Spruch vom Berliner Gerichtshof. Natürlich will er den neuen Möglichkeiten gegenüber loyal sein, die sich ihm in Deutschland öffnen. Er ging nach Berlin und hofft, den Kultusminister Dr. Rust zu besuchen, um mit ihm seine ganze Lage zu klären. Der Ruf, den unsere Basler Universität an ihn zu richten beabsichtigte, ist unter den neuen Verhältnissen noch nicht veröffentlicht worden» (Bell/Koechlin, S. 221 📖). Zu dem beabsichtigten, aber nicht zustandegekommenen Treffen Barths mit Rust s. unten S. 912, Anm. 8, und S. 913f., Anm. 2.↩
2
Auf dieses Psalmwort hat Barth am Schluß seiner Streitschrift «Theologische Existenz heute!» angespielt: «In der ihm aufgetragenen besonderen Sorge muß der Theologe wach bleiben, ein einsamer Vogel auf dem Dach, auf der Erde also, aber unter dem offenen, weit und unbedingt offenen Himmel» (Th.Ex.h. 1933, S. 86f. 📖 [vgl. auch dort S. 163f., Anm. 168]; Originalpaginierung S. 40).↩
3
«Zolli» nennen die Basler ihren mitten in der Stadt gelegenen Zoologischen Garten.↩
4
Barths Vortrag über «Das Evangelium in der Gegenwart» war wegen des großen Publikumsandranges vom Münstersaal im Bischofshof in die Martinskirche verlegt worden.↩
5
Am 11.6.1935 berichteten die Basler Nachrichten, gestützt auf eine Agenturmeldung, «die Beratungen der Bekenntnissynode [seien] in Gegenwart eines Vertreters des Reichsinnenministeriums sowie von zwei Beamten der Geheimen Staatspolizei absolut ruhig verlaufen» (Die Beschlüsse der Nationalsynode in Augsburg, in: BN, Jg. 91 [1935], Nr. 156 📖). Als Vertreter des Reichsinnenministeriums war — am 3.6. bei Meiser telegraphisch avisiert — der Referent für Fragen der evangelischen Kirchen, Dr. Friedrich Wilhelm Schucht, anwesend. Er überbrachte der Synode zu Beginn der Tagung die Nachricht, die Freilassung sämtlicher in Konzentrationslagern inhaftierter evangelischer Pfarrer sei am Vortag, also am 3.6.1935, telegraphisch angeordnet worden. Außerdem sollten bei Vorliegen strafbarer Handlungen Gerichtsverfahren eingeleitet werden. Zur Synode vgl. Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche Dritte Tagung in Augsburg …, a.a.O. (S. 760, Anm. 9) (Mitteilung der Freilassung in der Begrüßung durch Präses Koch dort S. 14f.) 📖; Gauger III, S. 543.545.547.549.551.553. 📖 (Ein angeblich aus den Basler Nachrichten stammender, von Gauger scharf kritisierter Artikel konnte nicht ermittelt werden: «Solche Fehlnachrichten erscheinen nicht etwa vereinzelt in der Auslandspresse: der Bericht über die Augsburger Synode … ist z. B. in den Basler Nachrichten von vorn bis hinten fast durchweg unzutreffend, angefangen von den Saalordnern, die mit den Synodalen verwechselt werden, bis hin zu der Behauptung, die Synode müsse geheim tagen …» [a.a.O., S. 533]); Die dritte Bekenntnissynode …, a.a.O. (S. 874, Anm. 3) — dort S. 55 📖: Telegramm Dr. Rudolf Buttmanns an Meiser vom 3.6.1935; Hermelink, S. 276–282 📖; Meier II, S. 50–58. 📖 ↩
6
Im Anschluß an einen von A. Marahrens vorgetragenen Rechenschaftsbericht sprach die Synode der Vorläufigen Kirchenleitung einstimmig den «Dank der Kirche … für ihre aufopfernde Arbeit … aus und erbittet für ihren weiteren mühe- und entsagungsvollen Weg den Beistand Gottes. Ihre Aufgabe wird erst dann beendet sein, wenn eine fest in Wort und Bekenntnis gegründete, verfassungsmäßig gebildete Reichskirchenleitung vorhanden sein wird» (Beschlüsse der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Augsburg vom 4. bis 6. Juni 1935 [Nur für die Synodalen bestimmt!], als Handschrift gedruckt, S. 4 📖; Gauger III, S. 545 📖). In ihren Beschlüssen zur «Verfassung und Ordnung der Bekennenden Kirche» bestätigte die Synode die Einsetzung der Vorläufigen Kirchenleitung vom 22.11.1934 und betraute sie «mit den für die Bildung einer geschlossenen synodalen Vertretung der D.E.K. erforderlichen Verhandlungen» (Beschlüsse …, a.a.O., S. 4f.; Schmidt 1935, S. 122f. [Zitat dort S. 5 bzw. S. 123]). 📖↩
7
Ebenfalls am 11.6.1935 berichteten die Basler Nachrichten in einem Artikel Kirchenpolitische Erklärungen Fricks 📖 über Äußerungen von Innenminister Frick gegenüber dem kanadischen Schriftsteller Erland Echlin in der ersten Juniwoche: «… die Reichsregierung wollte … auch die evangelische Kirche nicht schlechter stellen als die katholische. Dazu war es notwendig, die Zersplitterung der evangelischen Kirche in 28 Landeskirchen zu beseitigen und eine einheitliche deutsche evangelische Kirche zu schaffen. … Die Reichsregierung wünscht nichts aufrichtiger als eine Beseitigung der Gegensätze in der evangelischen Kirche und sei bereit, zur Wiederherstellung verfassungsmäßiger Zustände in ihr mitzuwirken. Er sei, sagte der Minister, der Ueberzeugung, daß der Kirchenstreit bald und in einer zufriedenstellenden Weise beseitigt werden könne» (BN, Jg. 91 [1935], Nr. 156; Zusammenfassung des Gesprächs mit Zitaten bei Gauger III, S. 508.510 📖). Bereits am 1.6.1935 hatte Frick auf dem Thüringer Parteitag in Erfurt gesagt: «Ich sprach eben von der Kirche. Es ist dies eine schwierige innerpolitische Frage. Aber ich darf Sie versichern: auch sie wird gelöst werden, so oder so. Grundsätzlich möchte ich sagen: Partei und Staat mischen sich nicht ein in Glaubensangelegenheiten. Es ist absolut das friderizianische Rezept maßgebend, daß jeder nach seiner Fasson selig werden kann. Aber eifersüchtig werden wir darüber wachen, daß die Kirche ihren Kirchenbezirk nicht überschreitet. Die Aufgabe der Kirche ist die Seelsorge; nicht aber ist es ihre Aufgabe, auf das politische Gebiet überzugreifen. Hier werden wir unerbittlich sein …» (zitiert nach Redeauszug in: Kretschmar/Nicolaisen II, S. 309f. 📖; vgl. Gauger III, S. 508.520). Die Äußerungen standen in Kontrast zu einer am 15.3.1935 in Lübeck gehaltenen und am 28.3. in Nürnberg wiederholten Rede Fricks, die in der evangelischen Kirche Unruhe ausgelöst hatte: «Aber dann allerdings nahm die Entwicklung einen Lauf, die zu einer ungeheuren Rechtsverwirrung führte, und diese Rechtsverwirrung ist nunmehr so groß geworden, daß anscheinend die Deutsche evangelische Kirche aus eigener Kraft daraus nicht mehr herausfindet, so daß voraussichtlich nichts anderes übrig bleibt, als daß noch einmal durch einen Akt der Reichsgesetzgebung autoritativ festgestellt wird, was Recht ist und was nicht Recht ist» (Kretschmar/Nicolaisen II, S. 283–285 [Zitat dort S. 284]; vgl. Gauger III, S. 476.478). Auf Grund dieser Rede hatte man in der Bekennenden Kirche mit einem neuen Eingriff des Staates in die Kirche gerechnet (vgl. Gauger III, S. 478).↩
8
Nach telegraphischer Ankündigung am Vortag war Asmussen am 30.5.1935 über Basel, wo ihn Ch. von Kirschbaum und R. Pestalozzi abholten, auf das Bergli gereist. Zu den Gesprächen, für die auch E. und M. Thurneysen kurzfristig angereist waren (vgl. oben Bildteil, 4. Seite), notierte Ch. von Kirschbaum zum 30.5.1935 in ihrem Taschenkalender: «unterwegs Gespräche über d. B. Kirche u. Karls Zukunft führen. Asmussen ist der Ansicht, daß K. draußen abbrechen solle. Er hält d. Bemerkung von der Nordgrenze f. polit. gefährlich u. K.’s Mitwirken in d. Bek. K. für diese nicht hilfreich im Augenblick. Mittagessen — Lange Gespräche, Eduard tritt sehr gut für D. ein, Asm. bleibt b. s. Ansicht». Am 31.5. reiste Asmussen wieder ab. Zu Asmussens Sonderstellung zwischen den Interessengruppen der Bekennenden Kirche vgl. oben S. 760, Anm. 9.↩
9
Dem 14.6.1935, Termin der Revisionsverhandlung.↩
10
Johann Jakob Bachofen (1815–1887), Jurist und Altertumsforscher, 1841–1842 Privatdozent, 1842–1844 o. Professor für römisches Recht und 1842–1866 Richter in Basel. «War ihm das römische Recht stets nur als ‹eine Hauptseite des alten Lebens› wichtig gewesen, so sucht er nun seit 1848 dieses ganze ‹alte Leben› zu erforschen auf jenen eigenwilligen Wegen, die seine Zeitgenossen als unverständlich bedauerten, ja verspotteten.» Seine Theorie über die drei Entwicklungsstufen der Menschheit, beginnend beim Matriarchat hin zum Patriarchat, erwies sich als wissenschaftlich nicht haltbar (vgl. K. Meuli, Johann Jakob Bachofen, in: Die Professoren der Universität Basel aus fünf Jahrhunderten. Bildnisse und Würdigungen, zur Fünfhundertjahrfeier der Universität Basel i.A. der Universität und unter Mitarbeit zahlreicher Gelehrter hrsg. von A. Staehelin, Basel 1960, S. 144 📖). Bachofen wohnte zuletzt am Münsterplatz 2.↩
11
Von Vertretern des «besseren Basel» noch in den dreißiger Jahren getragener, oben unmittelbar auf dem Kopf aufliegender Herrenhut mit einer am abgerundeten oberen Rand ringsum verlaufenden Eindellung und gerader Krempe.↩
12
Das Haus Rheinsprung 9 (auf dem Münsterhügel) diente der Basler Universität von ihrer Gründung (1460) bis zum Neubau des Kollegiengebäudes (1939) als Hauptgebäude.↩
13
1544 ließ sich der wegen seines Glaubens europaweit verfolgte gemäßigte Täuferführer David Joris aus Delft (ca. 1505–1556) unter dem Namen Johann van Brugge mit seiner großen Familie in Basel nieder, wo er weiterhin literarisch tätig war und eine ausgedehnte Korrespondenz mit seinen Anhängern in Dänemark, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden pflegte. Dennoch wurde seine wahre Identität erst nach seinem Tod öffentlich bekannt, seine Leiche 1559 exhumiert und zusammen mit seinem Bild und einer Sammlung seiner Schriften verbrannt. Sein Geist soll noch bis ins 20. Jahrhundert hinein im Spießhof, dem Ende des 16. Jahrhunderts an der Stelle des Wohnsitzes von Joris in der Basler Altstadt (Heuberg 7) errichteten Nachfolgebau, gespukt haben. Vgl. P. Burckhardt, David Joris und seine Gemeinde in Basel, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Bd. 48 (1949), S. 5–106 📖; M. Jösel, Am Heuberg spukt es: David Joris, in: Basler Stadtbuch 1996 (117. Jahr), hrsg. von der Christoph Merian Stiftung, Basel 1997, S. 225–227. 📖↩
14
Siehe oben S. 346, Anm. 1.↩
15
Siehe oben S. 859, Anm. 6.↩
16
= gemütliche abendliche Zusammenkunft.↩
17
= Anruf.↩
18
Vgl. oben S. 895, Anm. 4.↩