1917

Die neue Welt in der Bibel

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DIE NEUE WELT IN DER BIBEL

1917

Die Vor- und Nachgeschichte des Vortrages «Die neue Welt in der Bibel» sind leider nur spärlich dokumentiert. Er war Barths Beitrag zu einer Reihe, die E. Thurneysen vom 4. bis 6. Februar 1917 in seiner Kirchgemeinde in Leutwil veranstaltete. Vor Barth sprachen Emil Brunner und Gottlob Wieser: Brunner am 4.2. über «Das Erwachen der Bibel» – Thurneysen erläuterte das Thema in seinem Brief an Barth vom 17.1.1917 so: «Gottes Wort in der Bibel, das darauf wartet, verstanden zu werden». Wiesers Thema am 5.2. war «Die Hoffnung in der Bibel». Diese Verteilung war zustande gekommen, nachdem die Themen zwischen Barth und Brunner getauscht worden waren. Brunner lag das ihm zunächst zugedachte «rein thetische Thema nicht ganz. Er würde lieber irgend eine Analyse oder einen Aufstieg machen.»1 So wurde statt seiner Barth «zum Angriff angesetzt am 6.II. über ‹Die neue Welt in der Bibel›.»2

Der «Widerhall» der «Bibelwoche beim Volke» war, wie Thurneysen am 20.2.1917 an Barth schrieb, «sehr erfreulich». Insbesondere Barth sei «wirklich gehört und verstanden worden. [...] Es zeigt, daß das, was wir zu sagen haben, nicht ins Leere geht. Auch die innere Nähe, in der wir zwei zueinander stehen, ist von den Urteilsfähigen durchaus erkannt worden.»3 Als diese innere Nähe auch durch die gemeinsame Herausgabe eines Predigtbandes zum Ausdruck gebracht werden sollte, beantragte Barth, dass den Predigten «zum Schluß auch dein Safenwiler Vortrag über die Kirche und mein Leutwiler über die Bibel beigefügt werden, zur prinzipiellen Ins-Licht-Stellung dieser für uns so wichtigen Punkte»4. Thurneysens Vortrag fiel dann in der ersten Auflage von «Suchet Gott, so werdet ihr leben!» zwar weg.5 Doch Barths Leutwiler Vortrag bildet den markanten Schluss.6 Da er 1924 |318 wiederum in die ersten «Gesammelten Vorträge» Barths aufgenommen wurde7, musste er in der zweiten Auflage von «Suchet Gott, so werdet ihr leben!» durch Barths Rezension der Blumhardtschen Hausandachten 📖 von 1916 ersetzt werden (s. oben S. 275). Entsprechend dem ursprünglichen Plan fand aber nun Thurneysens Safenwiler Vortrag unter dem Titel «Unsere Hoffnung und die Kirche» Aufnahme.8

Die neue Welt in der Bibel

a-Wir sollen versuchen-a, uns eine Antwort zu geben auf die Frage: b-Was steht in der Bibel? Was ist das für ein Haus, zu dem die Bibel die Türe ist? Was tut sich uns da für ein Land auf, wenn sich uns die Bibel auftut?-b

Wir sind mit c-Abraham in Haran-c und hören einend gebieterischen Ruf, der an ihn ergeht: Zieh’e aus aus deinem Vaterland und von deiner Freundschaft in ein Land, das ich dir zeigen h-will! [Gen. 12,1] Hörenf eine Verheißung: Ich-h g will dich zu einem großen Volke i-machen! [Gen. 12,2]. Und «Abraham glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit.» [Gen. 15,6]. Was hat das alles zu bedeuten? Wir spüren beim Hören von diesen Worten und Ereignissen, dass da etwas dahinter steckt. Aber was? Das möchten wir jetzt also wissen.-i

319 Wir sind bei Mosej in der Wüste. Vierzigk Jahre lang büßt er eine l-Voreiligkeit und ist unter den Tieren [vgl. Ex. 2,11–15]. Was geht in ihm vor?-l Es wird uns nichts darüber m-gesagt; es soll uns das-m offenbar nichts angehen. Dannn auf einmal auch an ihn eino Ruf: Mose, Mose! [Ex. 3,4] und ein großerp Befehl: Gehe hin, ich will dich zu Pharao senden, dass du mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten führest! [Ex. 3,10] und q-eine einfache Zusicherung: Ich-q rwill mit dir sein! [Ex. 3,12]. Wiederum Worte, Ereignisse, die uns zunächst wie lauter Rätsel anschauens. Dergleichen lesen wir weder in der Zeitung noch in andernt Büchern. Was ist da dahinter? ˹möchten wir erfahren.˺

Unter der Eiche zu Ophra im Lande Kanaan in der Zeit schwerer Feindesnot der Bauernsohn u-Gideon. Der «Engel des Herrn»-u erscheint ihm und redet ihn an: Derv Herr mit dir du streitbarer Held! Erw weiß nicht übel zu widerreden: Istx der Herr mit uns, warum ist uns denn solches alles widerfahren? y-Aber, «der Herr»-y weiß ihn noch besser zum Schweigen zu bringen: Gehe hin in dieser deiner Kraft, du sollst Israel erlösen aus der Midianiter Händen. Siehe, ich habe dich gesandt! [vgl. Ri. 6,11–14].

Inz der Stiftshütte zu Silo der junge Samuelaa, und wieder so einab Ruf: Samuel, Samuel! und der alte fromme ˹Kirchenmann˺ Eli 19 gibt ihm den klugen Rat: Geheac wieder hin und lege dich ad-schlafen: und er |320 gehorcht-ad und schläft ˹noch lange,˺ bis er nicht mehr ˹schlafen˺ kann, weil der Ruf wieder und wieder kommt, ae-weil sogar dem frommen Eli jetzt der Gedanke kommt, es könnte ...! [vgl. 1.Sam. 3,4–9]. Auch Samuel muss hören und gehorchen. – Wir lesen das alles, aber was lesen wir da eigentlich?-ae Es ist uns, wir spürten etwas ˹wie Erdbeben,˺ wie Meereswellen, die unablässig donnernd gegen ihre Dämme schlagen, aber was ist’s eigentlich, af-das da anklopft und offenbar herein will?-af

Soll ichag weiter daran erinnern, wie Eliaah im Namen ai-des «Herrn» der ganzen Macht seines Königs-ai Trotz bieten und dann aj-doch selber diesen «Herrn» erst kennen lernen musste: nicht im Sturm und Gewitter, sondern in einem «stillen sanften Sausen» [vgl. 1.Kön. 19,12]! Wie Jesaja und Jeremia-aj nicht reden wollten und dann doch reden mussten von den ak-Geheimnissen göttlichen Gerichts und göttlichen Segens über einem sündigen Volke! Wie dann mitten in der tiefsten Erniedrigung dieses Volkes-ak heißer und heißer das Ringen einzelner unbegreiflicher «Knechte Gottes»al wurde um die Frage: Woam ist nun dein Gott? [vgl. Ps. 42,4.11] und um die Antwort: Israel hat dennoch Gott zum an-Trost! [Ps. 73,1]. Wie sie es nicht lassen konnten, in alles Elend und Unrecht der Menschen gleichsam hinauszuschmettern-an die Verkündigung: Mache dich auf, werde Licht! denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn gehet auf über dir! [Jes. 60,1]. Was ist das? Warumao reden diese Menschen so? Ausap was heraus brenntaq all |321 der Zorn, all das Erbarmen, all die Freudigkeit, all die Hoffnung, all die unbedingte Zuversicht, die wir noch heute ar-auf allen Seiten der Prophetenbücher und der Psalmen lodern sehen wie Feuer?-ar

Und dann die unfassbaren, unvergleichlichenas Tage, at-wo die Zeit, die Geschichte, alle bisherige Erfahrung stillzustehen scheinen wie die Sonne zu Gibea9 [vgl. Jos. 10,12f.] –-at um einen Mann herum, der kein Prophet war, kein Dichter, kein Held, ˹kein Denker,˺ und doch au-das alles zugleich und mehr als das!-au Entsetzen erregen seine Worte˹, denn er redet gewaltig und nicht wie wir Theologen [vgl. Mt. 7,29 par.]˺. Mit zwingender av-Macht ruft er den Einen: Folget mir nach! [Mt. 4,19 par.]. Einen unwiderstehlichen Eindruck von «ewigem Leben» macht er auch den Misstrauischen und Widersachern.-av «Die Blinden sehen, die Lahmen gehen, die Aussätzigen werden rein, die Tauben hören, die Teufel werden ausgetrieben, die Toten stehen auf und den Armen wird die frohe Botschaft verkündigt.» [Mt. 11,5] aw-«Selig ist der Leib, der dich getragen» [Lk. 11,27] meint die Stimme des Volkes. Und je stiller und einsamer 20 er wird, je weniger er bei der Welt um ihn her wirklich «Glauben» findet [vgl. Lk. 18,8], um so stärker durch sein ganzes Dasein hindurch ein triumphierender Ton: Ich bin die Auferstehung und das Leben!-aw [Joh. 11,25]. ˹Ich lebe – und ihr sollt auch leben! [Joh. 14,19].˺ax

322 Und dann nur noch das Echoay, schwach genug, wenn wir es mit jenem Tone vom Ostermorgen vergleichenaz- – und doch stark-az, viel zu stark für unsere an lauter schwache˹, erbärmlich schwache˺ Töne gewöhnten Ohren:ba das Echo, das die Erscheinung dieses Mannes gefunden hat bei einer kleinen Schar von ˹Aufmerkenden, Wachsamen,˺ Wartendenbb. Hier das Echo der ersten mutigen Sendboten, die hinausgehen mussten in alle Welt um das Evangelium aller Kreatur zu verkündigen [vgl. Mk. 16,15]. Hier das Echo des Paulus: bc-Nun ist die Gerechtigkeit Gottes offenbart!-bc [vgl. Röm. 3,21] Ist jemand in Christo, so ist er eine neue Kreaturbd! [2.Kor. 5,17]. Und der in euch angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollenden! [Phil. 1,6]. Hier das stille tiefe Echo des Johannes: Das Leben ist erschienen [1.Joh. 1,2]. Wir sahen seine Herrlichkeit [Joh. 1,14]. Wir sind ˹nun˺ Gottes Kinder [1.Joh. 3,2]. Und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwindet. [1.Joh. 5,4] ˹– Dann wird auch dieses Echo still, die Bibel ist aus. –˺ Wer ist der Mann, der so geredet und gehandelt, der dieses Echo gefunden hat?be Und noch einmal fragen wir: bf-Was steht in der Bibel? Was-bf bedeutet dieser merkwürdige Gang von Abraham zu Christus? bg-Was will er und ruft er-bg, der Chor der Propheten und Apostel [vgl. Eph. 2,20; 3,5]? bh-Was ist das Eine-bh, das diese Stimmen offenbar alle sagen wollen, jede bi-in ihrem Ton-bi und in ihrer Lage? Was geschieht da zwischen dem seltsamen Bericht: Imbj Anfang schuf Gott Himmel und Erde! [Gen. 1,1] und dem ebenso seltsamen Ruf der Sehnsuchtbk: Amen, ja komm Herr Jesu! [Apk. 22,20]. Was ist da dahinter und wasbl will da zum Vorschein kommen?

323 Es ist bm-nicht ganz ungefährlich-bm, sich diese Frage zu stellen. Wir könnten es uns wohl überlegen, ob wir nicht besserbn täten, diesem brennenden Buschbo [vgl. Ex. 3,2f.] nicht zu nahe zu kommen. ˹Denn wir verraten dabei, was – hinter uns steckt!˺ Diebp Bibel antwortet auf diese Frage jedem Menschen und auch jeder Zeit, so wie sie es verdienen. bq-Wir werden in ihr immer gerade so viel finden, als wir suchen:-bq Großes und Göttliches, wenn wir Großes und Göttliches suchen, br-Nichtiges und «Historisches», wenn wir Nichtiges und «Historisches» suchen – überhaupt-br nichts, wenn wir ˹überhaupt˺ nichts suchen. ˹Die Hungernden werden an ihr satt und den Satten ist sie verleidet, bevor sie sie aufgeschlagen haben.˺ Die Frage: was steht in der Bibel? kehrt sich gerne in beschämender und be21drückender Weise um in die andre Frage: ja was willst denn du? und werbs bist denn du, der sich erlaubtbt, so zu fragen?

Aber wir bu-müssen es uns getrauen-bu, so zu fragen: auf die Gefahr hin, dass wir dabei sehr beschämende Entdeckungen über uns selbst machen. Ja, noch mehr: wir müssen es uns getrauen, bv-gleich kühn nach einer Antwort zu greifen-bv, die für uns eigentlich viel zu groß ist, für die wir eigentlich noch gar nicht reif sind; bw-auch wenn wir uns sehr-bw unwürdig vorkommen, eine Frucht zu pflücken, die wahrhaftig nicht etwa wir gepflanzt haben mit unserm Sehnen, bx-Streben, Ringen und innern Arbeiten-bx. Diese Frucht ist die Antwort, die im Thema meines Vortrags gegeben ist: in der Bibel steht by-eine neue Welt-by, die Welt Gottes. bz-Diese gewaltige Antwort sagt das gleiche-bz, wie das Wort des ersten Märtyrers Stephanus: Siehe, ich sehe den |324 Himmel offen und des Menschen Sohn zur Rechten Gottes stehen! [Act. 7,56]. ca-Weder durch den Ernst unsres Glaubens, noch durch die Tiefe und den Reichtum unsrer Erfahrungen haben wir uns das Recht verdient, diese Antwort zu geben. Ich werde darum auch nur Weniges und Ungenügendes darüber sagen und auch ihr werdet nur Weniges und Ungenügendes davon fassen und verstehen können. Wir müssen uns offen eingestehen-ca, dass wir mit dieser Antwort weit über uns selbst hinausgreifen. Aber das ist’s gerade: wenn wir überhaupt dem Inhalt der Bibel näher treten wollencb, müssen wir es wagen, weit über uns selbst hinauszugreifen. cc-Der Inhalt der Bibel selber-cc lässt das nicht anders zu. Denn die Bibel hat nicht nur das an sich, dass sie zunächst jedem das gibt, was er verdient, cd-was ihm entspricht-cd: dem Einen viel, dem Andern etwas, dem Dritten nichts – sondernce auch das Andre, dass sie uns, wenn wir nur aufrichtigcf sind, gar keine Ruhe lässt, wenn wir mit unsern kurzsichtigen Augen und plumpen Fingern so eine Antwort aus ihr herausgeholt haben, wie sie uns entspricht. Wir merkencg dann bald: das ist etwas, aber das ist nicht alles – ch-das konnte mir für ein paar Jahre genügen, aber dabei kann ich nun eben nicht bleiben. Die Bibel sagt uns bei gewissen «Auffassungen», die wir uns von ihr machen, bald sehr deutlich und sehr freundlich: So, das bist du, aber nicht ich! Das ist nun das, was dir vielleicht in der Tat sehr gut passt: zu deinen Gemütsbedürfnissen und Ansichten, in deine Zeit und in eure «Kreise», zu euren religiösen oder philosophischen Theorien! Sieh, nun hast du dich spiegeln wollen in mir und hast wirklich dein eigenes Bild in mir wiedergefunden! Nun 22 aber geh und suche auch noch mich! Suche, was dasteht! Die Bibel selbst ist’s, eine gewisse unerbittliche Logik ihres Zusammenhangs, die uns über uns selber hinaustreibt, uns einladet, ohne Rücksicht auf unsre Würdig|325keit oder Unwürdigkeit-ch nach der letzten höchsten Antwort zu greifen, mit der alles gesagt ist, was gesagt werden kann, auch wenn wir es kaum zu fassen und nur stammelnd auszudrücken wissen, eben nach der Antwort: Eine neue Welt, die Welt Gottes ist in der Bibel. Es ist ein Geist in der Bibel, der lässt es wohl zu, dass wir uns eine Weile bei den Nebensachen aufhalten und damit spielen können, wie es unsre Art ist – dannci aber fängt er an, zu drängen, und was wir auch einwenden mögen: wir seien ˹ja˺ nur schwache, unvollkommene˹, höchst durchschnittliche˺ Menschen! er drängt uns auf die Hauptsache hin, ob wir wollen oder nicht. Es ist ein Strom in der Bibel, der trägt uns, wenn wir uns ihm nur einmal anvertraut haben, von selber dem Meere zu. Die heilige Schrift legt sich selbst aus10, aller unserer menschlichen Beschränktheit zum Trotz. Wir müssen es nur wagen, diesem Trieb, diesem Geist, diesem Strom, der in der Bibel selbst ist, zu folgen, über uns selbst hinauszuwachsen und nach der höchsten Antwort zu greifen. Dieses Wagnis ist der Glaubecj, und nicht mit einer falschen Bescheidenheit, ˹Zurückhaltung und angeblichen Nüchternheit,˺ sondern im Glauben˹, als die da mitgehen wollen, wohin sie geführt werden,˺ lesen wir die Bibel recht. Und jene Einladung: wag’s nur und greif’ nach dem Höchsten, obwohl du’s ck-nicht verdienst! ist eben die Gnade-ck in der Bibel, und da geht unscl die Bibel recht auf, wo uns in ihr die Gnade Gottes begegnet, leitet, zieht und wachsen lässt.

Was steht in der Bibel? ˹Geschichte!˺ Die Geschichtecm eines merkwürdigen, ja einzigartigen Volkes, die Geschichte gewaltiger, geistes|326mächtiger Persönlichkeiten, die Geschichte des Christentums in seinen cn-Anfängen. Ein Stück Geschichte von großen Männern und Ideen, für das man sich «als gebildeter Mensch» interessieren muss, schon wegen seiner Wirkungen auf die Folgezeit und Jetztzeit.-cn Man kann sich eine Zeitlang bei dieser Antwort beruhigen und viel Schönes und Wahres daran finden. Es ist ja so: die Bibel ist voll Geschichte: Religionsgeschichte, ˹Literaturgeschichte,˺ Kulturgeschichte, Weltgeschichte, ˹dazu˺ Menschengeschichten aller Art. Ein Bild von co-größter Lebendigkeit und Farbe entrollt sich, sowie man ihr aufmerksam nahetritt. – Aber-co die Freude wird nicht lange dauern: cp-das Bild ist bei genauerem-cp Zusehen völlig unverständlich 23 und ungenießbar, wenn dascq wirklich sein tiefster Sinn ist: ein Stück Geschichte. Wer auf Geschichte und auf Geschichten aus ist, der wird sich nach kurzem Verweilen gerne wieder von der Bibel ab- und der Zeitung oder andern Büchern zuwenden. Denn wenn wir Geschichtecr studieren oder uns mit Geschichtencs unterhalten ˹wollen˺, dann möchten wir ˹doch˺ immer gerne wissen: wie ist ˹das˺ alles so gekommen? ˹Wie folgt das einsct aufs andre?˺ Was sind die natürlichen, begreiflichen Ursachen der Dinge? Warumcu haben die Menschen so und nicht anders geredet und gehandelt? Die Bibel aber gibt uns gerade an den entscheidendsten Stellen ihrer Geschichte keine Antwort auf unser: Warum? ˹So verhält es sich übrigens nicht nur mit der Bibel, sondern eigentlich mit allen wirklich großen entscheidenden Menschen und Ereignissen der Geschichte. Je größer eine Wendung, um so weniger Antwort bekommen wir auf unser neugieriges: Warum? Und umgekehrt: je kleiner eine Zeit oder ein Mensch, um so mehr finden die «Historiker» zu erklären und zu begründen. Aber die Bibel stellt da dem Geschichtsliebhaber doch ganz unvergleichliche |327 Schwierigkeiten entgegen.˺ Warum ist das israelitische Volk in der ägyptischen Knechtschaft nicht untergegangen, sondern ein Volk geblieben, ja vielmehr gerade aus tiefster Not herauscv geworden? Warum? Darum!! Warum hat Mose ein Gesetz schaffen können, das durch die Reinheit undcw Menschlichkeit cx-seiner Bestimmungen noch-cx uns heutige Menschen nur beschämen kann? Darum!! Warum steht ein Jeremia während der Belagerung Jerusalems mit seiner cy-Unheilsbotschaft da als ein Volksfeind und vaterlandsloser Geselle11? Warum die Krankenheilungen, das Messiasbewusstsein, die Auferstehung Jesu?-cy Warum wird aus einem Saulus ein Paulus? ˹Warum dieses überirdische Christusbild des vierten Evangeliums?˺ Warum sieht Johannes auf der Insel Patmoscz das neue Jerusalem, die Stadt Gottes, vom Himmel auf die Erde fahren als eine geschmückte Braut ihrem Manne [Apk. 21,2] ˹– mitten in der Glanzzeit des Römerreichs, als ob das alles nichts wäre? Darum!! Arme, arme Geschichtsforscher, was für Mühe macht ihnen die Bibel!˺ db-Darum!! ist doch gar keineda rechte Antwort in einer Geschichte, und wenn man bei der biblischen Geschichte alle Augenblicke nur Darum!! sagen kann, mit zwei «!!»-db, dann ist diese Geschichte ja lauter Unsinn. ˹Oder aber sie sind gezwungen, Gründe und Erklärungen zu suchen, wo keine sind, und was dabei schon alles herausgekommen ist, das ist eine Geschichte für sich und zwar eine schreckliche Geschichte, auf die ich jetzt nicht 24 |328 eintreten will.˺ Die Bibel ˹selbst allerdings˺ antwortet dc-auf alle unsre wissbegierigen «Warum?» weder wie eine Sphinx mit Darum!! noch wie ein Advokat mit tausend Begründungen, Ableitungen und Parallelen-dc, sondern sie sagt uns: Gott ist die entscheidende Ursache. Weil Gott lebt, redet, handelt, darum ...˹!!˺ Aber ˹freilich,˺ wenn wir hören dd-«Gott», so kann das zunächst dasselbe für uns sein,-dd wie wenn wir hören würden: Darum!˹!˺ Da hört ˹eben˺ die Geschichte ˹vorläufig˺ auf, da gibt’s nichts mehr zu fragen, da fängt etwas völlig Anderes, Neues an˹, eine Geschichte mit ganz eigentümlichen Gründen, Möglichkeiten und Voraussetzungen˺ – de-in den Leitartikeln unsrer Blätter oder in den Geschichtlein der aargauischen Schullesebücher-de heißt es mit gutem Grund nie: Gott schuf, Gott sprach! df-Da fragt es sich eben vor allem, ob wir für dieses Andre, Neue, Verständnis haben oder doch guten Willen, darüber nachzudenken und innerlich darauf einzugehen. Wollen wir uns auf «Gott» einlassen?-df Wagen wir es, dahindg zu stehen, wohindh wir da ˹offenbar˺ geführt werden? ˹Das wäre also «Glauben»!˺ Eine neuedi Welt ragt da in unsre gewöhnliche, alte Welt hinein. Wir können dasdj ablehnen, wir können sagen: das ist nichts, das ist dk-Einbildung, Wahnsinn: «Gott» – -dk aber wir können nicht ˹leugnen und˺ verhindern, dass wir durch die ˹biblische˺ «Geschichte»dl weit über das hinausgeführt werden, was wir sonst ˹«˺Geschichte˹»˺ heißen: in eine neue Welt, ˹in˺ die Welt Gottesdm ˹hinein˺.

Wir könnten auch damit anfangen, dass wir sagen: dn-Moral steht in der Bibel! Sie-dn ist eine Sammlung von Beispielen und Lehren der Tugenddo und der menschlichen Größe. Auch das ist wahr. Es ist noch |329 nie im Ernst bestritten worden, dass die Menschen der Bibel in ihrer Art dp-gute vorbildliche Menschen-dp gewesen sind, von denen wir unendlich viel zu lernen haben. Ob es uns nundq um praktische Lebensweisheit zu tun ist, oder um begeisternde Vorbilder dr-eines gewissen Heldentums-dr, wir finden zunächst, was wir suchen. ˹–˺ Und dann doch auf die Länge auch wieder nicht. Große Partien der Bibel sind z.B. für die Schule ˹und ihre im besten Fall moralischen Ziele˺ fast unbrauchbar, weil sie an solchen Weisheitslehren und «guten Vorbildern» recht arm sind. Die Helden der Bibel – ja, sie sind wohl alle in einer gewissen Richtung ˹ganz˺ respektabelds, aber gerade dt-als Vorbilder des lieben, tüchtigen, arbeitsamen und sogar noch staatsbürgerlich unterrichteten schweizerischen-dt Normalmenschen eignen sich ein Simson, ein David, ein Amos, ein Petrus eigentlich recht wenig; da sind denn doch Rosa 25 von Tannenburg12 oder die Figuren von Amicis «Herz»13 ˹oder die herrlichen Gestalten der neueren Schweizergeschichte˺ ganz andere du-Leute! Die Bibel ist für die Schule und in der Schule eine Verlegenheit, ein Fremdkörper. Wie soll denn aus dem Vorbild und aus der Lehre Jesu etwas zu «machen» sein für das «praktische Leben»? Ist es uns nicht, als wolle er uns auf Schritt und Tritt zurufen: was geht mich das an, euer «praktisches Leben»? Ich-du habe nichts damit zu tun, folget ihr mir nach [vgl. Mt. |330 4,19 par.] ˹oder lasst mich meiner Wege gehen˺! Ja˹,˺ gerade auf gewissen Höhepunkten bereitet uns die Bibel die Überraschung, dass sie gegen unsere Begriffe von Gut und Böse eine merkwürdige Gleichgültigkeit zeigt: Abraham, der als höchste Probe seines Glaubens Gott seinen Sohn opfern will [vgl. Gen. 22,1–19], Jakob, der das Recht der Erstgeburt erwirkt durch einen raffinierten Betrug an seinem blinden Vater [Gen. 27,1–40], Elia, der die 450 Baalspfaffen schlachtet am Bache Kison [vgl. 1.Kön. 18,19.40], das sind alles nicht gerade sehr löbliche Vorbilder. Und wievieldv moralischen Stoff lässt uns die Bibel schmerzlich vermissen, wie wenig Belehrung bietet siedw im Grunde über die großen schwierigen Fragen des Geschäftslebens, der Ehe, der Kultur, des Staatslebens, mit denen wir zu ringen haben. ˹Man denke nur an das eine, uns heute besonders Fatale: wie ungeniert in der Bibel beständig Krieg geführt wird!˺ Immer wieder ist der Lehrer oder Pfarrer, wenn er im Unterricht an diese Fragendx kommt, genötigt, zu allerhand außerbiblischem Stoff zu greifen, weil das Neuedy sowohl wie das Alte Testamentdz da einfach ˹nahezu völlig˺ versagen. Immer wieder machen auch ernste christliche Menschen, die etwa in persönlichen Schwierigkeiten ihres Lebens ea-«Trost» und «Anregung»-ea suchen, in aller Stille ihre Bibel zu eb-und greifen nach der biederen Leier eines Christian Fürchtegott Gellert14, nach den Büchern von Hilty15, wenn nicht gar nach der Psychoanalyse16, wo alles so viel praktischer, |331 deutlicher und fassbarer wird.-eb Immer wieder macht uns eben die Bibel ˹ganz mit Recht˺ den Eindruck, ec-es werden da gar keine Weisungen, Ratschläge und Vorbilder gegeben zu einem guten rechten Leben, weder für die einzelnen Menschen, noch gar für die Völker und Regierungen, sie biete uns also gar nicht das, was wir zunächst bei ihr suchen!-ec Ja, da stehen wir eben wieder vor diesem «Andern»˹, dem Neuen, das in der Bibel anhebt. Es ist so˺: ed-ihr ist nicht das Tun der Menschen die Hauptsache-ed, sondern das Tun Gottes – nichtee die verschiedenen Wege, die wir einschlagen können, wenn wir guten Willen haben, ef-sondern die Kräfte, aus denen ein guter Wille erst geschaffen 26 werden soll – nicht wie das, was wir unter Liebe verstehen mögen, sich entfaltet und bewährt-ef, sondern dass eine ewigeeg Liebe˹, die Liebe, wie Gott sie versteht,˺ da ist und hervorbricht – nichteh wie wir in unsrer alten ˹gewohnten˺ Welt ˹und unter ihren Ordnungen˺ fleißig, ehrlichei und hilfreich sein können, sondern dass eine neue Welt gegründet ist und wächst: dieej Welt, in der Gott herrscht ˹und seine Moral˺. ek-Im Lichte dieser kommenden Welt ist ein David ein großer Mann trotz seinem Ehebruch [vgl. 2.Sam. 11,2–5] und seinem bluttriefenden Schwert: Selig ist der Mann, welchem Gott die Sünde nicht anrechnet! [Röm. 4,8]. In diese Welt werden die Zöllner und Huren eher eingehen als ihr zehnmal Feinen und Gerechten der guten Gesellschaft! [vgl. Mt. 21,31f.]. In dieser Welt ist der wahre Held der verlorene Sohn, der eben nichts als verloren ist und mitten unter den Säuen – und nicht sein moralischer älterer Bruder! [vgl. Lk. 15,11–32]. Seht, das-ek steckt hinter Abraham und Mose, hinter Chri|332stus und seinen em-Aposteln: die Welt des Vaters17, in der das Moralische erledigt ist, weil es selbstverständlich ist18. Und das ist das Blut des Neuenel Testaments [vgl. Mt. 26,28 par.], das in unsre Adern übergehen möchte: der Wille des Vaters, der geschehen will auf Erden wie im Himmel! [vgl. Mt. 6,10]. Haben wir das einmal begriffen als den Sinn der Bibel, als ihre Antwort auf unsre großen und kleinen Fragen, so können wir-em dann immer noch sagen: ich brauche, ich begehre das nicht!en das sagt mir nichts!eo damit kann ich nichts anfangen!ep Es kann ja sehr wohl sein, dass wir wirklich vorläufig nichts damit anzufangen wissen auf unsern Wegen und Weglein˹, z.B. auf unsern bisherigen Kirchen- und Schulweglein, und für so manches Einzelne auf dem persönlichen Lebensweglein, das es bis jetzt so beharrlich gerannt ist. Es gibt eben tausenderlei Sackgassen, aus denen der Weg ins Himmelreich zunächst nur rückwärts führen könnte˺. Aber das ist sicher, dass uns die Bibel, wenneq wir sie aufmerksam lesen, gerade auf diesen Punkt losführt, wo es zuer dieser Entscheidung kommen muss: Annahme oder Verwerfung der Königsherrschaft Gottes. Das ist eben die neuees Welt in der Bibel. Was sie uns bietet, ist das herrliche, treibende hoffnungsvolle Leben des Samenkorns, ein neuer Anfang, aus dem et-heraus alles neu werden soll.-et Die neue Welt, das Leben des göttlichen Samenkorns [vgl. Mt. 13,24–30; Mk. 4,26–29; Lk. 8,5–8] kann man nicht lernen, nicht nachahmen. Da kann man nur mitleben, mitwachsen, mitreif werden. Da kann man nur glauben˹: hinstehen, wohin man geführt worden ist˺. Oder eben nicht glauben. Aber kein dritteseu.

333 ev-Lasst uns noch von einer andern Seite aus suchen:-ev Wir könnten auch davon ausgehen, dass uns in der Bibel die wahre Religionew 27 offenbart ey-ist: was wir von Gott denken, wie wir den rechten Weg zu ihm findenex -ey ˹und wie wir uns in der Gemeinschaft mit ihm zu halten haben, also etwa das, was man jetzt gerne «Frömmigkeit» nennt. Die Bibel, eine «Urkunde der Frömmigkeit», wieviel ist darüber gesagt und geschrieben worden in den letzten 20 Jahren.19˺ Und auch das ist ˹ja ganz˺ wahr. Wie sollte ez-darüber der Bibel nicht allerlei zu entnehmen-ez sein: ˹über˺ das rechte Verhältnis derfa Menschen zum Ewigen, ˹zum˺ Göttlichen? – aberfb auch da ist’s nicht anders: fc-Wir müssen nur aufrichtig suchen in der Bibel, dann finden wir ganz sicher etwas Größeres in ihr als Religion und «Frömmigkeit».-fc ˹Das ist wiederum nur so eine Kruste, in der wir nicht stecken bleiben wollen.˺ Es hat uns ˹doch˺ gewiss auch schon Gedanken gemacht, dass es so ˹schrecklich˺ viele Arten von Christentum gibt:fd katholisches und protestantisches und solches von allerlei Gemeinschaften ˹und «Richtungen»˺ altmodisches und modernes – undfe alle, alle diese Christentümer berufen sich mit gleichem ff-Ernst und Eifer-ff auf die Bibel, alle behaupten: fg-wir haben die rechte Frömmigkeit, wie sie-fg in der Bibel offenbart ist˹, oder doch ihre legitimste Fortsetzung˺. Was sollen wir dazu sagen? Es braucht schon ein starkes Stück Unverfrorenheit, um |334 darauf einfach zu antworten: nurfh wir fi-Protestanten oder wir Angehörigen-fi der und der Gemeinschaft ˹oder Gruppe, wir˺ haben eben ˹aus den und den Gründen˺ Recht und alle andern Unrecht. ˹Wenn man einmal weiß, wie leicht diese «Gründe» zu haben sind, macht man dieses ewige Spiel nicht mehr gerne mit.˺ Aber dann kämen wir ja darauf, dass am Ende allefj das Recht hätten, sich ˹mit ihrer Frömmigkeit˺ auf die Bibel zu berufen!?fk ˹Da ist es uns denn doch, es sei mit Händen zu greifen, wie sich der Geist der Bibel stumm abwendet von dem allgemeinen Toleranzsüpplein, das besonders in unsrer Landeskirche nachgerade als höchstes Gut ausgerufen wird!˺ Oder sollten gar ˹wir˺ alle ˹mit allen unsern «Frömmigkeiten» samt und sonders –˺ Unrecht haben? Ja, irgendwie in dieser Richtung werden wir die Antwort schon suchen müssen: ˹«Es bleibe vielmehr also, dass Gott sei wahrhaftig und alle Menschen Lügner.» [Röm. 3,4]˺ Es sind eben – allefl Religionen in der Bibel, wenn man so will, aber wenn man dann genau zusieht, auch wieder keine einzige, fm-sondern – ja eben wieder das «Andere», Neue, Größere!-fm Wenn wir zu der Bibel kommen mit unsern Fragenfn: wie soll ich denken von Gott ˹und der Welt? Wie an das Göttliche herankommen˺? fo-Wie mich einstellen?,-fo dann antwortet sie uns gleichsam: Jafp, lieber Mensch, das ist deinefq Sache, 28 da musst du nicht mich fragen! Ob es besser sei, die Messe zu hören oder die Predigt, ob die Heilsarmee das rechte Christentum hat oder die ˹«˺christliche Wissenschaft˹»˺, fr-ob der alte Herr Pfarrer Müller den rechten Glauben hat oder der junge Herr Pfarrer Meyer-fr, ob deine Religion mehr eine Religion des Verstandes, desfs Willens oder des |335 Gefühls sein soll, das ˹kannst und˺ musst du ˹alles˺ mit dir selbst ft-ausmachen! Wenn du nicht eingehen willst auf meine Fragen-ft, dann kannst du bei mir wohl allerhand Gründe und Gründlein finden für den einen oder andern Standpunkt, aber was eigentlich dastehtfu, das bekommst du auf diese Weise nicht heraus. Dasfv Ende wird immer nur eine große menschliche Rechthaberei sein, weit weit weg von dem, was eigentlich fw-wahr ist und was wahr werden möchte in unserm Leben!-fw Merkst du, was kommt? fx-Den Inhalt der Bibel bilden-fx eben gar nicht die rechten Menschengedanken über Gott, sondern die rechten Gottesgedanken fy-über den Menschen. Nicht wie-fy wir mit Gott reden sollen, ˹steht in der Bibel,˺ sondern was er zu uns sagt, nicht wie wir den Weg zu ihm finden, sondern wie er den Weg zu uns gesucht und gefunden hat, nicht das rechte Verhältnis, in das wir uns zu ihm stellen müssen, sondern der Bund, den er mit allen, die im Glauben Abrahams Kinder sind [vgl. Röm. 4,11], geschlossen und in Jesus Christus ein für allemal besiegelt hat. Dasfz steht in der Bibel. ga-Das Wort Gottes-ga steht in der Bibel. ˹Unsre Großväter hatten doch recht, wenn sie sich so hitzig dafür wehrten, Offenbarung sei in der Bibel und nicht nur Religion und wenn sie sich sogar von einem so frommen und scharfsinnigen Mann wie Schleiermacher die Sache nicht auf den Kopf stellen ließen.20 Und unsre Väter hatten recht, wenn sie sich misstrauisch davor hüteten, sich auf den schwankenden Boden der religiösen Persönlichkeitskultur zu begeben.21˺ gb-Je aufrichtiger wir |336 suchen in der Schrift – nach Frömmigkeit-gb, umso sicherer bekommen wir gc-früher oder später-gc die Antwort: ˹Was da Frömmigkeit? – «˺sie ist’s, die von mir zeugt˹»˺ [vgl. Joh. 5,39]! Uns selbst suchen wir – Gottgd finden wir und stehen dann mit unsern Religionen, Christentümernge und Standpunkten allesamt da als ABC-Schüler und Stümper und können nicht einmal traurig darüber seingf, sondern freuen uns, haben wir doch statt aller Nebensachen die Hauptsache gefunden, ohne die ja alle gg-Frömmigkeit, auch die tiefste, nur Schein und Betrug ist. In dieser Hauptsache ist dann wiederum-gg das lebendige Samenkorn ˹enthalten˺, aus dem ein rechtes Verhältnis zu Gott, ein Dienst Gottes ˹«˺im Geist und in der Wahrheit˹»˺ [Joh. 4,24] notwendig von selbst hervorgehen muss, gleichviel, ob 29 wir nun mehr auf gh-das oder mehr auf jenes Gewicht legen. Das Wort Gottes! Der Standpunkt Gottes! Auch da haben wir ja wieder alle Freiheit zu wählen. Wir können sehr wohl erklären: Damit kann ich nichts anfangen, der Begriff «Wort Gottes»  kommt in meiner Weltanschauung nicht vor, ich bleibe eben doch lieber bei meinem gewohnten alten «frommen» Christentum und Standpünktlein dieser oder jener Farbe. Oder aber wir können hören wollen, was «höher ist als alle Vernunft» [Phil. 4,7], können begehren danach, in den Kräften Gottes und des Heilandes mitzuwachsen und mitzureifen in dem großen Lebensprozess, der den Inhalt der Bibel bildet, können dem Geist dieses Buches gehorchen und einmal Gott Recht geben, statt selber Recht haben zu wollen, können es wagen zu – glauben. Ja, da stehen wir eben wieder vor der Glaubensfrage. Aber darüber sollten wir uns, ohne dieser Ent|337scheidung vorgreifen zu wollen, verständigen können, dass jedenfalls in der Bibel alten und neuen Testamentes die Frömmigkeit Gottes – um es so zu sagen – das Thema ist und nie und nirgends die Frömmigkeit der Juden oder Christen oder Heiden, dass uns die Bibel eben auch in dieser Beziehung aus der alten Menschenatmosphäre heraus und an die offenen Tore einer neuen Welt, der Welt Gottes geleitet.-gh

Aber wir sind noch nicht ganz zu Ende. gi-Also das steht in der Bibel: eine neue Welt!-gi Gott! Gottes Herrschaft! Gottes Ehre! Gottes unbegreifliche Liebe! Nicht Menschengeschichte, sondern Gottesgeschichte. Nicht Menschentugenden, sondern die Tugenden dessen, der uns berufen hat aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Lichte [vgl. 1.Petr. 2,9]! Nicht menschliche Standpunkte, sondern der Standpunkt Gottes! – Aber nun könnte ja von einer Seite die Fragegj kommen: Wer ist denn Gott? Was ist sein Wille? Was sind seine Gedanken? Was ist das geheimnisvolle ˹«Andere», Neue,˺ Größere, das da in der Bibel hinter und über allem Menschenwesen auftaucht und uns auffordert zu der Entscheidung: Glauben oder Unglauben? gk-An wen hat Abraham geglaubt? Für wen haben die Helden gekämpft und gesiegt? Wen haben die Propheten geweissagt? In wessen Kräften ist Christus gestorben und auferstanden? Wessen Namen haben die Apostel verkündigt?-gk ˹«˺Gott˹»˺ sei der Inhalt der Bibel! Aber was ist der Inhalt des Inhalts? Ein ˹«˺Neues˹»˺ breche da hervor! Aber was ist das Neue? gl-– Und auf diese Fragen kommen nun von anderen Seiten eine Reihe von raschen, fix und fertigen Antworten, die wir nur gleich anhören wollen; denn es sind alles ernste, wohlbegründete und der |338 Bibel selbst entnommene 30 Antworten: –-gl Gott ist der Herr und Erlöser, der Heiland und Tröster all der Seelen, die sich zu ihm kehren, und die neue Welt ist das Reich der Seligkeit, das der kleinen Herde [vgl. Lk. 12,32], die dem Verderben entrinnt, bereitet ist. Steht’s nicht so in der Bibel? ˹– Oder:˺ Gott ist die Lebensquelle, die zu rauschen beginnt, wenn wir uns von den Äußerlichkeiten der Welt abwenden und einmal still werden vor ihm, und die neue Welt ist eben der unvergleichliche Friede dieses verborgenen Lebens mit Christo in Gott [vgl. Kol. 3,3]. Steht nicht auch das in der gm-Bibel? – Oder: Gott-gm ist der Herr des Himmels, der unser wartet ˹und˺ in dem wir ˹unser˺ Bürgerrecht haben [vgl. Phil. 3,20] und genießen werden nach wohlvollbrachtergn Wanderung durch die Leiden und Unvollkommenheiten dieser Zeit, und die neue Welt ist eben dieses selige Jenseits, ˹die «stille Ewigkeit»22,˺ diego die Gläubigen ˹einst˺ aufnehmen wird. Ja, auch das sind lauter aus der Bibel gp-genommene Wahrheiten.

Wie-gp sollten sie nicht wahr sein. Aber sind sie gq-die Wahrheit? Ist das nun alles?-gq Können wir die Bibel oder auch nur ein paar Kapitel daraus lesen oder hören und dann mit gutem Gewissen sagen: Dafür ist Gottes Wort an die Menschheit ergangen, dazu hat er diesen wunderbaren Weg gemacht durch ihre Geschichte von Abraham zu Christus, dazu musste der heilige Geist am Pfingstfest niederfallen auf die Apostel in feurigen Zungen [vgl. Act. 2,2–4], ˹dazu musste ein Saulus zum Paulus werden und Länder und Meere bereisen – –˺ damitgr da und dort oder auch an vielengs Orten so ein Menschlein wie du und ich sichgt ˹«˺bekehre˹»˺, innern ˹«˺Frieden˹»˺ finde und nach einem er|339lösenden Tod einst gu-«in den Himmel» komme! Ist das alles?-gu Ist dasgv ˹nun˺ wirklich Gott und seine neue Welt˹, der Sinn der Bibel, der Inhalt des Inhalts˺? Stehen die gewaltigen Mittel, die in der Bibel zur Entfaltung kommen, die ˹Völkerbewegungen,˺ Kämpfe und Erschütterungen, gw-die sich da vor uns abspielen-gw, die Wunder und Offenbarungen, die sich da gx-beständig ereignen-gx, die unermesslichen Zukunftsverheißungen, die uns da immer aufs neue gemacht werden – stehtgy das alles nicht in gz-einem gar zu seltsamen-gz Verhältnis zu dem Wenigen, was dabei ha-herauskommt – wenn dieses Wenige eben alles ist? Ist nicht Gott – größer als so?!-ha Haben wir nicht auch bei diesen Antworten, so ernst und fromm sie sein mögen, Gott gemessen mit unseremhb Maß, Gott begriffen mit hc-unsern Begriffen, uns einen Gott gewünscht nach unsern Wünschen? Müssen-hc wir nicht, wenn wir die Bibel ˹anfangen˺ aufmerksam ˹zu˺ lesen, auch über diese Antworten hd-hinauswachsen? – 31 Ja, und eben damit dann auch hinauswachsen über die seltsame Frage: Wer-hd ist Gott? Als ob wir überhaupt noch so fragen könnten, wenn wir uns aufrichtig und willig an die Pforte der neuen Welt, auf die Schwelle des Reiches Gottes haben führen lassen. Da fragt man ˹doch˺ nicht mehr. ˹Da sieht man. Da hört man. Da hat man. Da weiß man.˺ Da gibt man doch keine zu kleinen, zu kurzen, zu engen Antworten he-mehr. Die-he Frage: wer ist Gott? und unsere zu kleinen Antworten darauf kommen ˹doch˺ nur davon her, dass wir irgendwohf stecken geblieben sind auf dem Weg hg-durch die offene Pforte in die neue Welt hinein-hg˹, dass wir die Bibel irgendwo nicht |340 unbefangen mit uns reden lassen, dass wir irgendwo nicht recht – glauben wollen. Da wird dann die Wahrheit eben sofort wieder unklar, verworren, problematisch – oder aber eng, dumpf, kirchlich, kapellenmäßig23, langweilig, unbedeutend. «˺Wer mich siehet, der siehethh den Vater˹!»˺ [Joh. 14,9]. Das ist’s ja eben: hi-Wenn wir uns treiben lassen [vgl. Röm. 8,14] bis zu der höchsten Antwort-hi, wenn wir in der Bibel Gott gefunden, wenn wir es mithj Paulus gewagt haben, der himmlischen hk-Stimme nicht ungehorsam zu sein [vgl. Act. 26,19], dann steht Gott vor uns, als der, der er ist.-hk ˹«Glaubst du, so hast du!»24 Gott ist Gott.

Aber wer darf sagen: ich glaube!? «Ich glaube, lieber Herr, hilf meinem Unglauben!» [Mk. 9,24]. Darum sind wir alle noch so verlegen bei der Frage: Wer ist Gott?, so klein und beschämt neben der Fülle der Gottheit [vgl. Kol. 2,9], die die Männer und Frauen der Bibel geschaut und verkündigt haben. Darum kann auch ich jetzt nur in ein paar Worten etwas stottern, andeuten, verheißen von dem, was sich uns auftun würde, wenn die Bibel ungehindert, in vollem Strom ihrer Offenbarungen mit uns reden könnte.

Wer ist Gott? Der himmlische Vater! Ja, recht. Aber der himmlische Vater auch auf der Erde, und auf der Erde wirklich der himmlische Vater! Der das Leben nicht will spalten lassen in «Diesseits» und «Jenseits»! Der es nicht dem Tod überlassen will, uns von Sünde und Leid |341 frei zu machen! Der uns segnen will, nicht mit Kirchenkräften, sondern mit Lebenskräften! Der in Christus sein Wort hat Fleisch werden lassen! Der die Ewigkeit für die Zeit und wahrhaftig schon in der Zeit hat anbrechen lassen – denn was wäre das für eine Ewigkeit, die erst «nachher» käme! Der nicht irgend etwas im Sinn hat, sondern die Aufrichtung einer neuen Welt!˺

hl-Wer ist Gott? Der Sohn, der «der Mittler meiner Seele»25 geworden ist. Ja, recht. Aber mehr als das: der Mittler der ganzen 32 Welt, das erlösende Wort, das im Anfang aller Dinge war [vgl. Joh. 1,1] und auf das alle Dinge ängstlich harren [vgl. Röm. 8,19]. Also-hl auch der Erlöser meiner Brüder und hm-Schwestern. Also auch der-hm Erlöser der verirrten, von bösen Geistern ˹und Mächten [vgl. Eph. 6,12]˺ beherrschten Menschheit, alsohn auch der Erlöser der seufzenden Kreatur [vgl. Röm. 8,22] um unsho. Machtvoll verkündet unshp die ganze hq-Bibel, dass Gott werden muss alles in allem [1.Kor. 15,28], und was in der Bibel geschieht,-hq das ist schonhr der glorreiche Anfang davon,hs der Anfang einer neuen ht-Welt!

Wer ist Gott! Der Geist-ht in seinen Gläubigen, der ˹«˺Geist, der ˹uns˺ vom Sohne eröffnet und kristallenrein von Gottes und des Lam|342mes Throne in stille Herzen fließt hinein˹»˺26. hu-Ja, ja! Aber auch der, der als Geist und das heißt als Liebe und guter Wille-hu aus den stillen Herzen hervorbrechenhv will und muss auch ins Äußere, dass es offenbar, sichtbar˹, greifbar˺ wird: Siehe da, eine Hütte Gottes bei den Menschen! [vgl. Apk. 21,3]. Der heilige Geist, der ˹einen neuen Himmel und eine neue Erde [vgl. Jes. 65,17; Apk. 21,1] schafft und darum˺ neue Menschenhw, neue Familien, neue Verhältnisse, ˹eine neue Politik,˺ der keinen Respekt hat vor alten Gewohnheiten, nur weil hx-sie Gewohnheiten sind, vor alten Feierlichkeiten, nur weil sie feierlich sind,-hx vor alten Mächten, nur weil sie mächtighy sind! ˹Der heilige Geist, der nur vor der Wahrheit, nur vor sich selber Respekt hat!˺ Der heilige Geist, der mitten in der Ungerechtigkeit der Erde die Gerechtigkeit des Himmels aufrichtet und der nicht ruhen noch rasten wirdhz, bis alles Tote lebendig geworden, eine neue Welt ia-ins Dasein getreten ist.-ia

Seht, das steht in der Bibel. Das steht auch für uns in der Bibel˹. Darauf sind wir ja getauft worden. O˺ wenn wir’s im Glauben wagen ˹würden,˺ zu nehmen, was Gnade uns anbietet!

Brauche ich euch erst zu sagen, dass wir alle gerade dasib nötig haben? ic-Wir leben in der alten, kranken Welt, deren Seele-ic schreit aus tiefster Not: Heile du mich, Herr, so werde ich heil! [Jer. 17,14]. id-In allen Menschen-id, mögen sie sein, wer und ˹wo und˺ was und wie sie |343 ˹sein˺ wollen, ie-ist eine Sehnsucht-ie gerade nach dem, was da steht in der Bibel.if Ihr wisst es so gut wie ich.ig

Und nun hört: ˹«˺Es war ein Mannih, der machte ein großes Abendmahl und lud viele dazu und sandte seinen Knecht aus zur Stunde des Gastmahls, zu sagen den Geladenen: ‹Kommt, denn es ist alles ii-bereit!› – –»-ii [Lk. 14,16f.].

Textkritische Fußnoten

a-a
Mskr.: «Heute sollen wir versuchen».↩
b-b
Mskr.: «was steht in der Bibel? was tut sich uns da auf, wenn sich uns die Bibel auftut? was ist das Reich zu dem die Bibel Pforte ist?»↩
c-c
Mskr.: «Abraham in Ur in Chaldäa».↩
d
Mskr.: «den».↩
e
Mskr. und 1. Abdruck (1917) 📖: «zieh».↩
f
1. Abdruck (1917) 📖: «hören».↩
h-h
Mskr.: «will und die Verheißung: ich».↩
g
1. Abdruck (1917) 📖: «ich».↩
i-i
Mskr.: «machen. Und Abraham glaubte dem Herrn und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit! Ja, was hat das Alles zu bedeuten? wir spüren, wenn wir von diesen Worten und Ereignissen hören, dass dahinter etwas steckt; aber was? das möchten wir heute wissen. –».↩
j
Mskr.: «Mose».↩
k
Mskr.: «40».↩
l-l
Mskr.: «Missetat in der Einsamkeit. Was geht in ihm vor? Wir wissen es nicht.»↩
m-m
Mskr.: «gesagt. Es soll uns ganz».↩
n
Mskr.: «Aber».↩
o
Mskr.: «der».↩
p
Mskr.: «der grosse».↩
q-q
Mskr.: «die einfache Zusicherung Gottes: ich».↩
r
1. Abdruck (1917) 📖: «ich».↩
s
Mskr.: «erscheinen».↩
t
Mskr.: «anderen».↩
u-u
Mskr.: «Gideon. Ein Engel».↩
v
Mskr.: «der».↩
w
Mskr.: «Gideon».↩
x
Mskr.: «ist».↩
y-y
Mskr.: «Aber die himmlische Stimme».↩
z
Mskr.: «gesandt. - In».↩
aa
Mskr.: «Samuel».↩
ab
Mskr.: «der».↩
ac
Mskr. und 1. Abdruck (1917) 📖: «gehe».↩
ad-ad
Mskr.: «schlafen, und er gehorcht dem Rat».↩
ae-ae
Mskr.: «bis auch er hören und gehorchen muss. Wir hören das Alles, aber was hören wir da eigentlich?»↩
af-af
Mskr.: «was da offenbar anklopft und hereinbrechen will? –». Kein Absatz.↩
ag
Mskr.: «ich euch».↩
ah
Mskr.: «Elia».↩
ai-ai
Mskr.: «Gottes der grossen Macht eines Königs».↩
aj-aj
Mskr.: «doch erst selber diesen Gott kennen lernen musste, nicht im Sturm und Erdbeben sondern im stillen sanften Sausen, wie Jesaja und Jeremia».↩
ak-ak
Mskr.: «Geheimnissen des göttlichen Gerichtes und des göttlichen Segens über der sündigen Menschheit wie dann mitten in der tiefsten Erniedrigung des jüdischen Volks».↩
al
Mskr.: «unbegreiflicher Menschen».↩
am
Mskr.: «wo».↩
an-an
Mskr.: «Trost, wie sie nicht lassen konnten, in alles Elend ihres Volks gleichsam hineinzuschmettern».↩
ao
Mskr.: «warum».↩
ap
Mskr.: «aus».↩
aq
Mskr.: «kommt».↩
ar-ar
Mskr.: «in den Schriften der Propheten und Psalmsänger lodern sehen? –». Kein Absatz.↩
as
Mskr.: «unvergleichlichen kurzen»; 1.Abdruck (1917): «unfaßbaren unvergleichlichen».↩
at-at
Mskr.: «wo in Galiläa».↩
au-au
Mskr.: «Alles das zugleich und mehr als das Alles, die Zeit, die Geschichte, alle bisherige Erfahrung gleichsam stillstanden.»↩
av-av
Mskr.: «Gewalt konnte er den Einen rufen: Folge mir nach! Und sie gehorchten und einen Eindruck vom ewigen Leben machte er selbst auf die Misstrauischen und Widersacher und Selig ist der Leib, der dich getragen hat! war die Stimme des Volkes über ihn.»↩
aw-aw
Mskr.: «Und durch das ganze Dasein dieses Mannes hindurch ein Ton der stärker und immer stärker wird je stiller und einsamer er wird, je weniger er von der Welt um ihn her verstanden und angenommen wird, zuletzt Alles übertönend, Kreuz und Grab zunichte machend: ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubet, der wird leben!»↩
ax
Mskr.: Kein Absatz.↩
ay
Mskr.: «das Echo».↩
az-az
Mskr.: «und doch auch stark genug».↩
ba
Mskr.: «Ohren,».↩
bb
Mskr.: «Getreuen».↩
bc-bc
Mskr.: «Nun aber ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart.»↩
bd
Mskr.: «Schöpfung.»↩
be
Mskr.: «hat? –».↩
bf-bf
Mskr.: «was steht in der Bibel? was».↩
bg-bg
Mskr.: «was will er von uns».↩
bh-bh
Mskr.: «was ist das Eine».↩
bi-bi
Mskr.: «auf ihre Weise».↩
bj
Mskr.: «im».↩
bk
Mskr.: «Sehnsuchtsruf».↩
bl
Mskr.: «dahinter? was».↩
bm-bm
Mskr.: «nicht ganz ungefährlich».↩
bn
Mskr.: «wir besser».↩
bo
Mskr.: «Feuer».↩
bp
Mskr.: «Denn die».↩
bq-bq
Mskr.: «Wir werden in der Bibel immer gerade das finden was wir darin suchen, Kleines und Menschliches wenn wir Kleines und Menschliches suchen,».↩
br-br
Mskr.: «Alles, wenn wir Alles suchen,».↩
bs
Mskr.: «du, wer».↩
bt
Mskr.: «getraut».↩
bu-bu
Mskr.: «müssen es uns getrauen».↩
bv-bv
Mskr.: «gleich höher nach einer Antwort zu greifen».↩
bw-bw
Mskr.: «auf die Gefahr hin, dass wir uns höchst».↩
bx-bx
Mskr.: «Streben und Ringen, in innerem Arbeiten».↩
by-by
Mskr.: «eine neue Welt».↩
bz-bz
Mskr.: «Wir haben diese gewaltige Antwort, die ja das Gleiche bedeutet».↩
ca-ca
Mskr.: «wirklich nicht verdient, weder durch den Ernst unsres Glaubens noch durch die Tiefe unsrer Erfahrungen. Wir werden uns auch zum vornherein damit abfinden müssen, dass ich nur Weniges und Ungenügendes über diese Antwort werde sagen und dass auch ihr nur Weniges und Ungenügendes davon werdet fassen und verstehen können. Wir werden uns gestehen müssen».↩
cb
Mskr.: «sollen».↩
cc-cc
Mskr.: «Der Inhalt der Bibel selber».↩
cd-cd
Mskr.: «was dem entspricht, was er ist».↩
ce
Mskr.: «Nichts! Sondern».↩
cf
Mskr.: «aufrichtig».↩
cg
Mskr.: «spüren».↩
ch-ch
Mskr.: «das genügt nicht, dabei können wir nicht bleiben. Die Bibel sagt uns dann immer sehr deutlich: Das bist du, aber nicht ich! Das ist das, was dir vielleicht passt, dein Gemüt, deine Ansichten oder die deiner Zeit und Umgebung, deine religiöse oder philosophische Theorie! Sieh nun hast du dich wundervoll gespiegelt in mir und hast dich selber gefunden! Nun geh und suche mich! Suche was da steht! So treibt uns die Bibel selber über uns selbst hinaus, ladet uns ein, ohne Rücksicht darauf, ob wir dazu würdig seien,».↩
ci
Mskr.: «ist, dann».↩
cj
Mskr.: «Glaube».↩
ck-ck
Mskr.: «nicht verdient hast! ist die Gnade Gottes».↩
cl
Mskr.: «uns erst».↩
cm
Mskr.: «Geschichte».↩
cn-cn
Mskr.: «Anfängen, ein Stück Geschichte von grossen Menschen und Ideen, für die man sich als gebildeter Mensch interessieren muss schon wegen seiner gewaltigen Wirkungen bis auf die Jetztzeit.»↩
co-co
Mskr.: «rechtem Interesse in jeder Hinsicht entrollt sich, sowie man ihr näher tritt. Aber».↩
cp-cp
Mskr.: «dieses Bild ist bei genauem».↩
cq
Mskr.: «das».↩
cr
Mskr.: «wir Menschen Geschichte».↩
cs
Mskr.: «uns doch damit».↩
ct
So im 1. und 2. Abdruck. Vermutlich statt: «da eins» oder «das eine».↩
cu
Mskr.: «Warum».↩
cv
Mskr.: «heraus eines».↩
cw
Mskr.: «und wahre».↩
cx-cx
Mskr.: «seiner Forderungen auch».↩
cy-cy
Mskr.: «Unheilsbotschaft unter seinem Volk wie ein Volksfeind und vaterlandsloser Geselle? Darum!! Warum kann Jesus Kranke heilen, Teufel austreiben, schliesslich selber von den Toten auferstehen?»↩
cz
Mskr.: «Patmos mitten in der Glanzzeit des Römerreiches».↩
da
1. Abdruck (1917) 📖: «doch keine».↩
db-db
Mskr.: «Darum!! ‹Darum› ist keine Antwort in einer rechten Geschichte, wirklich! Und wenn man bei der Geschichte die in der Bibel ist, beharrlich [?] immer nur Darum sagen kann».↩
dc-dc
Mskr.: «nun allerdings auf diese unsre Fragen nicht mit ‹Darum›».↩
dd-dd
Mskr.: «Gott! dann ist das zunächst dasselbe».↩
de-de
Mskr.: «in der N. Z. Z. oder in den Geschichten des aargauischen ­Schullesebuches».↩
df-df
Mskr.: «Verstehen wir dieses Andere, Neue, das hinter den Geschichten der Bibel steckt und sollen wir darauf und auf Gott eingehen?»↩
dg
Mskr.: «zu dem».↩
dh
Mskr.: «zu dem».↩
di
Mskr.: «neue».↩
dj
Mskr.: «sie».↩
dk-dk
Mskr.: «Einbildung, das ist Wahnsinn Gott,».↩
dl
Mskr.: «Geschichte in der Bibel selbst».↩
dm
Mskr.: «Gottes».↩
dn-dn
Mskr.: «in der Bibel».↩
do
Mskr.: «Tugend».↩
dp-dp
Mskr.: «grosse Männer».↩
dq
Mskr.: «mehr».↩
dr-dr
Mskr.: «wahren Heldentums».↩
ds
Mskr.: «gross».↩
dt-dt
Mskr.: «als Vorbilder eines tüchtigen lieben».↩
du-du
Mskr.: «Leute. Jeder Lehrer weiss von den Schwierigkeiten, aus dem Vorbild und der Lehre Jesu etwas zu machen für das praktische Leben. Ist es uns nicht auf Schritt und Tritt, als wolle er uns zurufen: was geht mich das an, euer praktisches Leben, ich».↩
dv
Mskr.: «wie vielen».↩
dw
Mskr.: «sie uns».↩
dx
Mskr.: «Dinge».↩
dy
Mskr.: «N».↩
dz
Mskr.: «AT».↩
ea-ea
Mskr.: «Trost und Hilfe».↩
eb-eb
Mskr.: «und öffnen etwa ein Buch von Hilty, wo alles so viel praktischer und deutlicher gesagt scheint.»↩
ec-ec
Mskr.: «sie wolle tatsächlich etwas ganz Anderes, als uns Vorschriften und Vorbilder geben zu einem guten tüchtigen Leben, weder dem einzelnen Menschen, noch gar den Völkern und Regierungen.»↩
ed-ed
Mskr.: «nicht das Reden der Menschen ist der Bibel die Hauptsache».↩
ee
Mskr.: «Gottes, nicht».↩
ef-ef
Mskr.: «sondern die Kraft, aus der ein guter Wille erst hervorgehen soll, nicht eine Beschreibung und Ausmalung der Liebe».↩
eg
Mskr.: «eine grosse ewige».↩
eh
Mskr.: «hervorbricht, nicht».↩
ei
Mskr.: «fleissig und ehrlich».↩
ej
Mskr.: «eine».↩
ek-ek
Mskr.: «Es ist dann immer noch die Frage, was wir damit machen, wenn wir einmal gemerkt haben: Aber also das».↩
el
1 Abdruck (1917): «neuen».↩
em-em
Mskr.: «Aposteln, das ist das neue Blut, das von diesen Männern übergehen will in unsre Adern: Gottes Wille, der geschehen will. Wir können».↩
en
Mskr.: «nicht,».↩
eo
Mskr.: «nichts,».↩
ep
Mskr.: «anfangen:».↩
eq
Mskr.: «Bibel unvermeidlich wenn».↩
er
Mskr.: «es gerade zu».↩
es
Mskr.: «neue».↩
et-et
Mskr.: «erst alles Gute hervorgehen soll.»↩
eu
Mskr.: «Drittes».↩
ev-ev
Mskr.: «Lasst mich noch eins nennen.»↩
ew
Mskr.: «Religion.»↩
ex
1 Abdruck (1917): «zu finden».↩
ey-ey
Mskr.: «ist, also was wir von Gott zu denken und wie wir den rechten Weg zu ihm und zum ewigen Leben zu finden haben.»↩
ez-ez
Mskr.: «es nicht in der Bibel zu finden».↩
fa
Mskr.: «des».↩
fb
Mskr.: «Göttlichen? Aber».↩
fc-fc
Mskr.: «je ernster und aufrichtiger wir suchen, desto sicherer finden wir etwas was grösser ist als alle Religion.»↩
fd
Mskr.: «giebt,».↩
fe
Mskr.: «modernes und».↩
ff-ff
Mskr.: «Eifer und Ernst».↩
fg-fg
Mskr.: «wir haben die Religion die».↩
fh
1. Abdruck 📖 und 2. Abdruck 📖: «nun». Korrektur nach Mskr.↩
fi-fi
Mskr.: «Protestanten, wir Angehörige».↩
fj
Mskr.: «Alle».↩
fk
1. Abdruck (1917) 📖: «berufen?!». Mskr.: «berufen und zu behaupten: was wir lehren und glauben und thun ist der wahre Inhalt der Bibel.»↩
fl
Mskr.: «eben alle».↩
fm-fm
Mskr.: «sondern, ja eben wieder etwas ganz Anderes, Neues, etwas Grösseres als alle Religionen.» ↩
fn
Mskr.: «mit der Frage».↩
fo-fo
Mskr.: «wie soll ich mich zu ihm stellen? wie ihm dienen?»↩
fp
Mskr.: «ja».↩
fq
Mskr.: «deine».↩
fr-fr
Mskr.: «ob der Herr Pfarrer Meyer oder der Herr Pfarrer Müller den rechten Glauben hat».↩
fs
Mskr.: «Verstandes oder des».↩
ft-ft
Mskr.: «ausmachen. Wenn du nur mit solchen Fragen zu mir kommst».↩
fu
Mskr.: «in der Bibel steht».↩
fv
Mskr.: «heraus! und das».↩
fw-fw
Mskr.: «in diesem Buche steht und daraus hervorbrechen will in unser Leben.»↩
fx-fx
Mskr.: «Der Inhalt der Bibel sind».↩
fy-fy
Mskr.: «über die Menschen, nicht was».↩
fz
Mskr.: «Das».↩
ga-ga
Mskr.: «Gottes Wort».↩
gb-gb
Mskr.: «Je ernster wir suchen in der Schrift nach der rechten Religion».↩
gc-gc
Mskr.: «zuletzt».↩
gd
Mskr.: «wir, Gott».↩
ge
Mskr.: «Christentümern, Meinungen».↩
gf
Mskr.: «traurig sein darüber».↩
gg-gg
Mskr.: «Religion auch die Beste, nur Täuschung und Betrug ist und mit dieser Hauptsache wieder».↩
gh-gh
Mskr.: «diesem oder jenem menschlichen Weg suchen. Auch da können wir ja dann wieder wählen, ob wir uns lieber an unser gewohntes altes Christentum und Standpünktlein anklammern oder das Wort Gottes das höher ist [als] alle Vernunft hören, ins Reich Gottes hinein stehen, in der Kraft Gottes und des Heilandes wachsen und reifen wollen. Aber das können wir nicht hindern, dass wir, wenn wir die Bibel aufmerksam lesen, über alle Religionen hinaus zu Gott selbst geleitet werden und d.h. eben aus unsrer alten Welt an die Pforte einer neuen.»↩
gi-gi
Mskr.: «Also das steht in der Bibel. Das ist die neue Welt in der Bibel:».↩
gj
Mskr.: «die Frage».↩
gk-gk
Mskr.: «Wofür hat Abraham geglaubt, haben die Helden gekämpft und gesiegt, haben die Propheten geweissagt, ist Christus gestorben und auferstanden, haben die Apostel das Evangelium verkündigt? Wofür? Für Gott! Aber wer ist Gott?»↩
gl-gl
Mskr.: «Und darauf könnten nun wieder von der andern Seite eine Reihe von raschen Antworten kommen. Alles ernste Antworten, alle wohlbegründet, alle aus der Bibel selbst gewonnen.»↩
gm-gm
Mskr.: «Bibel? Und Gott».↩
gn
Mskr.: «wohlverbrachter».↩
go
Mskr.: «das».↩
gp-gp
Mskr.: «genommene Gedanken. Und wie».↩
gq-gq
Mskr.: «die Wahrheit selbst, ist das nun Alles?»↩
gr
Mskr.: «dass».↩
gs
Mskr.: «manchen».↩
gt
Mskr.: «ich selig sich».↩
gu-gu
Mskr.: «den Himmel ererbe? Kann das Alles sein?»↩
gv
Mskr.: «das».↩
gw-gw
Mskr.: «von denen wir da hören».↩
gx-gx
Mskr.: «vor unsern Augen entfalten».↩
gy
Mskr.: «werden, steht».↩
gz-gz
Mskr.: «keinem».↩
ha-ha
Mskr.: «herauskommt, wenn das eben Alles ist? Ist nicht Gott selber grösser als so?»↩
hb
Mskr.: «unserm».↩
hc-hc
Mskr.: «unsern Begriffen, müssen».↩
hd-hd
Mskr.: «hinauswachsen? Ja, und auch hinauswachsen über die seltsame Frage: wer».↩
he-he
Mskr.: «mehr. Da sieht man. Da hört man. Da hat man Gott. Da weiss man wer Gott ist und was das Neue das da kommt. Die».↩
hf
Mskr.: «wahrscheinlich noch».↩
hg-hg
Mskr.: «zur Pforte der neuen Welt.»↩
hh
Mskr.: «siehet».↩
hi-hi
Mskr.: «wenn wir einmal nach dieser höchsten Antwort gegriffen».↩
hj
Mskr.: «wie».↩
hk-hk
Mskr.: «Stimme, die da jenseits von allem blos Geschichtlichen, Moralischen, Religiösen ertönt, nicht ungehorsam, sondern gehorsam zu sein, dann sehen wir Gott als den der er ist. Wer ist Gott? Der Vater im Himmel. Ja, aber auch der Vater u. Herr auf der Erde der das Leben nicht will spalten lassen in Diesseits u. ein Jenseits, der es nicht dem Tod überlassen will, uns von Sünde u. Leid frei zu machen u. uns zu segnen mit seinen Kräften, der in Christus sein Wort hat Fleisch werden lassen, der die Ewigkeit schon für die Zeit u. in der Zeit hat anbrechen lassen, dami[t] schon hier eine neue Welt werde.»↩
hl-hl
Mskr.: «Wer ist Gott? wir fragen noch einmal nach Menschenweise. Der Erlöser meiner Seele. Ihm sei Lob u. Dank, ja, aber».↩
hm-hm
Mskr.: «Schwestern, der».↩
hn
Mskr.: «ja».↩
ho
Mskr.: «uns, der Erlöser der ganzen Welt».↩
hp
Mskr.: «das».↩
hq-hq
Mskr.: «Bibel: Gott muss einmal werden Alles in Allem u.».↩
hr
Mskr.: «eben».↩
hs
Mskr.: «Anfang, den wir in der Bibel vor uns haben:».↩
ht-ht
Mskr.: «Welt. Wer ist Gott? Der hl. Geist».↩
hu-hu
Mskr.: «Ja aber auch der Geist der Liebe u. des guten Willens, der».↩
hv
Mskr.: «hervorbrechen».↩
hw
Mskr.: «neue Menschen schafft».↩
hx-hx
Mskr.: «sie alt sind und keine Furcht».↩
hy
Mskr.: «Mächte».↩
hz
Mskr.: «kann».↩
ia-ia
Mskr.: «geschaffen ist.»↩
ib
Mskr.: «das».↩
ic-ic
Mskr.: «Dass wir alle in einer alten kranken Welt leben, in der etwas».↩
id-id
Mskr.: «Dass in den Menschen Allen».↩
ie-ie
Mskr.: «eine Sehnsucht ist».↩
if
Mskr.: «Bibel?»↩
ig
Mskr.: Kein Absatz.↩
ih
Mskr.: «Mensch»↩
ii-ii
Mskr.: «bereit! Wir sind die Geladenen. Sehen wir zu, dass wir uns nicht entschuldigen u. schliesslich wie jene zu kurz kommen.»↩

Sachfußnoten

1
Brief von E. Thurneysen an K. Barth vom 17.1.1917 (KBA 9370.174). In Bw.Th. I 📖 in anderen Formulierungen von Thurneysen zusammengefasst.↩
2
Brief von E. Thurneysen an K. Barth vom 26.1.1917 (Bw.Th. I, S. 173 📖).↩
3
Bw.Th. I, S. 175. 📖↩
4
Brief von K. Barth an E. Thurneysen vom 25.6.1917 (Bw.Th. I, S. 207 📖; vgl. S. 228 und 230).↩
5
Vgl. Bw.Th. I, S. 240 📖.↩
6
K. Barth / E. Thurneysen, Suchet Gott, so werdet ihr leben!, Bern 1917, S. 154–174 📖.↩
7
K. Barth, Das Wort Gottes und die Theologie, Gesammelte Vorträge [I], München 1924, S. 18–32 📖.↩
8
K. Barth / E. Thurneysen, Suchet Gott, so werdet ihr leben!, München 19282, S. 160–174 📖.↩
9
Versehentlich statt: «Gibeon».↩
10
Vgl. Luthers «scriptura sui ipsius interpres» (Assertio omnium articulorum [1520], WA 7,97,23 📖; vgl. Predigt am Jakobstage 25.7.1522, WA 10/III, 238, 10f. 📖).↩
11
Mit dem Ausdruck «vaterlandslose Gesellen» hatte der deutsche Kaiser Wilhelm II. 1897 seinem Unmut über die Ablehnung einer Gesetzesvorlage zur Vergrößerung der Kriegsflotte durch die Mehrheit des Reichstages Luft gemacht (s. E. Eyck, Das persönliche Regiment Wilhelms II., Erlenbach-Zürich 1948, S. 161 📖). Der Ausdruck wurde dann allgemein auf die Gegner der nationalistischen Großmachtspolitik des Kaisers angewendet.↩
12
Titel einer erstmals 1823 in Augsburg erschienenen Erzählung aus der Ritterzeit mit dem Untertitel «Geschichte des Alterthums für Ältern und Kinder» von Christoph [von] Schmid (1768–1854). Der katholische Priester war einer der populärsten Autoren seiner Zeit. Seine mehrbändige Biblische Geschichte für Kinder, zuerst: München 1801 📖, wurde durch das ganze 19. Jahrhundert hindurch rezipiert.↩
13
Cuore. Libro per i ragazzi, Milano 1886, von Edmondo De Amicis (1846–1908), in deutscher Übersetzung Herz. Ein Buch für die Knaben (zuerst Basel 1889) 📖, erzählt Erlebnisse und Geschichten eines italienischen Grundschülers im Rahmen eines Schuljahres.↩
14
Das Gesangbuch für die Evangelisch-reformierte Kirche der deutschen Schweiz (1891) 📖 enthielt 19 Choräle von Chr. F. Gellert (1715–1769).↩
15
Carl Hilty (1833–1909), Schweizer Jurist, Professor an der Universität Bern, historischer, politischer und religiöser Schriftsteller, der viele Suchende mit seinen Büchern erreichte, insbesondere mit seiner christlich-laientheologischen Anleitung zum Glücklichsein: Glück, 3 Bde, Frauenfeld 1890-1899.↩
16
Barth erhielt persönliche Eindrücke von der noch jungen Psychoanalyse durch die Begegnung mit Dr. Ewald Jung (1879–1943), einem Vetter von Carl Gustav Jung (s. Bw.Th. I, S. 26f. und S. 38f. 📖).↩
17
Vgl. H. Kutter, Die Welt des Vaters. Predigten über Lukastexte, Zürich 1901 📖.↩
18
«Das Moralische versteht sich immer von selbst» ist ein Leitsatz in Fr. Th. Vischers Roman Auch einer (zuerst Stuttgart 1879) 📖; vgl. Büchmann, S. 204 📖.↩
19
So korrigiert z.B. Fr. Niebergall, Praktische Auslegung des Neuen Testaments für Prediger und Religionslehrer, Tübingen 1914 📖2, den «beliebten Ausdruck: ‹Die Schrift ist die Urkunde der göttlichen Offenbarung›» durch die These der religionsgeschichtlichen Schule: «Wir finden in ihr eine Reihe von Schichten religiösen Lebens» (S. 11.14).↩
20
Vermutlich denkt Barth besonders an den Lehrer seines Vaters, J. T. Beck, der von Schleiermachers Glaubenslehre sagt, «daß zwar eine gewisse christliche Innerlichkeit das Ganze beseelt», aber «der biblische Realismus löst sich auf in einen rationalen Idealismus und einen idealen Socialismus» (Vorlesungen über Christliche Glaubenslehre, hrsg. von J. Lindenmeyer, 1. Teil, Gütersloh 1886, S. 110 📖).↩
21
Barth hatte das Thema, wie viele Anstreichungen in seinem Exemplar zeigen, eingehend an Hand von W. Köhler, Idee und Persönlichkeit in der Kirchengeschichte, Tübingen 1910 📖, studiert. Köhler breitet in ausführlichen Anmerkungen (S. 60–103) das Material aus. Eine kritische Darstellung bietet auch G. Koch, Zur Beurteilung der modernen Persönlichkeitskultur, in: ChW, Jg. 22 (1908), Sp. 554–562.578–581.602–608 📖; vgl. auch a.a.O., Sp. 399f. sowie Sp. 656–659 und Sp. 722–728.↩
22
Vgl. oben S. 199, Anm. 45. Der Ausdruck war Barth 1915 durch Paul Wernle besonders suspekt geworden; vgl.Bw.Th. I, S. 46 📖 (Brief Barths vom 25.5.1915), und oben S. 182.↩
23
Der Begriff «Kapelle» wurde im Schweizerdeutschen auch spezifisch zur Bezeichnung von Versammlungsstätten freikirchlich-pietistischer Vereinigungen verwendet.↩
24
Vgl. M. Luther, Von der Freiheit eines Christenmenschen (1520), WA 7, 24, 13 📖: «glaubstu, so hastu».↩
25
Anscheinend kein wörtliches Zitat, sondern Barths Formulierung zur Kennzeichnung eines von ihm im Römerbrief (1919) dann so genannten «Seelenchristentums» (Römerbrief 1, S. 109.117 📖). Barth mag hier an die Lieder zur Ehre des Erretters! Vereinslieder des Blauen Kreuzes (Schweizerausgabe), Bern 191110, Nr. 80 (S. 89–91) 📖 (vgl. Reichs-Lieder. Deutsches Gemeinschafts-Liederbuch, 2679.-2681. Tausend Neumünster i. Holst. 1999, Nr. 587 [S. 238f.] 📖), gedacht haben: «Wo findet die Seele die Heimat, die Ruh?» von Fr. L. Jörgens, Schluß von Strophe 3 🎵:
Ruh’, Ruh’, Ruh’, Ruh’, himmlische Ruh’
Im Schoße des Mittlers; ich eile ihr zu.
↩
26
Aus Strophe 6 des Chorals «O Gott, o Geist, o Licht des Lebens» von G. Tersteegen (GERS [1891] 151; vgl. EKG 425; RG [1998] 510) 🎵:
O Geist, o Strom, der uns vom Sohne
eröffnet und kristallenrein
aus Gottes und des Lammes Throne
in stille Herzen fließt hinein
↩