1916

Auf das Reich Gottes warten

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AUF DAS REICH GOTTES WARTEN

1916

Die Besprechung der Haus-Andachten nach Losungen und Lehrtexten der Brüdergemeine von Christoph Blumhardt1 hat eine längere bemerkenswerte Vorgeschichte und eine kürzere ebenso bedeutsame Nachgeschichte. Vom 5. Juni bis zum 8. Juni 1916 war Barth zu Gast bei Thurneysens in Leutwil. In den Gesprächen, die offenbar Grundlegendes für die Suche einer neuen Orientierung der theologischen Arbeit berührten, spielten die beiden Blumhardt offensichtlich eine besondere Rolle2, insbesondere wohl die eben erschienenen Haus-Andachten. Barth schreibt am 10.6. an Thurneysen: «Die Andachten des ‹jungen› Blumhardt sind doch ein schönes und wichtiges Buch. Er wird mir sehr lebendig und ich lese mit sich mehrender Aufmerksamkeit darin herum.»3 Am 19. Juni fand in Schöftland das «Kränzli», ein Treffen befreundeter aargauischer Pfarrer statt, bei dem u. a. Barth «über Blumhardt»4, d.h. wohl über die Haus-Andachten sprach. Thurneysen ermuntert ihn am 21. Juni: «Vergiß nicht, deine Einführung in Blumhardt schriftlich zu fixieren und sie Ragaz» für die «Neuen Wege» «zu schicken. Ich glaube, sie kann sehr hilfreich sein.»5 Am 26. Juni bestätigt Barth: «Ich habe Ragazen die Besprechung von Blumhardt angekündigt, und er heißt sie willkommen. So werde ich mich also dran machen, aber nur als Cicerone, nicht als Rezensent.» Freilich fügt er die Frage an den Freund bei, der ja früher und zunächst auch nachdrücklicher als er mit Blumhardt und seinem Kreis in Kontakt gekommen war: «Warum machst dus eigentlich nicht? […] Ich schäme mich bald, wie ich rastlos und ruchlos drucken lasse, und du, der mir das Meiste vorgesagt hat, stehst so bescheiden im Gebüsch und lässest nichts von dir hören. Das ist ein offenkundiges Mißverhältnis.»6

Am 29. Juni konnte Barth die Besprechung an Ragaz senden:

276 Es ist etwas länger geworden als ich meinte und als Ihnen vielleicht lieb ist. Aber das Buch ist mir bei nochmaliger Durchsicht immer wichtiger geworden und ich glaube […,] dass Blumhardt uns im Centralsten etwas dringendes zu sagen hat. Die zahlreichen Citate sind die Hauptsache von dem was ich bieten wollte; alle blossen Zusammenfassungen hätten der Art Blumhardts nicht ihr Recht zukommen lassen. Nun redet er hoffentlich selber, nur mit einer Einleitung und ein paar Randglossen von mir. So wage ichs (trotz des starken Umfangs) um Obdach anzuklopfen für meinen Gast.7

Um diesen «Gast» entspann sich nun jedoch eine Auseinandersetzung, in der sich verschiedene Themen und Motive unlöslich verbanden. Ragaz dankt am 18. Juli:

Ich habe Ihre Anzeige mit dem Gefühl gelesen, daß Sie Blumhardt besser verstanden haben, als die Meisten. Doch meldeten sich beim Lesen gewisse Untergefühle, die mich etwas beunruhigten. Es ist nicht leicht, von Blumhardt zu reden. Ob und wie es getan werden solle, ist mir seit vielen Jahren ein Problem. Wir wollen ihn nicht in den Streit des Tages ziehen, ihn nicht zum Zeugen für und gegen dieses und jenes oder gar diese und jene machen; auch wollen wir ihn nicht zu einer «religiösen Persönlichkeit» neben andern stempeln oder gar zum Heiligen einer theologischen Schule. Er soll auf seiner einsamen, jesusnahen Höhe bleiben, es sollen zu ihm alle möglichen vom Kampf des Tages verwundeten Leute kommen dürfen und nicht neue Wunden empfangen. Es schien mir nun doch, daß Ihre Darstellung diesem Wunsche nicht ganz gerecht werde. Vielleicht haben Sie Blumhardt doch ein wenig zu sehr mit Seitenblicken gelesen, zu wenig naiv und direkt. Sie werden den Theologen eben auch nicht so leicht los, er sitzt bei uns allen leider zu tief. […]

Um mich zu überzeugen, ob mein Gefühl richtig sei oder nicht, habe ich mir erlaubt, Ihren Aufsatz einer Frau mitzuteilen, die Blumhardt sehr nahe steht und ihn versteht, wie Wenige, und sie zu bitten, mir ihr Urteil zu sagen. Es bedeutet eine ganz merkwürdige Bestätigung meines eigenen. Ich lege es Ihnen bei, im festen Vertrauen, daß Sie dadurch nicht verletzt werden.8

277 Im folgenden nennt Ragaz die beiden entscheidenden Gründe seiner Ablehnung: zum einen die Erfahrungen, wie Ragaz sie mit Kutter und seinen Anhängern gemacht hatte, zum andern seine Sorge um die rechte Art eines ersten Hinweises auf Blumhardt, von dem bisher in den «Neuen Wegen» aus einer bestimmten Scheu heraus noch nicht gesprochen worden war9:

Und nun lassen Sie mich noch eines aussprechen, das mich in den letzten Jahren oft beschäftigt und verdrossen hat. Blumhardts Botschaft und Haltung ist eine reife und milde Frucht gewaltigsten Kämpfens und Erlebens, auch ist er nun ein Greis. Wenn nun diese Haltung nachgeahmt wird, besonders von ganz jungen Menschen, und seine Lösungen Theologumena werden, dann geht mit allem eine Verwandlung vor. Sie verlieren etwas von Leben und Wahrheit, sie werden zu Ruhepolstern, wohl auch Anlaß zu einer leisen geistlichen Selbstüberhebung. Zudem wird das αὐτὸς ἔφα [er selbst hat es gesagt] gelegentlich lästig.

Dem allem gilt es zu wehren, sonst geht wieder einmal ein wunderbarer Gottessegen verloren. Die erste Einführung Blumhardts in die Neuen Wege sollte dieser Gefahr begegnen und ja nichts zu ihrer Mehrung beitragen.

Nicht wahr, Sie verstehen diese Bedenken so, wie sie gemeint sind? Ich stelle Ihnen nun Ihr Manuskript wieder zu und frage Sie, ob Sie es wohl übernehmen können, es umzuarbeiten, ob dies Ihrem eigenen Gefühl entspricht?10

Barth antwortete am 19. Juli «vier Seiten lang, höflich wie ein Chinese, freundlich wie ein Genfer, unter Nellys Assistenz und Rat»11:

Hochgeehrter lieber Herr Professor!

Ihre Ausführungen zu meinem Blumhardt-Artikel und auch die der verehrlichen unbekannten Dame habe ich mit lebhaftem Interesse gelesen und spreche mich gerne mit Ihnen darüber aus. Sie haben die |278 Auffassung, dass Bl’s Person und Anschauungsweise gleichsam hors concours, grundsätzlich ausserhalb unsrer Gegensätze und Auseinandersetzungen bleiben müsse. Ich meinerseits stelle ihn ja auch deutlich und ausdrücklich abseits von uns Andern, möchte ihn aber doch, wo er sich durch seine Gedanken selbst in – negative oder positive – Beziehung zu dem was uns bewegt, bringt, reden lassen u.zw. zu uns, so wie wir sind. Sein Buch und sein ganzes Lebenswerk, soweit ich es kenne, ist mir ein entscheidend wichtiger Beitrag zu unsrer innern und äussern Arbeit, nicht nur ein Ruhepunkt in der Erscheinungen Flucht. Darum meinte ich etwas davon schreiben zu sollen. In der Tat wollte ich auf seine Meinung hinweisen als auf eine von vielen andern, auf die im Chor der übrigen Stimmen auch zu hören sei. Meinen Sie nicht auch, dass er in diesem Sinn geredet hat und dass er in diesem Sinn, nämlich indem man ihn ganz sachlich nimmt, eigentlich noch ernster genommen wird als auf die andere, mehr mystisch-persönliche Weise, sich an ihm zu freuen. Sie und ich wollen ihn ja doch vor Allem ernst nehmen. Ich fürchte aber für die Sache, wenn seine Person so hoch erhoben und so gänzlich von unsereins abgerückt wird.

Darf ich es aussprechen, dass es mich ein wenig verwundert hat, in Ihrem Brief und in dem kritischen Manuskript der Anonyma soviel Taktisches zu finden? Und dass mir einige sachliche Äusserungen von Ihnen selbst eigentlich wertvoller gewesen wären als die Aussetzungen der verehrten Dame, die eigentlich doch nur als Beitrag zur Psychologie der echten Boller Interesse haben?

Ich möchte sie aber doch nicht ohne Antwort lassen. Sie möchte also Bl’s Anschauung von den kosmischen und metakosmischen Zusammenhängen des Weltgeschehens (und nach den Streichungen zu schliessen, noch andre Punkte bei ihm) zu esoterischen Geheimlehren nur für die engern Freunde bestimmt, machen. «Die Welt braucht davon nichts zu wissen.» Darf ich Wünschen dieser Art durch Vornahme der gewünschten Streichungen nachgeben? Auch dann, wenn es mir scheint, es handle sich da um Dinge von centraler Wichtigkeit, deren Unterdrückung Bl’s Gedanken völlig entstellen würde? Ein so unsachliches und so seltsam motiviertes Begehren kann doch nicht gutgeheissen werden! Ist es Ihnen überhaupt nicht aufgefallen, dass die von der Dame proponierten Streichungen in ihrer Gesamtheit eine merkwürdige Tendenz zur Annäherung an das übliche Christentum |279 verraten? Das ist ja nun ihre Sache, aber darf man mit dieser Tendenz, auch wenn sie sich aus der Besorgnis um Blumhardt erklärt, Kompromisse machen?

Und nun muss ich etwas fragen, was ich nicht recht verstanden habe. Die Dame redet davon, man dürfe aus Bl’s Art keine Dogmen und Schablonen machen. Und Sie sprechen im gleichen Sinn von Theologumena und sogar Ruhepolstern. Wer kann damit gemeint sein? Ich habe doch nur den Versuch gemacht, dem Buch gegenüber fest zuzugreifen und zu konstatieren: was sagt er? und: was sagt er nicht? unter Andeutung der Grenzen. Ist das wirklich schon Theologie im üblen Sinn, Identifikation Bl’s mit einer (welcher?) Theologenschule? Habe ich etwas Anderes gesagt und gedacht als: Lest und denkt nach darüber?

Mein Artikel sollte meinen Eindruck von Bl’s Buch wiedergeben. Die Herstellung eines «reinen lichten Bl. Bildes» ist eine ganz andre Aufgabe; es wäre viel darüber zu sagen! Aber das geht nun doch auch nicht, dass ich mir meinen Eindruck censurieren lasse durch die Eindrücke andrer Bl.  Freunde, und wenn es die kompetentesten wären. Es wäre mir sehr wichtig, dass Sie, verehrter Herr Professor, mich da nun auch verstehen. Ich denke mir das Publikum der N. W. immer als einen Freundeskreis, vereinigt durch unsre gemeinsame Hoffnung, durch unsre Sache. In dieser Supposition irre [ich] mich doch sicher nicht. Nun wollte ich den Freunden sagen, was ich bei Bl. gesehen und erläutern, was manchen vielleicht anstössig ist – so gut ichs konnte. Ich gab eben, was ich hatte, nicht mehr und nicht weniger. Man kann anders besser sehen und erklären als ich, warum nicht? Aber wenn ich das Wort haben sollte, dann müsste ich es ganz haben und könnte mir vor Allem nicht aus mir fremden taktischen Erwägungen heraus dreinreden und das Wort beschneiden lassen.

Ich würde so gerne Ihrem Wunsche entsprechen und auch der freundlichen Meinung, die meine Censorin von mir hat, entgegenkommen. Aber es geht wirklich nicht mit einer Umarbeitung. Über 2-3 der angefochtenen Stellen liesse sich ja reden. Die paar kritischen Spitzlein gehören für mich als Abgrenzungen zur Sache; das gegen Wernle könnte ich schliesslich fallen lassen, das gegen die Basler Boller dagegen «unbedingt» nicht. Aber das Wesentliche an den Wünschen der Censorin sind ja nicht solche Einzelheiten, sondern ihre ganze |280 Tendenz und diese muss ich in aller Hochachtung vor der Unbekannten als sachschädigend bestimmt ablehnen. Und wenn Sie auch nach diesen Erklärungen den Aufsatz so wie er mein Aufsatz ist, lieber nicht bringen, so wird es wohl so das Rechte sein und verdriessen soll mich die Sache auch nicht, wenigstens wenn Sie mir versichern, dass Sie mich nicht zu den «jungen Menschen» rechnen, die sich auf Ruhepolstern ergehen wollen. (Das wäre doch traurig!) Die Arbeit an diesem Artikel hat mir selber soviel Anregung u. Freude gebracht, dass es mich nicht weiter betrübt, wenn sie nun nur für mich getan ist. Und gerne will ich dann gelegentlich wieder eine Predigt einsenden.

Mit freundlichem Gruss

Ihr ergebener Karl Barth12

Am 23. Juli kündigt Ragaz eine Antwort «in den nächsten Tagen» an und bittet, «mir doch das Manuskript möglichst rasch noch einmal zustellen zu wollen».13 Barth antwortet am 24. Juli in einem «unter Nellys Überwachung fast übertrieben liebenswürdig gehaltenen Brief (sachlich streng abweisend freilich)»14 und erklärt sich mit zwei Weglassungen, zu denen ihm am 20. Juli auch Thurneysen geraten hatte15, und mit zwei «Einschaltungen» als «4 Konzessionen» gegenüber der «werten Korrespondentin» von Ragaz einverstanden: «Alle andern vorgeschlagenen Streichungen kommen aus einer sachlich andern Orientierung und könnten von mir aus nicht stattfinden.»16

Am 28. Juli sendet Ragaz seine ausführliche Erklärung und Entgegnung:

Lassen Sie mich Ihnen denn zuerst sagen, daß es mir selbstverständlich nicht eingefallen ist, Sie verletzen, Ihnen zu nahe treten zu wollen. Wie können Sie gar auf den Gedanken kommen, ich rechne Sie zu den «ganz jungen Leuten, die auf Polstern ausruhen wollen»? So dumm und ungerecht dazu bin ich selbst denn doch auch nicht. Aber wenn Sie auch nicht dazu gehören, so gibt es solcher Leute genug, und sie sind mir beinahe die widerwärtigsten von allen. Schwer erkämpfte Weisheit Gottes von unreifen Leutchen als frommer Tiefsinn zur |281 Schau getragen — gibt es etwas Abstoßenderes? Da möchte ich doch fast sagen: Reformerphrasen her!

Auch daß ich mir die Freiheit genommen habe, Ihren Aufsatz jemandem zu zeigen, so wie ichs getan habe, dürfen Sie nicht als eine Art Beleidigung empfinden. Denn Sie müssen wissen, daß es sich nicht um die erste Beste handelt, sondern um einen Menschen, der uns allen – in diesen höchsten Dingen – zum mindesten ebenbürtig ist und von Blumhardt als jemand betrachtet wird, der ihn versteht wie wenige. […]

Dabei handelte es sich ja durchaus nicht um eine Zensurierung Ihres Aufsatzes, sondern bloß um eine Frage des Taktes. Sie und ich standen in diesem Falle nicht in dem Verhältnis des Redaktors zu einem Mitarbeiter. Sie wissen, daß ich Ihnen noch nie zugemutet habe, an einem Beitrag irgend etwas zu ändern. Aber diesmal stehen wir eben in einem andern Verhältnis. Wir gehören beide zu den Freunden Blumhardts und sind verpflichtet, den Schatz von Gotteswahrheit, die in ihm und mit ihm ist, richtig verwalten zu helfen. Mir ist das stets eine sehr ernste und heilige Aufgabe gewesen, und da habe ich gemeint, mit Ihnen wohl darüber reden zu dürfen. Ich weiß, daß dieses Unternehmen recht Folgen haben kann. Weil ich nun aber nicht wußte, ob ich mich auf mein Empfinden verlassen dürfe, so habe ich mir erlaubt, noch jemand anders aus diesem Kreis herbeizuziehen, einen ganz verschwiegenen, vertrauten Menschen von größter Feinheit des Gefühls und Lauterkeit des Herzens. Ich hoffe, daß Sie nun das alles im rechten Lichte sehen. Wenn ich Ihnen denn eine allfällige Umgestaltung des Aufsatzes zugemutet habe, so wars nur aus diesem Zusammenhang zu erklären. Es fällt mir nicht ein, Ihnen die Freiheit der Äußerung Ihrer Meinungen beschneiden zu wollen. Aber es war diesmal sozusagen eine gemeinsame Angelegenheit. […]

Jetzt erst ist der «Streitpunkt» klargestellt. Was ists denn, was mir an Ihrer Lösung der Aufgabe einige Bedenken erregt? Daß Sie Blumhardt nach meinem Gefühl außerordentlich richtig verstanden und das Gold in dem schlichten Gefäß dieses Andachtsbuches meisterhaft herausgeholt haben, will ich nicht versäumen, nochmals zu sagen. Hier kann ich nur zustimmen. Meine Einwände beziehen sich also wirklich bloß auf die Form der Einführung. Und da ist es beim abermaligen Durchlesen des Aufsatzes wieder der gleiche Punkt wie das |282 erste Mal gewesen, der mir zu schaffen gemacht hat: Sie stellen Blumhardt zu sehr dar als einen, durch den andere gerichtet werden. Auf der einen Seite steht er, der Rechte, auf der andern wir, die Verkehrten. So besonders in der Einleitung. Das mag nun ja zum Teil richtig sein, aber es liegt nicht im Geiste Blumhardts und besonders nicht im Geiste dieses Andachtsbuches, daß dies so hervorgekehrt wird. Es kommt friedlicher, positiver zu uns. […]

Damit ist aber die zweite Gefahr genannt, die sich auch an Ihre Methode knüpft: Blumhardt wird als Muster hingestellt und wird damit für viele sofort zur Schablone. Daraus entsteht dann jenes Bollertum, das uns so gut von Blumhardt trennen könnte, wie die Christen von Christus. Darum aber wünschte ich eine Einführung Blumhardts, die dieser Gefahr noch etwas besser begegnete, als mir die Ihrige in der jetzigen Form zu tun scheint. Ich möchte Blumhardt auch in die Höhe rücken, wie Sie, aber auf eine positive Weise. Er sollte sozusagen in einem Element der Stille und Ferne, auch, bis zu einem gewissen Grade, des Geheimnisses bleiben, unbeschienen, nicht dem Theologengift und Parteilärm zugänglich. Ich meine, auch sein Richtamt vollzöge sich so am besten und wirksamsten.

Will ich Blumhardt damit ganz von uns und den andern abrücken? In einem Sinn ja! Er ist etwas Besonderes, Einzigartiges, über alles, was als vergleichbar in Betracht käme, Erhabenes. Aber indem ich dies sage, muss ich zugleich jede Unterwürfigkeit gegen ihn ablehnen. Ich habe oft mit ihm zu rechten; habe gegen manches Bedenken. Jedenfalls will ich ihn nicht zum Modell für andere machen. Wir wollen in seinem Namen in großer Freiheit bleiben, zu immer größerer durchdringen.

Wie bitter dies nötig ist, zeigt gerade der Einzelpunkt, über den wir nicht ganz gleicher Meinung sind: Blumhardts Auffassung von der Beziehung zwischen den irdischen und den überirdischen Entwicklungen. […]

Wenn ich zum Schluß noch einen positiven Vorschlag machen sollte, so wärs wohl der: statt des Buches Boll und Blumhardt einzuführen und das Buch nur als Ausgangspunkt zu brauchen. Alles im Sinne der nun angebrachten Bedenken.

Aber nun möchte ich Ihnen nochmals sagen, daß mir ganz ferne liegt, Ihnen etwas aufdrängen oder beschneiden zu wollen. Trotz aller |283 Verleumdung, die ich in dieser Beziehung erfahren habe, darf ich doch mit ruhigem Gewissen sagen, daß nichts meiner Natur ferner liegt, als die Antastung der innern Freiheit eines Menschen. Ich meinte bloß das Recht zu haben, Ihnen einen Freundesrat zu geben, als einer, von dem Sie eigentlich wissen können, wie hoch er Sie stellt und wie viel er von Ihnen hofft.

Darf ich Sie bitten, mir Ihre endgültige Meinung zu sagen?17

Barths «endgültige Meinung» folgte am 5. August, nachdem Thurneysen ihn am 3. August bestärkt hatte, «bei der ersten Entschliessung»18 zu bleiben:

Lieber Herr Professor!

Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie soviel Mühe u. Zeit geopfert haben, um mir Alles zu erklären und ich glaube nun auch in der Tat zu verstehen. […]

Das Praktische vielleicht zuerst: Ich bin nun überzeugt, dass es das Beste ist, wenn ich den Artikel einfach zurückziehe. Ganz gewiss fühle ich mich nicht beleidigt, sondern ich sehe offenbar in den nun aufgeklärten strittigen Punkten etwas anders als Sie und da ist es selbstverständlich meine Sache zurückzutreten, da ich sachlich Ihrer Ansicht nicht beitreten kann. […]

Dass es auch im Reiche Gottes Taktfragen giebt, das will ich natürlich nicht bestreiten, aber in der Anwendung auf unsern Fall kann ich doch Ihrem Urteil nicht beistimmen. Habe ich wirklich Bl. als Richter in unsre Streitigkeiten hineingestellt in meiner Einleitung? Habe ich nicht ausdrücklich gesagt: er sagt nicht Ja u. nicht Nein, er ist eben nicht von der Partie – das musste doch gesagt sein, gerade jetzt, wo man an alle Erscheinungen mit den bekannten fertigen Fragestellungen herantritt. Bin ich jemand anderem zu nahe getreten? Ich habe ja nur festgestelIt: So denkt, so redet Blumhardt.  Da brauchte sich doch niemand zu rechtfertigen, weil ers anders hält, ich denke u. rede u. handle auch anders u. gedenke es fernerhin zu thun. Habe ich wirklich Bl.  als Muster, als Dogma, als Freiheitshindernis aufgerichtet in der Weise, dass die Bollerei sich dadurch bestärkt fühlen könnte. Ich |284 habe allerdings so geschrieben, dass man merken konnte, ich sei der Ansicht, Bl’s prinzipielle Orientierungen seien gründlicherer Erwägung wert, als ihnen bis jetzt unter uns zu Teil geworden ist. Aber war mein Ton oder meine Tendenz dogmatisch in dem Sinn wie Sie offenbar den Aufsatz empfunden haben? Endlich die Bl’sche Metaphysik. Ist sie in dem Buche u. in Bl’s Denken überhaupt wichtig oder nicht? Wenn ja, durfte sie dann bei einer solchen Darstellung, wie sie mir vorschwebte, einfach unterdrückt werden? Darf die «Taktik» soweit gehen? Oder hätte ich diese kräftigen Sprüche (an denen ich einfach Freude habe, ob sie in meinem System restlos Platz haben oder nicht) mit ein paar einschränkenden Glossen begleiten sollen? Für mich war u. ist da kein Ausweg: Ich gab eben wieder, was Bl. sagt, ohne die Verantwortung dafür zu übernehmen aber auch ohne Kautelen, in der Zuversicht auf «freundliche» Leser […].

In diesem Allem urteilen Sie nun anders. Ihr Auge sieht den ganzen Aufsatz in etwas andern Umrissen u. Farben als ich selbst; und nun entscheidet eben Ihr Auge. Es ist mir ganz klar, dass Sie, wenn Sie diese Bedenken haben, den Aufsatz nicht mit Freuden in den N. W. könnten stehen sehen – und ich auch nicht, nun ich Ihre Bedenken kenne.

Auf Ihren Vorschlag, über Bl.  überhaupt zu schreiben, trete ich lieber nicht ein. Dazu bin ich nun der Mann nicht und es könnten sich auch leicht die gleichen Schwierigkeiten wieder einstellen. Es scheint mir geradezu nötig, dass Sie diese grosse Aufgabe selber lösen.

Ich bitte Sie also freundlichst und mit der nochmaligen Versicherung, dass von Beleidigtsein keine Rede ist, um Rücksendung des Mss [Manuskripts].

Mit herzlichem Gruss

Ihr

Karl Barth19

[...]

Ragaz dankte am 7. August, mochte die Frage aber doch noch nicht als damit entschieden ansehen: «Ihnen das Manuskript zu senden, kann ich mich noch nicht recht entschließen. Denn es tut mir doch leid, zu denken, daß der Aufsatz, der ja in seiner Art ausgezeichnet ist, |285 unverwertet bleiben soll.»20 Barth begann sich jedoch nach einer anderen Publikationsmöglichkeit umzusehen. Als er dem Redaktor des «Freien Schweizer Arbeiters» Pfarrer Fr. Sutermeister den Artikel «Der schweizerische Bundesrat und die Glücksspielunternehmer» (s. unten S. 303–309) übersandte, verband er damit die Frage, ob die ­Blumhardt-Besprechung in diesem «populären religiös-sozialen Blatt»21, sozusagen einem weniger strengen Zwilling der «Neuen Wege», erscheinen könnte. Nachdem ihn Sutermeister schon am 23. August gebeten hatte, die Besprechung «so rasch als möglich» an den zweiten Redaktor Pfarrer Otto Lauterburg (Siders VS) zu senden, schrieb ihm dieser am 25. August 1916: «Ich wäre sehr dafür eingenommen und der Umfang von 20 Ihrer Seiten wäre kein Hindernis, wenigstens wenn Sie einer Verteilung auf 2 Nummern zustimmen können. Es ist höchstens ein Hindernis vorhanden: Eigentlich bin ich nämlich entschlossen, den F. S. A.  auf Ende des Jahrgangs, also Ende Sept. nun doch endgültig eingehen zu lassen.»22 Die Bemühungen, das Manuskript nun also rasch von Ragaz zurückzubekommen, gestalteten sich zu einer «Komoedie der Irrungen»23. Schließlich konnte der Aufsatz aber doch am 15. und am 22. September in der dritt- und der vorletzten Nummer des «Freien Schweizer Arbeiters»  erscheinen.

Das Echo auf den Abdruck war so verständnisvoll, dass Barth im Postscriptum seines Briefes an Ragaz vom 25. Oktober 1916 schreiben konnte: «Die Boller und vor allem Blumhardt selbst haben sich über die Rezension sehr erfreut ausgesprochen, und mein Zweck ist erreicht: es sind doch Viele, Fernerstehende auf das Buch und die Sache aufmerksam geworden. So bin ich doch froh, es riskiert zu haben.»24 In |286 der Tat hatte Eugen Jäckh, der Blumhardt seit 1911 «helfend zur Seite stehen» durfte25, Barth am 20. Oktober berichtet: «Wir haben uns Ihres vorzüglichen Artikels sehr gefreut. Ob Herr Pf. Blumh. Ihnen selbst geschrieben hat, weiß ich nicht26, aber ich kann Ihnen sagen, daß er auch eine gr. Freude hatte, ebenso Schw. Anna. Sie haben ihn u. das Buch ausgezeichnet verstanden u. beurteilt u. ich freue mich der geistigen Gemeinschaft mit Ihnen im Warten aufs Reich Gottes.»27 Wie schon in diesem Brief erkundigte Jäckh sich am 25. Oktober erneut nach weiteren Exemplaren von Barths Aufsatz: «Immer wieder wird nach Ihrem Artikel gefragt. Schade, daß er nicht mehr zu haben ist! Aber ließe sich nicht noch ein Nachdruck herstellen? Hoffentlich sind die Platten noch da. Ich würde für Bad Boll sofort 100 - 200 Exemplare bestellen. Ich wende mich mit der Bitte an Sie statt an den Verlag, mit dem gewiß Sie selbst am besten verhandeln. Versuchen Sie, was zu machen ist.»28 Auf den Vorschlag eines Neudrucks, den Barth in einem nicht erhaltenen Schreiben vom 1. November ins Spiel brachte, konnte Jäckh erst am 14. November antworten,

da ich zuerst mit H. Pf. Blumhardt persönlich sprechen wollte, was erst jetzt möglich war. Wie Sie richtig vermuten, ist H. Pf. natürlich nicht für den Druck einer Broschüre d.h. für den Neudruck des Artikels zu haben. Etwas anderes wäre es gewesen, wenn man noch Abzüge hätte machen konnen. Nun aber wollen wir lieber verzichten u. ich bitte Sie, dies der Druckerei Fischer-Lehmann mitzuteilen.

Übrigens verstehe ich auch Ihre Bedenken sehr gut; die Leute sollen Bl. selbst hören u. nicht, was man über ihn schreibt. Andererseits ist mir der Grund, warum so oft nach Ihrem Artikel gefragt wird, sehr verständlich. Freunde von Bad Boll werden so oft von Bekannten gefragt, was denn Bl.  eigentlich sage; auf derartige Fragen, also nicht für unsere Freunde sondern für Fernstehende gibt Ihre Besprechung des Andachtsbuches vortrefflich Antwort. Und in diesem Sinn hätte ich mich gefreut, wenn man noch einige Exemplare hätte haben können. Ich danke Ihnen bestens für das eine Exemplar, das Sie mir sandten, und das ich gut brauchen kann.29

287 Einem weiteren Leserkreis wurde die Blumhardt-Besprechung dadurch bekannt, dass sie 1928 in der zweiten Auflage des Predigtbandes von Barth und Thurneysen «Suchet Gott, so werdet Ihr leben!» wieder abgedruckt wurde.30 In der ersten Auflage war den Predigten der Vortrag Barths «Die neue Welt in der Bibel» beigegeben, der inzwischen in den ersten Band seiner Gesammelten Vorträge «Das Wort Gottes und die Theologie» aufgenommen worden war.31 Als sich der Plan, an seiner Stelle in der neuen Auflage des Predigtbandes Barths Vortrag «Kriegszeit und Gottesreich» abzudrucken, erledigt hatte32, wurde auf Vorschlag Thurneysens die Blumhardt-Besprechung Barths (und zusätzlich Thurneysens Vortrag «Unsere Hoffnung und die Kirche») aufgenommen33, und Thurneysen hielt im Vorwort fest:

Diese Besprechung deckt die enge Beziehung unseres Anfanges mit Person und Werk des jüngeren Blumhardt auf. Unser weiterer Weg hat auch Blumhardt gegenüber die Kontinuität nicht unterbrochen, so daß wir auch diese Buchbesprechung nicht nur aus historischem Interesse abdrucken. Wir wissen überdies, daß Blumhardt selber, dem sie noch zu Gesichte kam, die in ihr niedergelegte Auffassung seiner Botschaft ausdrücklich gebilligt und sich daran gefreut hat.34

Die Edition des Textes folgt im allgemeinen dem Erstdruck im «Freien Schweizer Arbeiter». Abweichungen des Abdrucks in der Predigtsammlung sind in den textkritischen Anmerkungen notiert, soweit es sich nicht um die Vervollständigung verkürzter Wortendungen (z.B. «unserem» statt «unserm») oder um offensichtliche Druckfehler handelt. Viele dieser Abweichungen scheinen auf den Verlagslektor oder den Setzer zurückzugehen. Thurneysen und Barth haben den Abdruck anscheinend nicht oder nur flüchtig kontrolliert. Insbesondere sind die Zitate aus den Haus-Andachten nicht überprüft worden, so |288 dass einige Textabweichungen im ersten Druck, die wohl auf Schwierigkeiten bei der Entzifferung von Barths Handschrift zurückgehen, im Abdruck stehen geblieben sind.

Es ist hier noch einmal zu unterstreichen, dass Barth in seinen Veröffentlichungen aus dieser Zeit die Zitate nicht immer, wie es später allgemein üblich geworden ist, buchstabengetreu bringt. So nimmt er auch hier gelegentlich in den von ihm angeführten Sätzen Blumhardts ohne Vermerk beispielsweise Umstellungen vor, ersetzt Substantive durch Pronomina und Pronomina durch das gemeinte Substantiv, übergeht Hervorhebungen, trägt eigene Hervorhebungen ein und passt die Interpunktion an. Solche Veränderungen sind nur dort notiert, wo sie den Sinn berühren. Sie scheinen gerade an diesen Stellen übrigens eher auf den Setzer als auf Barth zurückzugehen. Die Abweichungen vollständig in einer Vielzahl von Anmerkungen nachzuweisen erschien als ein unverhältnismäßiger, zudem die Übersicht bei der Lektüre behindernder Aufwand. In keinem Fall geschieht diese Anpassung oder Einbettung der Zitate, wo Barth sie vornimmt, gegen die Intention des angeführten Textes.

Auf das Reich Gottes warten

Als «einen Gruß für alle, die mit uns auf das Reich Gottes warten wollen»35, hat Christoph Blumhardt in Bad Boll einen Band Hausandachten erscheinen lassen. Es freut mich, an dieser Stelle für seine Gabe danken und die Freunde, die sie noch nicht kennen, auf das wichtige und schöne Buch aufmerksam machen zu dürfen. Es ist für mich das unmittelbarste und eindringlichste Wort von Gott und in die Not der Welt hinein, das die Kriegszeit bis jetzt hervorgebracht hat. Ich habe den Eindruck: das möchten wir eigentlich jetzt sagen – wenn wir’s könnten! Und vielleicht, wenn es die rechten Leser findet, wird dieses Buch zu einem Zeichen, um das sich, wenn nicht alle, so doch viele, von denen, die Blumhardts «Gruß» angeht, innerlich ein wenig sammeln und einigen.

289 Ich muss eine Warnungstafel aufrichten. Für die Freunde, die von der Theologie – und für die andern Freunde, die von der Demokratie und Sozialdemokratie herkommen. Es könnte ihnen – nicht Blumhardt – der Unfall passieren, dass sie sein Buch nach einiger Durchsicht missmutig und enttäuscht auf die Seite legen. Wir können es nicht lesen, wie wir unsere Bücher und Artikel zu lesen gewohnt sind. Blumhardt stellt keine Thesen auf. Er produziert keine historischen und psychologischen Ab176leitungen. Er räsoniert und diskutiert und politisiert und philosophiert nicht. Es werden keine Probleme angebohrt und keine Linien gezogen und es wird kein System aufgebaut. Er bleibt stumm auf unsere pressanten Fragen: idealistisch oder realistisch? national oder international? Parole: Durchhalten! oder Parole: Opposition machen!? Er spricht sich wiederholt, vielleicht zu unserm Missfallen, als Deutscher aus, der sein Vaterland lieb hat und ihm den Sieg wünscht, er weiß aber, wahrscheinlich zum Befremden seiner meisten Landsleute, nichts, aber auch gar nichts von Kriegstheologie. Er geht freundlich, aber ganz unbeteiligt vorbei an den dogmatischen und an den liberalen, an den «religiös-sittlichen» und an uns sozialistischen Theologen. Er widerlegt niemanden und niemand braucht sich durch ihn widerlegt zu fühlen, aber er gibt auch niemandem Recht. Er legt weder sich selbst noch Andere auf eindeutige Formeln fest. Er hat ein ganz inkonsequentes indifferentes Buch geschrieben. Blumhardt hat überhaupt kein «Buch» geschrieben, sondern einen Jahrgang «Andachten», in kleinstema Kreise gehalten, drucken lassen. Er hat nicht seinen «Standpunkt» dargelegt, sondern er lässt uns den Widerhall miterleben, den die biblischen Losungsworte der Brüdergemeinde täglich in ihm erweckt haben. Er will nichts Geistreiches sagen, kein Feuerwerk abbrennen, keinen Schlag führen, sondern er sagt uns einfach die göttlich-weltliche Wahrheitb, so wie sie ihm begegnet ist. Ich vermute, er hätte auch allerlei zu sagen über die Gegensätze und Probleme, die uns jetzt bewegen. Aber er will es nicht sagen, es ist ihm nicht wichtig genug, weil ihm anderes wichtiger ist. Er erwartet wohl die Lösungen auf einem andern Boden und er arbeitet daran, diesen Boden zu legen. Wollen wir uns an dieser |290 Voraussetzung stoßen, dass Blumhardt 177 uns kein Problembuch, sondern ein Andachtsbuch gegeben hat? Ich freue mich darüber. Schon deshalb, weil wir viel Problemliteratur, aber kaum ein Buch wie dieses haben, das wir rückhaltlos freudig auch allerlei unkomplizierten Leuten, die auch mit uns hoffen möchten, in die Hand geben können. Wir Andern machen bei unserm Reden und Schreiben noch gar viele Umwege. Aber auch deshalb, weil ich der Überzeugung bin, dass unserer Sache – unserer Hoffnung – gegenwärtig besser gedient ist mit Hausandachten, als mit Abhandlungen. Unsere Dialektik ist auf einem toten Punkt angelangt, und wenn wir gesund und stark sein wollenc, müssen wir von vorn anfangen und werden wie die Kinder [vgl. Mt. 18,3]. Da kann Blumhardt allem Volk große Dienste tun.

Einer meiner tiefsten Eindrücke von dem Buch ist der, dass hier ein priesterlicher Mensch steht. Ich will gerade darüber nicht viel sagen, denn das ist etwas Feines. Ich sehe nur, dass Blumhardt etwas kann, was wir meistens nicht können: Gottes Sache in der Welt vertreten und doch nicht gegen die Welt Krieg führen, d-die Welt lieb haben und doch Gott ganz treu sein-d – mit der Welt leiden und für ihre Not das offene Wort haben, aber darüber hinaus gleichzeitig das erlösende Wort von der Hilfe, auf das sie wartet – die Welt emportragen zu Gott und Gott hinein in die Welt – ein Anwalt der Menschen sein bei Gott und ein Bote Gottes, der Frieden bringt an die Menschen – vor Gott und zu Gott unablässig und unverwirrt flehen: dein Reich komme! [Mt 6,10 par.] und mit den Menschen «warten und eilen» [vgl. 2.Petr. 3,12] diesem Kommen entgegen. Ist das nicht das Höchste und Aussichtsreichste, was ein Mensch jetzt tun kann – wenn er’s kann?

Ein anderer starker und durchgehender Eindruck – mit jenem erstern im Grunde identisch – ist der, wie or178ganisch die Wahrheit vor den Augen dieses Mannes steht. Er konstruiert nicht oder nur wie spielend. Er zerhackt nicht. Er demonstriert nicht und er polemisiert nicht. Er sieht die Tragik des Lebens sehr wohl, aber er nimmt sie sozusagen nicht tragisch, sie wird keinen Augenblick zu einem selbständigen Gegenstand seines Interesses, sie ruht von vornherein wie gebettet im Frieden Gottes. Er leimt aber auch nichts zusammen, reiht |291 nicht nebeneinander, verherrlicht nicht das Chaos als Schöpfung Gottes. Sondern er sieht eben Gott schaffen, aus Finsternis Licht, eins aus dem andern werden und wachsen im Frieden Gottes. Das Buch ist ein einziger fröhlicher Triumph über unsere Thesen und Antithesen. Und wieder frage ich mich und die Freunde: gibt es etwas Stärkeres und Aussichtsreicheres in dieser Zeit, als wenn ein Mensch organisch denken und reden kann – unde darf?

Blumhardt setzt immer mit Gottes Dasein, Macht und Absicht schon ein, erf geht von Gott aus, steigt nicht erst in Betrachtungen und Erwägungen zu ihm empor. Gott ist das Ende, auf dessen vollendendes Tun wir warten dürfen, weil wir ihn schon als den Anfang kennen. Blumhardt glaubt an Gottes Offenbarung als an das Höchsteg, Fernliegendste, Herrlichste, weil er sie beständig schon im Naheliegendsten und Gewöhnlichsten sieht. Er glaubt an den Sieg des Guten, weil er auch das Böse nie ganz außerhalb des Kreises Gottes sieht. Darum kann er mit einer Art Vollmacht von Gott reden. «Wenn man recht aufpaßt, so weiß man immer etwas von den Werken Gottes zu erzählen. Sie geschehen um uns herum, in unsern Herzen, bei den Nebenmenschen. Wenn man aber nicht aufpaßt, so merkt man nichts.» (S. 133 📖)

Durch das ganze Buch geht ein merkwürdig inniges, unmittelbares, fröhliches Verhältnish zur Natur. Über 179 Jes. 40,26–27 heißt es: «Der Prophet setzt sich hinein in die großen Weltbewegungen in Himmel und Erde, alles in der gleichen Herrlichkeit Gottes. Und in diesen großen Zügen liegen auch die kleinen Dinge, selbst der kleinsten Mücke, der Sperlinge und der Blumen. Alles steht in derselben großen Kraft.» (S. 143) «Es ist immer eine große Gewalt da; die Sonne geht ihren Lauf, die Erde, die Sterne, alles geht immer seine gewaltige Bahn. Diese gewaltige Bahn soll auch in die Herzen kommen, damit das Gute ebenso sicher kommt wie die Sonne und der Regen.» (S. 221) Schon aus dieser ursprünglichen Anerkennung Gottes im Naturlauf wachsen einerseits die Einsicht in die menschliche Not, andererseits die frohe Hoffnung aufi ihre Überwindung einfach und stark heraus. |292 «Die Erde ist schönj, die Erde ist lieblichk und voller Freude, jedes Mückchen freut sich, jeder Baum freut sich; alles ist lieblich und freundlich eingerichtet von Gott, damit die Menschen darunter leben und weben können, auch in Freude und lieblichem Wesen. Aber wir sind sonderliche Menschen; wir wollen lieber Schwermut haben, wie auch die Volkslieder meist schwermütig sind.» (S. 245 📖) «Wir meinen oft, unser menschliches Elend ist das Einzige, was den lieben Gott beschäftigen müsse. Aber neben unserm Schwachheitswesen ist die Kraft Gottes immer in der Schöpfung. Erl ist immer der lebenbringende herrliche Gott, der auch uns berührt, daß wir immer Hoffnung haben können für unser Leben. … Wie Gott auffährt mit Jauchzen, so stehe auch du auf, du Mensch, und laß dich finden als den Starken, in dem Gott, der dir Vater geworden ist.» (S. 255)

Aber auch den Menschen und die Menschheit sieht Blumhardt gar nicht außer, sondern in dem großen Kreise Gottes. «Jedesm Einzelne soll es empfinden: ich 180 habe auch einen Odem von Gott in mir und dem muß ich recht geben.» (S. 200) «Jeder Mensch hat in seinem Inwendigen ein gewisses Recht vor Gott». (S. 39) «Jeder Mensch muß denken: in mir ist ein Same des Guten und Schönen, und es kommt nur darauf an, daß der Segen drüber kommt und der Same aufgehen kann.» (S. 71) «Manchmal gefällt es dem Menschen nicht, wie er ist; aber man muß immer daran denken: mit meinem Wesen, mit meiner Art, mit meinem ganzen Menschen ist etwas Wundersames geschaffen, und das bleibt und vollendet sich und wird endlich so wundersam, daß man es irdisch nicht verstehen kann.» (S. 89) «Für Alles ist jemand da; und jedermann soll sich wichtig nehmen in dem, was er hat, und nicht klagen in dem, was er nicht hat.» (S. 127) «Das Große, Lebendige, Mächtige auf Erden, das uns in allen Ländern entgegenkommt, überall wieder anders, dieses Herrliche und Heilige müssen wir schauen lernen, damit wir gebildete Menschen werden. Die groben Menschen sind keine rechten Menschen; die feinen Menschen sehen im kleinsten Leben, das auf Erden ist, das Herrliche und Heilige Gottes.» (S. 297) «In den Menschen allen liegt ein Same, der aufgehen |293 und wachsen soll, und daraus soll das Lob Gottes kommen in unserm Geiste. Und dann dringt es auch in den Leib und dringt in die Seele, so daß die Menschen gerecht werden und daß sie verstehen, was das Gute Gottes ist, das sie vertreten sollen auf Erden. Woher das Böse kommt, wissen wir nicht.» (S. 330 📖) So wird auch das menschliche Wesen zum vornherein für Gott in Beschlag genommen. In sehr weitgehender Weise: «Der liebe Gott hat schon das in die Menschen hineingelegt, was er selber ist und was er in die Menschen legen wollte, damit sie seine Ebenbilder werden sollten.» (S. 85) «Jeder Mensch hat eine gewisse Rich181tungn, in der muß er gehen, er kann nichts ändern, er muß es so machen, wie es ihm bestimmt ist. Und wenn jemand das tut, macht er sich einig mit dem lieben Gott und dann ist es recht. Nur so fortmachen im Vertrauen auf den lieben Gott, nicht tadeln und anders machen wollen.» (S. 74) Das tiefe Leid, das Blumhardt um die tatsächliche Lage der Menschheit trägt, undo seine sichere Erwartung für ihre Zukunft ruhen zum vornherein in diesem frohen Vertrauen zu ihr, das doch nur schlichtes Gottvertrauen ist.

Die Sünde und der Jammer der Welt, wie sie sich jetzt im Kriege offenbaren, geben ihm das ganze Jahr hindurch fast beständig zu denken, zu verarbeiten, vor Allem zu beten. Er steht beständig in Kontakt mit diesem Weltgeschehen, freilich sehr auf seine Weise. Sein Besonderes liegt nicht nur darin, wie er vom Kriegsgeist so völlig frei bleibt, sondern noch mehr darin, wie er es auch zu vermeiden weiß, den Krieg und die Sünde überhaupt als Protest oder Anklage gegen die Menschen zu wenden. Er verliert den großen Zusammenhang, durch den sich auch das Böse in den Willen Gottes einordnen muss, von Anfang an nicht aus den Augen. «Gott lässt uns nicht laufen.» (S. 9) «Gott hat das innerste Wesen der Dinge36 in der Hand.» (S. 21) «In allem steckt doch der liebe Gott und regiert.» (S. 4) «Wir können den Menschen nicht Vorwürfe machen, man kann nicht sagen: der und der ist schuld; sondern: das ist Gott in unserer Zeit.» (S. 2) «Die menschliche Geschichte scheint immer ohne Gott zu sein, und doch läuft Gottes Wille und Walten durch Alles hindurch, so daß schließlich |294 geschieht, was er will.» (S. 38 📖) «Der Glaube dringt über alles, alles weg und sieht die rechte Ursache in der Leitung Gottes.» (S. 47) Aber Blumhardts Vorsehungsglaube ist nun gerade nicht das grobe mechanische Dreinschlagen mit 182 dem sogenannten Vatergott, sondern er ist, wie im neuen Testament überall, ein natürliches Ergebnis seiner Hoffnung. «Wenn es auch oft für die Menschen unerklärlich ist, wie es zugeht und wie die Geschichte verläuft, – oft grausam und abscheulich, – so läuft doch der Ratschluß Gottes dazwischen», der aber ist «auf einen neuen Himmel und eine neue Erde [vgl. 2.Petr. 3,13] gerichtet, und es soll Wahrheit in die Herzen der Menschen hineinkommen.» (S. 214) «Wenn wir die Tatsache des Neuen verstehen lernen ..., dann haben wir einen festen Felsen unter den Füßen und können getrost sein auch in einer Zeit wie der heutigen, da man so recht sieht, was die alte Erde unter dem alten Himmel alles leistet.» (S. 311[f.]) In dieser, von aller Aufgeregtheit freien Zuversicht, liegt von selbst: die Finsternis der Welt ist nicht von Gott, sondern in uns, aber es hat einen Sinn von Gott her, wenn jetzt noch Finsternis ist. «Wenn es an Gott allein hinge, dann wäre alles gut; aber der Wille, sein Volk zu sein, ist wenig vorhanden bei den Menschen.» (S. 170) «Gottes Geschichte auf Erden ist immer wie versteckt unter der Geschichte der Menschen.» (S. 7) «Wir haben es nicht verstanden, das Gotteslicht aufrecht zu erhalten in uns. Und die Finsternis hat einziehen können und kann nun auch in unsere Zeit eindringen und Kriege bringen.» (S. 155) Und dann höher hinauf in derp Ursachenreihe: «Der heutige Krieg ist angestiftet durch solche, Gott und Menschen feindselige Kräfte; in der Bibel heißt alles zusammen: Satan. Und da sind nun Kämpfe. ... ein Kampf, den Gott mit den Feinden hat. Und das drückt sich aus in Kämpfen, die auf Erden zwischen Menschen geschehen. Aber endlich kommt der große Sieg im Himmel und dann kommt der Sieg auf Erden.» (S. 77) Auch Blumhardt versteht den Krieg in seiner direkten Bedeutung für die Menschen als 183 ein Gericht, nur dass für ihn dieser Begriff nicht einen düsteren tragischen, sondern vorwiegend einen freudigen hoffnungsvollen Sinn hat. «Wenn die Völker nur noch sich leben, dann kommt der Ernst Gottes hervor.» (S. 2) «So habt ihr es verdient, so schaffe ich es.» (S. 312) «Das Gericht ist nicht per|295sönlich böse, sondern es ist nur Gerechtigkeit. ... Wenn ein Volk sündigt und wenn Menschen in unrechter Weise leben, so bildet das eine Krankheit aus. Und das ist das Gericht und soll zum Guten führen. ... Endlich hört das Gericht auf, wenn die Bedingungen des Lebens recht werden und die Menschen das Gute verstehen und nicht immer Dinge tun, die notwendig zum Übel führen müssen!» (S. 123 📖) So bleibt es doch dabei: «Der Sinn auch dieser heutigen Zeit ist verborgen durch Christus in Gott und wir dürfen nur seiner Verheißung harren, so setzt sich die Geduld Gottes mit uns in Verbindung und läßt das verstehen, daß er mit uns ist. ... Das ist auch so etwas, was in unsere Herzen hineinfallen kann als Kraft.» (S. 286[f.])

Denn – und hier liegt die Lösung der Lösungen – mitq Jesus hat ja das Gute tatsächlich schon angefangen, für das die Menschheit wie die Natur bestimmt ist, und ragt auch in unsere Zeit hinein und geht einer Offenbarung und Vollendung entgegen. Blumhardt ist unermüdlich, sich immer wieder an diesem Punkte zu orientieren, immer auf neue Weise von hier auszugehen. «Tief innerlich in der Welt ist jetzt ein Licht, ein Gotteslicht, in Jesus Christus, dem Heiland der Welt. Und wenn sie es nicht wissen, – er ist da! Und wenn sie es nicht verstehen, – er ist dennoch der Heiland der Welt!» (S. 238) «Gott hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, das stärker ist, als alle Gewalt der Sünde, stärker als alle Gewalt der Hölle und des Todes.» (S. 210) «Er 184 muß herrschen, das ist ein Muß in Jesus Christus, von Gott ihm gegeben, vom Allmächtigen ihm beschert.» (S. 19) «Das sagt der allmächtige Gott zum Heiland: Du sollst siegen, du mit meinem Willen, mit meiner Barmherzigkeit, mit meiner Liebe, du sollst siegen auf Erden.» (S. 28) «Es ist jetzt, wie wenn er alle Welt an sich ziehen wolle in ihrem schrecklichen Jammer, damit er ihn überwinde.» (S. 92) «In der Hingabe des Herrn Jesus ist unser Tod, unser Elend und unsere Sünde überwunden, und hat es wie ein Loch gegeben, durch das nun viele Menschen hindurchschlüpfen können, auch heraus kommen aus Sünde, Tod und Hölle» (S. 108). «Der Herr Jesus sieht über die ganze Welt hin: sie sind alle in Ställe eingeteilt, – die Schwarzen, die Weißen, die Gelben, die Gebildeten und die Ungebildeten; sie machen sich ihre Stallungen, und dort werden sie von dem Geist beherrscht, der da |296 waltet. Und da muß der Heiland nun überall hineindringen, denn er ist der Herr, der Hirt. Man kann sich nicht weiden lassen von einem Teufel, und die falschen Herrschaften können nicht ewiglich währen. So hat der Heiland große Arbeit vom Himmel her. Vom Thron des Vaters holt er seine Kraft und geht dahin und dorthin, und macht die Stallungen auf; und dann hören sie ihn und werden geweidet von ihm. So soll eine Herde werden unter einem Hirten. Und das ist eine große Arbeit, die Jahrhunderte dauert, nach unserer Zeitrechnung; aber es wird endlich erfüllt werden.» (S. 130 📖)

Wie soll das alles wirklich werdenr? Blumhardt hat zwei Antworten, die eine gibt er Gott: «Nur du Gott, kannst helfen, sonst niemand!» (S. 51), die andere den Menschen: «Bittet, bittet! so wird euch gegeben. Gott läßt sich erbitten. Und mit dem Bitten tun wir mit, 185 helfen wir mit an der neuen Schöpfung.» (S. 146) Wir stehen hier vor dem Innersten seiner Gedanken. Ich müsste nun von den Gebeten reden, die den Andachten beigegeben sind, von dem Beten, das durch Alles hindurchgeht, von diesem ganzen lebendigens Harren auf Gott für die Welt, das den Nerv dieses Buches bildet. Ich will das nicht ausführen; es ist besser, die Freunde suchen und finden selber. Es soll nur nachdrücklich gesagt sein, dass hier, in diesem Rufen zu Gott die Hauptsache zu suchen ist. Wer das nicht als die Hauptsachet versteht, wird wahrscheinlich Alles irgendwie missverstehen.

Blumhardt sieht die Vollendung sich anbahnen in einer doppelten Bewegung im Himmel undu auf der Erde und die eigentliche Entscheidung liegt eben nicht in der sichtbaren, sondern in der unsichtbaren Welt. «Wir sind in zwei Kriege verwickelt. Auf Erden geht es irdisch und mit äußerlicher Kraft, im Himmel geht es göttlich, und das bringt zuletzt den Sieg des Heilandes über alle Welt» (S. 23). «Jedenfalls muß etwas brennen im Himmel, wenn es auf Erden helle werden soll. Es wird im Himmel etwas vorbereitet, und dann kommt es auch auf die Erde, damit wir Freude haben» (S. 69). «Das wird ein Jubel sein durch die ganze Schöpfung! Denn es geht nicht nur die Menschen an, sondern auch alle Engel, die darauf gespannt sind, daß Gottes Wille |297 vollendet werde und sich offenbare, ganz besonders auf Erden, wo die Sünde herrscht und der Tod» (S. 309 📖). «Auch der Himmel hat sein Unklares, er muss neu werden» (S. 311).v Aber es gibt doch eine gleichsam uns zugewandte Seite dieses Kampfes. «Gottes Wort, das wird der letzte Kampf sein auf Erden, wenn es wie Feuer – der Heiland sagt: wie ein Blitz – durch die Welt geht, und 186 wie ein starker Hammer auf alles gottlosew Wesen fällt» (S. 25). Und doch ist das wieder ein ganz feiner stiller Vorgang: «Wir dürfen nicht stürmisch sein, nicht auf Wunder aus sein, denn solche bringen eine Unruhe in die Sphäre Gottes. Es muß still und leise kommen» (S. 57). «Wo irgend ein Mensch ist, der wirklich im Namen Christi steht, da redet Gott ... Das ist jetzt auch unsere Freude, neben dem vielen Gebrause und Kanonendonner» (S. 283). «Es ist ein wunderbares Ding von dem37 Glauben. Das ist wie eine Macht, in welcher wir den lieben Gott vertreten auf Erden» (S. 260). «Die Erde soll auch zur Ewigkeit gehören; aber wir müssen schreien gegen Sünde, Tod und Hölle, gegen alles Böse müssen wir schreien und bitten, wie der Heiland von der Witwe sagt» (S. 313). «Gott sucht gleichsam nach denen, die auf ihn bauen38» (S. 57). «Der liebe Gott muß es machen, wenn ein Neues werden soll auf Erden, wir aber können Gerechtigkeit säen» (S. 56). «Die Gnade Jesu Christi ist Gerechtigkeit und Wahrheit und ist einfach, nicht kompliziert und schlau; sondern ganz einfach geht sie durch die Welt und ergreift einige Menschen; und die bleiben dann treu und helfen dem lieben Gott, daß sein Reich komme. ... Endlich aber wird die Macht Gottes zur Gerechtigkeit kommen, und das Böse muß ins Mausloch schlupfen und darf sich nicht mehr zeigen» (S. 273).

So kommt Blumhardt ganz natürlich auf den ihm sehr wichtigen biblischen Gedanken der kleinen Herde, des erwählten Gottesvolkes, das, nicht um seiner eigenen Seligkeit, sondern zum Heil der Welt – dem deuterojesaianischen* Gottesknecht vergleichbar – sich um |298 Christus schart, in besonderer Weise Gottes Sache zu vertreten hat und daran auch in besonderer Weise in der Liebe Gottes steht. «Durch Zion wird der Sieg kommen» 187 (S. 20 📖). «Es gibt eine himmlische Verbindung mit der Erde, allerdings nur mit wenigen Menschen, aber die sind wichtiger als alles andre» (S. 319). «Wenn ich nur wüßte, wo die Tochter Zion ist; die hat sich arg versteckt» (S. 95). Vielleicht in der Kirche? Aber «da ist es nicht recht lebendig, in den Gemeinschaften und Sekten auch nicht. Das ist alles nicht das Volk Gottes. Das muß erhaben sein, voller Geist und Kraft, und da braucht es eine Auferweckung» (S. 30). «Man hat arg viel aufgebracht, um der Christenheit zu helfen, in Kirchen, Versammlungen; aber was die Menschen machen, ist zuletzt doch keine Hilfe, es geht wieder aus» (S. 112). «Wo ist Zion? Das muß man heute fragen; es ist nicht so einfach, doch sagen wir: es sind die Leutey, die auf den Herrn Jesus warten» (S. 136). Über 5. Mose 14,1: «Warum sind die jetzt Kinder? Nicht, weil sie besonders brav gewesen sind und diese oder jene Tugend aufweisen konnten. Im Gegenteil, sie waren untugendhaft, sie hatten keine Moral und keine Gesetze, es war ein zusammengewürfelter Haufe. Aber Gott hat sie nun einmal erwählt» (S. 189). «Es braucht ein Volk des Glaubens, an das sich sozusagen Gott anlehnen kann, dem er den Sieg geben kann» (S. 121). «Kann Gott sagen: die Leute da sind meine Kinder – dann kommt der Segen; und der Segen kommt ringsum zu allen, die mit denen verkehren, an die Gott denkt» (S. 66). «Es kommt immer nur auf das an, daß die Leute, die der liebe Gott erwählt hat, ganz fest bleiben können. ... Dann darf man keine Angst mehr haben für sich und für die Geschichte des Reiches Gottes auf Erden» (S. 106). «Gott will ein Gott des Heils sein und will Lob haben unter den Menschen. Dazu ist zuerst sein Volk berufen, und dann soll es die ganze Erde umfassen und die Menschheit neu bilden» (S. 156). «So 188 müssen viele miteinander sagen: wir wollen ein Völkchen Gottes sein» (S. 329).

Was werden solche Menschen zuz tun haben? Vor allem eines: zu wissen und darin tief und fest zu werden: «das eigentliche Tun muß von der Stärke Gottes kommen» (S. 33[f.]). Und darum läßt sich ihre |299 Art am besten beschreiben in dem, was sie nicht tun. Die inhaltschwere Forderung, unter der sie stehen, liegt in einem Wort: nicht ihr eigenes suchen! «Den lieben Gott müssen wir in uns wachsen lassen, nicht selbst wachsen wollen» (S. 115 📖). «Die Versöhnung ist jetzt vollendet, aber die Menschen verstehen sie noch nichtaa. Sie wollen sich immer noch selber erlösen durch ihre eigenen Werke, aber das genügt eben nicht» (S. 304). Daab gilt’s zu begreifen, dass wir nicht dürfen große «gescheite Leute»ac 39 sein wollen. Sehr gefährlich ist das Reden und «Schwätzen»!ad 40 «Wenn wir reden[»] – sogar beim Beten – [«]dann sprechen wir oft nicht den Willen Gottes aus, sondern unsern eigenen Willen. Darum ist es gut, wenn wir stille sind» (S. 186). Besonders [«]mußae man sich sehr in acht nehmen, daß man nicht über ungewöhnlicheaf Dinge so viel redet; sonst vergeht die Freude» (S. 245). Ein anderer Punkt ist das Zanken: «Das Gerede der Leute untereinanderag: den kann ich nicht leiden! ist nicht Licht, sondern Finsternis» (S. 114 – bemerkenswert!), ferner das «Draufschlagen»41 und Grobwerden und vor allem: «Wer sich überall hineinmischt, in allen Dingen mittut, der wird schließlich gefangen und zieht fremde Kräfte an sich, die Unheil bringen» (S. 380).

Diese stille, gespannte, auf Gott gerichtete Art nennt Blumhardt «Warten». Es wäre sehr zu wünschen, dass wir an der fruchtbarenah Tiefe dessen, was er damit meint, nicht vorübergehen, weil da und dort mit diesem 189 Begriff ein bequemer Unfug getrieben wird. Im Sinne Blumhardts, soweit ich ihn aus diesen Andachten verstehen kann, ist dieses Warten ein freilich zunächst nach innen gewandtes, aber in seinem Wesen revolutionäres («Herrai Gott, mache neu! ma|300che uns neu, mache alle neu, die zu dir rufen, denn sonst nutzt alles nichts!» S. 18 📖)aj. Wartenak ist gerade nicht ein heimeliges konservatives Sitzenal und Mitmachen in den alten Ordnungen. «Wir müssen uns bereiten, wie wenn der liebe Gott immerfort an unsrer Tür stündeam und sagte: mach auf! mach auf!» (S. 181). «Es soll ein Unterschied sein zwischen denen, die dem Teufel dienen»42 (S. 96). «Man kann nicht bloß wachen, man muß selbst handeln, man muß die Hände stramm machen und tun, was man kann» (S. 23). «Wer einen Sinn hat auf Gott, bei dem schlägt es zurück auch aufs Irdische» (S. 6). «Alles wirklich Gute, das wir tun, ist wie eine Bombe in Satans Reich hinein» (S. 36). «Der Trost Gottes ist immer eine Ermahnung – nicht Schmeichelei: ach du mein liebes Herzle, du sollst auch alles Gute haben! Sondern er gibt dem Herzen einen Puff: sei getrost in deinem Gott! Dann läuft das Herz den Weg der Gebote» (S. 169). «Man muß sich zwingen: heraus mit dir! heraus! alles muß ans Licht und offenbar werden. Dann ist der liebe Gott wieder da und unsre Sünden dürfen uns nicht schrecken» (S. 183). «Steh auf! tue etwas! greife irgend etwas an im Namen des Herrn deines Gottes, und danke Gott, daß du noch kannst» (S. 206). Wir haben den Beruf, die Aufgabe im gewöhnlichen Leben, «daß man immer gleichsam den Heiland an uns sieht, der Gutes bringt und Liebes austeilen will, jetzt durch uns, so lange er gehindert ist, auf die Erde zu kommen» (S. 50). «In allem, was wir tun und treiben, muß herausgucken: die Leute ehren Gott»an (S. 75).

190 In diesem unserm «Eilen und Warten» [2.Petr. 3,12] Gott entgegen bereitet sich dann die Vollendung von Gott selbst her vor. Das göttliche und das menschliche Tun greifen für Blumhardt eng ineinander, |301 wieder nicht mechanisch, aber organisch, nicht dialektisch, aber sachlich. Wer es nicht lassen kann, mit den bekannten Einwändleinao und Bedenken gegen diese Position anzurennen, der wird es eben auch fernerhin tun müssen, bis er’s einmal merkt, dass er immer daneben rennt. «Wenn wir nicht glauben, sondern Gott den Rücken kehren, so ist Gottes Macht gehemmt und er kann nicht so stark bei uns sein, wie er will» (S. 52 📖). «Vielleicht sind die vielen Menschen, die nicht auf Gott bauen43, ein Hindernis für den Heiland» (S. 116). Aber eigentlich stören und aufhalten läßt sich ja Gott nicht, er «arbeitet auf die neue Kreatur hin gleichsam wie ein treuer Arbeiter, daß das fertig wird, was er sich in den Sinn genommen hat. So ist vor Gottes Augen der Mensch eine neue Kreatur, trotz der Schwachheit seines Fleisches. Gott bleibt sicher im Hinblick auf die Menschen; sie sollen eine neue Schöpfung werden und damit soll alles neu werden» (S. 166). «Und wenn die ganze Welt böse ist und überall nur Widergöttliches herrschen will – in einzelnen Menschen herrscht doch Gott, in vielen Menschen» (S. 125). Und aus dem Gegenwärtigen heraus baut sich dann leise und unvermerkt das Zukünftige auf. Wann erscheint es? Was braucht es äußerlich dazu? Das sind keine Fragen. «Er ist schon bei uns im Unsichtbaren. Aber es braucht noch einen Ruck über die Mauer hinüber in unsre arme Welt» (S. 389). «Hinter allem steht eine große Ankunftap Gottes» (S. 5). «Dein Geist kann die Zeit herbeiführen, da Dein Geist regieren wird» (S. 4). «Die Freundlichkeit Gottes dringt ein, mitten ins böse Leben hinein» (S. 14), 191 und «wird der Welt einen andern Stil geben» (S. 288). «Das Reich Gottes will gerade die tieferen Bande der Menschen auflösen» (S. 27). «Dann wird der Mensch selber wieder eine Fundgrube» (S. 362) und «nicht nur ich werde einmal selig, sondern es kommt über die ganze Erde ein gnädiges Jahr des Herrn» (S. 185). «Dem lieben Gott ist alles andre Nebensache, auch was die Menschen vielleicht fehlen. Er will die Traurigkeit auf Erden beseitigen» (S. 195). «Dann wird nicht mehr der eigene Sinn und der Geiz und alle Wüsteneien siegen, sondern nur noch das Leben» (S. 135). Und «das soll geschehen, daß den Menschen |302 Friede werde auf Erden in ihren Herzen und in ihren Verhältnissen» (S. 204 📖). «Es ist noch viel, was hervorgebracht werden kann durch Gottes Kraft ... Es soll anders werden bei den Menschen und dann wird auch die Natur anders werden. Ja bauen44 wir darauf, bis es hell wird auf Erden bis in den Tod hinein, und dann kann Gott Ehre haben bei den Menschen. Und wir dürfen ihm helfen, indem wir Glauben halten und immer in der Hoffnung stehen» (S. 251).

«Der Tag Gottes strahlt Glauben aus, der Tag Gottes strahlt Hoffnung aus, der Tag Gottes strahlt in Jesus Christus die Liebe aus, in der können wir uns beweisen, und wir können im Tage Gottes fröhlich sein und getrost»aq (S. 398).

«Erlöste sind wir und Wartende, in der Erlösung Wartende» (S. 365).

Das sind einige Mitteilungen aus dem Buche, lange keine Inhaltsangabe. Es ist ein Buch voll Bergwerke und Meerestiefen. Hoffentlich habe ich nichts systematisiert oder sonst verdorben. Es wäre gut, wenn viele die Freudigkeit fänden, es ohne schwarze oder rote Brillen selbst zu lesen und seinenar Gedanken nachzudenken.

Textkritische Fußnoten

a
2. Abdruck (1928) 📖: «im kleinsten».↩
b
2. Abdruck (1928) 📖: «göttlich-weltliche Wahrheit».↩
c
2. Abdruck (1928) 📖: «sollen».↩
d-d
2. Abdruck (1928) 📖: «die Welt lieb haben und doch Gott ganz treu sein».↩
e
2. Abdruck (1928) 📖: «kann und».↩
f
2. Abdruck (1928) 📖: «er».↩
g
2. Abdruck (1928) 📖: «an Höchste».↩
h
2. Abdruck (1928) 📖: «Verständnis».↩
i
2. Abdruck (1928) 📖: «an».↩
j
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «so schön».↩
k
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «so lieblich».↩
l
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «Es».↩
m
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «Jeder».↩
n
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «eine Richtung».↩
o
2. Abdruck (1928) 📖: «und».↩
p
2. Abdruck (1928) 📖: «die».↩
q
1. Abdruck (1916) 📖: «Lösungen. – Mit».↩
r
2. Abdruck (1928) 📖: «werden».↩
s
2. Abdruck (1928) 📖: «diesem lebendigen».↩
t
2. Abdruck (1928) 📖: «als Hauptsache».↩
u
2. Abdruck (1928) 📖: «im Himmel und».↩
v
2. Abdruck (1928) 📖: Absatz.↩
w
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «alle gottlosen».↩
x
Im 2. Abdruck (1928) 📖 ist diese redaktionelle Anmerkung weggefallen.↩
y
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «es sind Leute».↩
z
2. Abdruck (1928) 📖: «zu».↩
aa
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «verstehen sich nicht».↩
ab
2. Abdruck (1928) 📖: «Das».↩
ac
2. Abdruck (1928) 📖: «‹gescheite› Leute».↩
ad
1. Abdruck (1916) 📖 «Schwätzen!›». Das öffnende Anführungszeichen fehlt.↩
ae
2. Abdruck (1928) 📖: «‹Besonders muß». Bei Blumhardt 📖 beginnt der Satz: «Und man muß sich sehr in acht nehmen».↩
af
2. Abdruck (1928) 📖: «gewöhnliche». Bei Blumhardt 📖: «ungemütliche».↩
ag
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «miteinander».↩
ah
2. Abdruck (1928) 📖: «furchtbaren».↩
ai
2. Abdruck (1928) 📖: «revolutionäres: ‹Herr».↩
aj
2. Abdruck (1928) 📖: «nichts!› (S. 18)».↩
ak
1. und 2. Abdruck: «Handeln», verbessert entsprechend der Korrektur in Barths Handexemplar des 2. Abdrucks. Möglicherweise ist der Fehler entstanden, weil der Setzer des 1. Abdrucks in den Text, der in Barths Druckmanuskript wohl lautete: «[…] ist dieses Warten ein […] revolutionäres ([…]) Handeln, ist gerade nicht […]», einen Punkt einfügte: «S. 18). Handeln».↩
al
2. Abdruck (1928) 📖: «heimeliges Sitzen».↩
am
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «stände».↩
an
1. Abdruck (1916) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «Gott!›».↩
ao
2. Abdruck (1928) 📖: «Einwänden».↩
ap
2. Abdruck (1928) 📖, abweichend von Blumhardts Text 📖: «Zukunft».↩
aq
2. Abdruck (1928) 📖: Absatz nicht hervorgehoben.↩
ar
2. Abdruck (1928) 📖: «seine».↩

Sachfußnoten

1
Chr. Blumhardt, Haus-Andachten nach Losungen und Lehrtexten der Brüdergemeine, Stuttgart/Basel 1916 📖.↩
2
Vgl. Bw.Th. I, S. 141f 📖.↩
3
Bw.Th. I, S. 142. 📖↩
4
Eintrag Barths in seinem Taschenkalender.↩
5
Bw.Th. I, S. 142. 📖↩
6
Bw.Th. I, S. 144. 📖↩
7
KBA 9216.12.13.↩
8
Leonhard Ragaz in seinen Briefen, Bd. 2: 1914-1932, hrsg. von Chr. Ragaz, M. Mattmüller, A. Rich, bearbeitet von G. Kreis, Zürich 1982, S. 85 📖 (Transkription an Hand des Originalbriefes korrigiert). Ragaz hatte die Rezension Bertha Imhoff unterbreitet (a.a.O., S. 86, Anm. 4).↩
9
Vgl. Mattmüller II, S. 221 📖.↩
10
Leonhard Ragaz in seinen Briefen, Bd. 2, a.a.O., S. 85 📖 (Transkription an Hand des Originalbriefes korrigiert).↩
11
Bw.Th. I, S. 146f. 📖↩
12
KBA 9216.16.17.↩
13
KBA 9316.82.↩
14
Bw.Th. I, S. 148. 📖↩
15
Nicht abgedruckt in Bw.Th. I 📖 (KBA 9370.153).↩
16
KBA 9216.18.↩
17
Leonhard Ragaz in seinen Briefen, a.a.O. (s. oben S. 276, Anm. 8), S. 87–90 📖 (Transkription an Hand des Originalbriefes korrigiert).↩
18
Nicht abgedruckt in Bw.Th. I 📖 (KBA 9370.155).↩
19
KBA 9216.20.↩
20
Leonhard Ragaz in seinen Briefen, a.a.O. (s. oben S. 276, Anm. 8), S. 91 📖.↩
21
So kennzeichnet es der andere Redaktor des Blatts Pfarrer O. Lauterburg in seinem Schreiben an Barth vom 25. August 1918 (KBA 9316.101).↩
22
Ebd.↩
23
So Ragaz in einem Telegramm an Barth vom 29.8.1916 (KBA 9316.102); dazu seine weitere Erklärung im Brief an Barth vom 31.8.1916 (KBA 9316.103), in dem er fragt, «ob Sie den Aufsatz nun anderweitig drucken lassen wollen? Ich habe die Frage seiner Veröffentlichung in den Neuen Wegen nicht für erledigt gehalten.»↩
24
KBA 9216.27.28. Die Auseinandersetzung zwischen Barth und Ragaz spielte auch noch in der ersten Fassung des Römerbriefs eine Rolle; vgl. Römerbrief 1, S. 126, Anm. 20 📖.↩
25
E. Jäckh, Blumhardt Vater und Sohn und ihre Botschaft, Berlin 19252, S. 7 📖.↩
26
Ein Brief Christoph Blumhardts selber liegt nicht vor.↩
27
KBA 9316.131.↩
28
KBA 9316.134.↩
29
KBA 9316.142.↩
30
K. Barth / E. Thurneysen, Suchet Gott, so werdet ihr leben!, München 19282, S. 175–191 📖.↩
31
Das Wort Gottes und die Theologie, Gesammelte Vorträge [I], München 1924, S. 18–32 📖.↩
32
Siehe oben S. 185f. und unten S. 317f.↩
33
Vgl. Bw.Th.II, S. 609.614 📖.↩
34
Suchet Gott, so werdet ihr leben!, a.a.O., S. 4 📖. Das Vorwort ist wieder abgedruckt in: K. Barth, Predigten 1917, hrsg. von H. Schmidt (Gesamtausgabe, Abt. I), Zürich 1999, S. 469f., Zitat dort S. 470 📖.↩
35
Chr. Blumhardt, Haus-Andachten nach Losungen und Lehrtexten der Brüdergemeine, Stuttgart/Basel 1916, S. V 📖.↩
36
Bei Blumhardt 📖: «Welt».↩
37
Bei Blumhardt 📖: «um den».↩
38
Bei Blumhardt 📖: «harren».↩
*
Jesaia Kap. 40–55.x↩
39
Vgl. a.a.O., S. 1 📖.↩
40
Vgl. a.a.O., S. 334 📖.↩
41
Vgl. a.a.O., S. 16 📖.↩
42
Bei Blumhardt 📖: «Es soll ein Unterschied sein zwischen denen, die Gott gehören und dienen, und denen, die dem Teufel dienen.»↩
43
Bei Blumhardt 📖: «harren».↩
44
Bei Blumhardt 📖: «So harren».↩