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von Kirschbaum an B. in
Bern
[Bergli, 14.9.1933]
14. nachmittags
nur damit du das Grüßlein morgen hast. Ich sitze im Stübli, lesend, strickend
und mit Gerty plaudernd, nachdem ich eben drüben im Törli die Koffer gepackt und noch einmal Abschied
genommen habe.1 Ob du reiten konntest? Ich warte auf dein Telefon. An Eduard konnte ich doch nicht
schreiben. Aber ich denke viel daran. Der «Kirchenbericht» in der heutigen Basler2 kann einen wahrhaftig auch
nachdenklich machen. – Heute nacht war ein starkes Gewitter; ich saß lange an
Joggelis Bett, der friedlich schlief unter grellen Blitzen. – -
Morgen früh brechen wir auf. Mit Gerty hatte ich gestern abend
noch ein langes Gespräch (bis 1 Uhr), das uns in
Frieden zurückließ. Ich konnte ihr einmal ein wenig Alles
sagen, was da zu sagen war, und auch sie hat ihrem Herzen ein wenig Luft
gemacht. Es waren auf beiden Seiten keine tragischen Dinge. –
Diese Drucksache3 für dich
kam ohne Absender aus Frankfurt am Main. -
Zwei Stunden später. Nun ist das Telefon vorüber. Ich bin so froh, daß es gut
ging und du einen guten Tag gehabt hast. Ich bin ein bißchen traurig. Schreib
mir bald bitte.
Gute Nacht, lieber Karl. Jetzt fahren wir nach Zürich.
Joggeli ist sehr sehr lieb. –