1917

Vom rechten Bibellesen

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VOM RECHTEN BIBELLESEN

1917

Zu Barths Vorträgen im Blauen Kreuz vgl. oben S. 101f.

Vom rechten Bibellesen

Bl† [Blaukreuz] 5. VIII 17

Daß wir eine «stille» Zeit haben im Ver[hältnis] zu Gott, zeigt sich in unserm matten Verhältnis zur Bibel. Die Bibel der Vergangenheit. Die Bibel des Pfarrers. Die geglaubte [?] Bibel. Die Zauberbibel [?]. Die ungebrauchte Bibel. Was haben wir daran.

«Schwer zu verstehen!» Ein guter Seufzer, wenn er ernst gemeint ist. Wenn er doch allgemein würde, die vielen zerstreuten Leser u. Nicht-Leser sich sammeln würden zum Eindringen in eine große Sache.

[Schwer ist nicht die Sprache, nicht das Alter, nicht das Historische[,] das hat man zu allen Zeiten leicht verstanden, aber die Hauptsache! Wir dürfen nicht mit falschen Voraussetzungen an die Bibel heran! Wir machen die Bibel schwer!]1

Das Buch von Gott. Also nicht von den Menschen. Such Menschliches darin, so entrinnt sie dir! (Moral, Persönliches) Suche Gott, was er denkt u. tut, dann redet sie. Hast du den Sinn für Gott?

Die Bibel ein Ganzes. Alles hat einen Sinn, aber eben keine Einzelheiten. Sprüche. Lehren. Geschichten. Christus.

Der Inhalt eine Geschichte – Gottes mit d. Menschen. Wie er Glauben sucht u. s[eine] Gerechtigkeit aufrichtet

Wozu die Bibel lesen? Um in diese Geschichte Gottes hinein zu wachsen.

Wollen wir das? Wirklich?

Sachfußnoten

1
Eckige Klammern von Barth.↩