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von Kirschbaum an B. auf dem Bergli
Die Tage vergehen schnell. Schon am Abend meiner Ankunft war Lore
Schlomka da. Gestern
morgen kaufte ich mit Nelly in der Stadt ein wirklich schönes – das
«schönscht» – Sommerkleid für sie. Nach Tisch kam Bleibtreu, erzählte haarklein, so daß ich
schließlich erschöpft an die Bahn eilte und für den Abend zu Traub fuhr. Alles
geht gut, und von Allem werde ich dir viel zu erzählen haben. Unser
Bild von der Berliner Sache1 hat sich übrigens
in nichts
verändert. Wir hatten es schon am ersten Abend richtig verstanden. –
Zu Hause sind die schwierigsten Klippen umschifft, und es scheint jetzt Alles im
Klaren. Natürlich hofft N. auch auf eine baldige Klärung. Der entscheidende
Referent am K. Min.2 ist aber gerade am Dienstag in Urlaub gefahren, und
Kasper ist im Militärdienst,
so daß die Stockung solche Gründe haben kann. – Morgen – Sonntag – werde ich in
der Kaiserkirche eingeführt.3 Nachher
will ich Webers
aufsuchen. Am Montag eventuell nach Barmen.4 – Wie geht
es dir, lieber Karl? Ich bin hier nur ganz
vordergründlich, d. h. ich warte im Grunde aufs «Heimkommen». – Hoffentlich hast
du die Briefe bald. Die N. T.-Kärtlein5
|481 suche ich noch und bringe sie im Koffer mit. – Einige
Studenten traf ich in
der Stadt (Giesen, Wolf). Sie lassen dich
sehr grüßen. –
Leb wohl. Jetzt bringe ich Joggeli auf den
Venusberg zu den Reichsjugendwettkämpfen. Ach, der Joggeli ist
d[as] Schönste hier.
Grüße das Bergli, Alle.