2 · 1912

An Walter Hüssy, Safenwil/Aarburg

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An Walter Hüssy, Safenwil/Aarburg

1912

Das Dorf Safenwil im Aargau, in dem Karl Barth 1911 zum Pfarrer gewählt wurde, bestand zum größeren Teil aus Arbeitern, die überwiegend in der Textilunternehmen der Familien Hüssy und Hochuli arbeiteten und schlecht entlohnt wurden.1 Die Familie Hüssy betrieb am Ort seit etwa 100 Jahren eine Fabrik zur Herstellung von Baumwolltüchern, hatte eine Papierfabrik gekauft, eine Buntweberei und eine Dampfsäge mit Kistenfabrik errichtet und war unternehmerisch auch in Deutschland und Italien tätig geworden2; mit ihrer Unterstützung war 40 Jahre zuvor die erste Kirche in Safenwil erbaut worden. Durch die sozialen Verhältnisse in Safenwil sah sich Barth veranlaßt, sich mit dem Sozialismus und der Gewerkschaftsbewegung zu befassen.3

Der Safenwiler Arbeiterverein, die lokale Basisorganisation der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz, lud Barth zu Vorträgen im Rahmen ihrer Bildungsarbeit ein. Sein zweiter Vortrag, "Jesus Christus und die Soziale Bewegung», wurde Ende 1911 in vier Fortsetzungen im «Freien Aargauer», dem Organ der Sozialdemokratischen Partei, abgedruckt.4

Am 3. Februar 1912 erschien im bürgerlichen «Zofinger Tagblatt» ein Offener Brief von Walter Hüssy an Karl Barth. Walter Paul Hüssy-Bühler (1876–1949), Chemiker, war ein Urenkel des Firmengründers.5 Auf seinen Brief antwortete Barth am 6.2. mit einem Offenen |5 Brief, der am 9.2. im Zofinger Tagblatt abgedruckt wurde; einen Tag später folgte eine Replik Hüssys. Am 13.2. trat Gustav Hüssy, ein Vetter des Briefschreibers, aus Protest gegen Barths Haltung als Präsident der Safenwiler Kirchenpflege zurück.6

Barth kommentierte den Vorgang in Briefen an seinen Vater. “Ich hoffe nur, der offene Brief von Walter Hüssy habe euch nicht zu sehr Eindruck gemacht. Der Mann ist nämlich nicht etwa einer der alten Herren Hüssy, sondern ein Sohn von H[errn] Hüssy-Peri, und wohnt in Aarburg. Er ist erst 32jährig und darum durchaus keine Majestät. Daß er keine geistige Autorität ist, hat Euch wohl der Artikel selbst gezeigt. Morgen kommt nun die geharnischte Antwort im Zofinger Tagblatt. Ihr findet sie vielleicht etwas scharf, aber er war auch scharf, ich mußte mich meiner Haut wehren.»7 Gleichzeitig schrieb Barth an den Vater von Walter Hüssy, bat ihn darum, seine prinzipielle Stellungnahme nicht als eine solche «gegen das Haus Hüssy» aufzufassen, und gab der Hoffnung Ausdruck, «die bisherigen freundlichen Beziehungen» zwischen diesem Haus und dem Pfarramt möchten «durch diesen Zwischenfall keine Störung erleiden.»8 Am Sonntag nach dem Abschluß des Briefwechsels sprach das ganze Dorf davon.9 Am Tage darauf druckte das Safenwiler Tagblatt einen eingesandten anonymen Artikel «Zur Roten Gefahr in Safenwil 📖» ab, der große Unruhe im Dorf hervorrief.10 Barth sandte im April den Text seines Vortrages und der Offenen Brief an den Basler Neutestamentler und Kirchenhistoriker Paul Wernle, der den Text des Vortrages und den Stil des Offenen Briefes an Hüssy kritisierte.11 In seiner Antwort gab ihm Barth in |6 Bezug auf den Stil seines Offenen Briefes weithin recht, hielt jedoch an der inhaltlichen Linie seines Vortrages fest.12

Barths Vortrag und die Offenen Briefe wurden 1993 im Zusammenhang, durch Zitate aus Privatbriefen ergänzt, abgedruckt.13 Im folgenden werden deshalb nur die Offenen Briefe wiedergegeben.

7

Offener Brief an Herrn Karl Barth, Pfarrer in Safenwil

Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Es ist mir gestern Ihr Vortrag vom 17. Dezember 1911, gehalten im Schöße des Arbeitervereins Safenwil, zu Gesicht gekommen. Darin suchen Sie in einer langen, mit einer unheimlichen Menge religiöser Zitate gespickten Agitationsrede, Ihre Zuhörer «aufzuklären». Gestatten Sie mir nun, daß ich mich einen Augenblick mit dieser Rede beschäftige:

Von der Fülle philosophischer und sophistischer Betrachtungen hat wohl der Großteil Ihrer Zuhörer nicht viel behalten. Was ihnen jedoch geblieben ist, ist folgender Passus, den ich hier wörtlich wiedergebe: Das Privateigentum muß fallen, nicht aber das Privateigentum überhaupt, sondern das Privateigentum an Produktionsmitteln.14 Damit wollen Sie also sagen, das Privateigentum unselbständig Erwerbender wird gesichert, dasjenige der selbständig Erwerbenden konfisziert und verteilt. Danach muß aber auch jedem unselbständig Erwerbenden zugunsten der ändern wieder der Garaus gemacht werden, sobald er sich, kraft seiner Intelligenz und seines Arbeitsgeistes, zum selbständig Erwerbenden erhebt.

Ihre weitere Bemerkung, «das Eigentum werde nach dem heutigen Strafrecht besser geschützt als der gute Ruf und die Sittlichkeit»15, |8 beweist ja zur Genüge die Richtigkeit meiner Auffassung über Ihre Auslassungen. Sie waren allerdings klug genug, dieselbe in den Mund einer Allgemeinheit des «Wollen des Sozialismus» zu legen.16 Da Sie dieselben jedoch stark apostrophiert haben, repräsentieren sie jedenfalls Ihre höchst eigenen Gedanken und frommen Wünsche.

Der Sozialismus ist, wie Sie sagen, eine Bewegung von unten nach oben17; danach verlangen Sie aber auch eine Gegenströmung von oben nach unten, vergessen es bloß zu erwähnen. – Viele der größten Arbeitgeber aller Zeiten waren in ihrer Jugend unselbständig Erwerbende18, man hätte sie also beizeiten, getreu Ihrer Theorie, herunterzerren sollen, damit sie nicht zu hoch kommen. Wie viele hunderttausende von Familien dann nicht die behagliche Existenz erhalten hätten, derer sie sich jetzt erfreuen, das zu beurteilen überlasse ich denen, die ein objektiveres Urteil haben und die ich auch unter den Leuten finde, denen Sie jetzt den Kopf zu verdrehen trachten.

Sie wollen also nicht nur den selbständig Erwerbenden vernichten, sondern auch dem unselbständig Erwerbenden, dessen Los Ihnen jetzt so am Herzen liegt, den Weg nach oben, den ihm niemand versperrt und den auch niemand versperren kann, gewaltsam limitieren. Sie wollen also jegliche Initiative im Keime unterdrücken. Wer zieht aber dann den Karren? Die Räder laufen nicht von selbst, und diejenigen, die den Karren ziehen, müssen eine gewisse Ellbogenfreiheit haben, sonst kommt der Karren nicht vom Fleck und diejenigen, die in die Räder greifen, sowie diejenigen, die darauf sitzen, erst recht nicht.

Das ist also Ihr Ideal eines Zukunftsstaates! Hr. Pfarrer, Sie sind noch sehr jung. Lassen Sie sich deshalb von einem Älteren sagen, daß selbst im 20. Jahrhundert immer noch ein Unterschied zwischen Theorie und Praxis besteht, über den uns auch die ältesten und deshalb nicht mehr zeitgemäßen Bibelsprüche, nicht hinweghelfen.19

9Was Sie wollen, ist übrigens praktisch schon erprobt worden, doch haben die Versuche jeweilen in einigen Jahren mit einem kläglichen Fiasko geendet. Ich erinnere Sie nur an Zion City.20 Das war ein kommunistischer Staat unter dem Deckmantel der Religion. – Warum haben Sie Ihre Zuhörer nicht über solche Fälle aufgeklärt?

Soviel über das Allgemeine Ihres Vertrages, das sich mehr wie Zukunftsmusik anhört. Ich finde aber darin einen noch mehr aktuellen Wunsch, den, vorläufig sich mit der Teilung des Reingewinnes zufrieden zu geben.21 Gestatten Sie mir auch hierüber noch folgendes: Die zeitweiligen Gewinne sind für den Fabrikanten unbedingt notwendig, um die bei schlechtem Geschäftsgange unvermeidlichen und manchmal ganz enormen Verluste zu kompensieren. Denn wenn Sie die Gewinne in guten Zeiten verteilen wollten, so wären sie bald verflogen und, wenn Not am Mann, nicht mehr aufzutreiben, selbst wenn Sie von den Arbeitern Gegenrecht verlangten. Haben Sie auch schon darüber nachgedacht?

Dann besteht ein Fabrikat nicht bloß aus Arbeitslöhnen. Zu dessen Herstellung ist auch Material nötig, ebenso Maschinen und eine Menge anderer Sachen. Zudem ist die Industrie schon längst gezwungen, die Arbeitslöhne so in Berechnung zu ziehen, wie sie dieselben bezahlt hat. Auf den Arbeitslöhnen wird deshalb im günstigsten Falle nichts verdient.

Wenn nun überhaupt bei einem Betriebe ein Gewinn erzielt wird, so gehört das Verdienst lediglich der kaufmännischen Leitung desselben. Kauf, Verkauf und rationeller Betrieb sind die Faktoren, die da bestimmend in Betracht fallen. Was trägt aber der Arbeiter dazu bei? Mit welchem moralischen Rechte verlangen die Arbeiter, oder besser gesagt, Sie und Ihre Gesinnungsgenossen, für dieselben einen Anteil |10 an etwas, zu dem sie nicht das Mindeste beigetragen haben? Herr Pfarrer, von einem gebildeten Menschen im allgemeinen darf man verlangen, daß er sich nur über solche Materien öffentlich ausläßt, die er auch vollkommen beherrscht. Von einem Seelsorger im Speziellen aber kann man verlangen, daß er vermittelnd wirkt und nicht mit solchen, allem gesunden Menschenverstande hohnsprechenden Mitteln Zwietracht unter Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu säen sucht.

Die Mehrzahl der Zuhörer konnte Ihre Rede nicht auf den innern Wert analysieren. Sie nahmen das Gesagte deshalb für bare Münze. Das wissen Sie, damit rechnen Sie, das ist eben das Saubere an der ganzen Geschichte.22

Noch eins. Wenn Sie wieder einmal Lust haben, Ihre unbändige Wut über den Kapitalismus auszulassen, so ziehen Sie die Industrie nicht in Mitleidenschaft. Denn Kapitalismus und Industrie sind zwei ganz verschiedene Begriffe. Ich hätte Ihnen zugetraut, daß Sie das wissen.

Hochachtungsvoll
W. Hüssy

Antwort auf den offenen Brief
des Herrn W. Hüssy in Aarburg

Sehr geehrter Herr!

Mein Dezembervortrag im Safenwiler Arbeiterverein hat Sie veranlaßt, am 1. Februar den Kriegspfad gegen mich zu betreten und mir etwas anzuwerfen. Ich teile Ihnen mit, daß Sie mich nicht getroffen haben. Und weil Sie mir dabei in so erquickender Deutlichkeit gesagt haben, was Sie von mir halten, nehmen Sie es mir sicher nicht übel, wenn ich den Kampf trotz der herrschenden Kälte nicht im Gehrock, sondern in Hemdsärmeln aufnehme und Ihnen mit der Deutlichkeit Gegenrecht halte.

11Hören Sie zuerst das Vorspiel! Sie machen mir den ebenso grundlosen wie groben Vorwurf, ich habe meinen Zuhörern berechnenderweise etwas als «bare Münze» geboten, was es gar nicht gewesen sei, und das sei «eben das Sonderbare23 an der ganzen Geschichte». Herr Hüssy, auf derartige aus der Luft gegriffene Beschimpfungen antworte ich nicht; sie gehören zu den Pfeilen, die nicht das Ziel treffen, sondern den Schützen. – Sie nennen meinen Vortrag eine «Agitationsrede», die den Zweck gehabt habe, «Zwietracht unter Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu säen». In Wirklichkeit habe ich völlig objektiv über den Kapitalismus als solchen geredet und jede persönliche Zuspitzung auf bestimmte Kapitalisten peinlich vermieden. Nun haben Sie durch Ihren «offenen Brief» das allgemeine Interesse auf sich und Ihren Namen gelenkt und damit meinem Vortrag eine Spitze gegeben, die er nicht haben sollte. Das bedaure ich, aber Sie tragen die volle Verantwortung dafür. Ich habe Sie nicht geheißen, sich betroffen zu fühlen und aller Welt davon Kenntnis zu geben. – Sie halten mir die paar Jahre vor, die Sie älter sind als ich, und ermahnen und belehren mich auf Grund dieser Tatsache im Ton eines Schulmeisters. Damit haben Sie sich lächerlich gemacht; denn Ihr «offener Brief» flößt mir und Andern keinen sonderlichen Respekt vor Ihrer Altersweisheit ein. – Sie reden mir in meiner Eigenschaft als Pfarrer zu, ich solle «vermittelnd wirken». Ach ja, so wie Sie das verstehen, nicht wahr? Das könnte Ihnen passen! Mit Ihrer Erlaubnis stelle ich mir aber als Pfarrer ein anderes Programm, über das ich Ihnen keine Rechenschaft schuldig bin. – Sie wissen endlich mit erstaunlicher Sicherheit zu sagen, die Großzahl meiner Zuhörer habe meinen Vortrag nicht verstanden, und geben sogar ganz genau an, was Ihnen davon geblieben und nicht geblieben sei. Ich könnte Sie um Ihren Scharfsinn beneiden, muß Ihnen aber antworten, daß Sie, geehrter Herr, auf alle Fälle von meinem Vortrag gar nichts verstanden haben. Ich bezweifle ernstlich, ob Sie ihn auch nur ganz gelesen haben. Die Menge der «religiösen Zitate» war wohl zu groß, und es war Ihnen wohl auch zu schwer. (Zu «philosophisch oder sophistisch», würden Sie sagen.) Den Grundgedanken meines Vortrags berühren Sie nämlich mit keinem Wort, sondern von Allem, was ich sagte, haben Ihnen nur einige Sätze über das |12 Privateigentum Eindruck gemacht. Sie haben zwar auch diese mißverstanden; aber sie haben Ihnen sichtlich den roten Schrecken eingejagt, als ob wir morgen schon an das große «Verteilen» gehen wollten. Und daraufhin haben Sie zur Feder gegriffen.

Das war das Vorspiel. Nun kommt das Stück. Also: «Das Privateigentum an Produktionsmitteln muß fallen», habe ich gesagt und Sie damit außer Fassung gebracht. Sie haben daraus gemacht: «Das Eigentum der selbständig Erwerbenden wird konfisziert und verteilt.» Geehrter Herr, darf ich Ihnen ein paar gute Bücher leihen oder angeben, aus denen Sie sich über das Wesen der modernen sozialistischen Theorie unterrichten könnten? Oder muß ich diese meine Antwort zu einer Abhandlung darüber anschwellen lassen? Ich muß Ihnen nämlich sagen, daß Sie mit dieser Deutung meines Satzes unwiderleglich bewiesen haben, daß Sie von dem Sinn meines jedem auch nur einigermaßen Sachkundigen ganz geläufigen Gedankens keine blasse Ahnung haben. Sie gebärden sich, wie wenn Sie auf den Passus meines Artikels hin, der Ihnen geblieben ist, zum ersten Mal über den Sozialismus nachgedacht hätten. Ich fürchte, dem ist wirklich so, so rührend naiv plaudern Sie Ihre Einwände dagegen aus. Darf ich Sie an das erinnern, was Sie mir am Schluß Ihres «offenen Briefes» über den «gebildeten Menschen» gepredigt haben? Aber ich will Ihnen, soweit es in der Kürze geht, gerne Auskunft geben. Wo in aller Welt haben Sie in meinem Vortrag die Meinung ausgesprochen gefunden, die Sie mir unterschieben, als ob es sich um das «Konfiszieren und Verteilen» des Privateigentums handle? So etwas sagt man doch höchstens kleinen Kindern, wenn man sie vor dem roten Mann will graulen machen. Und wie können Sie sich die Blöße geben, den Sozialismus mit dem Kommunismus von Zion City zusammenzustellen?! Haben Sie noch nie etwas von der Verstaatlichung der Produktionsmittel gehört? Lassen Sie sich, weil Sie es noch nicht zu wissen scheinen, nach dem Wortlaut des offiziellen Programms der sozialdemokratischen Partei der Schweiz24 sagen, was damit gemeint ist. Es handelt sich darum, daß die Gesellschaft die Produktionsmittel (d.h. Betriebskapital, Ar|13beitsstätten, Maschinen, Rohstoffe) und die Leitung der Produktion in die Hände nimmt.25 Es handelt sich um den «Ersatz der kapitalistischen Wirtschaft, die zum Zweck des Profits produziert, durch eine Gemeinwirtschaft, deren Zweck in der Deckung des gesellschaftlichen Bedarfs besteht».26 Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist eine Anarchie von oben.27 Denn «jeder einzelne Kapitalist steht unter dem von der Konkurrenz diktierten Zwangsgebot, stets auf die Verbilligung seines Produkts und die Erweiterung seines Absatzes bedacht zu sein und seinen Konkurrenten zu schlagen, um nicht geschlagen zu werden. Da aber diese fieberhafte wirtschaftliche Tätigkeit die Erzielung von Profit zum Zweck hat, ohne Rücksicht auf den gesellschaftlichen Bedarf, so führt sie mit Notwendigkeit zur Überproduktion und zu periodischen Krisen.»28 Muß ich Sie, geehrter Herr, erst noch erinnern an die Folgen dieser Erscheinungen für das ganze Volk und ganz besonders für die Arbeiterschaft? Sie reden von Hunderttausenden von Familien, die durch das gegenwärtige System eine «behagliche Existenz» erhalten hätten. Gut, angenommen es sei so, aber den Hunderttausenden stehen Millionen gegenüber, von denen das Gegenteil gilt. (Ich bemerke noch, daß Sie diese ganze Explikation mit etwas andern Worten schon in meinem Vortrag hätten finden können, wenn Sie ihn recht gelesen hätten.) Und darum wollen wir die Verstaatlichung der Produktionsmittel, von der wir eine Regelung der Produktion und damit eine Vermeidung jener Erscheinungen erwarten. Wie? Sie fürchten von etwas Derartigem für den Einzelnen eine «Versperrung des Wegs nach oben», eine «Unterdrückung der Initiative im Keime», wohl gar eine Unterbindung «seiner Intelligenz und seines Arbeitsgeistes», auf alle Fälle eine Beschränkung seiner «Ellenbogenfreiheit»? Ja, wenn Sie mit dem «Weg nach oben» den Weg der Streber meinen, der über die Köpfe Anderer hinaufführt, und mit der «Ellenbogenfreiheit» die Freiheit, Andern den Ellenbogen in die Rippen zu drücken, um selbst vorwärts zu kommen, dann haben Sie allerdings Recht mit Ihrer Angst. Da bin ich allerdings der Ansicht, daß das einmal aufhören muß und aufhören wird. Ich meine aber, daß sich |14 die Menschen zu einer Arbeit, zu einer Initiative, zu einer Freiheit werden erziehen lassen, die sich freudig und willig in den Dienst der Gesamtheit stellen wird, wie sie jetzt bloß vom Privatinteresse geleitet ist. Nicht wahr, ich bin ein Träumer, geehrter Herr? Sehen Sie, dieser Ansicht bin ich, weil ich an einen sittlichen Fortschritt in der Menschheit glaube. Ich könnte statt des Wortes «Fortschritt» hier auch ein anderes, tieferes Wort aussprechen, aber Sie würden es vermutlich doch als «unzeitgemäß» betrachten.29 Und dann ist es mir überhaupt zu gut für einen Zeitungsartikel. Gerade das hat mich als Pfarrer dazu geführt, mich auf Seite des Sozialismus zu stellen (der Partei gehöre ich aus bestimmten Gründen bis auf weiteres nicht an30), daß ich in der Idee des sozialistischen «Zukunftsstaates», über die Sie zu spötteln belieben, diesen Glauben ausgesprochen finde an einen Fortschritt vom wirtschaftlichen Egoismus zum wirtschaftlichen Gemeinschaftssinn. Ich gehe darin einig mit einer großen Anzahl schweizerischer Christen und Pfarrer. Erklären Sie nur offen, daß Sie an diesen Fortschritt nicht glauben. Dann ist die Lage klar zwischen uns. Alles Übrige ist Beiwerk.

Nun wollen Sie aber neben dieser «Zukunftsmusik» in meinem Vortrag auch einen «noch mehr aktuellen Wunsch» entdeckt haben, nämlich den, «vorläufig sich mit der Teilung des Reingewinnes zufrieden zu geben». Ich kann nur staunend den Kopf schütteln über den Abgrund von Verständnislosigkeit, der sich in dem Worte «vorläufig» auftut, das Sie da brauchen. Sie meinen: «vorläufig» wird nur der Reingewinn verteilt, zuletzt aber geht es unter den Klängen der Zukunftsmusik an das große Konfiszieren, worauf dann Jeder seinen Teil am gemeinsamen Vermögen in die Tasche steckt und nach Hause |15 geht, um sich damit lustig zu machen. Merken Sie denn gar nicht, daß das, was Sie so plump die «Teilung des Reingewinnes» nennen, gerade das Endziel des sozialistischen Gedankens ist und nicht etwas «Vorläufiges»? Daß es sich hier um den springenden Punkt handelt zwischen Kapitalismus und Sozialismus? Der reine Ertrag der gemeinsamen Arbeit von Unternehmer und Arbeiter geht zum Privateigentum des Erstern, weil er Privatbesitzer der Produktionsmittel ist. Das ist das Wesen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. (Sie wissen recht gut, daß die gesamte Industrie kapitalistisch organisiert ist, und der Vorwurf einer Begriffsverwirrung zwischen Kapitalismus und Industrie, den Sie mir zuletzt machen, ist eine sachlich völlig belanglose Haarspalterei.) Dieses Wirtschaftssystem bekämpft der Sozialismus, und das mit Recht. Denn diese Einstellung des Reinertrages in das Privatvermögen des Unternehmers ist durchaus nicht ein Äquivalent für dessen persönlichen Beitrag zu der gemeinsamen Arbeitsleistung. Die kaufmännische Leitung, die in der Regel in seinen Händen liegt, ist zwar das letzte und darum gewiß ein äußerst wichtiges Glied des Produktionsprozesses. Aber sie ist nur ein Glied neben andern. Es ist starker Tabak, den Sie uns serviert haben mit der Behauptung, der Arbeiter habe zum Reinertrag «nicht das Mindeste» beigetragen. Das sieht denn doch jedes Kind ein, daß eine industrielle Unternehmung weder Reinertrag noch überhaupt Ertrag haben würde ohne die Mitwirkung des Arbeiters. Warum bekommt er vom Unternehmer nur Lohn statt Anteil am Ertrag? Es gibt keinen andern Grund dafür als die Tatsache, daß die Produktionsmittel Privateigentum des Unternehmers sind und daß der Arbeiter daher froh sein muß, für seine Arbeit wenigstens Lohn zu bekommen. Diese Ungleichheit und diese Abhängigkeit ist eben das Unrecht, das wir nicht wollen. – Aber nun machen Sie den altbekannten Einwand von den guten Zeiten mit hohem Reingewinn, die die Verluste der schlechten Geschäftsjahre kompensieren müßten. Ja, glauben Sie denn, daß man nach der Verstaatlichung des Produktionsbetriebes den Reingewinn restlos unter Direktoren und Arbeiter verteilen würde, daß es dann kein Anlegen von Reserven mehr gäbe, wie es doch schon jetzt in allen Staatsbetrieben üblich ist? Aber auch abgesehen davon ist dieser Einwand ein Fechterkunststück, kein Grund. Oder wollen Sie im Ernst behaupten, daß die Kapitalisierung des Reingewinns nur zur Kompensation schlech|16ter Geschäftsjahre nötig und dienlich sei? Das glaubt Ihnen in Safenwil niemand, verehrter Herr Hüssy!31

Zum Schluß noch ein Wort über Ihre Phrase, daß zwischen Theorie und Praxis ein Unterschied bestehe. (Denn Sie werden doch selbst nicht den Mut haben, diesem Gemeinplatz als einen Gedanken zu bezeichnen?) Sie wollen damit sagen, daß man die Praxis mit der Theorie möglichst ungeschoren lassen solle. Dieser Wunsch ist in Ihrem Munde höchst begreiflich. Was Sie mit der Praxis meinen, das ist der Privatnutzen, und was ich mit der Theorie meine, das ist die Gerechtigkeit. Sie tun sehr klug daran, dem Privatnutzen die Gerechtigkeit möglichst vom Leibe zu halten und gewisse fatale Bibelsprüche als «alt und deshalb nicht mehr zeitgemäß» zu erklären. Aber wir wollen es abwarten, wessen Licht länger brennt, dasjenige Ihrer Klugheit, die die Theorie von der Praxis trennt, oder dasjenige des Sozialismus und der Bibel, die an die Stelle des Privatnutzens die Gerechtigkeit setzen.

Sie können mir noch mehr «offene Briefe» schreiben, geehrter Herr, wenn Sie Lust dazu spüren; aber verlassen Sie sich darauf, daß Sie damit den Gang der Dinge in der Welt nicht aufhalten werden und auf die Länge nicht einmal im Bezirk Zofingen. Der Ausgang der deutschen Reichstagswahlen32 hätte Sie daran erinnern dürfen, was «zeitgemäß» ist, um in Ihrer Sprache zu reden. Darf ich Ihnen jetzt auch noch einen Rat erteilen? Dann wäre es der, sich doch ja nicht in Ihren jetzigen reaktionären Standpunkt zu verbohren, bis Sie nicht mehr herauskönnen. Sie sind zwar älter als ich, wie Sie bemerkten, aber doch immer noch jung genug, um sich zu besseren Einsichten zu entwickeln. Das wünsche ich Ihnen aufrichtig.

Hochachtungsvoll
Karl Barth, Pfr.
17

Offener Brief an Herrn Karl Barth, Pfarrer in Safenwil

Sehr geehrter Herr Pfarrer!

Vor mir liegt Ihre Antwort auf meinen Brief vom 3.crt.33 Ich vermisse darin eine gewisse Logik. Namentlich in einer Beziehung: Furcht vor dem roten Mann, und somit auch vor Ihnen, kann mich doch unmöglich veranlaßt haben, denselben an Sie zu richten. Ich verzichte, auf die Materie näher einzutreten, da Ihnen ja die Fähigkeit abzugehen scheint, ruhig und sachlich darüber nachzudenken, ob das, was Sie anstreben, auch wirklich durchführbar sei. Ich muß bloß in aller Form gegen den Vorwurf protestieren, mit Ihnen einen öffentlichen Streit, aus rein persönlichen Motiven, vom Zaune gerissen zu haben, den Sie aber auf dieses Gebiet hinüberleiten. Sie haben mit der Publikation Ihres Vortrages im «Freien Aargauer» und durch Boykott-Reden den Industriellen im allgemeinen den Handschuh hingeworfen, ich habe denselben bloß aufgegriffen. Daß Sie deswegen jetzt die beleidigte Unschuld spielen, hat wahrhaftig keinen Sinn. Zweck meines Briefes war lediglich, Sie weitern Kreisen vorzustellen. Dafür scheinen Sie mir begreiflicherweise nicht dankbar zu sein.

Hochachtungsvoll
W. Hüssy

Sachfußnoten

1
1910 waren 499 von 699 Berufstätigen in der Industrie tätig. 50 Jahre «Freier Aargauer» 1906-1956, hrsg. von der sozialdemokratischen Presseunion des Kantons Aargau, Aarau 1956, S. 302 📖.↩
2
Mitteilung von Dr. J. J. Siegrist vom 11.1.1977 nach Alfred Hüssy u. a. , Die Hüssy vom Strigel, Zürich 1939. 📖 ↩
3
Busch, Lebenslauf, S. 72.81 📖.↩
4
In den Nummern 153-156 vom 23., 26., 28. und 30.12.1911 📖. Wiederabdruck des Textes mit Darstellung der Vor- und Wirkungsgeschichte in: K. Barth, V.u.kl.A. 1909–1914, S. 380–417. 📖 ↩
5
Er wurde 1916–25 Mitdirektor und Delegierter des Verwaltungsrates der Hüssy u. Co. A.-G in Safenwil. Mitteilung von Dr. Siegrist vom 11.1.1977.↩
6
Busch, Lebenslauf, S. 82 📖.↩
7
Brief vom 6.2.1912, wiedergegeben a.a.O. (Anm. 4), S. 382 📖. ↩
8
Ebd. 📖↩
9
«Die Kirche war gestern ganz besetzt wie an einem Festtag fast. Ganz zuletzt kam auch noch ein Hüssy herein, der Bruder meines Angreifers, ging scheltend durch die ganze Kirche und setzte sich vorn an. Es gab ein großes Rauschen und Köpferecken in der Versammlung. Ich hatte (ohnehin!) den Text Matth. 4, 2-4, redete aber nicht vom Kapitalismus, sondern über Gottessinn und Erwerbssinn bei den gewöhnlichen Leuten.» (Barth an seinen Vater, 12.2.1912, ebd. 📖)↩
10
Barths Schilderung in seinem letzten Brief an seinen Vater am 13.2. ist a.a.O., S. 383f. 📖, wiedergegeben.↩
11
Wiedergabe a.a.O., S. 384f. 📖 ↩
12

«Aber ich möchte Ihnen vor allem sagen, worin ich Ihnen zustimme: nämlich in der Beurteilung meiner ‹offenen Antwort› als unter dem Niveau der Bergpredigt stehend. Das sehe ich in der Tat ein. Aber eine Einschränkung zu meinen Gunsten muß ich auch hier vornehmen. Sie reduzieren die Motive und den Inhalt dieser Antwort auf ‹das alte Lied: Wie du mir, so ich dir.› Diese Kategorie kann ich nicht anerkennen. Ist es Ihnen wohl noch nie ergangen, wie mir mit Walter Hüssy?? Als ich seinen Angriff las, da empfand ich wirklich wissentlich nichts von einem persönlichen Beleidigtsein, sondern eine ganz konzentrierte sachliche Kampflust: Also so seid ihr? Auf sie mit Grimm! Hie Schwert des Herrn und Gideon! Und dann habe ich losgeschlagen, wie ichs gethan habe. Ich weiß noch, wie es mir beim Schreiben war, als stünde jemand hinter mir und kommandierte: Schnellfeuer! Schnellfeuer! Ich meinte wirklich nichts Anderes zu thun, als einen Feind der guten Sache über den Haufen zu rennen, wie sichs gehörte. Aber schon 14 Tage später, als der Pulverdampf sich verzogen hatte, mußte ich in der Tat einsehen, daß ich alttestamentlich gehandelt habe. Meine Geste kam mir weniger heroisch vor und ich spürte all das Egozentrische, das dabei mitgespielt hatte. Sie haben mir das nicht zuerst gesagt, aber ich danke Ihnen, daß Sie es mir auch gesagt haben, und hoffe es ein ander Mal besser zu machen.»

Im folgenden geht Barth kritisch auf Wernles Antithese ein, daß «Gott einmal das Vollkommene äußerlich auf der Erde herstellen könne für die Menschen, die bereits innerlich von Gott erneuert sind», was aber «immer nur in einzelnen und wenigen geschehen wird»: «Was in aller Welt ist denn das Reich Gottes, wenn nicht der sittliche Fortschritt in der Menschheit? » Barth forderte den «Nachweis, daß Ihre Meinung nun wirklich auch dem Evangelium entspricht». Schließlich stellte er die apodiktische Redeweise Wernles in Frage: «Warum auch mir sofort das rechte Verständnis des Evangeliums kategorisch absprechen und die Ernsthaftigkeit noch dazu? Kann ich mir denn nun wirklich daraus ein Vorbild nehmen gerade für die überlegene Liebe, mit der ich Walter Hüssy hätte behandeln müssen?» (Brief vom 31.5.1912, Original in der Universitätsbibliothek Basel, Teilabdruck a.a.O., S. 385f. 📖)↩

13
Siehe Anm. 4.↩
14
«Die zum Arbeitsbetrieb erforderlichen Mittel […] sind Privateigentum des einen Mitarbeiters, nämlich des Meisters oder Fabrikanten. Der andere Mitarbeiter (der ‹Arbeiter›) besitzt nichts als seine Arbeitskraft, die er gegen ein bestimmtes Entgelt an den Fabrikanten abgibt, während der Reinertrag der gemeinsamen Arbeit ohne weiteres zum Kapital, d.h. aber zum Privateigentum des Letzteren geschlagen wird. […] Dieser klaffende Widerspruch, sagt der Sozialismus, ist das tägliche Verbrechen des Kapitalismus. Dieses Erwerbssystem muß darum fallen, vor allem seine Grundsäule: das Privateigentum, nicht das Privateigentum überhaupt, aber das Privateigentum an Produktionsmitteln. Wie die Arbeit kollektiv, gemeinsam ist, so muß auch der Reinertrag der Arbeit ein gemeinsamer werden.» (K. Barth, Jesus Christus und die soziale Bewegung, a.a.O., S. 398f. 📖)↩
15
«Uns allen ist es mehr oder weniger in Fleisch und Blut übergegangen, daß, was mein ist, mein bleiben muß. In unserem Strafrecht genießt das Eigentum weit höheren Schutz als z.B. der gute Ruf oder die Sittlichkeit.» (a.a.O., S. 399 📖)↩
16
Siehe Anm. 14.↩
17
«Nun aber lassen Sie uns mitten in die Sache hineintreten. Der Sozialismus ist eine Bewegung von unten nach oben.» (a.a.O., S. 391 📖)↩
18
So auch Hüssys Urgroßvater Johann Rudolf Hüssy-Zimmerli (1789–1857), der zuerst als Leineweber gegen Lohn arbeitete, dann auf eigene Rechnung, und den Grundstein zum «Reich der Hüssy» auf dem Strigel legte (Brief von Dr. Siegrist vom 11.1.1977).↩
19
Siehe den Text a.a.O. 📖 (Anm. 4). ↩
20
Zion City am Michigansee wurde seit 1901 von John Alexander Dowie (1847–1907) erbaut, der dort seine theokratischen Ideen verwirklichte. 1906 wurde Kritik an seiner finanziellen Verwaltung und an seinem unsittlichen Lebenswandel laut, Dowie wurde abgesetzt, konnte sich aber vor Gericht z.T. rechtfertigen. Das Wesentliche am christlichen Glauben sah die von Dowie gegründete Christian Catholic Apostolic Church in der Glaubensheilung. Die Abgabe von Zehnten war obligatorisch. (Vgl. O. Eggenberger, Art. «Dowie», in: RGG3 II, Sp. 257f. 📖)↩
21
Siehe Anm. 14, Ende.↩
22
Möglicherweise Druckfehler: Barth zitiert in seinem Antwortbrief, womöglich nach dem Originalbrief: «das Sonderbare an der ganzen Geschichte».↩
23
Siehe vorige Anmerkung.↩
24
Programm der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (abgedruckt im Anhang zum Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Schweizerischen sozialdemokratischen Partei abgehalten in der Tonhalle in Zürich am 20. und 21. November 1904, Zürich 1905, S. 77–84. 📖)↩
25
A.a.O., S. 81. 📖 ↩
26
Ebd. 📖↩
27
A.a.O., S. 80. 📖 ↩
28
Ebd. 📖↩
29
Vielleicht Anspielung auf den Begriff «Reichgottesarbeit», vgl. Barths Aufsatz Moderne Theologie und Reichgottesarbeit, in: Zeitschrift für Theologie und Kirche, Jg. 19, Tübingen 1909, S. 317–321 📖. – Am 17.2.1912 schrieb Barth in einem Briefe an Paul Wernle: «Wesentlich für Beide (R[eich] Gottes und Soz[ialismus]) ist nicht ein irgendwie vorgestellter Zustand, nicht ein 1000jähr. Reich, sondern die Bewegung daraufhin.» (Original in der Universitätsbibliothek Basel)↩
30
Barth äußerte sich in Briefen an Eduard Thurneysen am 23.6.1913 über die Gründe, die ihn noch veranlaßten, der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz nicht beizutreten, und am 5.2.1915 über die Gründe, die ihn bewogen hatten, diesen Schritt nun doch zu tun (Bw.Th. I, S. 4f. 30 📖).↩
31
Anspielung auf die Tatsache, daß die Hüssys ausgesprochen reiche Textilfabrikanten waren. Zu Barths Zeiten bewohnten die Nachkommen des Firmengründers «über 15 stattliche Häuser und Villen in der Nähe ihrer jeweiligen Fabriken, davon die meisten auf dem Strigel.» (Brief von Dr. Siegrist vom 11.1.1977).↩
32
Bei der Reichstagswahl vom Januar 1912 hatten die Sozialdemokraten 110 Mandate gewonnen und waren damit zum ersten Mal stärkste Fraktion im Reichstag geworden.↩
33
Erscheinungsdatum von Hüssys am 1.2.1912 geschriebenem Brief.↩