Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Krefeld
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Am Ende eines Haufens mehr oder weniger langweiliger Briefe komme ich, erlöst atemschöpfend,
noch zu dir. Heute vor acht Tagen kam dein letzter Brief, der so
gut war, daß ich die Anklage, du könnest das nicht, beschämt
zurücknehme. Du schreibst mir wirklich andauernd viel Besseres als ich dir. Ich
weiß gar nicht, wie ich dazu kam, so etwas zu sagen, und du mußt es –
verziehen – zu dem «infantilen Namen» und ähnlichen
Konkreter Vorschlag: Wie wäre es, wenn wir am 11. Juli zusammen die «Gesolei»1
in Augenschein nähmen? Warst du schon dort, so kannst du mir umso besser das
Wichtigste zeigen. Im übrigen brauchen wir es dann mit dem Herumlaufen in der
Ausstellung auch nicht zu steil zu nehmen, werden sie mehr als À
propos behandeln, damit der Ruhetag für dich nicht ein Erschöpfungstag wird. Ich würde um 1045 in
Beiliegend schicke ich dir allerlei – meist Belustigendes aus meiner Korrespondenz aus Nähe
und Ferne. Das Gruppenbild2 stellt die hochwürdige
Bei der Antrittsvorlesung des Lic.
Ein Stück Kolleg wird wohl nächstens wieder zum Absenden reif. Das Semester schreitet rüstig vorwärts, und der Gänsemarsch, in dem diese alten Theologen aufziehen, ist doch recht dramatisch und lehrreich, wenigstens für mich und die Studenten.
Es könnte natürlich sein, daß vor dem 11. Juli noch etwas dazwischen kommt, äußerlich oder innerlich, was die Sache «unmöglich» (du kannst dieses Wort so schön aussprechen: mit zwei u und zwei ö, ich höre jetzt immer dich, wenn ich es ausspreche, was ja öfters vorkommen muß!) macht. Vorläufig wollen wir uns freuen, und wenn’s dann nicht sein soll, so war die Vorfreude auch etwas.
Leb wohl für diesmal, liebe kleine