Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld
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Hier erhältst du die Fortsetzung des Kollegs.1
Wie geht es dir? Heute hatte ich eigentlich – ich weiß nicht wieso – einen
Brief von dir erwartet. Vergiß nur ja nicht, daß ich eigentlich fortwährend an dich denke
und «lange Zeit» nach dir habe4, wie wir in der
Nicht wahr, das ist das Fatale an meinen Briefen, daß «das Meiste» bei mir nicht ungeschrieben bleibt, sondern viel zu weit hervorguckt, als daß ich dir helfen würde, wie ich doch will? Sei mir nur nicht böse darum.
Leb wohl, liebe Lollo, liebe schlimme Unruhe in meinem Leben!, hilf vorsichtig und in Ehren weitertragen an dem Schweren, das nun wirklich für uns zu tragen ist. Es kann sein, daß wir durch die Übung mit der Zeit stärker werden. Jetzt bin ich’s nicht.
Zu viel geschrieben, denke ich nochmals beim Durchlesen. Ja, immer zu viel. Sei du klug für uns beide, wenn ich’s nicht bin.