Brief Nr. 18 · 28. Februar 1926

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld

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18

Liebe Lollo!

Was du mir schreibst, ist insofern doch ein gutes Wort, als es weitere Klarheit und Einfachheit in die Lage bringt. Ich bin sogar, trotz allem Ernsten und Bitteren, das nun kommt, froh darüber. Nicht nur aus dem naheliegendsten Grund: weil … ja nun, heraus damit, es hilft ja doch nichts, es ist einfach so: weil ich dich eben auch liebhabe, «lieber, als ich es zu denken vermag». Sondern auch darum, weil ich mich nun in meiner Not nicht allein weiß und ganz offen zu dir reden kann über die Art, wie wir uns nun gegenseitig helfen oder vielmehr beide helfen lassen müssen.

Nur zur Vervollständigung des Bildes will ich dir zunächst sagen, daß ich schon am letzten Abend, da du auf dem Bergli warst1, die Gefahr gesehen habe. Du erinnerst dich vielleicht noch, wie ihr mich, Hertha List2 links und du rechts, ischiaskrank den Berg hinunterführtet und wie wir nachher, wiederum zu dritt, in umgekehrter Anordnung unter dem Birnbaum saßen und wie Hertha dann arglos konstatierte, wie sie meinen heftigen Herzschlag gespürt habe, und wie das dann mitleidig auf die Ischias geschoben wurde. Es war nicht die Ischias. Bis zum letzten Mittwoch meinte ich (obwohl längst mehr sehend als du, über jedes zutrauliche Wort, das du mir sagtest oder schriebest, erschreckend, indem ich mich freute), Alles im Rahmen einer schönen Freundschaft sich abwickeln lassen zu können. Als es sich dann in unserem Gespräch wieder so deutlich zeigte, wie unheimlich gut und |24 selbstverständlich wir uns ineinander fügen, da kam mir die Situation auf einmal so unaufrichtig vor, daß ich andeuten mußte, was ich sah. Und nun siehst du es eben auch. Es war mir in den letzten Tagen und Nächten, in denen ich an unserem Rätsel herumbuchstabierte, neben der großen Unruhe eine kleine Nebenunruhe, wie es nur komme, daß du nicht auch gesehen habest. Nun ist wenigstens das in Ordnung.

Aber nun müssen wir an die Gegenwart und an die Zukunft denken. Wären wir beide ledige Leute, so wäre die Entdeckung, die nun unwiderruflich gemacht ist, einer von jenen Augenblicken von Frühling, Freude und Leben, mit denen Gott uns törichte, verkehrte Menschenkinder mitten in unserer Finsternis manchmal segnet. So wie die Dinge stehen, ist dieselbe Entdeckung ein Augenblick des Leides und der Entsagung, über deren Notwendigkeit wir uns, wiederum im Glauben an Gottes Gerechtigkeit, so wenig wundern dürfen, wie wir das Andere als selbstverständlich hinnehmen dürften. Daß wir sie wirklich von da aus und wie wir sie von da aus betrachten müssen, darüber müssen wir zusammen nachdenken. Ich fragte mich einen Augenblick, ob ich mich nicht in die Bahn setzen und zu dir kommen solle, um Alles mündlich zu besprechen. Aber die Qual wäre größer und der Gewinn wahrscheinlich nicht größer gewesen, als wenn wir es nun so machen.

Vor Allem Eines: du wirst dir mit mir klar sein darüber, daß die entdeckte Wirklichkeit in erster Linie hart und schwer ist für meine liebe, treue, tapfere Nelly . Du hast unser Familienleben gesehen. Die Geschichte unserer Ehe war bis jetzt bei allen Schwierigkeiten eine glückliche Geschichte. Wir wußten, daß es keine «fugenlosen» Ehen gibt. Aber wir waren auf einen solchen Zwischenfall nicht gefaßt. Wie er möglich wurde (ich meine, von unserer Ehe aus gesehen), das meine ich, wenigstens zu einem kleinen Teil, zu verstehen. Du wirst es begreifen, daß ich zu dir nicht darüber rede. Ich möchte nur, daß du mit mir daran denkst, daß es eine von Dreien, wenn auch in ganz verschiedener Weise, zu tragende Traurigkeit ist, die nun auf alle Fälle kommt. Denn auf alle Fälle bedeutet das, was nun eben – wie man sich auch damit auseinandersetze – ist, für Nelly eine unerhörte Störung und Bedrückung und für mich, aber auch für dich, in erster Linie eine Schuld ihr gegenüber. Ich kann ja an meine lieben fünf Kinder gar nicht denken, ohne mich anzuklagen, daß ich nicht mit ganzem Her|25zen bei ihrer Mutter und nur bei ihrer Mutter bin. Dieses Schwere bitte ich dich vor Allem mit mir zu tragen. Aber hier den rechten Weg zu finden und zu gehen, das wird ja vor Allem meine Sache sein.

Laß uns bedenken, was nun zwischen dir und mir ist und sein soll. Ich will davon ausgehen, daß du mich, bevor ich dich kannte oder beachtete, durch meine Bücher kennenlerntest. Du weißt, um was es sich in diesen Büchern handelt. Du hast mir quasi ganz unpersönlich Vertrauen geschenkt auf das hin, was ich sagte oder wie ich es sagte. (N. B.: so war es vor 15 Jahren auch bei Nelly, die zu meiner ersten Konfirmandenklasse gehörte, die meine ersten Predigten hörte. «Um deines Glaubens willen habe ich dich liebgewonnen», schrieb sie mir noch dieser Tage.) Das beschämt mich tief, euch Beiden gegenüber, weil ich zu gut weiß um das Mißverhältnis zwischen dem, was ich sage, und dem, was ich bin. Aber trotzdem: es ist mir ernst mit dem, was ich sage, ich sage es trotz allem Bewußtsein meiner Torheit und Unwürdigkeit, nicht in meinem eigenen Namen, sondern gleichsam (oder vielmehr nicht gleichsam, sondern wirklich:) verpflichtet. Ich bin nicht mein eigener Herr. Wäre es noch nötig gewesen, so bin ich nun durch meinen fatalen «Erfolg» (Vorwort 📖5 !)3 darüber belehrt, was ich [zu] tun habe. Das bedeutet nun aber, daß ich jenes Mißverhältnis zwischen Person und Sache jedenfalls nicht bestätigen oder auch nur auf sich beruhen lassen wollen darf, sondern (es ist gesorgt dafür, daß es immer wieder da sein wird!) dagegen streiten muß. Nicht um der Moral willen, sondern um der aufgetragenen und übernommenen Sache willen, der ich innerlich und äußerlich nicht schaden wollen, die ich nicht kompromittieren wollen darf. Und nun steht es für dich so, daß du, auf diesem Wege zu mir gekommen, an dieser Sache beteiligt, es auch nicht wollen kannst, daß ich willentlich versage. [Ich weiß, daß du das nicht willst, aber es «hilft» dir vielleicht, wenn ich dir Alles so vollständig vor Augen stelle, wie ich es mir selbst tue.]4 Jeder Schritt weiter auf dem Weg des nun zwischen uns Eingestandenen wäre aber ein Versagen von mir, eine Untreue viel schwerer als die gegen Nelly. |26 Ganz gleichgültig, ob die Welt davon erfährt oder nicht. Moral habe ich zwar nie gepredigt5, wohl aber Disziplin als Kehrseite des Glaubens und der Hoffnung6. Was ich gesagt habe, hat für Viele nicht mit Unrecht einen sehr harten Klang gehabt; ich habe Vielen Vieles (und zwar Schönes und Liebes und Hohes!) genommen mit meinem Hinweis auf die Frage, auf den Anspruch, die an den Menschen gerichtet sind, auf das Gericht, dem er unterworfen ist und sich unterwerfen muß. Ich denke wohl, daß ich vielfach zu scharf, zu sicher geredet habe, zu wenig konkret selber dabei opfern mußte [eine merkwürdige Folge unseres «Erlebnisses» wird die sein, daß mein Kolleg im Sommer über die neuere Theologiegeschichte7 sicher viel milder, barmherziger, zurückhaltender ausfallen wird, als dies sonst der Fall gewesen wäre!]8, ich müßte aber verstummen, ich hätte das schnöde Gefühl, Unzählige, die ich in die «Wüste» geführt, daselbst im Stich zu lassen, wenn ich es mir nun etwa leisten wollte – jetzt, wo ich die Wunde am eigenen Leibe trage, doch zu einer der Lösungen zu greifen, wie sie wohl in der «Jugendbewegung» in solchen Fällen üblich sind, um von den Möglichkeiten der Maupassant-Bücher (die auf dem Bergli vielleicht allzu reichlich herumstehen und gelesen werden) |27 nicht zu reden. Es kommt heute, menschlich geredet, Alles darauf an, daß nicht etwa nur der Chr. Kaiser Verlag floriert und seine Autoren berühmte Leute werden und unser Freund Georg den jungen Luther der Welt bekanntgeben9 und die Welt damit beleuchten kann, sondern daß ein paar Menschen nun wirklich wachen und beten [vgl. Mt. 26,41 par.] und ihr Erstgeburtsrecht nicht um ein Linsengericht verkaufen [vgl. Gen. 25,29–34]. Solche Menschen wollen wir sein, meine liebe Lollo, oder vielmehr eben wachen und beten, daß wir es sein und bleiben dürfen, denn daß man es sich nicht nehmen kann, das haben wir nun erfahren, und mit bloßem Wollen werden wir die Anfechtung nicht überwinden. Sind wir darin einig? Ja, wir sind es, ich weiß es zum vornherein. Sonst würdest du mich nicht liebhaben und ich dich nicht. Wir würden uns nicht liebhaben, wenn wir nicht einsehen würden, daß eben das Liebhaben zwischen uns (wir können und wollen seine Wirklichkeit nicht leugnen und nicht kleiner machen) eine Sache ist, die wir nur als eine zwar wahre, zwar gegebene, nicht wieder zu beseitigende, aber auch keiner weiteren Entfaltung fähige Möglichkeit betrachten und behandeln.

Aber es wird dir recht sein, wenn ich nun gleich noch etwas konkreter werde. Also, es steht fest, daß ich nicht anders bin und daß du auch nicht anders bist, als wir alle sind, daß wir die gemeinsame Erfahrung gemacht haben: daß das 7. Gebot (im lutherischen Katechismus das 6.) uns in einer Weise «an-geht» (= gegen uns herangeht!), wie wir es uns, da wir es lernten, und später nicht träumen ließen, daß wir aber die Absicht haben, es zu respektieren, weil für uns alles Andere unmöglich ist. Und nun? Eine «geistliche Minne», wie sie Heinrich Seuse mit der Elsbeth Stagel10 oder noch neulich der jüngere Blumhardt;11 (davon |28 steht in Eduards Buch12 nichts!) mit der Anna von Sprewitz13 gepflogen hat? «Wie die Engel» [vgl. Mt. 22,30], sagten die begeisterten Anhänger im letzteren Fall. Ich muß bei allem Ernst lachen. Das ist nichts für uns. Wir wollen gesund bleiben und uns eingestehen, daß es sich durchaus um die menschliche irdische Liebe handelt zwischen uns, die uns unter anderen Umständen als Mann und Frau zusammengeführt hätte. Eine andere Möglichkeit wäre die, uns mit finsterem Gesicht Lebewohl zu sagen, nicht mehr zu schreiben und nicht mehr zu begegnen, was ja, da die Welt groß ist, technisch sehr leicht durchzuführen wäre. Aber auch das wäre krampfhaft und unser nicht recht würdig. Zeigt es sich, daß wir nicht stark genug sind, es anders zu machen, so können wir immer noch zu dieser Radikalkur greifen.|

Ich schlage also vor: Äußerlich keine wesentliche Änderung gegen bisher. Strenge Sorgfalt, daß die Sache zwischen Nelly, dir und mir unter Verschluß bleibt (nicht nur, weil sie nur uns angeht, sondern weil erfahrungsgemäß das Bereden eine solche Frage nicht leichter macht, so sehr man danach verlangt). Briefe und persönliche Begegnungen vielleicht in etwas größerem Abstand als bisher.* Besondere Behutsamkeit bei allfälligem Zusammensein auf dem Bergli (dies nicht |29 absichtlich zu vermeiden!). Alles Weitere läßt sich nicht im Voraus regeln. Viel wichtiger ist das Positive: Wir müssen uns beiderseits mit neuer und ganzer Kraft in unsere Arbeit stürzen. Ich werde nun z. B. meine vielen Vorträge, die ich, ermüdet und überdrüssig des Treibens, noch gestern abzusagen gedachte, nicht absagen14 und überhaupt einen neuen Anlauf nehmen, meine Sache mit den Studenten und in der Theologie überhaupt in den paar Jahren der Kraft, die ich noch vor mir habe (ich werde 40 dies Jahr!), so gut als möglich zu machen. Daß das Bedürfnis da ist, ist keine Frage. Wie weit es ein Gelingen gibt, ist keine von mir zu beantwortende Frage. Schlage ich mich dann als ein braver Soldat, so werde ich, auch wenn du es mir nie wieder sagst, von Zeit zu Zeit daran denken, daß die kleine Generalstochter mich gerade so lieb hat, und das muß dann eben genügen. Und du halte dich an deine Kranken. Tu ihnen, ohne Überlegen (was dabei herauskommt?), alles Liebe, Trost- und Hilfreiche, was du kannst, das ist sicher das Beste, was du tun kannst unter der Sonne [vgl. Pred. 1,3]. Wenn ich es sagen darf, so würde ich mich eigentlich mehr freuen, wenn du, bei aller Fragwürdigkeit, in einem solchen öffentlichen Krankenhaus bleiben, als wenn du von einer Privatpflege zur anderen ziehen würdest, und auch die Schwesternarbeit im Zusammenhang mit der Kirche (also die Münchener Möglichkeit15) scheint mir eigentlich noch fragwürdiger als die rein zivile, die du jetzt hast. Aber da mußt du selbst entscheiden. Jedenfalls kannst und sollst du dir denken, daß du gerade so, in einem solchen Dienst um der Liebe willen, über alle Trennung weg auch an meiner Seite bist. Und selbstverständlich sollst du dich durch das, was du mir geschrieben hast, nicht in dem Sinn gebunden fühlen, daß du nicht, unseren Verzicht in dieser Weise realisierend, wenn es sein soll, einem anderen Mann dein Herz schenkst. Ich werde dann die Wunde wieder stärker fühlen, und für dich würde es ja wohl ähnlich sein, aber es würde nichts zwischen uns ändern.

So, genug für heute. Du findest es vielleicht trivial, aber der Vers des alten Spötters Heine will mir nicht aus dem Kopf: «Mir ist, als ob ich die Hände aufs Haupt dir legen sollt, betend, daß Gott dich er|30halte …»16 Wie ist doch Alles so wunderlich und traurig und groß in unserem Leben, meine kleine Lollo, wenn man so überdenkt: wie wir nun miteinander dran sind und was uns nun auferlegt ist und wie wir uns nun in unserer Hilflosigkeit helfen sollten. Ich habe mir mit diesem Brief (ein merkwürdiges Dokument der «Barthschen Theologie», völlig einzig in seiner Art) meine eigene Not ein bißchen vom Herzen geschrieben. Wie gerne wollte ich, es wäre dir auch ein wenig damit geholfen. Wenn du mir noch (als letztes schriftliches Wort diesen Inhalts) darauf antworten willst, so tue es möglichst rasch, solange ich noch allein hier bin. Vom Donnerstag 4. März ab ist dann die Adresse Himmelreichallee 43. Ich wäre schon froh, noch ein bestätigendes Echo zu haben, daß wir uns verstanden haben und verstehen werden. Mit dem gegenseitigen «Sich-Verstehen» fing ja das Unheil an zwischen uns (oder vielmehr: darin zeigte es sich). Nun soll es sich auch zu unserem Heil darin zeigen, daß wir uns wirklich verstehen.

Dein
Karl

Sachfußnoten

1
Von Kirschbaum kam am 22.7.1925 mit Georg Merz auf das Bergli, Barth am 12.8.; Barth reiste am 28.8., von Kirschbaum am 30.8. vom Bergli ab (vgl. Bw.Th. II, S. 366 📖).↩
2
Hertha Schwanhilde List, geb. von Gumppenberg (1897–1954), Grafikerin und Scherenschnittkünstlerin, Freundin von Kirschbaums aus München, seit 1923 enge Freundin des Ehepaares Pestalozzi, welches sie öfters auf dem Bergli besuchte (s. Ein Leben, S. 242 u. ö. 📖). Verheiratet mit Kapellmeister Karl List, München, seit 1929 geschieden (s. unten S. 91, Anm. 11). 1938 emigrierte sie wegen ihrer teilweise jüdischen Herkunft mit ihrem Sohn Tobias nach New York.↩
3
SieheK. Barth, Vorwort zur fünften Auflage (s. oben S. 15, Anm. 6), S. XXV 📖 bzw. S. 99 📖. Barth sieht sich durch den «Erfolg» des Römerbriefes gestraft damit, «ziemlich weitgehend Mode zu werden, gestraft mit der Existenz von regelrechten ‹Barthianern›».↩
4
Eckige Klammern im Original.↩
5
So hatte Barth z. B. schon 1923 gegenüber F. W. Foersters moralischer «Anwendung des Christentums auf das Leben» (Meine Stellung zu Karl Barth, in: Neuwerk. Ein Dienst am Werdenden, Jg. 5 [1923/24], S. 152-159, dort S. 159 📖) postuliert, daß Christus die Voraussetzung für das Leben sein müsse, «weil dem ‹Leben› mit Moral beizukommen noch nie gelungen ist, noch gelingen wird. Das ‹Leben› fügt sich nur dem Herrn des Lebens.» (K. Barth, Gegenrede zu dem Aufsatz von Friedrich Wilhelm Foerster, in: Neuwerk, Jg. 5 [1923/24], S. 242-248, dort S. 247 📖; wieder abgedruckt in: V.u.kl.A. 1922-1925, S. 180–201, dort S. 197 📖).↩
6
In seiner Göttinger Dogmatik-Vorlesung hatte Barth erklärt: «Und insofern muß nun die Kirche, ihres Charakters als Wort- und Sakramentskirche unbeschadet, auch sein Kirche der Disziplin und des Gehorsams. Es kann ja nicht sein, daß da, wo reine Predigt und rechtes Sakrament wirklich stattfindet, die beteiligten Menschen in ihrem Dasein und Sosein unberührt ihres Weges ziehen sollten.» (Unterricht III, S. 370 📖)↩
7
Barth las im Sommersemester 1926 über «Geschichte der protestantischen Theologie seit Schleiermacher». Die später zweimal wiederholte, überarbeitete und erweiterte Vorlesung wurde von Barth 1947 publiziert (vgl. Pr.Th. 📖).↩
8
Eckige Klammern im Original.↩
9
Siehe die aus verschiedenen Luther-Vorträgen hervorgegangene Studie G. Merz, Der vorreformatorische Luther, München 1926 (19262, 19343) 📖; vgl. ders., Der junge Luther und der Rechtfertigungsglaube. Vortrag vor der bayerischen Pastoralkonferenz 1926, in: ZZ, Jg. 4 (1926), S. 404-419 📖; vgl. dazu auch: Merz, S. 181.↩
10
Elsbeth Stagel[in] (ca. 1295/1300-1366) befand sich zu dem Mystiker Heinrich Seuse im für das späte Mittelalter «typischen Schema des Verhältnisses von Seelenführer/Beichtvater und geistl[icher] Tochter» (H. Backes, Art. «Stagel[in], Elsbeth», in: Lexikon des Mittelalters (dtv), Bd. VIII, München 2002, Sp. 38f. 📖).↩
11
Christoph Blumhardt (1842–1919), Sohn von Johann Christoph Blumhardt (1805–1880), übernahm nach 1880 die Leitung von Bad Boll.↩
12
Siehe E. Thurneysen, Christoph Blumhardt, München 1926; Neudruck, Zürich 1962 📖.↩
13
Anna von Sprewitz (1847–1923), Diakonisse und langjährige Mitarbeiterin von Chr. Blumhardt (vgl. die posthum herausgegebenen autobiographischen Aufzeichnungen: Lebenslauf der am 26.1.1923 in Wieseneck-Jebenhausen entschlafenen ledigen Schwester Anna von Sprewitz, in: Mitteilungen aus der Brüder-Gemeine zur Förderung christlicher Gemeinschaft, Gnadau, Jg. 1923, Nr. 3, S. 106-135) 📖. ­- «Schwester Anna», von Robert Lejeune «die große Freundin und Mitkämpferin Blumhardts» genannt (Christoph Blumhardt. Eine Auswahl aus seinen Predigten, Andachten und Schriften, hrsg. von R. Lejeune, Zweiter Band, Erlenbach-Zürich / Leipzig 1925, S. 15 📖), begegnete Blumhardt 1890 zum ersten Mal in Bad Boll und begleitete ihn 1907 in sein Landhaus Wieseneck bei Jebenhausen, als er sich von Bad Boll zurückzog und von seiner Frau getrennt lebte (vgl. Chr. Gremmels, Christoph Blumhardt d. J., in: Gestalten der Kirchengeschichte. Die neueste Zeit II, hrsg. von M. Greschat, Bd. 9.2, Stuttgart u. a. 1985, S. 319-328, v. a. S. 322.325 📖). Im Laufe der Jahre wuchs «Schwester Anna» in die geistige Welt der beiden Blumhardts hinein und ließ eine größere Anzahl von Predigten in Einzelausgaben drucken. Vgl. auch E. Jäckh, Blumhardt. Vater und Sohn und ihre Welt, Stuttgart 19842 📖 (Jäckh bezieht sich seinerseits auf die «Tragik» bei K. Barth, a.a.O., S. 192).↩
*
In Briefen wird nicht von dem «es» zwischen uns gesprochen.↩
14
Siehe zu Barths «vielen Vorträgen» in dieser Zeit und in den kommenden Jahren H. Schmidts Vorwort zu V.u.kl.A. 1925-1930, S. VIII-XIII 📖.↩
15
Siehe zu einer Abwandlung dieser «Münchener Möglichkeit» unten S. 35, Anm. 2.↩
16
H. Heine, Buch der Lieder, Die Heimkehr 1823-1824, XLVII 📖:
Du bist wie eine Blume,
So hold und schön und rein;
Ich schau dich an, und Wehmut
Schleicht mir ins Herz hinein.

Mir ist, als ob ich die Hände
Aufs Haupt dir legen sollt,
Betend, daß Gott dich erhalte
So rein und schön und hold.
↩