[Credo bei der Taufe von Franziska Barth]
L[iebe] Fr[eunde,] Gott hat uns dieses Kindlein geschenkt und ihm möchten wir es heute in der heiligen Taufe weihen u[nd] zu eigen geben.
Wir glauben an ihn als an den ewigen Vater unser Aller. Er ist die Quelle des Lichts u. des Lebens. Er ist das Ziel unsrer Seele u. unser Herz ist unruhig in uns bis daß es ruht in ihm.2 Er wacht über uns und läßt uns nichts geschehen als was uns selig ist3. Er schenkt uns immer wieder gute Gedanken[,] wenn es dunkel ist um uns, Kraft[,] wenn wir schwach sind, Freudigkeit[,] wenn wir traurig sind. Er will[,] daß allen Menschen geholfen werde [1.Tim. 2,4] in der Gemeinschaft mit ihm. Das ist seine unaussprechliche Gnade, daß er es so gut mit uns meint. |41 So bringen wir ihm denn auch dieses unser Kindlein mit dem herzlichen Anliegen, er möchte auch an ihm wahr machen Alles, was er uns verheißen hat. Wir wissen, daß wir ihm nichts Besseres wünschen können, als daß es in ihm sein Heil erkenne u. seinen Frieden finde. Wenn es ihn kennt[,] dann wird es das, was wir aus ihm machen möchten: ein rechter Mensch, dem die Wahrheit u. die Liebe über alles gehn. Wenn es ihn lieb hat, dann müssen ihm alle Dinge zum Besten dienen [vgl. Röm. 8,28]. Wenn es ihn findet, dann ist es geborgen für Zeit u. Ewigkeit. Wir Eltern versprechen heute vor dem Angesichte Gottes, unser Kindlein in diesem Glauben zu erziehen nach bestem Wissen u. Können. Und wir bitten auch euch l. Taufzeugen und euch Andern Alle, die ihr uns nahe steht, uns beizustehn in der großen Aufgabe, dieses Kindlein Gott zuzuführen. Aber wir wissen auch, daß Gott selber dabei das Beste thun muß.
Wir glauben an Jesus Christus, der unser rechter Erlöser ist, weil er uns aus unsrer Unvollkommenheit heraus u. zu Gott hinführt. Er weckt uns durch sein Wort u. Vorbild immer wieder auf aus dem Schlaf der Gleichgültigkeit und der Sünde. Er zeigt uns den rechten Weg Gottes, den wir aus uns selber nicht finden könnten. Er hat uns durch sein Sterben offenbart[,] daß wir durch Leiden zur Herrlichkeit eingehen müssen [vgl. Lk. 24,26] und daß der Tod keine Macht über uns haben soll. Wir möchten, daß dieser Jesus auch unsres Kindleins Führer und Heiland werde. Wir möchten, daß es bei ihm alles das finde[,] was Gott uns Menschen zu schenken hat: klare Erkenntnis über das[,] was vor Gott recht ist, Vergebung der Sünde und Mut zur Umkehr[,] wenn es gefallen ist, Freudigkeit mitzuarbeiten am Kommen des Reiches Gottes und schließlich ein ewiges seliges vollkommenes Leben.
Und wir glauben an den heiligen Geist, den Gott in die Herzen seiner Kinder giebt. Er macht uns immer wieder gewiß, daß Gott uns nahe ist. Er tröstet uns in der Trübsal. Er stärkt uns in der Versuchung. Er lehrt uns beten und leitet uns in alle Wahrheit [vgl. Joh. 16,13]. Wir bitten heute Gott[,] er wolle auch unserm Kindlein einmal etwas zuteil werden lassen von diesem seinem guten u. h[ei]l[igen] Geist, daß es nie allein u. leer sein müsse, und daß das seines Lebens Freude werde, sich im rechten Glauben und in einem gehorsamen tapferen Leben zu ihm zu halten [vgl. Ps. 73,28].
Amen.