Brief Nr. 11 · 18. Februar 1926

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld

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L.L.

Es scheint, daß die Hausgeschichte hier nun rasch ins Rollen kommen will. Dann geht wohl anfangs März gleich der Umzug los. Gäbe es ein Hindernis, so würde ich Ende Februar in die Schweiz fahren und wohl bis April von hier weg sein.[*] So scheint es mir das Wünschenswerteste, du kommst jetzt sofort (diese oder nächste Woche). Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag 12­-1 Uhr lese ich Johannesevangelium, Montag 4­-5 Uhr Eschatologie, Freitag 6­-8 abends ist mein Seminar (dies nur für den Fall, daß du gerne etwas von dem Betrieb mitmachst). (Freitag in acht Tagen ist Schluß.) Ich bin am Vormittag regelmäßig bis ½12 Uhr zu Hause; du kannst also z. B. ruhig unangemeldet, sobald es dir paßt, bei mir hereinbrechen eines Morgens. Dann gehen wir in die Vorlesung, essen irgendwo zu Mittag usf., solange du dann hier sein kannst. In dunkler Ahnung nehme ich

18 z. B. an, du kommest am Montag, und will zusehen, daß ich trotz der zwei Vorlesungen tagsüber möglichst wenig Hausarbeit habe.

Mit freundlichem Gruß
Dein
Karl Barth

[Skizze mit Angabe der Straßenbahn für den Weg vom Bahnhof zu Barths Wohnung in der Warendorfer Straße. Darunter:] Wenn du dich anmeldest, hole ich dich natürlich ab!

[*] Im März ginge es also auf alle Fälle hier nicht gut.