1934

Entwurf [für ein Memorandum an Hitler]

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ENTWURF [FÜR EIN MEMORANDUM AN HITLER]

1934

Es gibt wohl nur wenige Texte Barths, deren Entstehung so minutiös dokumentiert ist wie die dieses Entwurfes, den er anlässlich des bevorstehenden Empfangs der Kirchenführer bei Hitler schrieb. Barths exponierte Rolle bei den vorbereitenden Verhandlungen fand im umfangreichen Quellenmaterial1 , aber auch in der Literatur eine entsprechende Würdigung.2

Mitte Januar 1934 schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Ludwig Müller von seinem Amt als Reichsbischof würde zurücktreten müssen. Er hatte mit der von ihm betriebenen Eingliederung der evangelischen Jugendverbände in die Hitlerjugend Ende Dezember 19333 und dem sogenannten «Maulkorberlass» vom 4. Januar 19344 jegliche Unterstützung der nicht-deutschchristlichen Kirchenführer, vor allem aber beim Kirchenvolk massiv an Vertrauen verloren. Zwar |112 unterließ man nach einem Gespräch mit Ludwig Müller am 13. Januar in Bayern und Württemberg aus Taktik und politischer Rücksichtnahme die Verlesung der gegen den «Maulkorberlass» protestierenden Kanzelabkündigung des Pfarrernotbundes,5 doch hatten schon vorher in Berlin geheime Verhandlungen begonnen, die Müllers Sturz zum Ziel hatten. Vertreter des Pfarrernotbundes und der Kirchenführer versuchten, Reichspräsident Hindenburg und Reichsinnenminister Frick6 , die beide dem Anliegen der kirchlichen Opposition nahestanden, von der Notwendigkeit dieses Schrittes zu überzeugen. Man hoffte, über sie Hitler, dessen zentrale Rolle und Zuständigkeit auch für diesen Bereich fraglos anerkannt wurde, beeinflussen zu können.7

Andererseits war Müller, maßgeblich von Heinrich Oberheid und August Jäger beeinflusst und unterstützt, bemüht, seine Position zu halten.8 Von dieser Seite aus wurde man ebenfalls bei Hindenburg vorstellig, versuchte die Opposition, vor allem den Pfarrernotbund, bei Hitler politisch in Misskredit zu bringen und verhandelte gleichzeitig mit den Kirchenführern, auch den nicht-deutschchristlichen, die man gegen den Pfarrernotbund auszuspielen versuchte.9 Es gelang Müller, Letztere zu einem «Burgfrieden» bis zum 17. Januar zu bewegen, indem er sie davon überzeugte, dass ein an diesem Tag anstehender Empfang bei Hitler wichtige kirchenpolitische Entscheidungen bringen würde.10

113 Bald entstand der Eindruck, dass Hitler unschlüssig war, jedenfalls nicht unbeirrbar auf Seiten Müllers stand: der Empfang Müllers wurde abgesagt, stattdessen wurden nach einer Beratung mit Frick und dessen Ministerialdirektor Rudolf Buttmann11 für den 24. Januar nun Vertreter beider kirchlicher Parteien zu einer Aussprache in die Reichskanzlei eingeladen und noch dazu unmittelbar vor dieser Aussprache aus demselben Anlass ein Gesprächstermin beim Reichspräsidenten vereinbart.12 Aufgrund dieser Entwicklung sah die Opposition ihren Sieg nahen und lud «befreundete Herren»13 zu Vorbesprechungen des Empfangs bei Hitler nach Berlin ein. Dort war bereits am 19. Januar über die Frage beraten worden, welche DC-Kandidaten für das nach Müllers Demission neu zu bildende Leitungsgremium der Deutschen Evangelischen Kirche, das Geistliche Ministerium, tragbar seien.14

114 Gerade das war Barths größte Befürchtung. Gleich nachdem Hermann A. Hesse ihn vom Stand der Dinge unterrichtet und um Rat gebeten hatte,15 warnte Barth die Reformierten vor jedem Kompromiss:

«Wenn das kommt: eine Kirche, die sachlich und persönlich den ‹rechten Flügel› der D.C. gelten lässt! (die Meiser’sche Erklärung oder Begründung dafür ist so, dass man nur heulen möchte!), dann ist alles umsonst gewesen, dann können wir alle Hoffnungen begraben. […] Keiner, der auf der Barmer Erklärung16 steht, darf sich durch Mitwirkung in diesem Kirchenregiment auch nur indirekt damit einverstanden erklären, dass die Basis der D.C. in einer etwas gedämpfteren Form nun doch kirchlich-offiziell wird. […] Verzeihen Sie, dass es diesmal nicht der solenne theologische Rat ist, was Sie von mir bekommen, sondern eben nur diesen Zuruf: Résistez! Wenn irgend einmal, dann jetzt!»17

115 Hesse hatte sich, schon bevor er diesen Brief erhalten hatte, bei dem nach Berlin reisenden Otto Koopmann18 dafür eingesetzt, «Karl Barth für die grundsätzlichen Fragen nach Berlin einzuladen».19 Außerdem gab er Georg Schulz20 , der als Mitglied einer Delegation der rheinischen Pfarrbruderschaft Martin Niemöller von der grundsätzlichen Ablehnung jedes Kompromisses überzeugen wollte,21 einen Durchschlag von Barths Brief für Koopmann mit, versehen mit der erneuten Bitte, Barth telegrafisch nach Berlin zu rufen.22 Um sicher zu gehen, rief er Barth am Montag, dem 22. Januar, abends gegen 23.00 Uhr an und bat ihn, «sofort nach Berlin zu fahren, und zwar als Bevollmächtigter des Reformierten Bundes, weil höchste Gefahr im Verzuge sei».23 Hesse gab ihm für die Verhandlungen freie Hand: «Was Barth dazu in Berlin tun könne, möge er tun: ich gebe ihm als Moderator für seine Fahrt General- und Spezialvollmacht und erkläre mich von vornherein grundsätzlich mit dem, was er sagt, einverstanden.»24

Barth – «mitten aus seiner Vorlesungsvorbereitung nach Berlin gerufen»25 – reagierte sofort und fuhr noch in der Nacht von Köln aus «mit dem Polenzug nach Berlin».26 Vor der Abreise beriet er sich mit Charlotte von Kirschbaum und gelangte zu folgenden, grundsätzlich zu vertretenden Positionen: «Weg mit dem Reichsbischof und den Bischöfen. Einsetzung eines Interims-Komitees. Neuwahlen unter völliger Freiheit vom Staat. – So dass für die Kirche der Rechtsstand vor dem 24. Juni wieder hergestellt wäre.»27

116 In Berlin erreichte Barth ein noch nach Bonn gesandtes Telegramm Koopmanns, in dem dieser ihn für «Dienstag 21 Uhr» zu sich ins Hospiz St. Michael bat.28 Barth begab sich daraufhin zu Gerhard Jacobi29 , wo er zu seiner Überraschung erfuhr, dass die Verhandlungen im Hospiz bereits begonnen hätten.30 Als Barth dort eintraf, teilte ­Koopmann ihm mit, dass er ihn zu diesem Zeitpunkt in die Verhandlungen «leider […] nicht mehr einführen könne».31 In die um 19.00 Uhr beginnende Abendsitzung ging Barth dann «hinein, wie wenn nichts wäre, setzte sich an einen Platz und steckte eine Pfeife an».32 Man besprach ein von Karl Fezer in der Sitzungspause angefertigtes Memorandum für den um einen Tag verschobenen, nun endgültig auf Donnerstag, den 25. Januar 1934, 13.00 Uhr angesetzten Empfang bei Hitler.33 Fezer verteidigte seinen Entwurf, Barth trat «Fezer sachlich entgegen und fordert[e] ein Memorandum, das nicht vom Staate her, sondern von der Kirche aus spricht, am Evangelium orientiert».34 In der folgenden Diskussion neigte die Mehrheit bei Kritik an Einzelpunkten Fezer zu, der sich vorbehielt, den Text trotz der Kritik nicht zu verändern.

Nach Absprache mit dem inzwischen angereisten Hesse erklärte Barth schließlich auch im Namen des Reformierten Bundes die Ablehnung der von ihm auch in Fezers Entwurf erblickten Theologie der Deutschen Christen. Er schloss mit den Worten: «Wir haben einen an|117deren Geist, wir haben einen anderen Glauben, wir haben einen anderen Gott!»35 Dieses Diktum erregte äußerste Empörung,36 die Hesse durch den Hinweis zu dämpfen versuchte, dass Barth seiner Überzeugung nach niemanden persönlich, sondern nur die Sache gemeint habe, in der es auch für ihn nur «klare Ablehnung» gebe.37

Nach der Sitzung saß Barth mit einer größeren Gruppe im «Hofbräu» zusammen. Die Anwesenden baten ihn, selbst ein Memorandum zu verfassen: «Er sagt zu, trifft aber Professor Schmitz-Münster38 , der bis nachts 3 Uhr mit ihm aufsitzt, weshalb aus dem Memorandum nachts nichts mehr wird.»39 – Am Vormittag des folgenden Tages (Mittwoch, 24. Januar) gegen 10.00 Uhr trafen sich die in Berlin versammelten Reformierten Koopmann, Walter Hollweg40 , Udo Smidt41 , Hesse und Barth zu einer Aussprache über das weitere Vorgehen. Auch Koopmann, der kurz zuvor Barth noch «Richtgeist, Lieblosigkeit, Marxismus und Schweizertum» vorgeworfen hatte,42 ließ sich nun da|118von überzeugen, dass man dem Fezerschen Memorandum theologisch nicht zustimmen könne.43 Er erklärte sich schließlich sogar bereit, «ein jetzt noch zu verfassendes Memorandum von Karl Barth mit in die weitere Verhandlung zu nehmen».44

Hesse notierte zur nun folgenden Niederschrift des Textes:45

«Mittags 12 Uhr: Karl Barth zieht sich auf eine Stunde zurück und kommt nach etwa 57 Minuten unter bösen Kopfschmerzen mit dem fertigen Memorandum wieder. Er liest es Hollweg und mir vor, wir wollen beide kein Wort darin verändert haben und erklären: ‹Gott hat Gnade gegeben.›

Mittags 1 Uhr: Ein Tippfräulein in der Wilhelmstraße suchen wir vergeblich, treffen nur ihre Schwiegermutter und ihre beiden Katzen, fahren dann an die Ecke Leipzigerstr. Friedrichstr. in ein Vervielfältigungsbüro. Udo Smidt holt Karl Barth Pyramidon, und wir kommen bald mit 6 Durchschlägen und ohne Karl Barths Kopfschmerzen ins Hospiz zurück.»46

Von den Durchschlägen erhielten Meiser und Niemöller je ein Exemplar.47 Barths Text, der sich in seinen Kernaussagen an dem orientierte, was er wenige Wochen zuvor in Barmen vorgetragen hatte,48 wurde jedoch nicht als eigenständiger Entwurf geprüft oder gar zur Weitergabe an Hitler in Erwägung gezogen. Weil aber auch die am Abend zuvor in Auftrag gegebenen neuen Entwürfe von Fezer, Hans Lauerer49 und Simon Schöffel50 jeder für sich in einer Besprechung der |119 zum Empfang geladenen nicht-deutschchristlichen Kirchenführer am Mittwochmittag nicht voll überzeugen konnten,51 gab man am frühen Nachmittag Martin Niemöller den Auftrag, Lauerers Text «an Hand von Barths Arbeit» zu verändern.52 Der Entwurf Niemöllers wurde dann in der Nacht vom 24. auf den 25. Januar 1934 auch von den zum Empfang eingeladenen Deutschen Christen unterzeichnet, die nicht mehr hinter Müller standen: Hermann Beyer und Fezer.53 Der Text Niemöllers54 weist allerdings so gut wie keine Übereinstimmungen mit Barths Entwurf auf und weicht auch strukturell und inhaltlich erheblich davon ab.

Barth selbst verbrachte den Mittwochabend bei Günther Dehn.55 Er und Hesse wollten dann eigentlich am folgenden Vormittag abreisen, ließen sich aber – aufgehalten von einer fast zweistündigen Verspätung des aus Warschau kommenden Zuges – von Otto Weber überreden, doch noch den Empfang bei Hitler und dessen Ergebnis abzuwarten. Gegen 14.45 Uhr wurden beide durch Weber über den völlig unerwartet verlaufenen Empfang informiert:56 Hermann Göring hatte gleich zu Beginn Martin Niemöller durch das Verlesen eines am Vormittag abgehörten Telefonats desavouiert und Hitler eine Mappe mit den Pfarrernotbund belastendem Material übergeben, so dass der Empfang zu einer Festigung der Position Ludwig Müllers führte.57 Auf Hitlers Aufforderung zu einer Beilegung des Streites in |120 der evangelischen Kirche hin kam es schließlich zwei Tage später zu einer erneuten Versammlung der Kirchenführer bei Müller, die nach einer Überrumpelungsaktion Müllers mit der Herausgabe einer Erklärung endete, in der sich alle Kirchenführer erneut Müllers Regiment unterstellten.58

Unmittelbar nach dem Gespräch mit Weber reiste Barth in Begleitung Hesses nach Hause.59

Der Text des Entwurfs liegt als einseitiges Manuskript von Barths Hand vor, das auf der Rückseite eines Blattes vom Briefpapier des Michaelhospizes notiert ist (KBA 9234.28a). Der untenstehende Abdruck folgt der Typoskriptfassung (dreiseitig, zweizeilig getippt), die als Durchschlag erhalten ist (KBA 9234.28). Für das Original des Typoskripts wurde wahrscheinlich das gleiche Briefpapier verwendet wie für die handschriftliche Fassung.60 Ein erster Abdruck erfolgte in Wilhelm Niemöllers Studie über den Kirchenführerempfang: Hitler und die evangelischen Kirchenführer (Zum 25. Januar 1934)61, S. 27. 📖

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Entwurf [für ein Memorandum an Hitler]

24. Januar [193]462

Herr Reichskanzler!

Die Vertreter der Deutschen Evangelischen Kirche bitten Sie, Ihnen über das Wesen dieser Kirche, über ihre heutige Not und über den Weg zu deren Überwindung Folgendes vortragen zu dürfen:

Die Deutsch-Evangelische63 Kirche bekennt sich zu ihrer Aufgabe, im Raum des deutschen Volkes und Staates das Wort Gottes nach der Heiligen Schrift zu hören und zu verkündigen. Sie tut das in der alleinigen Verantwortung gegen den, an den sie glaubt und von dem sie ihre Existenz und ihren Auftrag hat, Jesus Christus. Indem sie in dieser Verantwortung handelt, dient sie dem deutschen Volk und Staat. Denn eben davon lebt jedes Volk und jeder Staat, dass Gottes Wort in seinem Raum in Gehorsam gehört und verkündigt wird.

Im Lauf der Ereignisse des vergangenen Jahres ist die Deutsche Evangelische Kirche dadurch in Not geraten, dass diese ihre Aufgabe und Verantwortung, mit der sie steht und fällt, von vielen 64-ihrer Glieder-64 und leider nicht zuletzt von der neu eingesetzten Reichskirchenregierung65 nicht so ernst genommen worden ist, wie das geschehen muss. 66-Kirchenfremde Rücksichten und Zielsetzungen haben das Handeln der Kirche weithin in einer Weise verdunkelt, die ihre Existenz als Kirche in Frage stellen musste.-66 2 Schwere innere Kämpfe sind die notwendige Folge dieser Nachlässigkeit gewesen. Die Einheit der Kirche ist in ihrem Zentrum bedroht. Wir beklagen es mit Ihnen, 67-Herr Reichskanzler,-67 Ihnen dies in einer Zeit sagen zu müssen, in |122 der das deutsche Volk 68-unter Ihrer Führung-68 seine politische Einheit wiedergewonnen hat. Aber wir sagen die Wahrheit und bitten Sie, von dem ganzen Ernst der Lage Kenntnis zu nehmen.

Wir bitten Sie, Herr Reichskanzler, als Führer und Vertreter des Staates in dieser Stunde darum, der Deutschen Evangelischen Kirche Ihr Vertrauen nicht zu entziehen. Kräfte, die zur Überwindung der gegenwärtigen Notlage nötig sind, sind vorhanden und sind am Werk. Aber sie bedürfen außer der Hilfe, die ihnen nur aus der Quelle alles kirchlichen Handelns selbst zukommen kann, vor allem einer größeren Bewegungsfreiheit. Diese Bewegungsfreiheit ist im Laufe des vergangenen Jahres, 69-insbesondere bei den Kirchenwahlen im Juli 1933,-69 durch das Verhalten bestimmter Organe des Staates und der Partei schwer bedroht gewesen.70 Mit darum ist es zu der heutigen Lage gekommen. Wir erinnern uns dankbar an die Worte, in denen Sie, Herr Reichskanzler, bei der Eröffnung des Reichstags in Potsdam am 71-21. März-71 1933 den Kirchen den ihnen zugewiesenen Raum im neuen Staat gesichert haben.72

123 Der nationalsozialistische Staat wird in der Deutschen Evangelischen Kirche dann dasjenige finden, was er 73-entsprechend ihrer Geschichte in den letzten 400 Jahren mit Recht von ihr-73 erwartet, wenn sie die innere und äußere Möglichkeit hat, ihr Leben so zu gestalten, wie es ihrem eigenen Wesen und 74-ihrem eigenen-74 Auftrag entspricht. Er könnte keinen Segen erwarten von einer Kirche, die, aus welchen Gründen immer, sich selbst preisgeben würde. Die Kirche, die Volk und Staat in Treue dient, ist die Kirche, die zuerst und vor allem gebunden ist durch die Treue gegen den, der der Herr aller Herren ist [vgl. 1.Tim. 6,15; Apk. 17,14; 19,16].

Seinem Machtschutz empfehlen wir Sie und Ihre Regierung, 3 unser teures deutsches Volk und Vaterland!

Sachfußnoten

1
Wichtigste Quelle ist der Bericht von Hermann A. Hesse: Erinnerungen an die Tage von Sonnabend, den 20. – Donnerstag, den 25. Januar 1934 (Typoskript, 14 S., zweizeilig getippt), u. a. in: KBA Basel (Abdruck: Lekebusch, S. 358–367 [dort S. 101, Anm. 147, nähere Informationen zur Authentizität und Wirkungsgeschichte] 📖). Daneben ist der auf der Sicht Barths beruhende Überblick zu nennen, den Ch. v. Kirschbaum in einem Brief an E. Thurneysen vom 26. Januar 1934 gab (KBA 9270.617; Bw.Th. III, S. 589–595 📖). Weitere Quellen: J. Glenthøj, Hindenburg, Göring und die evangelischen Kirchenführer. Ein Beitrag zur Beleuchtung des staatspolitischen Hintergrunds der Kanzleraudienz am 25. Januar 1934, in: Zur Geschichte des Kirchenkampfes. Gesammelte Aufsätze (AGK 15), Göttingen 1965, S. 45–91 📖 (dort S. 70–91: Dokumentenanhang); Verantwortung I, S. 188–249. 📖 ↩
2
Grundlegend: W. Niemöller, Hitler und die evangelischen Kirchenführer (Zum 25. Januar 1934), Bielefeld 1959 📖. Vgl. auch Glenthøj (Anm. 1) 📖; J. Schmidt, Martin Niemöller im Kirchenkampf (Hamburger Beiträge zur Zeitgeschichte, 8), Hamburg 1971, S. 165–176 📖; Scholder II, S. 48–65 📖; ­Lekebusch, S. 101–109. 📖 ↩
3
Müller unterzeichnete am 19. Dezember 1933 gegen den Willen der evangelischen Jugendführer und unter Umgehung des Geistlichen Ministeriums das «Abkommen über die Eingliederung der evangelischen Jugend in die Hitler-Jugend» (Text: DKPDR I, S. 183f. 📖; Faksimile-Abdrucke: H. Riedel, Kampf um die Jugend. Evangelische Jugendarbeit 1933-1945, München 1976, S. 315 📖; E. Röhm / J. Thierfelder, Evangelische Kirche zwischen Kreuz und Hakenkreuz. Bilder und Texte einer Ausstellung, Stuttgart 19813, S. 43 📖). Vgl. AELKZ 67 (1934), Sp. 10–14 📖; Gauger I, S. 124-127 📖. 130; Riedel, a.a.O., S. 64–68; Scholder I, S. 731–737 📖. ↩
4
Siehe unten, S. 125f., Anm. 13. ↩
5
Ludwig Müller hatte zu diesem Termin die führenden Amtsträger der deutschen evangelischen Landeskirchen zusammengerufen (Protokoll-Aufzeichnungen: Verantwortung I, S. 205–210 📖). – Einschränkend fügte man dem Zugeständnis allerdings hinzu: «Unsere grundsätzliche Stellung zur Verordnung vom 4. Januar 1934 wird dadurch nicht berührt» (a.a.O., S. 208). ↩
6
Wilhelm Frick (1877–1946), Dr. jur., seit 1933 Reichsinnenminister. ↩
7
Vgl. Scholder II, S. 44f. 48f. 📖 ↩
8
Zur zentralen Rolle von Oberheid (1895–1977; 1933 Bischof des neu geschaffenen Bistums Köln-Aachen, seit November 1933 Chef des Stabes des Reichsbischofs) und Jäger im Umfeld Müllers vgl. a.a.O., S. 13-17. 27–36. 45–48. 📖 ↩
9
Vgl. a.a.O., S. 45–47. 📖 ↩
10
Der ausgehandelte «Burgfrieden» erreichte die von Müller beabsichtigte Wirkung: Der Pfarrernotbund, insbesondere Martin Niemöller, fühlte sich von den süddeutschen Kirchenführern verraten. Auch wenn man bald wieder als geschlossene Gruppe auftrat, war eine gewisse Interessendivergenz von nun an nicht mehr zu übersehen (vgl. bes. Glenthøj [Anm.1], S. 50–54 📖; s. auch W. Niemöller [Anm. 2], S. 17–21 📖; J. Schmidt [Anm. 2], S. 166f. 📖; Scholder II, S. 49 📖). ↩
11
Rudolf Buttmann (1885–1947), Dr. rer.pol., seit Mai 1933 Ministerialdirektor im Reichsinnenministerium (Kulturpolitik), Mitglied der Zentralkommission der NSDAP, seit 1932 Leiter der kulturpolitischen Hauptabteilung der NSDAP, seit 1933 Reichstagsabgeordneter. ↩
12
Der Verlauf der Ereignisse in der Reichskanzlei – Müller war bereits erschienen, und man ließ ihn über eine Stunde warten, bevor man ihm mitteilte, dass es keine Audienz geben werde – war der Opposition bereits am 18. Januar bekannt, wie aus einer Notiz Hans Meisers über ein Gespräch u. a. mit Martin Niemöller hervorgeht (Verantwortung I, S. 214f. 📖). ↩
13
Nach W. Niemöller (Anm. 2), S. 25, Anm. 28 📖, eine Formulierung Hans Meisers. ↩
14
Über die Verhandlungen am 19. Januar 1934 liegt nur eine summarische Aufzeichnung Hans Meisers vor (Verantwortung I, S. 219 📖). Genauere Informationen liefert ein indirektes Zeugnis: Hermann A. Hesse hatte am 20. Januar Otto Koopmann (s. unten, Anm. 18) in einem Brief den Stand der Verhandlungen geschildert. Am gleichen Tage war Gerhard Stratenwerth (1898–1988; seit 1926 persönlicher Mitarbeiter Friedrich von Bodelschwinghs in Bethel) von Berlin nach Wuppertal gereist, um Hesse und Paul Humburg zu informieren (Brief Hesses an Koopmann [KBA 9334.111]; einen Durchschlag dieses Briefes hatte Hesse einem Brief an Barth vom selben Tag [KBA 9334.110] beigelegt). ↩
15
Brief Hesses an Barth vom 20.1.1934 (Anm. 14). ↩
16
Siehe oben, S. 65-83. ↩
17
Brief Barths an Hesse vom 21.1.1934 (KBA 9234.23). – Als «rechte Gruppe der ursprünglichen D.C. Leute», also als tragbare Kandidaten waren in der Besprechung am 19. Januar Karl Fezer (1891–1960; seit 1930 Prof. für Praktische Theologie in Tübingen, 1933 Beitritt zu den Deutschen Christen, Berater Ludwig Müllers), Hermann Wolfgang Beyer (1898–1942; seit 1926 Prof. für Kirchengeschichte in Greifswald, 1933/34 kurzzeitig unierter Geistlicher Minister in der Reichskirchenregierung) und Otto Weber (1902–1966; seit 1928 Dozent, seit 1930 Direktor der Theologischen Schule Elberfeld, 1933 Beitritt zu den Deutschen Christen, reformierter Geistlicher Minister in der Reichskirchenregierung) bezeichnet worden (Brief Hesses an Koopmann vom 20.1.1934 [Anm. 14]); auch der Jurist Friedrich Werner (1897–1955; Dr. iur., 1928 Rechtsanwalt in Berlin, 1933 Präsident des Evangelischen Oberkirchenrats Berlin, Juristisches Mitglied im Geistlichen Ministerium, Leiter der Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche, 1937–1945 Leiter der Deutschen Evangelischen Kirche) wurde als rechtskundiges Mitglied des Geistlichen Ministeriums in Erwägung gezogen. Die «Gruppe Meiser» hielt «diese Lösung dem Staate gegenüber für notwendig, weil er jetzt nicht einfach der Gegenpartei der bisher herrschenden D.C. die Gewalt in die Hand geben könne» (ebd.). – «Résistez!» hatte die hugenottische Märtyrerin Marie Durand (1711–1776) während ihrer jahrzehntelangen Kerkerhaft in den Fels ihrer Zelle geritzt, um sich und ihre Mitgefangenen vor der Versuchung zu bewahren, dem Glauben abzuschwören. ↩
18
Otto Koopmann (1878–1951), Landgerichtsrat, seit 1925 Präsident des Landeskirchenrats Aurich. ↩
19
Hesse, Erinnerungen 📖 (Anm.1), S. 2 (Lekebusch 📖). ↩
20
Georg Schulz (1889–1954), seit 1931 Pfarrer in Wuppertal-Unterbarmen, Begründer der Sydower Bruderschaft. ↩
21
Vgl. Hesse, Erinnerungen 📖 (Anm.1), S. 2 (Lekebusch 📖). ↩
22
Vgl. a.a.O., S. 3 📖 (Lekebusch 📖). ↩
23
Ebd. (Lekebusch, S. 360 📖). ↩
24
Ebd. (Lekebusch, S. 360 📖). ↩
25
Brief Ch. von Kirschbaums an E. Thurneysen vom 23.1.1934 (KBA 9270.616; Bw.Th. III, S. 587 📖). ↩
26
Hesse, Erinnerungen (Anm.1), S. 3 📖 (Lekebusch, S. 360 📖). ↩
27
Brief Ch. von Kirschbaums an Thurneysen vom 23.1.1934 (Anm. 25; Bw.Th. III, S. 588 📖). – Gemeint ist der 24. Juni 1933, der Tag, an dem August Jäger zum Kirchenkommissar für die evangelischen Kirchen in Preußen ernannt worden war (vgl. V.u.kl.A. 1930–1933, S. 272 📖). ↩
28
Telegramm Koopmanns an Barth vom 23.1.1934, 6.41 Uhr (KBA 9334.135). Vgl. Brief Ch. von Kirschbaums an Thurneysen vom 26.1.1934 (Anm.1; Bw.Th. III, S. 589 📖). ↩
29
Gerhard Jacobi (1891–1971), seit 1930 Pfarrer an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. ↩
30
Vgl. Brief Ch. von Kirschbaums an Thurneysen vom 26.1.1934 (Anm.1; Bw.Th. III, S. 589 📖). – Die Sitzung der nicht-deutschchristlichen Kirchenführer mit Theologieprofessoren (u. a. Fezer, Gogarten, Gerhard Kittel) und Pfarrernotbundmitgliedern (u. a. Niemöller, Friedrich Müller, Walter Künneth) hatte bereits um 9.30 Uhr begonnen (s. Verantwortung I, S. 221–233 📖). ↩
31
Brief Ch. von Kirschbaums an Thurneysen vom 26.1.1934, ebd. ↩
32
Ebd. ↩
33
Dieser Entwurf ist «offenbar nicht erhalten» (Verantwortung I, S. 238, Anm. 1 📖). – Fezer hatte ihn auf Vorschlag Koopmanns als Gegenentwurf gegen eine von Heinrich Oberheid vorgelegte Denkschrift für Hitler angefertigt (vgl. ebd.). ↩
34
Hesse, Erinnerungen (Anm.1), S. 5 📖 (Lekebusch, S. 361 📖). ↩
35
Siehe unten S. 128, mit Anm. 21. ↩
36
Vgl. Hesse, Erinnerungen 📖 (Anm. 1), S. 5f. (Lekebusch, S. 361): «Fezer fiel fast hörbar auf seinen Stuhl zurück. Alle waren aufs schwerste betroffen, und es erhob sich bald ein Sturm gegen Karl Barth, der ein neues Marburg hervorrufe. – Koopmann richtet zunächst an mich als den anwesenden Moderator die Frage, wie es mit der Bevollmächtigung von Karl Barth stehe. Dann betonte er, es gebe auch noch andere Reformierte als den Bund, nämlich die reformierten Kirchen von Hannover und Lippe, in deren Namen er spreche.» – Ch. von Kirschbaum schilderte dieselbe Szene so: «Das schlug wie eine Bombe ein. Wüster Tumult entstand. Fezer erbleichte und war der Ohnmacht nahe, wieder Andere schrien: ob das Ernst sei (darunter Gogarten!), wieder Andere wollten das Lokal verlassen (so Rückert), wieder Andere wollten Karl rausschmeißen, wieder Andere ihn zur Zurücknahme dieses Wortes veranlassen unter Beschwörungen der christlichen Liebe» (Brief an Thurneysen vom 26.1.1934 [Anm. 1; Bw.Th. III, S. 590f.]). ↩
37
Hesse vermerkte in seinen Erinnerungen, S. 6 📖 (Lekebusch, S. 361 📖): «Karl Barth stimmte kopfnickend zu.» ↩
38
Otto Schmitz (1883–1957), D. theol., seit 1916 Prof. für Neues Testament in Münster, 1934 amtsenthoben. ↩
39
Hesse, Erinnerungen (Anm. 1), S. 7 📖 (Lekebusch, S. 362 📖). ↩
40
Walter Hollweg (1883–1974), 1927–1951 Landessuperintendent in Aurich. ↩
41
Udo Smidt (1900–1978), seit 1925 Pfarrer in Rysum/Ostfriesland, 1934 in Wesermünde-Lehe, seit 1930 Reichswart des Bundes Deutscher Bibelkreise. ↩
42
Hesse, Erinnerungen 📖 (Anm. 1), S. 7 (Lekebusch 📖). ↩
43
Vgl. ebd. (Lekebusch, S. 362 📖). ↩
44
A.a.O., S. 8 (Lekebusch, S. 362 📖). ↩
45
Die Angabe Ch. von Kirschbaums, das Memorandum sei über Nacht entstanden (Brief an Thurneysen vom 26.1.1934 [Anm. 1; Bw.Th. III, S. 591f. 📖]), lässt sich mit dem Bericht des Augenzeugen Hesse nicht in Übereinstimmung bringen. ↩
46
Hesse, Erinnerungen (Anm. 1), S. 8 📖 (Lekebusch, S. 362f. 📖). ↩
47
Vgl. ebd. (Lekebusch, S. 363 📖). ↩
48
Vgl. oben, S. 42f. 60-63. ↩
49
Hans Lauerer (1884–1953), seit 1918 Rektor der Diakonissenanstalt Neuendettelsau, am 2.12.1933 zum Geistlichen Minister in der Reichskirchenregierung ernannt. ↩
50
Johann Simon Schöffel (1880–1959), seit 1922 Hauptpastor an St. Michaelis in Hamburg, seit 1929 Präsident der Hamburger Synode, 1933/34 Hamburger Landesbischof. ↩
51
Vgl. Verantwortung I, S. 239 📖. ↩
52
Hesse, Erinnerungen (Anm. 1), S. 8 📖 (Lekebusch, S. 363 📖). Die Besprechung war um 14.00 Uhr unterbrochen und um 15.00 Uhr weitergeführt worden (vgl. Verantwortung I, S. 239 📖). – Der Entwurf Lauerers scheint nicht erhalten zu sein. ↩
53
Vgl. Verantwortung I, S. 239, Anm. 3. 📖 – Zum Empfang eingeladen waren je 7 Vertreter der Opposition und der Deutschen Christen. Die Opposition meinte, Beyer, Fezer und Weber, die eigentlich den Deutschen Christen zugerechnet waren, auf ihrer Seite zu haben (vgl. Hesse, Erinnerungen, [Anm. 1 📖], S. 1 [Lekebusch 📖]). ↩
54
Abdruck: W. Niemöller (Anm. 2), S. 28f. 📖 ↩
55
Gegen 20.00 Uhr verließ Barth das Michaelhospiz, nachdem er zuvor noch Gespräche u. a. mit Meiser und Gerhard Kittel geführt hatte (dazu s. unten, S. 129, Anm. 23); vgl. Hesse, Erinnerungen (Anm. 1), S. 9 📖 (Lekebusch, S. 363 📖); Brief Ch. von Kirschbaums an Thurneysen vom 26.1.1934 (Anm. 1), S. 592f. 📖 ↩
56
Vgl. Hesse, a.a.O., S. 12f. 📖 (Lekebusch, S. 365f. 📖). ↩
57
Vgl. a.a.O., S. 13f. 📖 (Lekebusch, S. 366 📖); DKPDR II, S. 17–33. 📖 Vgl. auch: W. Niemöller (Anm. 2), S. 32–43 📖; Glenthøj (Anm. 1), S. 57–64 📖; Scholder II, S. 57–62. 📖 ↩
58
Vgl. Verantwortung I, S. 240–249 📖; vgl. auch: W. Niemöller (Anm. 2), S. 52–61 📖; Glenthøj (Anm. 1), S. 65–67 📖; Scholder II, S. 63–66 📖. ↩
59
Vgl. Hesse, Erinnerungen 📖 (Anm. 1), S. 14 (Lekebusch 📖). ↩
60
Die einen Vordruck vervollständigende Datums- und Jahreszahlenangabe auf dem Typoskript befindet sich auf der Höhe des im Briefpapier des Michaelhospizes vorgedruckten «193» und fügt sich genau in die dort vorgegebenen Lücken ein. ↩
61
Siehe oben, Anm. 2. ↩
62
Da es sich bei der Editionsvorlage um einen Durchschlag handelt, ist der auf dem mit einiger Sicherheit verwendeten Briefbogen vorgedruckte Teil des Datums auf diesem Typoskript natürlich nicht vorhanden (s. auch oben, Anm. 60). ↩
63
Mskr.: «deutsche evangelische». ↩
-64
Tskr.: «ihren Gliedern»; von den Hrsg. in Übereinstimmung mit dem Mskr. korrigiert. ↩
65
Mskr.: «Reichskirchenleitung». ↩
-66
Im Mskr. nachträglich eingefügt. ↩
-67
Fehlt im Mskr. ↩
-68
Im Mskr. nachträglich eingefügt. ↩
-69
Im Mskr. nachträglich eingefügt. ↩
70
Entsprechende Wahlaufrufe, Presseanweisungen und Anordnungen sind gesammelt bei: DKPDR I, S. 111–119 📖; vgl. Scholder I, S. 560–565. 📖 – In Bonn etwa konnte Barth einen Aufruf der «Kreisleitung Bonn-Stadt der NSDAP» lesen, in dem die evangelischen «Parteigenossen» aufgefordert wurden, sich in die Wählerlisten eintragen zu lassen. Im Weiteren hieß es: «Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß jeder Pg. seiner Wahlpflicht durch Abgabe seiner Stimme für die Liste der Deutschen Christen nachzukommen hat. Nichtbefolgung dieses Parteibefehls wird mit Ausschluß aus der Partei geandet (sic!)» (Westdeutscher Beobachter, 20.7.1933, S. 5 📖; enthalten in der Slg. Heinrichs [StA Bonn, Slg. Evangelische Kirche im Nationalsozialismus]). – Barth dürfte bei den «Organen des Staates und der Partei» allerdings auch an Hitler selbst und dessen Rede am Vorabend der Kirchenwahl gedacht haben, in der dieser sich massiv für die Wahl von Kandidaten der Deutschen Christen ausgesprochen hatte (vgl. Gauger I, S. 94 📖; DKPDR I, S. 119–121; Scholder I, S. 566f.). ↩
-71
Mskr.: «5. April». ↩
72
Hier sind die Reichstagseröffnung und die Regierungserklärung Hitlers zwei Tage darauf offenkundig verwechselt. Barth meint die vielzitierten Aussagen Hitlers zur Rolle der Kirchen in seiner Regierungserklärung vor dem in Berlin am 23. März 1933 zusammengetretenen Reichstag, der in der gleichen Sitzung das sogenannte «Ermächtigungsgesetz» verabschiedete (vgl. auch die Bezugnahme in K. Barth, Theologische Existenz heute! [1933], in: V.u.kl.A. 1930–1933, S. 271–363, dort S. 296f. 📖): «Die nationale Regierung sieht in den beiden christlichen Konfessionen die wichtigsten Faktoren zur Erhaltung unseres Volkstums […] Die nationale Regierung wird in Schule und Erziehung den christlichen Konfessionen den ihnen zukommenden Einfluß einräumen und sicherstellen […] Der Bestand der Länder wird nicht beseitigt, die Rechte der Kirchen nicht geschmälert, ihre Stellung zum Staate nicht geändert» (zit. nach: AELKZ 66 [1933], Sp. 331 📖; vgl. Gauger I, S. 68 📖; KJ 60–71 [1933–1944], 19762, S. 23 📖). – Die Verwechslung und auch die zunächst falsche Datumsangabe (s. Anm. 71–71) lassen erahnen, in welcher Eile der Text niedergeschrieben wurde. ↩
-73
Im Mskr. nachträglich eingefügt. ↩
-74
Fehlt im Mskr. ↩