Brief Nr. 176 · 13. Januar 1935

Karl Barth an Charlotte von Kirschbaum in Bad Oeynhausen

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176

L. L.

Eben habe ich dir einen langen Brief geschrieben, den ich mich nun doch nicht getraue abgehen zu lassen, weil der Inhalt so ist, daß er nur mit hundertprozentiger Sicherheit hinsichtlich des sicheren Ankommens abgehen dürfte.1 So mußt du dich nun mit diesem kurzen Gruß begnügen. Es steht Alles soweit gut. Rudi und Gerty waren auch hier zu der Besprechung2. Einen Beschluß habe ich noch nicht |419 gefaßt. Nächsten Samstag fährt eine Delegation, worunter Rudi und Ed[uard] nach Elberfeld.3 Du sollst dich ihr dann auch anschließen. Schade, daß der Brief nicht abgehen kann.

Grüße Asmussen und alle guten Menschen

Dein
K.

Ich bin von Mittwoch ab Pfarrhaus Grindelwald.4

Sachfußnoten

1
Der Brief ist nicht erhalten.↩
2
Am 12.1.1935 traf sich Barth, wie A. Koechlin seinem englischen Freund Bischof G. Bell am 15.1. brieflich zu berichten wußte, mit einer «repräsentativen Gruppe von Pfarrern und Laien aus Basel», die ihm erklärten, «wie einmütig der Wunsch sei», ihn in Basel zu haben, «aber daß man sich nicht in der Lage fühle, ihn unter Druck zu setzen, den Ruf anzunehmen, wenn sein Gewissen ihm befehle, fest in Deutschland auf seinem gefährlicheren und unsicheren Posten zu bleiben» (George Bell / Alphonss Koechlin. Briefwechsel. 1933-1954, hrsg. von A. Lindt, Zürich 1969, S. 198 📖; vgl. Prolingheuer, S. 122 📖, und Bw.Th. III, S. 814, Anm. 2 📖).↩
3
Die Fahrt von R. Pestalozzi und E. Thurneysen nach Wuppertal-Elberfeld erfolgte im Blick auf den Beschluß des Verwaltungsrates der Theologischen Schule in Wuppertal-Elberfeldvom 4.1.1935 (s. oben S. 416, Anm. 11). Unter Teilnahme von Kirschbaums führten Thurneysen und Pestalozzi am 19.1.1935 im Hause des Wuppertaler Kaufmannes Willy Halstenbach mit Vertretern des Reformierten Bundes ein Gespräch über die Möglichkeit einer weiteren Tätigkeit Barths in Deutschland. Vgl. unten S. 452f.↩
4
D. h. bei Pfarrer Martin Nil.↩