Eine theologische Erklärung zur Gestalt der Kirche
EINE THEOLOGISCHE ERKLÄRUNG
ZUR GESTALT DER KIRCHE
In der Besprechung mit
Das Treffen in
Die Theologische Erklärung selbst ist in verschiedenen Stufen ihrer
Formulierung erhalten. Zunächst mit nur elf Thesen als zweiseitiges Manuskript (erste und
dritte Seite eines verkürzten Kanzleibogens) mit Verbesserungen und Ergänzungen in
253 Alle Textfassungen stammen vom selben Tag, es gibt keinen Hinweis auf
mitgebrachte Vorarbeiten.32 Bemerkenswert ist, dass auf der vierten Seite des Kanzleibogens,
auf dem das Manuskript geschrieben ist, ebenfalls in
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Die schnell als «Düsseldorfer Thesen» bekannt gewordene Theologische Erklärung
erzielte eine erstaunliche Wirkung im reformierten Raum, verdrängte als grundsätzliche
Äußerung zur Kirchenfrage in ihrer Bedeutung rasch die bis dahin tonangebenden
255 Gedruckt ist die Erklärung u. a. als eigenständiges Flugblatt,40 in RKZ 83 (1933), S. 162
Eine theologische Erklärung zur Gestalt der Kirche.a
Die Vorsehung Gottes hat uns in eine Stunde geführt, in der wir uns erneut die Frage vorzulegen haben: Was heißt evangelische Kirche?
- b-Die heilige christliche Kirche, deren einiges Haupt Christus ist, ist aus dem Wort Gottes geboren; in demselben bleibt sie und hört nicht die Stimme eines Fremden.-b 42
- 256 Das Wort Gottes wird uns gesagt durch die Heiligec Schrift Alten und Neuen Testamentes.
- Das uns gesagte Wort Gottes ist unser Herrd Jesus Christus.
- Jesus Christus ist e-der Heiland der Welt und der alleinige Herr der erwählten Kirche-e, die er aus allen Völkern beruft zum ewigen Leben.
- Die Kirche lebt allein davon, dass sie f-täglich neu-f von ihrem Herrn g-berufen und getragen, getröstet und regiert wird-g.
- Die Kirche lebt h-in allen ihren Gliedern-h durch die Ausrichtung des von Jesus Christus eingesetzten und geordneten Dienstes der Prediger, Lehrer, Ältesten und Diakoneni.43
- j- Der Dienst k-der Prediger-k besteht vornehmlich in der an Kirche und Welt sich richtenden Verkündigung des Wortes Gottes durchl Schriftauslegung, Taufe und Abendmahl.
- 257 Der Dienst m-der Lehrer-m besteht in der Unterweisung der Jugend, in der Heranbildung der künftigen Prediger und in der immer neun zu vollziehenden o-Erforschung und-o Prüfung der Reinheit und Gesundheit der kirchlichen Verkündigung, p-und das alles auf Grund der Heiligenq Schrift-p.
- Der Dienst r-der Ältesten-r besteht in einem gemeinsamen besonderen Achthaben auf die Ordnung, die Lehre und das Leben der Kirche.
- Der Dienst s-der Diakonen-s besteht in der Fürsorge für die Notleidenden, Kranken, Verlassenen, wer sie auch seien.-j
- Die Vollmacht und die Kraft dieses Dienstes gründet allein in t-der freien-t Gnade des Herrn der Kirche.
- «Geistlicher Führer»44 der Kirche ist allein Jesus Christus, u-ihr himmlischer König-u, v-welcher auf Erden durch Seinen Geist in einem jeden lebt-v, der in Gehorsam gegen Seinen Auftrag in Seinem Dienst in der Kirche steht.
- 258 Die Ämter w-des Predigers, des Lehrers, des Ältesten und des Diakonen-w dienen gemeinsam dem Aufbau der Kirche. Sie haben bei aller Verschiedenheit des Dienstes und der Gaben ein jedes seine Verheißung und Vollmacht unmittelbar vom Herrn der Kirche.
- Der Herrschaft des himmlischen Herrn über die x-einzelnen Gemeinden-x entspricht auf Erden nicht die Herrschaft einer einzelneny Gemeinde über die andern oder die z-eines den anderen Ämtern-z übergeordneten Bischofsamtes, sondern der Dienst, den die einzelnen Gemeinden einander gegenseitig schuldig sind und den sie in deraa Form von Synoden ihrer berufenen Diener einander zu leisten versuchen.45
Zustimmungserklärungen erbeten nach