Brief Nr. 231 · 12. Juli 1935

Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Basel

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Lieber Karl!

Nun kommt deine zweite Karte. Ich steige also Schweizerbahnhof aus am Sonntag zwischen 5 und 6 Uhr. Bist du enttäuscht, daß es nun doch Sonntag wird? Und bist du einverstanden, daß wir Montag aufs Bergli fahren, schon damit du an deine Vorlesungen kommst?

Daß Frl. S[eifert] Alles aufs Beste machen würde, wußte ich. Sie kann das ja viel besser als ich und – - viel unabgelenkter!! Es wird sicher schön sein in der V[atikan-]Stadt, und ich werde es sicher schön finden. – Morgen feiern wir hier noch Traubs Geburtstag. Ich habe bei Lempp deinen 2. Vortragsband1 für ihn bestellt, als Dank und Gruß von dir, und ich schenke ihm den W. Vischer2. Ist es dir recht so? – Er und Schwester Helene lassen dich auch grüßen. Sie sind beide sehr gut zu mir. Ich scheide nicht ganz leicht von dieser kleinen Insel und habe noch ein bißchen Angst vor der Fülle in Basel und auf dem Bergli. Aber mit dir zusammen wird Alles gehen und recht werden. –

­Lieber Karl, in zwei Tagen um diese Zeit ist es dann so weit.

Es grüßt dich

deine
L.

Ich würde nur anrufen, wenn die Abreise am Sonntag nicht glückte. Aber sie wird glücken!!

Sachfußnoten

1
K. Barth, Die Theologie und die Kirche, Gesammelte Vorträge, Bd. 2, München 1928 📖.↩
2
Wahrscheinlich W. Vischer, Das Christuszeugnis des Alten Testaments, Bd. 1: Das Gesetz, München 1934 📖.↩