Brief Nr. 57 · 30. September 1929

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in München

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Nach einem interessanten und aufschlußreichen Tag (ich gehe nach Bonn, aber erst auf 1. April, also in 14 Tagen …2) sind wir hier unterirdisch beisammen und betrachten das Leben in seiner Mannigfaltigkeit.

K.

Meine liebe Lollo, ich denke an dich, wie ich alle Tage an dich denke mit allen guten Wünschen. Gertrud St.3
Freundl. Gruß G. Dehn.

Sachfußnoten

1
Ansichtskarte aus Berlin. Abbildung: «‹Venedig›. Original im E. T. A. Hoffmann-Keller». Die doppelte Unterstreichung dieser Ortsangabe weist darauf hin, daß die Karte dort, im Restaurant der Weingroßhandlung J. C. Lutter, geschrieben wurde.↩
2
Termin des geplanten Einzugs von Kirschbaums bei der Familie Barth (vgl. Bw.Th. II, S. 679 📖), welcher schließlich am 15.10.1929 stattfand (s. unten S. 124, Anm. 22).↩
3
Gertrud Staewen, geb. Ordemann (1894–1987), 1915-1920 Ausbildung zur Hortnerin und Jugendleiterin, 1920-1923 Leiterin des Sozialpädagogischen Seminars in Bremen. 1923 Heirat mit Werner Staewen, ab 1923 in Berlin; zwei Kinder: Renate (1924) und Christoph (1926); 1927 Scheidung. 1928/29 Weiterbildung an der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit; später Mitglied der BK, ab Mitte der 30er Jahre Mitarbeit am Burckhardt-Haus in Berlin-Dahlem, da sie im NS-Staat nicht als Sozialarbeiterin tätig sein wollte; Fürsorge für Juden; mußte 1943 Berlin verlassen und bei einer Freundin untertauchen. 1947 Mitherausgeberin der neugegründeten Zeitschrift «Unterwegs»; Tätigkeit in der Gefängnisfürsorge. Enge Freundin von Kirschbaums und der Familie Barth; gehörte zu den regelmäßigen Gästen auf dem Bergli. Vgl. M. Flesch-Thebesius, Zu den Außenseitern gestellt. Die Geschichte der Gertrud Staewen 1894-1987, Berlin 2004 📖.↩