4 · 1922

An Dr. Alfred Daniel, Balingen/Württemberg

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An Dr. Alfred Daniel, Balingen/Württemberg

1922

Im Juni 1922 erhielt Barth eine Postkarte aus Balingen/Württemberg mit dem eingedruckten Absender: «‹Weltwende›. Kampfschrift des Christ Revolutionärs. Aendert Euern Sinn, die Reichs-Gottes-Revolution ist nahe herbeigekommen! Schriftleitung und Verlag […] »1 Darin forderte der Jurist Dr. Alfred Daniel (geb. 1886), einer der beiden Herausgeber dieser früher in Stuttgart, nun in Balingen erscheinenden Zeitschrift, Barth auf, nachdem er «den einen Pol christlichen Glaubens unerbittlich» hinausgehoben habe, «jetzt den Gegenpol» ebenso weit hinauszurücken. Drei Wochen nach dieser am 6. Juni geschriebenen Postkarte richtete Daniel am 28.6.1922 einen Brief an Barth, in dem er sich an ihn «als akademischen Lehrer mit folgendem Anliegen» wandte. Auf der Jahrestagung der «Christrevolutionäre» werde am 31.7.1922 das Thema behandelt: «Aktivität und Passivität im Christweiden und Christsein.» «Sie als Redner zur Tagung zu bitten und zu laden wage ich aus den verschiedensten Ihnen sicher offen liegenden Gründen nicht. Wohl aber möchte ich Sie herzlich bitten, aus diesem Anlaß doch einmal–gewissermaßen das Negativ des Negativs, d.h. die Position Ihrer bisherigen Ausführungen in Büchern und Schriften, in ein paar Thesen zusammengefaßt herauszuarbeiten und uns zur Diskussion zur Verfügung zu stellen: Was kann der Mensch tun, damit er selig werde?» Barth habe Daniel «früher einmal auf eine Einladung zur Mitarbeit an der ‹Weltwende› freundlich, wenn auch ablehnend, geantwortet».2 Daniel wisse durch Fritz Lieb, daß Barth auch stark durch seine Dozententätigkeit in Anspruch genommen sei:

43«Aber ich wage einmal die Bitte. Wenn Sie sie erfüllen können, erfreuen Sie sicher unseren ganzen Kreis.»

Barth, der gerade eine ganze Reihe von Einladungen zu Vorträgen erhalten hatte3, antwortete Daniel am 7.7. wiederum ablehnend.

Ohne Absprache mit Barth veröffentlichte Daniel in der Juli-Ausgabe der «Weltwende» unter der Überschrift «Ein Briefwechsel» ohne Datumsangabe erst den Text der Postkarte an Barth, dann Auszüge «aus einem Brief an Thurneysen»4 und schließlich, im Wortlaut, «Barths Antwort», an die Daniel noch einen längeren eigenen Kommentar anschloß.5 Vor den Briefwechsel setzte Daniel einen Aufsatz «Die geistige Bilanz der Neuwerk-Bewegung», in dem er seine Position zu Barth so beschrieb: «Wir Christ-Revolutionäre bejahen Barth restlos – mit dem, was er sagt. Unrecht hat er aber mit dem, was er nicht sagt, noch nicht sagt. Er beschreibt nur den einen Pol. Den wollen wir mit all seinen Schauern festhalten. Aber wir erwarten von Barth, daß er uns den anderen gerade so unerbittlich zeigt: ‹Der Christ – ein Herr aller Dinge›6 – ‹Das Himmelreich leidet Gewalt, und die Gewalt tun, reißen es an sich»7 – ‹Gott tut, was die Gottesfürchtigen begehren»8. Bis jetzt ist nur Altes Testament bis zum Täufer Johannes9 – man lese nur Barths ‹Biblische Fragen›!10 – und dann Paulus. Jesus ist übersprungen. Geben Sie uns Jesus, lieber Karl Barth!»

Im folgenden werden die drei Schriftstücke und der Schlußkommentar Daniels in der Reihenfolge des Abdrucks in der «Weltwende» wiedergegeben.

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Lieber Prof. Karl Barth!

Heute bekomme ich wieder ein Neuwerkheft, bereits das zweite mit Ihrer Karikatur11: die Barthtracht wird bei den deutschen Theologen Mode. Erachten Sie’s nicht an der Zeit, Ihre Maske fallen zu lassen? Oder wollen Sie die Rückgratlosigkeit der Deutschen noch stärker bloßstellen? Sie haben den einen Pol christlichen Glaubens unerbittlich herausgehoben: die Fliegen alle schwirren. Jetzt den Gegenpol! Ebensoweit hinausgerückt. Sie müssen um ihn wissen. Denn man kann den einen garnicht so gut beschreiben wie Sie, wenn man nicht einmal wenigstens auch den andern schon berührt hat. Ich freue mich auf den Karl Barth des Evangeliums, für den des Römerbriefs12 danke ich Ihnen.

Mit herzlichem Gruß
daniel

Aus einem Brief an Thurneysen

…Für Ihre mahnenden Worte bin ich Ihnen dankbar. Sie haben ganz recht, zu sagen, daß bei uns viel Biotisches, Vitales im alten Sinne, sich geltend mache. Ja, das ist wahr; namentlich von mir selber weiß ich das. Aber soll ich statt dessen denn, wie es von Herpel im letzten Neuwerkheft geschieht13 und auf der Wallrother Tagung geschah14 und wie es von allen Nachbetern (leider!) Barths geschehen wird, das echte religiöse Verhältnis nun psychologisch beleuchten, um es damit von vornherein wieder zu fälschen. Barth hat einmal sehr fein gesagt: davon sollte man nur reden, indem man es darstellt.15 Beleuch|45tete Demut ist Hochmut! Brennende Liebe tut uns not, und die kommt aus der Schuld, aus der bewußten Schuld oder dem Schuldbewußtsein! Es ist viel besser, biotisch echt zu sein und darunter zu leiden – o Gott, wenn du uns lieb hast, sorgst du schon dafür, daß unsere Babeltürmlein nicht in den Himmel wachsen –, als nun bewußt die Barthsche Haltung einzunehmen. Die Schultheis und Herpel16 und wahrscheinlich die meisten deutschen Theologen, die ich einigermaßen zu kennen glaube, sind dieser größeren Gefahr schon erlegen: man kann sie nicht mehr hören mit ihrem «Gott ist Gott».17 Ich bin fest davon überzeugt, daß, da Barth den einen Pol des Christseins so wunderbar scharf beschrieben hat, er auch den andern schon umkreist haben muß. Und daß er uns – zur Überraschung all derer, die sich an jenem bereits angesiedelt haben! – den andern auch bald mit derselben Unzweideutigkeit umreißt. Gott ist nicht nur Gott, er ist vor allem Geist und am meisten: Vater. Das ist die ganz andere und entgegengesetzt verlaufende Linie und wesentlich diejenige Jesu.

Nun, wir wollen – denn hier sind wir dem Pulsschlag unserer Zeitwende nah – auf unserer Zusammenkunft am 30./31. in Berlin gerade über diese Probleme «Aktivität und Passivität im Christsein» uns aussprechen. Möchten Sie nicht…

Mit freundlicher Begrüßung
Ihr
daniel
Lieber Herr Daniel!

Ich spiele Ihnen gegenüber furchtbar ungern die Rolle des Geistes, der stets verneint.18 Den Gefallen, Ihnen zu Ihren bevorstehenden Verhandlungen ein paar Thesen zu liefern, würde ich Ihnen gewiß gerne tun, aber sehen Sie, es geht einfach nicht und zwar gerade wegen der seltsamen Interpellation, mit der Sie (auf Ihrer Karte und in Ihren |46 Briefen an Thurneysen und mich) an mich herantraten. Ihr Verlangen ist in jeder Beziehung unmöglich, und darum für mich auch jeder Schritt, der Sie darüber täuschen würde, wie ich von Ihrem Zuruf denke. Meinen Sie denn eigentlich, ich sei einer von jenen Bahnhofsautomaten, aus denen man in besseren Zeiten19 erst eine Zigarre und dann (gegen Einwurf eines weiteren 10-Pfg.-Stückes) auch noch die Streichhölzer dazu hervorziehen konnte? Geht denn das in geistigen Dingen überhaupt, so zu bestellen: Ich habe A gehört, bitte, ich wünsche nun auch B zu hören? Und nun denken Sie, um was es sich in meinem Fall handelt! Ich kann Ihnen nur sagen: Sie täuschen sich glatt, wenn Sie meinen, ich habe da noch irgend ein B in petto, das ich aus seltsamer Tücke dem Publikum vorenthalte und das Sie mir nun per Postkarte entlocken könnten. Haben Sie wirklich von allem, was ich sagte, nur A gehört, so fällt das Ihnen zur Last so gut wie mir. Wahrscheinlich steht es dann so, daß ich nicht einmal richtig A gesagt und Sie Ihrerseits nicht einmal richtig A gehört haben, wenn es mir nicht gelungen ist, Ihnen begreiflich zu machen, daß das «Evangelium», «Jesus», «Der Geist», «Gott der Vater» kein B ist, das man dann nachher mit einem zweiten dicken Buch oder wenigstens in Thesen doch noch sagen könnte. Lassen Sie mich doch in Ruhe mit dem Hinweis auf meine theologischen Nachredner. Habe ich solche in dem Maß, wie Sie annehmen, so ist das eine von den uninteressanten Tatsachen, die zu den Relativitäten alles irdischen, alles theologischen Tuns besonders, gehören. Ist es ihnen nicht ernst mit ihrem Nachreden, so werden sie es schnell genug müde werden und der Fall ist erledigt. Ist es ihnen ernst (und woher wissen Sie, daß es z.B. Herpel-Schultheis nicht ernst ist?), so werden sie, nachdem sie mir gewisse Dinge einmal nachgesagt, bald stiller werden, weil sie dann an die bescheidene Arbeit gegangen sind, die man, wenn man einmal Theologe ist, …? …20 und tun soll. Auf keinen Fall aber wird mich das Faktum, daß es nun einmal ohne mein Zutun «Barthianer» gibt, veranlassen, aus der mir zugewiesenen Höhle hervor zu kommen und zur allgemeinen Beruhigung das auch noch zu sagen zu versuchen, was das |47 christliche Publikum, das nie in der Bedrängnis (?)21 verharren will, bei mir «vermeinen» zu dürfen scheint. Warum machen Sie sich zum Wortführer des christlichen Publikums, statt sich auf die (allerdings sehr untheatralische) Bühne zu stellen und selber unter dem, was Sie als mein Manko empfinden, leidend selber zuzusehen, ob es denn wirklich notwendig und möglich ist, im jetzigen Augenblick etwas anderes zu sagen, als was ich gesagt habe?? Sagen Sie dieses Andere selbst!, in dem Augenblick werden Sie gegen mich Recht haben. Solange Sie es von mir zu hören verlangen, zeigen Sie nur, wie notwendig es für mich wie für Sie ist, das schon Gesagte besser zu sagen und – besser zu hören.

Die offene Sprache, die Sie in der «Weltwende» mit Ihren Freunden führen, gestattet es mir, Ihnen rasch und offen zu schreiben, wie ich denke. Ich brauche mich also nicht zu entschuldigen, wenn meine Antwort etwas sehr deutlich klingen mag. Sie mögen aber doch daraus entnehmen, daß ich mich trotz allem zu Ihren Freunden rechne.

Mit besten Grüßen
Ihr
Karl Barth

Gut also, Herr Professor Barth, ich habe mich «glatt» getäuscht: Sie haben nicht noch «irgend ein B» (ich sprach freilich vom «Vater»gott Jesu) in petto, das ich Ihnen – vollends durch eine Postkarte (= 10Pfg.-Stück) – «entlocken» könnte. Aber war es denn wirklich etwas so Schlimmes, daß ich Ihnen zutraute, Sie hätten aus pädagogischen Gründen oder lieber noch Instinkten – solche anerkennen Sie ja in ihrem Briefe – zunächst nur die eine Seite des religiösen Verhältnisses ins Licht gerückt, um hernach mit desto größerer Entschiedenheit die Kehrseite betonen zu können. Ich wollte zum Evangelium des Paulus dasjenige Jesu. Sie sprechen von A und «irgend einem B» und vergleichen (Sie tun das, nicht ich!) die Paulus-Theologie mit der «Zigarre», das Evangelium Jesu mit den dazu gehörigen «Streichhölzern». Entgegen Ihrem Willen besagt dieser Vergleich sehr drastisch vielleicht etwas sehr Richtiges. Für den Raucher, nicht wahr, sind die Streichhölzer freilich «dazugehörig»; wenn die Zigarre brennt, wirft man das Streichholz weg. Aber daß die Streichhölzer an sich unend|48lich viel mehr wert sind – nicht nur als alle Zigarren, sondern auch als bloß Mittel zum Zigarrenanzünden zu sein, das begreift jeder, der– Nicht-Raucher ist. Wie es sich nach Ihrer Auffassung denn nun eigentlich mit dem A und B verhält, geht aus Ihrem Briefe keineswegs ganz klar hervor. Sie nehmen an, daß Sie selbst bisher schon mehr als nur A gesagt haben und ich auch mehr als nur A hätte hören können. Es ist also mehr ah nur A da und die Frage nur, ob man dieses Mehr «verworten» kann oder soll. Über das «Soll» mag man gewiß verschiedener Ansicht sein; aber mir schien, damit, daß Einige bereits angefangen haben, das A als ganze Wahrheit in Betrieb zu nehmen, sei der Zeitpunkt gegeben, diese durch den Fortgang zum paradoxen B in ihrem Haben und Behagen ein wenig zu stören. Nicht wir, die es auf den andern Pol hinaustreibt, sind auf «Beruhigung» aus, sondern (genau umgekehrt) die anderen sind es, gerade diejenigen, welche sich auf dem Boden der neuen Theologie wohnlich einzurichten begonnen haben. Darauf aber läuft es nach meiner Witterung bei denen hinaus, die, soweit sie mir zu Gesicht kamen, sich Ihren Tonfall angeeignet haben. Sie glauben zwar, es sei ein Unterschied zu machen zwischen denen, die es ernst meinen, und denen, die’s nicht ernst meinen. Verzeihung, die deutschen Theologen meinen es immer ernst. Unsere Feinde haben im Kriege nicht mit Unrecht bemerkt (was übrigens auch Nietzsche, glaube ich, schon erspürt hatte): daß die Deutschen das Volk seien, das mit gutem Gewissen lüge. Ob das in dieser Allgemeinheit zutrifft, weiß ich nicht, vom «deutschen Idealisten» und also auch Theologen nehme ich an, daß es stimmt. Ihm ist’s immer ernst, blutiger Ernst. Mit welcher eingeimpften, staatlich gewünschten Begeisterung hat er nur z.B. den Krieg und die Durchhaltepolitik mitgemacht! Ist er da wirklich von selbst allmählich still geworden, um Nachgesprochenes nachzuprüfen? Zu diesem Ihrem Schluß berechtigt die geschichtliche Erfahrung jedenfalls nicht. Und damit haben wir auch den inneren Berührungspunkt mit Paulus: auch er hat es persönlich ernst gemeint, ja mehr als das: erlebt, und doch den Anlaß gegeben zu dem ungeheuren Selbstbetrug von Millionen und Abermillionen Frommer, die sich ihre «Erlösung im Blute Jesu»22 einbildeten.

49Daß man das «Mehr-als-nur-A», das B, nicht «verworten» könne, dieser Standpunkt ließe sich nicht nur hören, er ist sogar beinahe richtig. Sie selbst haben, worauf ich in meinem Brief an Thurneysen hinweise, einmal in einer Ihrer Reden sehr wahr gesagt: hier handle es sich um etwas, das man eigentlich, indem man davon spreche, zugleich darstellen, darleben müßte.23 Dennoch können wir nicht aufhören, den Versuch der Verwortung zu machen, vielleicht um eben daran ihrer Unmöglichkeit immer aufs neue inne zu werden. Wenn dem aber so ist, dann müßte mein Instinkt doch recht haben und müßten Sie um nichts heißer ringen als um die Verwortung dieses Andern, das mit seiner Verlebendigung zusammenfällt. (Ich hätte dann nur das Unrecht begangen, mitten in Ihr Allerheiligstes mit genagelten Bauernstiefeln eingedrungen zu sein.) Und dann wäre ja sofort nicht nur die Freundschaft, sondern mehr: die Leidensgemeinschaft zwischen uns hergestellt gewesen. Wir hätten uns verstanden. Aber, o weh: da stoß ich auf Ihren Satz: ob es denn wirklich notwendig und möglich sei, dieses Andere heute zu sagen. Das ist die böse Theologenfrage – verzeihen Sie mir. Ob es möglich sei, bis zu jener Stelle vorzubrechen, wo Wort und Tat in einem zusammenfallen? Ob dies notwendig sei? Alles ist möglich dem, der glaubt.24 Und wäre der Glaube selbst unmöglich, so wäre er doch notwendig. Jedenfalls kann jene Stelle des Durchbruches nur erreichen, wer den toten Punkt solchen Fragens überwindet. Darum wohl fragen wir immer wieder: uns selber und den Andern. Aber verzweifelnd! Hätten Sie mir doch aus dieser Verzweiflung heraus geantwortet!

Jedoch, eines will ich tun: «besser hören», also: immer wieder zu Ihrem A zurückkehren, um immer verzweifelter zu werden – auch an aller Theologie. So dürfte es dann stimmen?25

Ihr
dl.

Sachfußnoten

1
Die «Christrevolutionäre» wurden in der Reformierten Kirchenzeitung so charakterisiert: «Die Anhängerschaft ist bunt zusammengewürfelt. […] Abgelehnt wird die Kirche, der Staat, die Partei, der Kapitalismus und die Wissenschaft. Man ist überzeugt, daß wir an einer Weltenwende stehen. […] Was kommen soll, ist das tausendjährige Reich des reinen Menschen, ein Bruderund Friedensreich auf kommunistischer Grundlage. Im Gegensatz zum politischen Kommunismus wird der Weg der Gewalt völlig abgelehnt, die neue Welt soll entstehen aus echtem Jesusgeist.» (RKZ, Jg. 21 [1921], S. 184 📖).↩
2
Darüber gibt es im Karl Barth-Archiv keine Unterlagen.↩
3
In seinem Rundbrief an seine Freunde schrieb er am 7.7.1922: «Ich könnte jetzt an jedem Finger einen Vortrag haben» (Bw.Th. II, S. 92 📖). Im einzelnen vgl. das Vorwort zu K. Barth, V.u.kl.A. 1922–1925, Zürich 1990, S. VIIff. 📖 ↩
4
Der Brief muß im Juli 1922 geschrieben sein.↩
5
Jg. 3 (1922), Nr. 7 (Juli), S. 16f. 📖↩
6
Stichworte aus Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen von 1520, WA 6, 12ff. 📖 ↩
7
Mt. 11,12.↩
8
Ps. 145,19.↩
9
Vgl. Lk. 16,16.↩
10
K. Barth, Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke, 1920, in: Anfänge der dialektischen Theologie, hrsg. von J. Moltmann, Teil I (ThB 17/I), München 1962, S. 49–76 📖. ↩
11
Otto Herpel, Schlüchterner Rede. Gehalten auf dem Pfingsttreffen, in: Neuwerk. Ein Dienst am Werdenden, Jg. 4 (1922/23), S. 65ff. 📖 ↩
12
Anspielung auf Karl Barth, Der Römerbrief, Berlin 19191, München 1922 📖2.↩
13
Siehe Anm. 11.↩
14
Über die Wallrother Tagung des Neuwerk-Kreises Pfingsten 1922 äußerte sich Daniel in seinem Aufsatz Die geistige Bilanz der Neuwerk-Bewegung, Weltwende 1922 (Juli), S. 15f. 📖, mit Zitaten aus Aufsätzen von Eberhard Arnold und Otto Herpel (s. Anm. 11).↩
15
K. Barth, Der Christ in der Gesellschaft, 1919, in: Anfänge der dialektischen Theologie, Teil I, a.a.O., S. 12f. 📖; vgl. Biblische Fragen, Einsichten und Ausblicke, in: Anfänge, a.a.O., S. 70f. 📖 ↩
16
Heinrich Schultheis (1886–1951), Pfarrer in Gelnhaar (Oberhessen), und Lic. Otto Herpel (1886–1925), Pfarrer in Lißberg (Oberhessen), seit 1922 Studienrat in Offenburg/Main.↩
17
Dieser Satz begegnet bei Barth seit 1916 und wurde von ihm auch 1927 in Chr.Dogm. 📖 aufgenommen (S. 290.) Dort sind in Anm. 2 frühere Belege nachgewiesen.↩
18
Vgl. Mephisto in Goethes Faust I, V. 1338 (Studierzimmer) 📖.↩
19
Anspielung auf die fortschreitende Geldentwertung in der Inflation.↩
20
So die Wiedergabe einer Stelle aus Barths handschriftlichem Brief, die Daniel wohl nicht lesen konnte.↩
21
Siehe Anm. 20.↩
22
Vgl. Röm. 3,25; Eph. 1,7; Kol. 1,14.↩
23
Siehe Anm. 15.↩
24
Vgl. Mk. 9,23.↩
25
Daniel wandte sich am 3.2.1923 zum letzten Mal an Barth. Er habe eine «gründliche Aussprache mit Thurneysen» gehabt: «Dabei war es mir vor allem eine Freude, daß wir jenseits aller Auffassungen uns menschlich so herzlich begegneten und von dem Briefwechsel dieses Sommers die letzte Trübung wegwischten. Es wäre mir lieb, wenn dies auch bei Ihnen möglich sein könnte, gerade weil ich glaube, sachlich ein Wesentliches (nach wie vor) gegen Sie vorbringen zu müssen. Ich möchte Sie bitten, im Auge zu behalten, daß ich bisher ja nur dort gegen Sie etwas gesagt habe, wo Sie (oder Ihre Freunde) ein Halt geboten; bis zu diesem Halt können wir ganz mitgehen. Ja die absolute Reinlichkeit Ihres Standpunktes muß jeden geistigen Menschen zu größter Achtung nötigen, und ‹Wahrhaftigkeit eint› hieß es einmal in unserer Zeitschrift.» Daniel verwies darauf, daß im nächsten Heft der «Weltwende» zwei Anikel über Barth und eine Reihe von Kierkegaard-Zitaten, die Daniel im Blick auf Barth zusammengestellt habe, erscheinen würden: «Nehmen Sie diese Äußerungen in dem Geiste auf, in dem sie geschrieben sind; vielleicht kann Thurneysen Ihnen auch bestätigen, daß ich doch der (sagen wir) vorlaute Mensch nicht bin, als der ich nach den unwillentlich so geschriebenen Briefen des Sommers Ihnen wohl erschien.»↩