Brief Nr. 28 · 25. Mai 1926

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld

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Liebe Lollo!

Ich vergaß heute nachmittag ganz, dir das Wichtigste zu sagen, was ich auch mir und Nelly sage: wir wollen doch ja alle drei fortfahren und neu anfangen, ganz kindlich für uns selbst und füreinander zu beten, daß Gott selbst uns den rechten Weg zeige und leite und führe. Am letzten Freitag, 21. Mai (einem von den schönen Tagen, die wir zwei nie vergessen werden auf alle Fälle, gelt), stand im Losungsbüch|48lein der Brüdergemeine der Spruch Jona 2,8: «Da meine Seele bei mir verzagte, gedachte ich an den Herrn, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.» Auf diesem Boden kann ja die Not und Verwirrung, in der wir stecken, nicht das letzte Wort oder jedenfalls nur noch eine untergeordnete Wirklichkeit sein und ist dann am Ende «Breslau»1 wirklich eine Torheit. Aber wir müssen es sehr ernst nehmen, auf diesen Boden zu treten.

Dein
Karl

Ich werde am Sonntagabend 7 Uhr über diesen Spruch predigen in Groningen.2