1915

Krieg, Sozialismus und Christentum [II]

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KRIEG, SOZIALISMUS und CHRISTENTUM [II]

1915

Der Vortrag am 14. Februar 1915 war der erste, den Barth, nachdem er am 26. Januar 1915 der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz beigetreten war1, als SPS-Mitglied hielt. – Das nahe bei Safenwil gelegene Zofingen ist einer der größeren Orte im Kanton Aargau; 1914 zählte der Bezirkshauptort etwa 6000 Einwohner. Der 1851 gegründete Grütliverein Zofingen zählte Ende 1914 20 Mitglieder, neun davon waren damals im Militärdienst und einer durch den Krieg arbeitslos.2

Krieg, Sozialismus und Christentum

Vortrag im Grütliverein Zofingen am 14. Februar 1915

Wie war das möglich, daß die Völker Europas dahin kommen konnten? Für den Einsichtigen hatte das Eintreten dieser Katastrophe durchaus nichts Befremdendes. So mußte es kommen. Zu groß waren u. sind die Rätsel u. Widersprüche unsrer sog. Kultur. Der Krieg war nur die fürchterliche[,] aber natürliche Auslösung einer längst vorhandenen Spannung. Spannungsmomente:

Nationalismus: Die falsche Betonung: zuerst das «Vaterland», dann die Menschheit. «Vor allem Schweizer».3 Daraus notwendig Gegensatz der Völker u. Vaterländer.

106 Militarismus: Das «Vaterland» ist das gegen die «Feinde» mit Geschützen u. Gewehren bewaffnete u. zu verteidigende Vaterland. Trugschluß: si vis pacem4[.] Einflußreiche Rüstungsindustrieen und Militärkasten

Kapitalismus: Unser Wirtschaftssystem des ungeordneten (auf dem Privatbesitz der Produktionsmittel beruhenden) Gewinnstrebens. Zoll- u. Kolonialprobleme. Verhängnisvolle Gegensätze der nationalen Interessengruppen. An Stelle der alten Kabinettskriege trat der moderne Wirtschaftskrieg

Gouvernementalismus: Die Regelung der internationalen Beziehungen liegt in den Händen weniger unkontrollierbarer u. nicht sehr vertrauenswürdiger Persönlichkeiten, Fürsten u. Diplomaten

Alle diese Tatsachen mußten zum Kriege treiben. In verschiedenem Verhältnis waren sie ja überall vorhanden. Sie waren ein Stück Krieg schon mitten im Frieden.

Aber das ist problematisch, daß die geistigen Mächte Christentum, Sozialismus u. Wissenschaft versagten u. sich so mitreißen ließen, daß jetzt außer schwachen Lebenszeichen andrer Art nur noch der Krieg das Leben der Menschheit beherrscht. Darüber nachzudenken, dazu Stellung zu nehmen, lohnt sich mehr als zu schwadronieren über die einzelnen politischen u. militärischen Ursachen u. Folgen der gegenwärtigen Ereignisse.

I

Von diesen Geistesmächten war zu hoffen – wenn auch kaum zu erwarten! – daß sie als Schutzwälle gegen die lange schon drohende Flut wirken würden. Instinktive Äußerungen dieser Hoffnung bei Kriegsausbruch.

a) Das Christentum: Von Jesus her ist ein Geist in der Welt wirksam, dessen Grundzüge die folgenden: Voller rücksichtloser Gehorsam gegen den Gott, der die Liebe ist [1.Joh. 4,8.16]. Erkenntnis: er ist unser aller Vater, also können keine feindseligen Gegensätze unter uns |107 sein. Das Leben ist eine Bruderschaft der Menschen durch Dienen bis zum Kreuz. Man denke an die tausende von Kirchen, in denen diese göttliche Welt den Menschen nahegebracht wurde. Man denke an ihre ungewollten u. unbewußten Wirkungen. Sollten sie den Krieg u. seine Ursachen nicht unmöglich machen?

b) Der Sozialismus: Die Bestrebung eine neue Gesellschaft zu begründen, aufgebaut auf die Wertschätzung des Menschen gegenüber dem Geld, auf die solidarische Verpflichtung der M[enschen] gegenüber dem Alleinrecht des Einzelnen, auf die Gerechtigkeit gegenüber der Willkür der Stärkern. – Ungeheure Ausbreitung der sozialistischen Ideen u. Kräfte. Beginnende Anerkennung seitens des Staates u. der bürgerlichen Kreise. Erfolgreiche Tätigkeit der Gewerkschaften u. Konsumvereine. Bedeutsamkeit der sozialistischen Internationale. Versammlung im Basler Münster 1912. Eine neue Ära des Friedens schien anzubrechen.5

c) Die Wissenschaft. Unsre Zeit war eine Zeit objektiver ruhiger Forschung wie keine andre. Und diese stille Arbeit war gemeinsame Tat aller Kulturvölker. Viel internationales Gemeingut, zum Ausdruck gebracht in Kongressen, Zeitschriften etc. Die führenden feinsten Köpfe der Menschheit schienen verbunden zu unauflöslicher Arbeitsgemeinschaft.

II

Die Enttäuschung, die wir erlebt haben: die Schutzwälle hielten nicht stand, ja sie gingen mit dem Strom u. halfen seine zerstörende Kraft vermehren.

a) Die äußere Mitwirkung beim Krieg durch Militärdienst, Steuerzahlen, Abstimmungen. Wir Alle! Eine Ausnahme machten die rus|108sischen u. serbischen Sozialisten!!6 Ein Vorgang von grandioser Tragik: Millionen u. Abermillionen haben auf einen Schlag u. durch die Tat ihre teuersten Überzeugungen verleugnet.

b) Innerliche Anerkennung des Krieges: nicht Zwang, sondern vermeintliche klare sittliche[,] ja religiöse Erkenntnis. Nicht trotz, sondern weil ... Man sagt: Die Ideale des Gottesreiches, der neuen Gesellschaft, der Kulturgemeinschaft sollen zwar gelten[,] aber zu ihrer Durchführung ist der Krieg notwendig. Das Neue soll in den Formen des Alten, auch der nationalen Gegensätze realisiert werden. Darum nationales Chr[isten]t[um], nat[ionaler] Soz[ialismus], nat[ionale] Wiss[enschaft]. – Die Geistesmächte mußten den -­ismen des Teufels folgen. So haben Luther und Naumann Recht behalten[,] die dem Geist keine Überwindungskraft gegenüber den Mächten dieser Welt zutrauen, sondern den wahren Dienst Gottes in der Unterwerfung unter diese Mächte fordern.7

c) Kriegsbegeisterung und Kriegswut: Der Krieg wird nicht nur als Notwendigkeit, sondern als Gotteserlebnis, als Freiheitsbewegung, als Kulturtat empfunden.

α) bei den Christen: «Groß ist der Gott der russischen Erde»[.]8 Kreuzzugsstimmung. Heiliger Krieg. Kriegsgebete.9 Die Feinde sind Gottesfeinde. Abstreitung aller eigenen Schuld am Kriege. Amette.10 |109 Dryander.11 Traub.12 Philippi.13 Monod u. Gounelle.14 Die deutschen Kandidaten.15 Hurra u. Hallelujah.16

β) bei den Sozialisten: symptomatische Bedeutung der Ermordung von Jaurès: Der Sozialist erschossen durch den Nationalisten.17 Immerhin verschieden in den verschiedenen Ländern: in Deutschland erliegt er dem Militarismus (Reichstag, Presse, Führer) in Frankreich dem Nationalismus, in England dem Kapitalismus (Trade Unions) Erfolgreiche Einschwärzung18 unsozialistischer Schlagworte: gegen den Zarismus, gegen den Militarismus etc.19 Die Vorgänge in Württemberg.20

110 γ) bei den Kulturträgern etc.: verschwunden die Anerkennung des Wertes u. des Rechtes fremder Nationen, verschwunden die Selbstkritik, verschwunden die ruhige Sachlichkeit. Bergson.21 Häckel.22 Französische Irrenärzte.23 Harnack.24 Zweifel an Shakespeare.25 |111 Hetze gegen Hodler, Rolland, Spitteler in Deutschland26, Zweifel an Beethoven u. Mozart in England27. Aufruf deutscher Gelehrter.28 |112 ­Lissauer.[*]

An ehrenvollen Ausnahmen fehlt es nicht. In den Schützengräben u. überhaupt in der Masse lebt ein anderer Geist u. seine Wirkungen werden spürbar. Aber das Gesamtbild ist das eines Bankerottes der geistigen Mächte. Der Strom des Gotteslebens, der durch die Menschheit fließt, ist versandet in der «Wirklichkeit». Die Tatsache dieses Bankerottes ist furchtbarer als alle Schrecken u. Greuel des militärischen Krieges. Hier müssen wir einsetzen mit unserm Nachdenken.

III

Irrtümer, die jetzt zu unterlassen sind:

a) allgemeine Anklagen, als ob das Chrt. u. der Soz. nichts wert seien. Verleugnung der Ideale, als ob wir bessere nötig hätten (oder gar atavistischer Rücksprung in Tieferes z.B. die Vaterlandsidee – helvetische Gesellschaft!30) Nicht die Ideale haben versagt, aber ihre Bekenner! Sie müssen tiefer erfaßt, ja nicht etwa aufgegeben werden.

113 b) persönliche Anklagen: gegen «die Christen» «die Soz[ialisten]». Tua res agitur.31 Wir haben Alle versagt gegenüber dem Krieg. Auch über die Haltung z.B. der deutschen soz[ial]dem[okratischen] Parlamentsvertreter können wir uns wohl ein Urteil bilden, sollen uns aber vor Anklagen hüten: was hätten wir an ihrer Stelle getan? Wir müssen uns durchdringen lassen vom Gefühl einer Gesamtschuld.

114 c) Gedankenloses Weitermachen, als ob unsere bisherige Art, unsern Idealen zu leben, genügen könnte. Hinter der Geschichte waltet ein ewiger Wille[,] der uns nicht zufällig u. umsonst diese Ereignisse erleben läßt, sondern damit wir zu neuen bessern Erkenntnissen u. Einstellungen kommen. Es gilt jetzt, zu lernen u. sich nicht zu fürchten vor entscheidenden Wendungen u. Opfern.

IV

Was brauchen wir, damit solche Katastrophen nicht wieder kommen? Nichts Neues, aber das Alte in ursprünglicher Reinheit u. Kraft

1. Ein radikales Christentum, wie das des neuen Testamentes war: Es komme dein Reich, es vergehe diese Welt!32 Die Liebe Gottes läßt die Welt nicht bestehen, sondern erlöst sie. Ein Christ sein heißt Anteil haben an jenem ewigen Willen, der hinter der Geschichte verborgen [,] u. darum ein Salz der Erde sein [Mt. 5,13], so ungeheuer schwer das ist u. so sehr dieser Weg ein Weg des Leidens werden muß.

a) mein Reich ist nicht von dieser Welt [Joh. 18,36]. Die Christen haben sich viel zu sehr gewöhnt, die bestehenden Ordnungen u. Verhältnisse bestehen zu lassen, ja sie gutzuheißen, auch wo sie dem Ev[an]g[elium] ins Gesicht schlagen. Sie haben den bestehenden Staat u. sein Recht, den Kapitalismus, das Militär anerkannt u. mit einem Schein von Göttlichkeit umgeben. Kein Wunder[,] daß sie aufhörten ein Salz der Erde [Mt. 5,13] zu sein. Sie müssen es wagen, das Evg. wieder als einen Protest u. als eine Aufgabe zu empfinden u. leuchten zu lassen vor den Leuten [vgl. Mt. 5,16]. Innerliche Trennung von Kirche und Staat! Mag die Schule nützliche Bürger, Arbeiter u. Soldaten für die Bedürfnisse der Gegenwart erziehen. In der Kirche sammeln wir uns in der Nachfolge Jesu nicht als solche[,] sondern als Verschworene einer bessern Zukunft33, als solche, die eines neuen Himmels und einer neuen Erde warten [2.Petr. 3,13].

115 b) Dein Reich komme! [Mt. 6,10] Wir haben als Christen unser Bestes verloren: die Hoffnung und damit den Glaubensgehorsam, der einer neuen Welt entgegensieht u. entgegengeht. Unsre Kirchen u. Gemeinschaften lebten im Frieden mit der Welt, ohne sie doch wirklich zu lieben u. ihr zu helfen durch den Glauben an die Kraft Gottes, der ihr Übel beseitigen will. Wir haben dem Ewigen gedient mit Worten u. Gefühlen, statt es ernst zu nehmen u. ihm entscheidenden Einfluß zu geben auf unsre Stellung zur Welt. Kirchen und Gemeinschaften müssen wieder zu Sammelpunkten u. Organen wirklichen Gottesglaubens werden. Als solche haben sie eine ungeheure Bedeutung, ohne das könnten sie noch heute aufhören ohne Schaden. Der Geist Jesu würde schon andre Formen finden. Als Organisationen des Glaubens können sie Größtes leisten.

In diesem weltfreien und weltüberwindenden Christentum liegen die Kräfte, die auch den Krieg unmöglich machen. Möchten die Christen wieder glauben lernen an diese Kräfte u. statt Urteile u. Anklagen gegen die böse Welt zu schleudern, selber Freie und Sieger werden.

2. Ein radikaler Sozialismus. Auch hier muß nur mit dem Alten, Eigentlichen, Selbstverständlichen Ernst gemacht werden. Ich habe weder Ergänzungen noch Abstriche am Parteiprogramm vorzubringen34, aber die selbstverständl. Voraussetzungen des Programms in den einzelnen Menschen müssen ganz anders leuchten u. wirken als bisher. Denn daran hats gefehlt.

a) Das Ideal der Gerechtigkeit ist der Inhalt des Sozialismus und nicht die Verbesserung der Lebenslage der Arbeiterklasse. Wer für |116 jenes kämpft, arbeitet auch für diese[,] aber nicht um dieser willen kämpfen wir[.] An die Stelle des Appells an die niedrigen egoistischen Instinkte muß wieder deutlich u. machtvoll der Appell an das Gerechtigkeitsgefühl Aller treten. Ein egoistischer Sozialismus ist ein Widerspruch in sich selbst und bringt es praktisch nicht weit, sondern bleibt[,] wenn er gesättigt ist, in inkonsequenten Konzessionen an die bestehende Welt stecken. Wir brauchen Menschen, die für eine bessere Ordnung arbeiten rein aus Einsicht u. gutem Willen. Auch der rechte Sozialist lebt «allein durch den Glauben» [Röm. 3,28]. Lassen wir den idealen Inhalt des Sozialismus wieder leuchten, dann werden wir in uns selbst stark sein und auch diejenigen sozialgesinnten Teile des Bürger- u. Bauerntums mitreißen, die uns bis jetzt noch nicht verstanden haben.

b) Die Kraft der Wahrheit ist das eigentliche Kampfmittel des Sozialismus und nicht die Gewinnung der politischen u. wirtschaftlichen Macht. Die andern Kampfmittel (Lohnkämpfe, Wahlen, Presse, Konsumgenossenschaften) sind in der Anwendung selten frei von Ungerechtigkeiten, wie bei andern Parteien u. Bestrebungen auch. Darum entsteht das seltsame Bild, daß das Recht durch das Unrecht herbeigeführt werden soll[,] u. die Soz[ial]dem[okratie] wird aus der Vertreterin der absoluten Gerechtigkeit zu einer Partei unter andern. Ferner haben es diese Kampfmittel an sich, daß sie die Soz.dem. stark mit der bestehenden bürgerlichen Welt komplizieren (Versicherungen, Gewerkschaftskassen, Sozialisten in den Parlamenten u. in den Regierungen!) Diese Kampfmittel sind nun zwar unvermeidlich, aber ihre Unvollkommenheiten werden zur schweren tötlichen Gefahr, wenn nicht hinter und über ihnen das Zutrauen zu der sozialistischen Wahrheit als solcher steht, die sich durch ihre eigene Kraft durchsetzen muß. Dieses Vertrauen hebt jene Kämpfe u. Kampfmittel auf ein höheres Niveau, reinigt sie u. macht solche Zusammenbrüche unmöglich, wie wir sie jetzt erlebt haben.

c) Die sozialistische Persönlichkeit ist das nächste Arbeitsziel und nicht das soz.dem. Partei- oder Kassenmitglied, nicht der soz. Wähler. Der Geist ists, der lebendig macht [Joh. 6,63]. Selber müssen wir erlöst sein, bevor wir andre erlösen können. Klar überzeugte Sozialisten sind nötig, mit dem ungestümen Drang, Gedanken u. Taten in Übereinstimmung zu bringen. Dazu heißt es sich selber, seine Kameraden, |117 seine Familie erziehen. Eine Handvoll wirklicher Sozialisten würde die Welt durch ihre innere Kraft aus den Angeln heben.

Das ist die Reformation des Chrts. u. des Soz. (+ Reform[ation] der Wissenschaft!) auf die die gegenwärtige Katastrophe hinzudrängen scheint. Ihre innere Wahrheit zwingt sie unter den heutigen Umständen zu einer Vertiefung in dieser Richtung. Der erste u. wesentlichste Schritt dieser Reformation wird darin bestehen, daß die beiden Geistesmächte endlich u. endgiltig ihre innere Verwandtschaft erkennen, [um] ihren innern Anschluß zu vollziehen: Ein wirklicher Christ muß Sozialist werden (wenn er mit der Ref. des Chrts. Ernst machen will!)

     Ein wirklicher Sozialist muß Christ sein (wenn ihm an der Ref. des Soz. gelegen ist!) muß im Evg. das Allein Notwendige, die umfassende Lebenskraft erkannt u. empfangen haben.

Haben wir genug vom Krieg? Sehnen wir uns nach dem Frieden auf Erden, der durch jenes Wurzelübel nicht mehr gestört wird? Dann muß jetzt eine Generation aufwachsen, die aus Christen und Sozialisten besteht im Geist u. in der Wahrheit [Joh. 4,24]. Daß diese Generation komme, das ist unsre Sache!

________

Sachfußnoten

1
Vgl. Busch, S. 94f. 📖↩
2
Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz 1914 (s. oben S. 9, Anm. 1), S. 122. 📖↩
3
«Im Aufruf an das Schweizervolk» (BN, Jg. 70, Nr. 470 vom 3.10.1914 [1. Blatt], S. [1f.] 📖), den der Bundesrat am 1.10.1914 erließ, heißt es: «Zuerst und allem weit voraus sind wir Schweizer; erst in zweiter Linie Romanen und Germanen.» «Vor allem Schweizer» ist auch der Tenor eines Vortrags von Carl Spitteler zur Einstellung der Schweizer gegenüber dem Weltkrieg, gehalten am 14.12.1914: Unser Schweizer Standpunkt, erschienen als Heft 2 der «Schriften für Schweizer Art und Kunst», Zürich 1915 📖. Dort heißt es u. a. (S. 5): «Vor allem müssen wir uns klar machen, was wir wollen. Wollen wir oder wollen wir nicht ein schweizerischer Staat bleiben, der dem Auslande gegenüber eine politische Einheit darstellt?» Die Neue Helvetische Gesellschaft, in deren Zürcher Gruppe der Vortrag gehalten wurde, war Ausdruck eines schweizerischen Nationalismus, der vor und mit Beginn des Weltkrieges hervortrat; vgl. unten S. 113, Anm. 30.↩
4
«... para bellum», nach P. Fl. Vegetius Renatus, Epitome institutorium rei militaris, 3. Buch, Prolog 📖: «Qui desiderat pacem, praeparet bellum» (vgl. Büchmann, S. 366f. 📖). Kritisch dazu auch O. Lauterburg in: Der freie Schweizer Arbeiter, Jg. 7, Nr. 45 vom 7.8.1914, S. [1] 📖. ↩
5
Am 24./25.11.1912 hatte in Basel ein Internationaler Sozialistenkongress getagt unter dem Thema «Die internationale Lage und die einheitliche Aktion gegen den Krieg». Die Wirkung insbesondere der öffentlichen Kundgebung im Basler Münster am 24.11. war stark, doch konnte die Erinnerung an den Kongress die Entscheidungen vieler sozialistischer Parteien Europas zur Bewilligung von Kriegskrediten im Jahre 1914 nicht verhindern, vgl. Mattmüller II, S. 6–11 📖; J. Humbert-Droz, Der Krieg und die Internationale. Die Konferenzen von Zimmerwald und Kienthal, Wien/Köln/Stuttgart/Zürich 1964, S. 7–16 📖.↩
6
Die russischen Sozialisten verweigerten am 8.8.1914 in der Reichsduma, dem russischen Parlament, der Regierung durch Stimmenthaltung die Kriegskredite. Die serbischen Sozialisten stimmten gegen die Kriegskredite, obwohl Serbien, neben Belgien, das einzige Land war, das einen legitimen Verteidigungsgrund gegen eine Aggression von außen geltend machen konnte, vgl. J. Humbert-Droz, a.a.O., S. 49.54 📖; J. Braunthal, Geschichte der Internationale, Bd. 2 (Internationale Bibliothek, Bd. 109), Hannover 19783, S. 47f. 📖↩
7
Vgl. oben S. 58f.↩
8
Vgl. das russische Sprichwort «Русский бог велик. Русским богом да русским царем святорусская земля стоит» («Der russische Gott ist groß. Die heilige russische Erde gründet auf dem russischen Gott und auf dem russischen Zaren»): Vl. I. Dal’, Poslovicy russkogo naroda, Moskva 1957, S. 327 📖, Übersetzung nach E. Vyslonzil, Samobytnost’ – Russlands nationales Selbstverständnis zwischen Vaterlandsliebe und nationalem Pragmatismus, in: M. Wakounig u. a. (Hrsg.), Nation, Nationalitäten und Nationalismus im östlichen Europa. Festschrift für Arnold Suppan zum 65. Geburtstag, Wien 2010, S. 109–128, dort S. 120, Anm. 49 📖.↩
9
Vgl. oben S. 89, Anm. 8.↩
10
Vgl. oben, S. 90, Anm. 10.↩
11
Vgl. oben S. 90, Anm. 11.↩
12
Die BN zitieren im 2. Blatt vom 21.11.1914 (Jg. 70, Nr. 562, S. [1]) 📖 neben entsprechenden Äußerungen des Berliner Oberhofpredigers Ernst von Dryander und Adolf von Harnacks auch Sätze Gottfried Traubs: «Wir hoffen, daß uns Deutschen eine große Aufgabe zuteil wird; wir sagen absichtlich: Aufgabe; denn zunächst wäre es eine Gabe, die wir jubelnd begrüßen. Wir meinen den Sieg deutschen Geistes über die Mächte, deren Haß erst jetzt klar zutage getreten ist. Aber diese Gabe wandelt sich uns sofort in Aufgabe; diese Aufgabe heißt: Deutschland hat zu sorgen für die Welt.» Vgl. auch unten S. 192, Anm. 36.↩
13
Siehe oben S. 95, Anm. 20.↩
14
Wilfred Monod (1867–1943) und Élie-Joël Gounelle (1865–1950), Pariser evangelische Theologen und religiöse Sozialisten, waren Mitarbeiter an der Zeitschrift «Christianisme social». Gounelle nahm Anfang 1915 an einem Treffen Martin Rades mit Schweizer Theologen, u. a. Karl Barth, teil (vgl. Bw. R., S. 123–126, bes. S. 125, Anm. 8 📖). Auf diesen Austausch gehen wohl diese und die folgende und vielleicht noch weitere Bemerkungen in diesem Text zurück.↩
15
Vgl. ChW, Jg. 28 (1914), Sp. 909f. 📖↩
16
«Hurra und Halleluja. Kriegslieder» ist der Titel einer Gedichtsammlung des Pfarrers Dietrich Vorwerk (Schwerin 1914); vgl. ChW, Jg. 28 (1914), Sp. 1068f. 📖 («Kleine Mitteilungen»).↩
17
Der französische Sozialistenführer Jean Jaurès (vgl. V.u.kl.A. 1909-1914, S. 388, Anm. 12 📖) wurde am 31.7.1914 von einem jungen Nationalisten ermordet. Der Neue Freie Aargauer brachte verschiedene Artikel zu seinem Tode: Jg. 9, Nr. 176 vom 3.8.1914, S. [2]: «Genosse Jaures [sic] ermordet» 📖; Nr. 181 vom 8.8.1914, S. [1f.]: zur Biographie von Jaurès; Nr. 186, 2. Blatt vom 13.8.1914, S. [1f.]: «Erinnerungen an Jaures»; S. [3]: «Jaures – ein Opfer der Kriegstreiber?»↩
18
Von «einschwärzen», d.h. einschmuggeln.↩
19
Gemeint ist vielleicht: Die Sozialisten der Mittelmächte wurden unter dem Schlagwort «gegen den Zarismus» (vgl. unten S. 467, Anm. 22) für die nationale Linie gewonnen wie die Sozialisten der Ententemächte unter dem Schlagwort «gegen den (deutschen) Militarismus» (vgl. unten S. 316, Anm. 27).↩
20
Der Neue Freie Aargauer, Jg. 9, Nr. 267 vom 18.11.1914, S. [3] 📖, berichtete unter der Überschrift «Der Anfang der Spaltung?» von Vorgängen innerhalb der württembergischen Sozialdemokratie. Die Partei wurde von einem zum rechten Flügel gehörenden Vorstand geführt, während es eine Reihe davon abweichender örtlicher Parteivorstände gab. In Stuttgart drohte eine Spaltung der Partei.↩
21
Vgl. die Meldung des Neuen Freien Aargauer, Jg. 9, Nr. 185 vom 13.8.1914, S. [1] 📖: «Rückkehr zum Zustande der Wildheit. In der letzten Sitzung der Akademie der moralischen Wissenschaften in Paris führte der Philosoph Bergson aus: Unsere Akademie, die sich psychologischen Studien widmet, erfüllt einfach eine wissenschaftliche Pflicht, indem sie in der deutschen Brutalität und im Zynismus dieser Nation, sowie in ihrer Geringschätzung für jede Gerechtigkeit und Wahrheit eine Rückkehr zum Zustande der Wildheit feststellt.»↩
22
Ernst Haeckel (1834–1919), darwinistischer Zoologe und monistischer Naturphilosoph, schrieb 1914 einen Aufsatz Weltkrieg und Naturgeschichte, in dem er sich an die Mitglieder ausländischer Universitäten wandte und den Vorwurf deutscher Barbarei zurückwies. Außerdem veröffentlichte Haeckel im Namen einer größeren Zahl deutscher Gelehrter eine Erklärung, dass sie öffentlich auf alle ihnen von englischen Universitäten, Akademien und gelehrten Gesellschaften erwiesenen Ehrungen und die damit verbundenen Rechte verzichteten. Vgl. BN, Jg. 70, Nr. 414 vom 2.9.1914 (2. Blatt), S. [2] 📖.↩
23
Nicht ermittelt.↩
24
Zu A. von Harnacks Haltung im Kulturkrieg der ersten Kriegsjahre vgl. A. von Zahn-Harnack, Adolf von Harnack, Berlin 19512, S. 352–365 📖. – Zum von Harnack mitunterzeichneten Aufruf An die evangelischen Christen im Auslande vgl. oben S. 89, Anm. 9. Das von Harnack ebenfalls mitunterzeichnete «Manifest der Intellektuellen» enthielt folgenden Kommentar, den Max Planck verfasst hatte: Das Manifest sei «ein ausdrückliches Bekenntnis, daß die deutschen Gelehrten und Künstler ihre Sache nicht trennen wollen von der Sache des deutschen Heeres. Denn das deutsche Heer ist nichts anderes als das deutsche Volk in Waffen, und wie alle Berufsstände, so sind auch die Gelehrten und Künstler untrennbar mit ihm verbunden» (zit. a.a.O., S. 358).↩
25
Die Notiz bezieht sich möglicherweise auf Meldungen über angebliche herabsetzende Urteile Arthur Schnitzlers u. a. über Shakespeare, gegen die Schnitzler sich in einem in der NZZ, Jg. 135, Nr. 1700 vom 22.12.1914 (2. Mittagsblatt), S. [2] 📖, veröffentlichten Brief zur Wehr setzte. Zu dem vor allem die ersten Jahre des Krieges begleitenden Phänomen eines die militärischen Auseinandersetzungen verschärfenden Kulturkrieges, hauptsächlich geführt von England und Deutschland, vgl. für die deutsche Seite: E. Troeltsch, Der Geist der deutschen Kultur, in: Deutschland und der Weltkrieg, hrsg. von O. Hintze, Fr. Meinecke, H. Oncken und H. Schumacher, Bd. I, Leipzig/Berlin 19162, S. 53–99 📖.↩
26
Die Zerstörung Löwens durch deutsche Truppen hatte vor allem in der Schweiz Proteste von Künstlern und Wissenschaftlern hervorgerufen, die u. a. auch der Maler Ferdinand Hodler (1853–1918) und der in der Schweiz lebende französische Dichter Romain Rolland (1866–1944) unterzeichnet hatten. Das oben genannte «Manifest der Intellektuellen» war u. a. auch eine deutsche Reaktion auf diesen Protest und enthielt den Versuch, den Bruch der belgischen Neutralität durch das Deutsche Reich zu rechtfertigen; vgl. neben A. von Zahn-Harnack, a.a.O., S. 357f. 📖, vor allem Mattmüller II, S. 76 📖. In der Jenaer Universität mußte Hodlers berühmtes Bild «Aufbruch der Jenaer Studenten» (zu ihrer Beteiligung an den deutschen Freiheitskriegen) mit Beginn des Wintersemesters 1914/15 aus dem Treppenhaus entfernt werden, um es der Beschmutzung durch die Studenten zu entziehen. – Besondere Bedeutung gewann in diesem Zusammenhang die oben S. 105, Anm. 3, genannte Rede C. Spittelers (1845–1924) mit vorsichtiger Ablehnung eines germanophilen Standpunktes in der Schweiz und entschiedener Verurteilung der Verletzung der belgischen Neutralität durch die Deutschen (vgl. Mattmüller II, S. 70–74). Die BN, Jg. 71, Nr. 17 vom 10.1.1915 (2. Blatt), S. [1], berichteten unter der Überschrift «Zur Spittelerhetze» 📖 (wie sie auch schon einige Zeit zuvor unter dem Titel «Zur Hodlerhetze» berichtet hatten) von Reaktionen aus der deutschen Presse: Das «Stuttgarter Neue Tagblatt» schrieb, dass Spitteler mit Rücksicht auf den Fremdenverkehr vor englischem Golde krieche, und erklärte, Spitteler sei für Deutschland «abgetan». Der «Schwäbische Merkur» veröffentlichte ein Gedicht An Spitteler, dessen Schlussstrophen lauten:
Oder sollen wir stehen für unser Gut
Und bis zum letzten Arm uns erwehren
Gegen Englands gleißnerisch geworbene Brut,
Vielleicht wollen Sie uns darüber einmal belehren.

Vielleicht reden Sie darüber noch einmal ein Wort
Im «Kunstwart», sofern Sie sich dort noch ergehen,
Als «lachende Wahrheit», als Gleichnis und so fort,
Soferne Sie überhaupt noch deutsch verstehen.
↩
27
Vgl. grundsätzlich hierzu: C. Dietz, Die deutsche Kultur im Spiegel englischer Urteile, in: Preußische Jahrbücher, Bd. 160, April 1915, S. 100–124 📖. – Die BN brachten am 3.9.1914 (Jg. 70, Nr. 416, 2. Blatt, S. [1] 📖) einen eingesandten Bericht, in dem es heißt: «Ich habe seit dem Kriegsausbruch Zeitungen aus beiden Lagern gelesen und beiderorts Dinge gefunden, die für neutrale Begriffe entsetzlich albern sind; erstklassige Blätter scheinen oft plötzlich zwei Stufen tiefer gesunken zu sein. In einer englischen Zeitung sieht sich ein Einsender genötigt, Beethoven und Wagner in Schutz zu nehmen, er schreibt: ‹Sind Beethoven und Wagner verantwortlich für den Krieg? Derjenige, der deutsche Musik boykottiert, mag ein Vaterlandsfreund sein, ein Musikfreund ist er gewiß nicht.› In welcher Weise ungefähr diese Antwort des Einsenders herausgefordert wurde, kann man sich leicht vorstellen.»↩
28
Siehe oben S. 110, Anm. 24, und S. 111, Anm. 26.↩
29
Die BN berichteten am 21.11.1914 (Jg. 70, Nr. 561, 1. Blatt, S. [1] 📖) von einem deutschen Korpsbefehl, einen «Haßgesang gegen England» von Ernst Lissauer unter den Truppen zu verbreiten. Nach diesem Bericht meldete die Kreuzzeitung in Berlin am 13.11.1914, der Chemnitzer Kirchenmusikdirektor Prof. Mayerhoff habe diesen Gesang für eine Männerstimme und Klavier in Musik gesetzt, das Werk habe bei seiner Uraufführung in Leipzig brausende Zustimmung erhalten. Die BN fügten hinzu, inzwischen sei es in ganz Deutschland verbreitet, und teilten den vollen Wortlaut des Gesanges mit. Als Beispiel sei die erste Strophe zitiert:
Was schiert uns Russe und Franzos’,
Schuß wider Schuß und Stoß um Stoß,
Wir lieben sie nicht,
Wir hassen sie nicht,
Wir schützen Weichsel und Wasgaupaß, –
Wir haben nur einen einzigen Haß,
Wir lieben vereint, wir hassen vereint,
Wir haben nur einen einzigen Feind:
Denn ihr alle wißt, denn ihr alle wißt,
Er sitzt geduckt hinter der grauen Flut,
Voll Neid, voll Wut, voll Schläue, voll List,
Durch Wasser getrennt, die sind dicker als Blut.
Wir wollen treten in ein Gericht,
Einen Schwur zu schwören, Gesicht in Gesicht,
Einen Schwur von Erz, den verbläst kein Wind,
Einen Schwur für Kind und für Kindeskind,
Vernehmt das Wort, sagt nach das Wort,
Es wälze sich durch ganz Deutschland fort:
Wir wollen nicht lassen von unserm Haß,
Wir haben alle nur einen Haß,
Wir lieben vereint, wir hassen vereint,
Wir haben alle nur einen Feind:
England.
↩
[*]
[Bleistiftzusatz:] Basl.N. 21.XI14 📖29.↩
30
Die Helvetische Gesellschaft (vgl. H. Nabholz, Die Helvetische Gesellschaft 1761-1848, Zürich 1961 📖) war ein 1761 gegründeter patriotischer Verein. Ziel des Vereins war die nationale Erneuerung der alten Schweiz aus dem Geist der Aufklärung, d.h. Überwindung des konfessionellen Gegensatzes und des Söldnerwesens und Förderung pädagogischer und ökonomischer Bestrebungen, nach 1819 die Entwicklung eines neuzeitlichen schweizerischen Bundesstaates. Mit der Annahme der Bundesverfassung 📖 im Jahr 1848 sah die Gesellschaft ihre Ziele erreicht, 1858 fand ihre letzte Versammlung statt. Am 1.2.1914 wurde eine Neue Helvetische Gesellschaft gegründet unter dem alten Wahlspruch: «Pro Helvetica dignitate et securitate». Die Gesellschaft richtete sich gegen die Überfremdung aller Teile des Landes, gegen das Nachlassen eines eidgenössischen Selbstbewusstseins und gegen wachsenden Materialismus. C. Spittelers oben S. 105, Anm. 3, genannte Rede spielte in diesem Zusammenhang eine bedeutende Rolle. Peter Barth war Anfang 1915 der Neuen Helvetischen Gesellschaft beigetreten und hatte damit Anlass zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Brüdern gegeben (vgl. Busch, S. 95 📖).↩
31
Horaz, Epistulae 1,18,84 📖: «Tua res agitur paries cum proximus ardet». Vgl. Büchmann, S. 546 📖.↩
32
Vgl. Mt. 6,10 par. und Did. 10,6 📖: «Es komme die Gnade und es vergehe diese Welt».↩
33
Diese bei Barth öfter vorkommende Wendung scheint zurückzugehen auf Fr. Schleiermacher, Monologen. Eine Neujahrsgabe, Berlin 1800, S. 90f. (Kritische Gesamtausgabe, I. Abt., Bd. 3, hrsg. von G. Meckenstock, Berlin / New York 1988, S. 36, Z. 8-14) 📖: «Es nahet sich in Liebe und Hoffnung jeder, der wie ich der Zukunft angehört, und durch jegliche That und Rede eines Jeden schließt sich enger und erweitert sich das schöne freie Bündniß der Verschwornen für die beßere Zeit. Doch auch dies erschwert so viel sie kann die Welt, und hindert jedes Erkennen der befreundeten Gemüther, und trachtet die Saat der beßern Zukunft zu verderben.»↩
34
Im Zuge des Zusammenschlusses mit der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz kam es innerhalb des Grütlivereins zu Auseinandersetzungen. Viele lokale Sektionen des Grütlivereins, der ursprünglich keiner parteipolitischen Richtung angehörte, weigerten sich, durch einfache Übernahme des Parteiprogramms mit der SPS zu fusionieren. Der Zofinger Grütliverein gehörte zu den 96 (von 235) Grütlivereinen, die während der Auseinandersetzungen um die Parteieinheit und das Parteiprogramm der SPS vom Juni 1916 bis Juni 1917 aus der SPS austraten (vgl. Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Zusammengestellt und bearbeitet vom Parteisekretariat, pro 1916, Zürich 1917, S. 52 📖).↩