1922 – 1929

Erklärung des Jakobusbriefes W. S. 1922/23 und W. S. 1928/29 im Paralleltext. Jakobus 1,9–11

Erklärung des Jakobusbriefes
W. S. 1922/23 und

288 Erklärung des Jakobusbriefes
W.S. 1922/23

Jakobus 1,9-11

9.XII.22 9 Καυχάσθω δὲ ὁ ἀδελφὸς ὁ ταπεινὸς, ἐν τῷ ὕψει αὐτοῦ, 10 ὁ δὲ πλούσιος ἐν τῇ ταπεινώσει αὐτοῦ, ὅτι ὡς ἄνθος χόρτου παρελεύσεται. 11 ἀνέτειλεν γὰρ ὁ ἥλιος σὺν τῷ καύσωνι καὶ ἐξήρανεν τὸν χόρτον, καὶ τὸ ἄνθος αὐτοῦ ἐξέπεσεν καὶ ἡ εὐπρέπεια τοῦ προσώπου αὐτοῦ ἀπώλετο· οὕτως καὶ ὁ πλούσιος ἐν ταῖς πορείαις αὐτοῦ μαρανθήσεται.

9 Es rühme sich aber der niedrige Bruder seiner Höhe, 10 der reiche aber seiner Niedrigkeit, weil er wie die Blume des Grases vergehen wird. 11 Denn die

I. Daß der Verfasser oder Zusammensteller unserer Schrift die verlesenen Sätze irgendwie in Zusammenhang mit dem Vorhergehenden und nicht gänzlich unvermittelt als eine «neue Betrachtung» (­Windisch)156 gesehen hat, darauf scheint das δὲ nach καυχάσθω hinzuweisen. Es hält aber sehr schwer, diesen Zusammenhang ohne Künstlichkeit klarzustellen. Wenn z. B. Bengel sagt, das beste Heilmittel gegen die vorher genannte διψυχία bestehe darin, das zu tun, was V. 9-10 dem Armen und dem Reichen empfohlen wird158, so ist das eine sehr geistreiche, aber sicher in den Text hineingetragene Verbindung. Erlaubt scheint es mir dagegen, eine Beziehung zu sehen einerseits zwischen dem καυχάσθω V. 9 und dem πᾶσαν χαρὰν ἡγήσασθε V. 1, andererseits zwischen den auch inhaltlich anklingenden Gerichtsdrohungen V. 8 («haltlos steht er da auf allen seinen Wegen») und V. 11 («verwelken wird er bei seinen Unternehmungen»). Ist diese Beziehung richtig, so knüpft der Abschnitt über alles Vorhergehende an das «Freuet euch!» des Anfangs an und ist dann aufzufassen als eine kurze, etwas seitabstehende Parallele zu V. 2-8, die mit demselben Resultat, allerdings auf viel direkterem Weg gewonnen, endigt, worauf dann V. 12 der Hauptgedanke wieder aufgenommen würde. Reichtum und Armut, von denen in diesen Versen die Rede ist, einfach unter die πειρασμοί
von V. 2 zu |290 subsumieren, würde ich nicht raten, obwohl sie in erweitertem Sinn natürlich auch dazugehören. Der Gesichtspunkt, unter dem diese Dinge besprochen werden, ist aber ein so ganz anderer, so viel unkomplizierterer und handgreiflicher, dass man annehmen muss, der Schriftsteller habe hier wirklich, wenn auch nicht unvermittelt, sondern im Rahmen seines Ganzen, ein neues Thema oder das alte Thema von einer ganz neuen speziellen Seite berührt.

Καυχᾶσθαι («sich rühmen»), ein Lieblingswort des Paulus, umfasst 160 soll der ἀδελφὸς ὁ ταπεινός tun, wird gesagt, offenbar, da ihm nachher der Reiche entgegengestellt wird, der äußerlich niedrig-gestellte Mitchrist. Ein ähnliches Paradox wie V. 2 das «Freuet euch in den Versuchungen usf.!», hier aber noch verschärft durch das unmittelbar Folgende: ἐν τῷ ὓψει αὐτοῦ, das offenbar, sofern ein nun auch sozusagen unterirdischer Zusammenhang mit dem Vorhergehenden besteht, parallel steht dem Satz mit γινώσκοντες V. 3, indem es die Auflösung des Rätseles der ersten Worte enthält, aber in solcher Kürze, dass es selber wie ein neues Rätsel wirkt. Die «Höhe», von der da sie Rede ist, ist nach der Meinung aller Ausleger die jetzt schon heimlich vorhandene und künftig zu offenbarende Herrlichkeit der auf Erden Geringen in Christus vor Gott [vgl. Lk. 6,20].161 Der Sinn des Satzes im Zusammenhang wäre dann der, dass auch der Christ, der unter dem Druck seiner äußeren Lage vielleicht gar nicht Zeit, Fähikeit und Lust hat, den doch gedanklich recht verwickelten Wet der Paränese von V. 2-8 mitzugehen, kurz und gut hören soll:
Freue dich |292 trotzdem, auch du, deine Niedrigkeit ist die Höhe, diese deine dem menschlichen Auge verborgene Höhe sei Anlass deiner Freude! Wer aber ist der πλούσιος und die ταπείνωσις, deren er seinerseits sich rühmen soll (V. 10a)? Hier scheiden sich die Wege der Exegeten. Während die Einen nach V. 9 ergänzen: «der reiche Bruder» und also an reiche Christen denken und bei der ταπείνωσις an die Niedrigkeit, in der wiederum in Christus jeder vor Gott dasteht162, sind die Anderen der Meinung, hier handle es sich um draußen stehende Verfolger der Gemeinde, die nur rhetorisch angeredet und an die Vergänglichkeit irdischen Reichtums erinnert würden wie die fremden Völker in den Prophetenbüchern an ihren kommenden Untergang [vgl. Jer. 9,24f.]163. Man kann hier sehr ernstlich schwanken; beide Lösungen haben nicht allzu viel für und viel gegen sich. Die erste all das Schlimme, was unser Brief an dieser und späterer Stelle über die Reichen allerdings sehr, sehr auffällig ist. Die zweite 1. die Tatsache, dass sich nirgends im Brief ein sicheres Indizium dafür aufweisen lässt, dass die besprochenen Leute außerhalb der Gemeinde standen, und 2., dass der Eifer, mit dem der Verfasser dieses unbekannten Fremden anredet, doch auch gar undurchsichtig ist. Ich entscheide mich (zunächst für unsere Stelle) für die reichen Christen, da es mir unwahrscheinlich vorkommt, dass nach ὁ ἀδελφὸς ὁ ταπεινός plötzlich zwischen ὁ und πλούσιος etwa ἄνθρωπος ὁ oder, wie Viele meinten, Ἰουδαῖος ὁ zu ergänzen wäre.164 Ταπείνωσις ist dann in der Tat in Analogie zu ὕψος V. 9 als Niedrigkeit vor Gott zu verstehen. «Der Reiche rühme sich seiner Niedrigkeit», dessen, was man so wenig mit Augen sieht wie die «Höhe» des Armen. Auch das natürlich ein Rätselwort. Wiederum offenbar, wenn man irgend eine Ideenassoziation zwischen diesem und den vorhergehenden Abschnitten annehmen will,
ein stark |294kürzter Parallelweg zu V. 2-8. Angenommen, die Erinnerung an die göttliche Frohbotschaft, wie sie V. 2-8 entwickelt wurde, erreiche das Ohr eines Christen darum nicht, weil er – ja weil er zu viel Geld hat, um das Vorhandensein der πειρασμοὶ ποικίλοι, von denen V. 2-4, und des λείπεσθαι σοφίας, von dem V. 5-8 ausging, akut zu empfinden, so kann ihm kurz und gut dasselbe gesagt werden, indem ihm gesagt wird: Freude für dich bedeutet Erkenntnis deiner Niedrigkeit! Gedenke deiner Höhe, du Armer!, gedenke deiner Niedrigkeit, du Reicher!, dann weißt auch du in konzentriertester Formel, was mit dem Hinweis auf die Bewährung des Glaubens V. 2-4 und auf das Gebet im Glauben V. 5-8 zu bedenken gegeben sein sollte! |

Aber was ist’s mit dieser «Höhe» und «Niedrigkeit»? Wir akzeptierten vorläufig die allgemeine Annahme, dass es sich natürlich um die unsichtbare Höhe des Armen und Niedrigkeit des Reichen vor Gott handelt. Aber es ist bezeichnend für Jakobus, dass er dies nun eben nicht ausspricht, den Leser auch nicht bei dieser allgemeinen Annahme stehen lässt, das Bestimmte, was er meint, nicht etwa mit einem Hinweis auf die Unabhängigkeit der inneren geistigen VerReichen und seiner äußeren Lage sich zuwendet, den Rückschluss auf den Armen aber zu ziehen dem Leser überlässt. Dieses bezeichnend Jakobeische ist enthalten in V. 10b-11. 165 Verse bringen zunächst eine Paraphrase des auch 1.Petr. 1,24f. zitierten alttestamentlichen Wortes Jes. 40,6-7 (vgl. Ps. 90,5-6; 103,15-16) von der Blume des Grases, von des Grases Verdorren und der Blume Abfallen. Die überlieferte Fassung des Bildes wird dabei bereichert durch die nachdrückliche Erwähnung des Sich-Erhebens der Sonne und des Glutwindes. So muss es nämlich heißen und nicht: «Der Sonne mit ihrer Hitze»; denn nicht von καῦμα, sondern von καύσων ist die Rede, wie Hiob 27,21; Hos. 12,2 = ‏םיִדָק, der Ostwind, der für Palästina aus der arabischen Wüste kommt und mit der Sonne zusammen austrocknend, dörrend, versengend wirkt. Das alttestamentliche Bild erinnert in dieser Fassung nicht
undeutlich |296 an das, was Mt. 13,6 vom Aufgehen der Sonne und Verdorren des ins Steinige gefallenen Samens gesagt ist. Die zweite Ergänzung des Bildes ist der Zusatz «die Wohlgestalt ihres Anblicks war dahin». Αὐτοῦ geht hier natürlich auf ἄνθος wie das erste Mal auf χόρτος. Πρόσωπον (Angesicht, Maske, Aussehen, Person) hier = hebr. ‏םיִנָפּ: der Anblick, den ein lebloses Ding [bietet], wie Lk. 12,56: «Ihr Heuchler, den Anblick von Himmel und Erde könnt ihr prüfen!» Der Sinn des alttestamentlichen Bildes wird durch diese Paraphrase leicht verschoben: Wie der erste Zusatz in Parallele zu Jes. 40,7: «Des Herrn Geist bläset drein» das Moment der Vergänglichkeit des Grases etwas zurücktreten lässt gegenüber dem Moment der überlegenen, zerstörenden Macht von Sonne und Ostwind, die darüber kommen, so betont der zweite Zusatz die Hinfälligkeit gerade dessen, was als schön und wertvoll in die Augen fällt. Wir haben hier (nach V. 6) das zweite, nicht originell gebildete, aber sichtlich selbständig aufgenommene Naturgleichnis des Jakobusbriefes. V. 10b und 11b geben die Deutung. So wird der Reiche vergehen. So wird auch er – verwelken, wird in der Sprache des Bildes fortgefahren, und zwar ἐν ταῖς πορείαις, auf seinen Wegen. Πορεία ist nicht der Weg selbst, sondern der Weg, der vom Menschen gemacht, gegangen wird, sein Schreiten auf dem Weg (vgl. Jona 3,3; Spr. 2,7; Lk. 13,22). Hier offenbar die Unternehmungen des Reichen zur Vermehrung, oder vielleicht noch kontextgemäßer: zum glanzvoll-sichtbaren Genuss seines Reichtums. Dass der Zusammenhang schon früh so verstanden worden ist, zeigt die Lesart πορίαις (Üppigkeiten).166 Windisch interpretiert geradezu: «auf seinen Handelsreisen».167 Das tertium comparationis ist die Raschheit des Vergehens: Wie das Gras des Feldes heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird (Mt. 6,30), so plötzlich kann und wird es mit dem Anblick, den die Lage des Reichen bietet, vorbei sein. Beachten wir aber, dass V. 10b und V. 11b nicht sowohl von der Vergänglichkeit des Reichtums, sondern ausdrücklich von der seines von ihm nicht zu trennenden Besitzers, des Reichen, die Rede ist. |

Also das ist’s, was Jakobus meint mit der ταπείνωσις des Reichen, deren dieser sich rühmen soll. Er redet nicht im Allgemeinen
von der |298 Niedrigkeit des Menschen als solchen vor Gott, er lässt die Frage, in was diese Niedrigkeit bestehe, aber auch nicht offen, er bleibt hier, wo er stärkere Argumente für nötig hält, auch nicht bei einem psychologischen Begriff stehen, sondern er verweist, wie das Zeitalter, besonders das Judentum des Zeitalters es liebte, auf die Schatten der Vergänglichkeit, der den in die Augen fallenden Glanz des Reichtums bedroht 168, als nicht der Reichtum, auch nicht das Vertrauen auf den Reichtum, sondern, wie wir es sonst nur aus den Evangelien, besonders aus dem Lukas-Evangelium kennen, der reiche Mann als solcher [es ist], der in diesen Schatten gestellt wird: Er, der Reiche, der Glänzende, der Überlegene als solcher wird vergehen. Das ist seine Niedrigkeit vor Gott, deren er sich freuen soll, das Einzige, dessen er sich freuen kann. Das Gericht, das sich an ihm vollzieht, ist das, was ihn mit Gott verbindet. Was die Höhe ist, deren der Arme sich rühmen soll, braucht offenbar danach gar nicht gesagt zu werden. Der Abschnitt, der mit καυχάσθω, an beide gerichtet, begonnen, bricht ab mit der schrillen Gerichtsdrohung, nur an den Einen gerichtet. Damit, dass die Maske des Reichen, nein der Reiche selbst, fällt , ist offenbar für Jakobus der Arme schon erhöht. Der Anlass zur Freude ist für beide derselbe, und dies, die Wahrheit der gegen den Reichen erhobenen Gerichtsdrohung, ist der Anlass. Es bedarf keiner Worte, dass es dem Reichen unverhältnismäßig viel schwerer gemacht wird, diesen Anlass zum Anlass der Freude zu nehmen. Das ist offenbar die Absicht des Verfassers. Dem armen Mann, dem es zu kompliziert ist, dem V. 2-8 Ausgeführten zu folgen, mag es genügen, zu hören und zu glauben: Es gibt ein Gericht über allen hohen Schein. Dieses Gericht ist seine eigene Höhe. Und dem reichen Mann, der zu viel Geld hat, um die Bedrohung durch die Versuchung und den Mangel an Weisheit recht zu empfinden, muss es genügen, von dem Gericht zu hören, von dem er selbst betroffen ist. Wenn es eine Rettung für ihn gibt, so ist es diese. Aber man denkt unwillkürlich an das Wort vom Kamel und vom Nadelöhr [vgl. Mt. 19,24 par.].

300II. Dieser169 Abschnitt hat, wenn man ihn nimmt, wie er dasteht, ohne daran zu deuteln, etwas von der unheimlichen Elementarkraft des Qadim, des Wüstenwindes von Osten, von dem er V. 11 redet. Wenn dieser Wind weht, dann ist es fürs Erste vorbei mit jener wohltemperierten und nach allen Seiten vorsichtig abgewogenen Christlichkeit, deren höchste Weisheit dahin lautet, dass Alles auf die Gesinnung ankomme.170 Ich würde Keinem von ihnen raten, so bald über diesen Text zu predigen; denn wenn Sie textgemäß darüber predigen, so müsste eine normale christliche Gemeinde darauf damit antworten, dass sie unter Protest das Gotteshaus verließe. Denn das wollen die Christen nicht hören, auch wenn sie selber nicht zu den Reichen gehören; es ist zu sehr die Umkehrung aller gewohnten Begriffe. Erbaulich predigen kann man darüber nur, indem man allerlei ergänzt und hinzufügt, was an sich freilich auch wahr ist, indem man den Gegensätzen dieses Textes ihre Schärfe nimmt, d. h. aber, indem man das Wahre, was nur eben hier vorgebracht wird, unterdrückt dadurch, dass man es in eine allgemeine Wahrheit auflöst. Allgemeine Wahrheiten kann man dann freilich ohne Gefahr und erbaulich predigen.

Achten Sie darauf, wie abrupt V. 9 das neue Thema oder also das alte Thema neu angeschlagen wird. Wie wenn er sich erinnern würde, dass die V. 2-8 Bußruf nicht hörbar sein möchten, greift Jakobus nun plötzlich nach anderen Saiten. Zum konkreten Menschen und seiner konkreten Lage wollte er ja von Anfang an reden. Aber was heißt Versuchung, was heißt Mangel an Weisheit? Das hören die Einen vielleicht gar nicht, die Anderen als fromme Worte. Dass die einen Geld haben und die Andern nicht, das ist die konkrete Lage des Menschen. Davon muss auf alle Fälle auch – und vielleicht für einen Augenblick nur davon muss nun die Rede sein, wenn wirklich von Gott die Rede sein soll. Da hapert’s, wenn die zwölf Stämme des Gottesvolkes nicht mehr wissen, was sie sind. Da sind die verschlossenen Türen, die wieder zu öffnen sind. Und wenn schon, dann gleich gründlich. Und darum nun keine Abstraktionen, keine Vorbehalte und Einschränkungen. Darum nun diese hemmungslosen Reden,
die |302 wie abgebrochene Felszacken gen Himmel ragen, die uns, wenn wir sie verstehen, fast instinktiv zur Abwehr reizen, weil wir fast unmöglich zugeben können, dass die Dinge so stehen, wie sie da dargestellt werden. Es handelt sich darum, in kürzester Form den Menschen daran zu erinnern, was diese höchst konkrete Menschlichkeit, das Armsein und Reichsein, vor Gott bedeutet. Vor Gott. Auch Jakobus, so gut wie Paulus, will die Menschen zu Gott rufen, nicht ihnen leben helfen, nicht ihnen Wege zeigen, die auch abgesehen von diesem Ruf zu Gott allenfalls gut und gangbar sein möchten. Auch dem Jakobus geht es um das Letzte, freilich, und das ist sein Besonderes, im unmittelbaren Blick auf das Vorletzte, aber um das Letzte, das des Vorletzten Ziel und Krisis ist. Und je kürzer er davon redet, je energischer er mit dieser Botschaft, die die des ganzen Neuen Testaments ist, anklopft, umso seltsamer und unerhörter werden auch bei ihm die Linien.

Wenn die V. 2-8 versuchte Seelenführung versagt, wenn sie von Armen und Reichen beantwortet wird mit der Rede, man habe ja die rechte Gesinnung, wenn es zu der geforderten Entscheidung, von der wir letztes Mal hörten171, nicht kommt und darum auch nicht zu der Freude, zu der Jakobus aufrufen will, dann muss der Appell an den Wirklichkeitssinn ganz handgreiflich werden: Was bedeutet euer Geld Haben und Nicht-Haben? Nichts!, möchte jetzt eine sogenannte Innerlichkeit gleich wieder antworten, es kommt nicht darauf an, ob man arm oder reich ist, wenn man nur... Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand hat seine Last!172 Ja, das ist wahr, wenn es von Gott aus verstanden ist, wenn es also als wahr gilt und nicht nur schön gedacht und gesagt ist. Es kann aber diese Wahrheit auch eine Schanze sein, die man sich gegen Gott errichtet, wenn es – und das scheint auch unter Christen möglich und wirklich zu sein – gar nicht gilt, wenn man großartig: Nichts! antwortet, wo es uns tatsächlich sehr viel bedeutet, wo uns tatsächlich Alles daran hängt, ob wir Geld haben oder nicht haben. Dann wird Alles, was in der Linie des Gellertwortes liegt, zur Ausflucht, zur Heuchelei, zur Lüge, dann muss es heraus, das unerbittliche Licht der Wahrheit,
das auf unser |304 Haben und Nicht-Haben fällt, das Licht, in dem eben wirklich Alles umgekehrt erist, weil Gott Gott ist: «Es rühme sich aber der niedrige Bruder seiner Höhe, der reiche aber seiner Niedrigkeit.»

306

Es heißt: «der niedrige Bruder» ohne allen Zusatz. Es gibt eine Höhe, deren er sich rühmen kann und soll ganz und gar nur darum, weil er niedrig ist. Gerade wie Lk. 1,52: «er erhöht die Niedrigen», ohne allen Zusatz, nur darum, weil sie niedrig sind. Gerade wie Lk. 6,20: «Selig ihr Armen» – ohne Zusatz – «denn euer ist das Reich Gottes», nur weil ihr arm seid. Gerade wie Lk. 16,22 der arme Lazarus von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wird, ohne Weiteres, nur weil er der arme Lazarus ist. Man trägt also etwas ein, wenn man diese «Höhe» des niedrigen Bruders erklärt als die Höhe seiner Demut, seines Glaubens, seiner Geduld und dergleichen. Es wäre schlimm um den Armen bestellt, wenn er sich dessen rühmen müsste, daran fehlt es ihm doch wohl so sehr oder noch mehr als dem reichen Bruder. Wir haben bereits gesehen, was die «Höhe» nach dem Folgenden bedeuten muss. Er rühme sich des Gottes, der ihm näher steht, der mit ihm weniger schwer ins Gericht gehen muss als mit dem Reichen, nicht wegen seiner besseren Gesinnung und dergleichen, sondern einfach darum, weil er arm ist. Denn Gott steht durchaus nicht neutral über Armen und Reichen. Gott steht parteiisch ein für die Armen. Die größere Entfernung von Sicherheit, Freude, Glanz und Größe, in der sich der Arme befindet, hat ihr Äquivalent in der größeren Nähe, in der Gott sich zu ihm befindet. Weniger hoch ist der Berg von Menschlichkeit, der abgetragen werden muss, je entblößter, bedürftiger, preisgegebener diese Menschlichkeit ohnehin ist. Und das ist beim Armen der Fall. Weniger, sehr viel weniger zäh ist das Leben, das sterben muss, auf dass er in Gott lebe. Weniger dicht [ist] das Transparent, das ihn von Gottes Licht trennt.

Denn das ist doch die Lage zwischen Gott und Mensch, dass der Mensch Unrecht bekommen muss, damit Gott zu seinem Recht komme bei ihm, unsicher, damit er Gottes gewiss werde, bedürftig, damit ihm geholfen werden kann, abnehmen, damit er wachsen kann [vgl. Joh. 3,30]. Und da ist es weiß Gott nicht gleichgültig, wenn einer so dran ist, dass er wenig, fast nichts mehr zu verlieren, zu verteidigen, zu behaupten weiß, wenn er ohnehin leere, fast leere Hände hat.
Ihn |308 mag und kann man, wer und wie er auch im Übrigen sei, selig preisen. Seiner Niedrigkeit zum Greifen nahe ist die Höhe des Gottes, der aller menschlichen Höhe Zerstörer ist. Wenn der arme Bruder sich das sagen lässt – und das kann er sich sagen lassen, das kann er verstehen, gerade weil er viele andere indirektere Erwägungen nicht versteht, gerade weil er einfach bedrückt ist und darum reif für die Wahrheit –, dann hat er gehört, was er hören muss. Der Arme hat es auch nötig, Buße zu tun, aber er wartet auf den Bußruf, der ganz und gar aus der Barmherzigkeit, nein aus der Gerechtigkeit kommt; er will nicht getröstet und bemoralisiert, er will verstanden sein und sich selber verstehen in seinem tiefsten Anliegen, in seinem Verlangen nach ausgleichender Gerechtigkeit. Er wartet darauf und er versteht Gott wohl, ihm Lasten abgenommen, nicht neue Lasten auferlegt werden, dass ihm der nahe, nicht der ferne Gott verkündigt werde.

16.XII.22Aber nicht zum Armen zu reden ist jetzt offenbar des Jakobus Hauptabsicht. Das Objekt seiner Evangelisation sind nicht die unteren, sondern die oberen Stände.

310

312

Was wird aus dem Reichen, wenn der Arme sich seiner Höhe rühmen soll? Er rühme sich seiner Niedrigkeit. Das tönt anders. Niedrigkeit ist nichts Rühmliches. Denn wieder sehen wir, dass darunter nichts Innerliches, Geistiges verstanden werden kann, sondern nackt und bloß die Tatsache, dass er als Reicher verloren, gerichtet, erledigt ist. Es heißt «der Reiche» ohne allen Zusatz. «Niedrigkeit» ist sein Schicksal nur, weil und sofern er reich ist. Gerade wie Lk. 1,53: «er entlässt die Reichen leer» ohne Zusatz! Gerade wie Lk. 6,24: «Wehe euch Reichen!» ohne Zusatz! Gerade wie der reiche Mann (Lk. 16,23) in die Hölle und in die Qual kommt, nur weil er reich ist. Gerade wie der reiche Jüngling (Mt. 19,22) davonging, denn er hatte viele Güter, nur darum. Gerade wie ein Reicher so schwer ins Himmelreich kommt, dass es heißen muss: «Bei den Menschen ist’s unmöglich», nicht weil er geizig, verschwenderisch, hochmütig ist, nicht weil er sein Herz daran gehängt hat [vgl. Ps. 62,11], sondern weil er reich ist, und die Auflösung, die einzige, die es gibt, lautet: «Bei Gott aber sind alle Dinge möglich!» (Mt. 19,26). Eingetragen sind wiederum alle Erklärungen, nach denen etwas Anderes als der Reichtum selbst die furchtbare Niedrigkeit, das furchtbare Gericht ist, in dem der Reiche sich befindet. So freundlich das Leben ihm lacht, so parteiisch ist Gott ihm abgewandt. Die Proportionen sind nun einmal umgekehrt im Diesseits und im Jenseits. Alles, was hier für den Menschen spricht, spricht dort gegen ihn. Alles, was ihm hier hilft, schadet ihm dort. Alles, was hier Leben heißt, heißt dort Tod. Es gibt nur eine Möglichkeit der Rettung: erkenne, dass gerade diese Umkehrung Gottes Ordnung ist. Er rühme sich seiner Niedrigkeit! Er rühme sich des Gerichts, unter dem er steht. Dann rühmt er sich Gottes, auch er. Dann hat er den Bußruf, den viel schwereren Bußruf, den er hören muss, gehört. Warum soll der Reiche sich seiner Niedrigkeit rühmen? Offenbar, weil diese seine Niedrigkeit sein Anteil an der Wahrheit und darum an Gott ist, also mit barmherziger Unbarmherzigkeit herausgesagt: darum rühme er sich: «weil er wie die Blume des Grases
ver|314gehen wird. Denn die Sonne erhob sich samt dem Glutwind und versengte das Gras, und die Wohlgestalt ihres Aussehens war dahin. So wird der Reiche verwelken bei seinen Unternehmungen.»

Man darf auch hier, wenn man erklären will, nicht zu konkret erklären wollen und vor Allem nicht moralisch-psychologisch. Es steht nichts da von der Vergänglichkeit des irdischen Reichtums. Es steht auch nichts da vom Sterben des reichen Mannes. Was dasteht, ist einfach, in Form des wohlbekannten alttestamentlichen Bildes, die Erinnerung an die φθορά des Fleisches überhaupt, in vernichtender Anwendung auf den reichen Mann als solchen. Er als solcher wird vergehen, verwelken. In derselben Ordnung der Dinge, kraft deren er zu Blüte und Glanz kommt, εὐπρέπεια seines Aussehens, mit dem, was ihn vor dem Armen auszeichnet, ist es dann dahin. Der Schein erweist sich als Schein, die Maske wird zur Totenmaske. Man kann zur Illustration wohl an Hofmannsthals «Spiel vom Sterben des
reichen Mannes» |316 denken.182 Aber die Rede des Jakobus ist noch unheimlicher, weil sie den Feind, der ihm ein Ende macht, nicht so speziell nennt und auch von dem, was ihn in dieser Not retten könnte, nichts sagt. Es muss aus dem καυχάσθω V. 9 erraten werden. Der wirkliche Feind ist, wenn V. 11a gedeutet werden soll, nicht der Tod, sondern Gott, der Seele und Leib verderben kann in die Hölle [vgl. Mt. 10,28]. Er ist der Richter, der Urheber und Sinn der φθορά, unter der alles Menschliche steht, umso mehr, je mehr eigene Lebendigkeit und Herrlichkeit es besitzt. Und das ist des Reichen Anteil an der Wahrheit, das Nadelöhr, durch das er hindurchgehen muss, um ins Himmelreich zu kommen [vgl. Mt. 19,24 par.], dass Gott sein Gegner ist, vor dem er nichts ist. Das ist seine Niedrigkeit, und dieser Niedrigkeit soll er sich rühmen. – Die Auslegung kann nicht tröstlicher, nicht befriedigender sein als der Text. Man kann die Weihnachtsstimmung vermissen und das Evangelium in dem, was uns da gesagt ist. Aber wichtiger als die Weihnachtsstimmung ist ja die Weihnachtsgeschichte, in der mit Nachdruck erzählt ist, wie das Kind des Friedens und der Verheißung im Stall zu Bethlehem und nicht anderswo geboren werden musste. Das ist in der prophetischen Gerichtsverkündigung, die wir eben gehört, jedenfalls enthalten. Und wenn wir heute, ich meine das concretissime, in der dem reichen Mann angedrohten Niedrigkeit vielleicht einfach tatsächlich schon stehen: abgefallen die Blume, dahin die εὐπρέπεια τοῦ προσώπου, die nackte Wahrheit am Tag, offenbar, immer offenbarer, wie es um den Menschen steht, wenn alles Theater aufhört, wenn fast nur noch die Barmherzigkeit Gottes in Betracht kommt, dann kann uns doch wohl auch das Evangelium, das hier wartet, das καυχάσθω von V. 9 nicht ganz verborgen sein.

289 Erklärung des Jakobusbriefes
W.S. 1928/29

Jakobus 1,9-11

Es rühme sich aber der niedrige Bruder seiner Höhe,
der reiche aber seiner Niedrigkeit,
weil er wie die Blume des Grases vergehen wird.

Denn die Sonne erhob sich samt dem Glutwind
und versengte das Gras,
und seine Blume fiel ab,
und die Wohlgestalt ihres Anblicks war dahin.
So wird der Reiche verwelken bei seinen Unternehmungen.



Dibelius will diesen Abschnitt in keiner Weise mit dem vorangehenden kombiniert wissen. Er hat sicher recht, wenn er sagt, dass man das δὲ V. 9 nicht logisch pressen dürfe.157 Aber ganz umsonst wird es wohl auch nicht dastehen. Wird man die Deutung Bengels: 40 das beste Heilmittel gegen die vorher genannte διψυχία bestehe darin, das zu tun, was V. 9-11 dem Armen und dem Reichen empfohlen wird158 , als allzu eingetragen ablehnen müssen, so wird doch zu fragen sein, ob nicht eine Beziehung bestehe zwischen dem πᾶσαν χαρὰν ἡγήσασθε V. 2 und dem καυχάσθω V. 9, andererseits auch zwischen den auch inhaltlich anklingenden Gerichtsdrohungen V. 8 und V. 11. Der Abschnitt könnte doch über alles Vorangehende anknüpfen an das «Freuet euch!» des Anfangs, könnte zu verstehen sein als eine etwas seitabstehende kurze Parallele zu V. 2-8, die mit demselben, allerdings auf viel direkterem Weg gewonnenen Resultat endigte, worauf dann V. 12 der Hauptgedanke wieder aufgenommen würde.

291

Es scheint mir doch bei Dibelius eine methodische Übertreibung darin zu liegen, wenn er über der richtigen Einsicht, dass wir es bei Jakobus nicht mit einem Gedankengang im eigentlichen Sinn, sondern immer wieder mit neuen Themata zu tun haben, ganz davon absehen will, dass diese Themata doch auch schon für den Verfasser – soviel beweist eben das kleine δέ V. 9 immerhin -, in einer Reihe, einer nicht ganz unzusammenhängenden Reihe standen.159

293

295

297

299

301

In der Tat: Unerhört abrupt wird V. 9 dieses neue Thema: die Höhe des Armen und die Niedrigkeit des Reichen, deren beide sich rühmen sollen, angeschlagen. Aber man wird nicht leugnen können, dass eben dieser abrupte Übergang gerade an dieser Stelle jedenfalls sehr wirksam ist. Wie wenn der Verfasser sich erinnern würde, dass die V. 2-8 gemachten Ausführungen für gewisse Ohren viel zu fein und zu hoch und für gewisse andere Ohren gerade wegen ihrer Feinheit und Höhe als Bußruf nicht hörbar sein möchten. Nun greift er nach andern Saiten. Was heißt Versuchung? Was heißt Mangel an Weisheit? Sind die Leser damit wirklich in ihrer konkreten Lage angesprochen? Dass die Einen Geld haben und die Andern nicht, dass könnte ja vielleicht auch in der Christenheit für ihre konkrete Lage, wie sie selbst sie empfinden, viel bezeichnender sein als jene hohen Worte. Davon muss auf 41 alle Fälle auch und vielleicht muss für einen Augenblick nun nur davon die Rede sein, wenn diesen Menschen gegenüber wirklich von Gott die Rede sein soll. Da könnte es hapern, wenn die zwölf Stämme in der Zerstreuung nicht mehr wissen, was sie sind. Da könnten die |303 verschlossenen Türen liegen, die wieder zu öffnen sind. Und davon ist nun in der abstraktions-, vorbehalts- und hemmungslosen, in der den Leser noch heute fast instinktiv zur Abwehr reizenden Weise, die unserm Abschnitt eigentümlich ist, in der Tat die Rede. Es handelt sich darum, in kürzester Form zu sagen, was diese konkrete Bestimmtheit der menschlichen Lage, das Arm- und Reichsein des Menschen vor Gott bedeutet und nicht bedeutet. Vor Gott! Auch Jakobus will zu Gott führen und nicht irgendwelche konservative oder radikale, reaktionäre oder revolutionäre Lebensweisheit vermitteln. Aber ihm geht es in besonders ausdrücklicher Weise um den wirklichen Menschen.

Er weiß, dass die V. 2-8 versuchte Seelenführung einfach daran scheitern kann, dass sie eben nur als Seelenführung, dass die geforderte Entscheidung nur als eine innerliche, gesinnungsmäßige und insofern gar nicht als eine Entscheidung des wirklichen Menschen verstanden wird. Eben weil es um Gott geht, geht es ums Ganze, und eben darum gar sehr auch ums Äußerliche. Was bedeutet Armut? was bedeutet Reichtum? Nichts! möchte eine Religion der Innerlichkeit, die eben nicht Glaube ist, rasch antworten: es kommt nicht darauf an, wenn man nur - - - ! «Ein jeder Stand hat seinen Frieden, ein jeder Stand auch seine Last».172 Das ist schön und wahr, wenn es nämlich gilt. Das kann aber auch die übelste Schanze sein, hinter der man sich vor Gott verbirgt, wenn es gar nicht gilt, sondern bloß schön und wahr gesagt ist, wenn man hier schnell und großartig: Nichts! antwortet, wo es tatsächlich doch sehr viel bedeutet, wo uns tatsächlich Alles daran hängt, ob wir Geld haben oder nicht haben. Dann wird Alles, was in der Linie des Gellertwortes noch so schön und wahr gesagt werden kann, zur Heuchelei und Lüge, dann muss es heraus, das unerbittliche, aufreizende Licht der wirklich gültigen Wahrheit, in dem unser Haben und Nicht-Haben steht, das Licht, in dem das Verhältnis |305 beider gerade umgekehrt sichtbar 42 wird, weil beide vor Gott wirklich nichts bedeuten. |

173 Abschnitt hat, wenn man ihn nimmt, wie er dasteht, ohne daran zu deuteln, etwas an sich von der unheimlichen Naturkraft des Qadim, des Wüstenwindes von Osten, von dem V. 11 die Rede ist. Wenn dieser Wind weht, dann verbrennt mit des Grases Blume alle nicht wirklich gültige christliche Wahrheit. Was Entscheidung heißt, wird dann allerdings sichtbar. Man kann nur raten, über diesen Text nicht so bald zu predigen. Auf eine textgemäße Predigt  über diese Stelle könnte eine normale christliche Gemeinde eigentlich nur damit antworten, dass sie das Gotteshaus unter Protest verließe. Erbaulich im üblichen Sinn kann man darüber nur predigen, wenn man – eine Versuchung, der sogar P. Geyser nicht ganz ausgewichen ist174 – allerlei, z. B. einen kleinen Angriff auf den Sozialismus  oder dergleichen, der Vollständigkeit halber hinzufügt, was nun einmal nicht dasteht. Das Wahre, das nun einmal hier steht, ist sehr ärgerlich und lässt sich in eine allgemeine Wahrheit schlechterdings nicht auflösen. Wenn man es darum für ungenießbar hält, dann lasse man wenigstens die Finger davon. Aber kommen wir zur Sache. Also: «Es rühme sich der niedrige Bruder seiner Höhe, der reiche aber seiner Niedrigkeit». Καυχᾶσθαι bezeichnet die verschwiegene oder manifeste Freude des Frommen über den ihm als solchem eigenen und wertvollen Besitz. 175 ἀδελφὸς ὁ ταπεινὸς ist offenbar, da ihm nachher der reiche gegenübergestellt wird, der arme, der materiell niedrig gestellte Christ. Dass er sich rühmen soll, ist ein ähnliches Paradox wie V. 2 das «Freuet euch in den Versuchungen!» Es wird hier noch verschärft. Er rühme sich – seiner Höhe. Das würde, wenn wir einen sozusagen unterirdischen Zusammenhang mit V. 2-8 annehmen wollen, dem Satz mit γινώσκοντες V. 3 entsprechend, die Auflösung des Rätsels der ersten Worte aussprechen. Diese Auflösung geschieht aber in solcher Kürze, dass es selber wie ein neues Rätsel wirkt. Die «Höhe», von der |307 die Rede ist, ist natürlich die jetzt schon heimlich vorhandene und künftig zu offenbarende Herrlichkeit des Geringen vor Gott. Aber nun beachte man: Dass diese Herrlichkeit sein ist, das wird ganz und gar nur damit begründet, dass er eben der Geringe ist. Es heißt: der niedrige Bruder, ohne allen weitern Zusatz. Es gibt eine Höhe, deren er sich ganz und gar nur darum rühmen kann und soll, weil er niedrig ist. Gerade wie Lk. 1,52: Er erhöht die Niedrigen – ohne allen Zusatz. Gerade wie Lk. 6,20: Selig die Armen! – ohne Zusatz – denn euer ist das Reich Gottes, nur weil ihr arm seid. Gerade wie Lk. 16,22 der arme Lazarus von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wird 43 nur, weil er eben der arme Lazarus ist. Man trägt also etwas ein, wenn man die Höhe des niedrigen Bruders erklärt als die Höhe seiner Demut, seines Glaubens, seiner Geduld. Es wäre schlimm um den Armen bestellt, wenn er sich dessen rühmen müsste, daran fehlt es ihm ja vielleicht so sehr oder noch mehr als dem Reichen. Nein: er rühme sich Gottes, der mit ihm weniger schwer ins Gericht gehen muss als mit dem Reichen, nicht wegen seiner bessern Gesinnung oder dergleichen, sondern einfach darum, weil er schon mit ihm ins Gericht gegangen ist, weil er eben arm ist (V. 9f.). Die größere Entfernung von menschlicher Sicherheit, Freude, Größe hat ihr Äquivalent in der größeren Nähe der Gnade Gottes. Weniger muss abgetragen werden von dem Berg des Menschlichen, wo dieses Menschliche ohnehin so entblößt, bedürftig, preisgegeben ist.

Denn das ist doch die Lage zwischen Gott und Mensch, dass der Mensch ins Unrecht gesetzt werden muss, damit Gott bei ihm zu seinem Rechte komme, unsicher, damit er Gottes gewiss werde, abnehmen, damit jener wachsen kann [vgl. Joh. 3,30]. Wer nun als Mensch so dran ist, dass er wenig, fast nichts mehr zu verlieren, zu verteidigen, zu behaupten hat, wer mit fast leeren Händen dasteht, der ist, auch wenn Gottes Urteil noch nicht gefallen und von uns auch aus |309 diesem Grunde nicht vorwegzunehmen ist, in dieser Hinsicht jedenfalls vor dem Andern selig zu preisen. Ist seiner Niedrigkeit nicht fast unmittelbar gegenwärtig die Höhe Gottes, der alle menschliche Höhe zerstören wird? Wenn der arme Bruder sich das sagen lässt, dann hat er gehört, was er hören muss. Gewiss, er hat es auch nötig Buße zu tun, aber der Bußruf ist zugleich die Verkündigung der ausgleichenden Gerechtigkeit, auf die er wartet. Lazarus hat Böses empfangen, nun aber wird er getröstet (Lk. 16,25)! Ihm sollen Lasten abgenommen, nicht neue Lasten auferlegt werden.

Aber nicht zum Armen zu reden, den Armen in seiner Armut und d. h. mit seiner Armut zu trösten, ist jetzt offenbar die Hauptabsicht unseres Autors. Wer179 ist der πλούσιος,  von dem im Folgenden ausschließlich die Rede ist, und was ist die ταπείνωσις, deren V. 10a auch der πλούσιος sich rühmen soll? 44 Hier scheiden sich die Wege der Exegeten. Während die Einen aus V. 9 ergänzen: der reiche Bruder und also an reiche Christen denken und bei der ταπείνωσις an die Niedrigkeit, in der in Christus jeder vor Gott dasteht, sind die Andern, unter ihnen auch die drei neuesten Kommentatoren, Dibelius176, Hauck177, Bardenhewer178 der Meinung, hier handle es sich, man verweist auf 2,6f., um nicht-christliche Verfolger, die nur rhetorisch mitangeredet, denen ironischerweise zugemutet werde, sich ihrer bevorstehenden Erniedrigung zu rühmen, etwa wie bei den Propheten nebenbei auch den fremden Völkern der Untergang geweissagt wird [vgl. Jer. 9,24f.]. Beide Lösungen haben nicht allzuviel für und viel gegen sich. Man macht gegen die erste geltend, dass das, was hier und an spätern Stellen gegen die Reichen gesagt wird, uner|311träglich wäre, wenn es wirklich gegen Christen gesagt sein sollte. Es ist aber gegen die zweite zu sagen, dass außer 2,6 kein Indizium dafür vorhanden ist, dass die besprochenen Leute außerhalb der Gemeinde zu suchen sind und dass der Eifer, mit dem er sich 5,1ff. noch viel direkter als hier an sie wendet, bei dieser Voraussetzung reichlich undurchsichtig wird. Ich möchte unsere Stelle wenigstens auf die christlichen Reichen bezogen wissen, weil es mir nicht einleuchtend erscheint, dass nach dem ὁ ἀδελφὸς ὁ ταπεινὸς V. 9 auf einmal gleich darauf zwischen ὁ und πλούσιος ein ἄνθρωπος oder wie manche noch konkreter wollten: ein Ἰουδαῖος zu ergänzen164 und dass das «Sich Rühmen» V. 9 ernsthaft, V. 10 aber auf einmal ironisch gemeint sein soll. Wenn man sich wenigstens hier so entscheidet, dann ist die ταπείνωσις, deren sich der reiche Christ rühmen soll, in der Tat in Analogie zu ὕψος V. 9 in noch näher zu bestimmendem Sinn als seine Niedrigkeit vor Gott zu verstehen. Der Reiche  rühme sich ebenso wie der Arme  dessen, was nicht vor Augen steht, und das ist eben für ihn seine Niedrigkeit. Auch das natürlich ein Rätselwort. Und, wenn es uns nicht verboten ist, mindestens auch aus dem Zusammenhang unseres Textes zu denken, wiederum eine verkürzte Parallele zu V. 2-8. Angenommen die Erinnerung an die göttliche 45 Frohbotschaft, wie sie V. 2-8 ausgeführt war, erreiche das Ohr eines Menschen darum nicht, weil er einfach zu viel Geld  hat, um die Krisis, in der sich auch sein Leben befindet, als solche zu erkennen, so kann ihm kurz und gut dasselbe vielleicht vernehmbarer gesagt werden, indem ihm gesagt wird: Freude für dich kann nur Erkenntnis deiner Niedrigkeit bedeuten. Dann weißt auch du in konzentriertester Formel, was mit dem Hinweis auf die Bewährung des Glaubens V. 2-4 und auf das Gebet des Glaubens V. 5-8 zu bedenken gegeben sein sollte. Aber was ist es nun eigentlich mit dieser «Höhe» und «Niedrigkeit»? Wir akzeptierten vorläufig die allgemeine Bestimmung, dass es sich um Höhe und Niedrigkeit vor Gott handelt. Aber nun ist es bezeichnend für Jakobus, dass er dies nicht ausspricht, den Leser auch nicht bei dieser allgemeinen Annahme stehen lässt. Er bringt das Bestimmte, das er meint, nicht etwa mit einem Hinweis auf die Unabhängigkeit der innern geistigen Verfassung des Menschen gegenüber seiner äußern Lage zum Ausdruck, sondern vielmehr mit einer scharfen Betrachtung eben dieser äußern Lage als solcher. Und er wendet sich mit |313 dieser schärfern Betrachtung nur dem zweiten Angeredeten, dem Reichen und seiner äußern Lage zu und überlässt den Rückschluss auf den Andern dem Leser.

Im Blick auf die Lage des Reichen als solchen sagt Jakobus: der Reiche rühme sich seiner Niedrigkeit. Wiederum heißt es: der Reiche – ohne Zusatz. «Niedrigkeit» ist sein Schicksal nur, weil und sofern er reich ist. Gerade wie Lk. 1,53: er entlässt die Reichen leer – ohne Zusatz. Gerade wie Lk. 6,24: Wehe euch Reichen! – ohne Zusatz. Gerade wie Lk. 16,23 der reiche Mann in die Hölle kommt, nur weil er eben der reiche Mann ist. Gerade wie der reiche Jüngling Mt. 19,22 traurig davon ging, weil er viele Güter hatte, nur darum. Gerade wie ein Reicher so schwer ins Himmelreich kommt, dass es heißen muss: bei den Menschen ist’s unmöglich, nicht weil er geizig, verschwenderisch, hochmütig ist, nicht weil er sein Herz daran gehängt hat [vgl. Ps. 62,11], sondern weil er reich ist, und die Auflösung, die mögliche, aber auch die allein mögliche 46 lautet: bei Gott aber sind alle Dinge möglich (Mt. 19,26). Eingetragen sind wiederum alle Erklärungen, nach denen etwas Anderes als der Reichtum selbst die Niedrigkeit, das Gericht ist, in dem sich der Reiche befindet. Die Proportionen sind nun einmal umgekehrt im Diesseits und im Jenseits. Die unsichtbare Wahrheit Gottes richtet sich gegen den Reichen als solchen, ebenso wie sie für den Armen als solchen spricht. Alles, was dem Menschen hier hilft, schadet ihm dort. Alles, was hier Leben heißt, heißt dort Tod. «Jakobus hat keinen Trost für die Reichen» (Hauck).180 Ich würde sagen: nur den Trost, dass er als Reicher jedenfalls keinen Trost hat. Er kann nur den Trost haben, den der Arme als Armer hat. Es gibt nur eine Möglichkeit der Rettung: erkenne, dass gerade diese Umkehrung Gottes Ordnung ist. Er rühme sich seiner Niedrigkeit! Er rühme sich des Gerichts, in dem er steht. Dann rühmt er sich Gottes, auch er. Dann hat auch er den Bußruf, den für ihn viel schwerer zu hörenden gehört. Seine Niedrigkeit ist sein Anteil an der Wahrheit und darum an Gott. Und nun sagt es Jakobus mit der ihm eigenen barmherzigen Unbarmherzigkeit heraus (V. 10b-11): er rühme sich: «Weil er wie die Blume des Grases vergehen wird. Denn die Sonne erhob sich samt dem Glutwind und versengte das Gras, und die Wohlgestalt ihres Ansehens |315 war dahin. So wird der Reiche verwelken bei seinen Unternehmungen.»

Wir181 haben es mit einer paraphrasierenden Reminiszenz an das auch 1.Petr. 1,24f. zitierte Prophetenwort Jes. 40,6-7 zu tun. Das Bild wird bereichert durch die nachdrückliche Erwähnung des Sich Erhebens der Sonne und – so ist καύσων wahrscheinlich zu verstehen – des aus der arabischen Wüste kommenden Alles versengenden Ostwindes und durch den Zusatz: «die Wohlgestalt (der Blume) war dahin». Der Sinn des alttestamentlichen Bildes wird durch diese Paraphrase leicht verschoben. Die Vergänglichkeit des Grases tritt zurück hinter der überlegenen zerstörenden Macht von Sonne und Glutwind, der es vergehen lässt, und es betont der zweite Zusatz die Hinfälligkeit gerade dessen, was als schön in die Augen fällt. So wird der Reiche vergehen, erklärt V. 11b, oder vielmehr im Bilde fortfahrend: so wird er verwelken auf seinen Wegen, 47 gemeint ist: auf den Wegen, die er macht, auf seinen Reisen. Windisch möchte geradezu übersetzen: auf seinen Geschäftsreisen!167 Das tertium comparationis ist die Raschheit des Vergehens. So plötzlich wie mit der Herrlichkeit der Fluren wird es mit dem Anblick, den die Lage des Reichen bietet, vorbei sein.

Man beachte aber, dass nicht von der Vergänglichkeit des Reichtums, sondern ausdrücklich von der seines von ihm nicht zu trennenden Besitzers die Rede ist. Er, der Reiche, der Glänzende, der Überlegene als solcher wird vergehen. Das ist seine Niedrigkeit vor Gott, deren er sich freuen soll, das Einzige, dessen er sich freuen kann. Das Gericht, das sich an ihm vollstreckt, ist das, was auch ihn mit Gott verbindet. Man darf also auch hier bei der Auslegung um Alles in der Welt nicht moralisch-psychologisch verstehen wollen. Was dasteht, ist nichts Anderes, als, in Erinnerung an das wohlbekannte alttestamentliche Bild, die Verkündigung der φθορά des Fleisches, in vernichtender Anwendung auf den reichen Mann als solchen. In derselben Ordnung der Dinge, kraft deren er zur Blüte und zum Glanz kommt, ist es begründet, dass sich ein schlechthin überlegener Gegner wider ihn erhebt und ihm den Garaus macht. Mit der ihn auszeichnenden εὐπρέπεια ist |317 es dann dahin. Der Schein erweist sich als Schein, die Maske als Totenmaske. Man kann zur Illustration wohl an Hofmannsthals «Spiel vom Sterben des reichen Mannes» denken.182 Aber die Rede des Jakobus ist noch unheimlicher, weil sie den Feind, der dem Reichen ein Ende macht, nicht mit Namen nennt und auch das, was ihn im Tode erretten könnte, mit dem καυχάσθω V. 9 nur von ferne nennt. Der wirkliche Feind ist, wenn V. 11 gedeutet werden soll, nicht etwa der Tod, sondern Gott, der Seele und Leib verderben kann in die Hölle [vgl. Mt. 10,28]. Er ist der Richter, der Urheber und letzte Sinn der φθορά, der alles menschliche Wesen verfallen ist, je fetter es ins Kraut schießt, umso mehr. Und das ist des Reichen Anteil an der Wahrheit, das Nadelöhr, durch das er hindurchgehen muss, um ins Himmelreich zu kommen [vgl. Mt. 19,24 par.]: dass 48 Gott sein Gegner ist, vor dem er nichts ist. Das ist seine Niedrigkeit, und dieser Niedrigkeit soll er sich rühmen. – Die Auslegung dieses Textes kann nicht befriedigender sein wollen als der Text selber. Wir sehen hier das Evangelium, die Heilsverkündigung tief verborgen in lauter Unheilsweissagung. Wer es in diesem Text hören will, muss es so hören. Es ist dem Armen leichter gemacht, es zu hören, als dem Reichen. Wir werden nur sagen können, dass dies eben die Absicht unseres Autors gewesen ist, nicht im Widerspruch zum übrigen Neuen Testament, sondern in stärkster Berührung mit jener Linie besonders der lukanischen Tradition, auf die wir mehrfach hingewiesen haben. Das wäre wohl nicht christliche Botschaft, die diese Linie, so hart sie ist, unsichtbar machen, die das Evangelium nicht auch in dieser verhüllten Gestalt verkündigen wollte.

Sachfußnoten

156
Windisch, S. 6.↩
158
Bengel, S. 488.↩
160
Vgl. zum folgenden unten S. 305.↩
161
Siehe besonders Huther, S. 53. Vgl. von Soden, Jakobus, S. 166; Schlatter, S. 166f.; Hofmann, Brief Jakobi, S. 19f.23. Anders Spitta, S. 25.↩
162
Vgl. die Darstellung von Huther, S. 53f., der dieser Meinung skeptisch gegenübersteht, wohingegen von Soden, Jakobus, S. 166; Hofmann, Brief Jakobi, S. 18–20; Hollmann, S. 6, sie unterstützen.↩
163
Huther, S. 54 votiert für diese Interpretationsrichtung. Windisch, S. 6f., vertritt diese im Blick auf außenstehendeReiche, ohne jedoch eine Verfolgungssituation vorauszusetzen, die wiederum von Soden, Jakabus, S. 166, annimmt.↩
164
Fr. Barth, Erklärung des Jakabus- und Judasbriefs. Winter 1891/92 (Vorlesungsmanuskript im Karl Barth-Archiv), S. 11,2: «[...] hier ist nicht [...] an reiche christen zu denken, weil v. 11 auf solche nicht passt. Vielmehr sind wie 2,6 und 5,1 die reichen volksgenossen der leser, ihre verfolger, die Juden gemeint.»↩
165
Vgl. zum folgenden unten S. 315.↩
166
Barth entnimmt diese Lesart aus Windisch, S. 6, der u. a. auf den Codex Sinaiticus und den Codex Alexandrinus verweist.↩
167
Windisch, S. 6.↩
168
Windisch, S. 7, verweist auf Henoch 96,4-6; Philo, De Specialis Legibus I, 311.↩
169
Vgl. zum folgenden unten S. 305.↩
170
Siehe oben S. 185ff., Anm. 71.↩
171
Siehe oben S. 276.↩
172
Choral von Chr. F. Gellert: «Du klagst und fühlest die Beschwerden», GERS (1891), 305. Der Schluß in V. 2 lautet: «Ein jeder Stand hat seinen Frieden, / Ein jeder Stand auch seine Last.»↩
182
Jedermann. Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes, erneuert von Hugo von Hofmannsthal (1920).↩
157
Dibelius, Jakobus, S. 81.↩
159
Dibelius, Jakobus, S. 81f.↩
173
Vgl. zum folgenden oben S. 300.↩
174
Geyser, S. 23: «Was ist der Sozialismus anders als der Fieberwahnsinn des Sünders, der den Glauben an Gott und Ewigkeit von sich geworfen hat, weil er nicht mehr niedrig sein kann und sein Teil in dieser Welt begehrt?»↩
175
Vgl. zum folgenden oben S. 290.↩
179
Vgl. zum folgenden oben S. 290.↩
176
Dibelius, Jakobus, S. 85, lässt es in der Schwebe, ob reiche Christen oder Nichtchristen gemeint sind – in jedem Fall sei jedoch bei «dem mächtigen Reichen» an «den gesetzlosen ‹Frevler›» gedacht.↩
177
Hauck, S. 53.55, votiert für reiche Nichtchristen. Eine Verfolgungssituation ist bei ihm nicht vorausgesetzt.↩
178
Bardenhewer, S. 37f., denkt an einen «nichtchristlichen Gegner und Bedrücker» (S. 37).↩
180
Vgl. Hauck, S. 53.↩
181
Vgl. zum folgenden oben S. 294.↩