Unsre Stellung als Schweizer zum Weltkrieg
UNSRE STELLUNG ALS SCHWEIZER ZUM WELTKRIEG WELTKRIEG
Die zum Dorf
- Oeffentliche Versammlung
- Sonntag, den 25. Okt. 1914, abends
- punkt 8 Uhr im Schulhaus.
- Referenten:
- Herr Pfarrer Barth, Safenwil
- Herr Student
Schenker , Rothacker. - Jedermann, auch Frauen und
- Töchter sind freundlichst eingeladen.
Barth notierte in seinem Taschenkalender lediglich: «Versammlung auf d. Rothacker. Schenker, ich,
Der Vortrag weist viele inhaltliche Parallelen mit gleichzeitigen Predigten Barths auf: In den Anmerkungen werden entsprechende Predigtstellen herangezogen, um die Stichworte des Vortragskonzepts anschaulicher zu machen.
Unsre Stellung als Schweizer zum Weltkrieg.
Unser persön[liches] Schicksal: Teurer Winter, unsichere Arbeit, Männer fort.3 Aber in dieser Zeit ziemt sichs nicht, nur ans Nächstliegendste zu denken. Große Gedanken, große Pflichten.4
1. Uns ein eignes freies Urteil bilden. Wer nicht nachdenken will, der erlebt umsonst eine der größten Perioden der Geschichte. Aber selbst nachdenken. Nicht Zeitungs- u. Wirtshausbehauptungen, sondern ruhiges Erwägen aller bekannten Umstände.
[Wir Deutschschweizer und
Probleme: Das Recht
Als Neutrale haben wir das Recht u. die Pflicht, in dem Allem selber zu denken, resp. unser Urteil aufzuschieben, bis Klarheit käme (
84 2. Unsre Einheit mit den welschen Schweizern zu pflegen
Unsre Grenze ist geschützt, aber wir sind in Gefahr, geistig auseinanderzufallen, einander nicht mehr zu verstehen. Dann müßte der polit[ische] Zerfall bald folgen wie 179823[.] Nicht abschrecken lassen durch ihre Sympathie für
3. Uns auf den Standpunkt höherer Ideale stellen
Der Krieg wird geführt zwischen den Rassen, den Militärmächten[,] den widerstreitenden Geldinteressen.26
85 Wir haben keinen Anlaß an diesen Gegensätzen teilzunehmen
Wir glauben a) daran[,] daß die Menschen aller Rassen Brüder sind
b) daß sie einander nicht bekämpfen müssen
c) daß der Kapitalismus, der die Menschen im Frieden aussaugt u. diesen Krieg mitverschuldet hat, überwunden werden kann.
Wir glauben das, d.h. wir müssen als Schweizer Christen sein, die das U[nser] V[ater] [
Wenn wir das glauben, dann ist die