1934

Gedanken über die Lage

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Gedanken über die Lage

1934

In diesem Text zieht Barth im Abstand von nur wenigen Tagen sein persönliches Resümee aus den Berliner Geschehnissen, die in der Sitzung vom 20./ 21. November 1934 zu seinem Austritt aus dem Reichsbruderrat – und damit auch aus dem «Rat der Deutschen Evangelischen Kirche», der in Dahlem aus diesem gebildet worden war1 – und am folgenden Tag zur Bildung der Vorläufigen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche (VKL) unter dem Vorsitz des Landesbischofs von Hannover, August Marahrens, führten.2

Barth hatte in den nur gut vier Wochen, in denen er sein kirchenleitendes Amt innehatte, dieses trotz seiner Semesterverpflichtungen in Bonn mit großem Einsatz ausgefüllt. Schon eine gute Woche nach der Dahlemer Synode war er wieder in Berlin, um am 28. und 29. Oktober 1934 mit dem Reichsbruderrat die Verordnung zur Ausführung der Beschlüsse der Bekenntnissynode und die Richtlinien für das Verhalten der bekennenden Gemeinden zu beraten und zu verabschieden.3 |580 Noch während dieser Zusammenkunft zeichnete sich jedoch eine neue kirchenpolitische Entwicklung ab, durch die der in Dahlem gefundenen Einheit zwischen den Bruderräten und den bischöflich geführten Landeskirchen ein erster Stoß versetzt wurde: Die Zwangsmaßnahmen gegen die bayrische und württembergische Landeskirche waren inzwischen rückgängig gemacht worden, Reichsbischof Müller schien nach dem abgesagten Empfang bei Hitler in Ungnade gefallen zu sein, sein «Rechtswalter» August Jäger war zurückgetreten und die soeben erst aus ihrem Hausarrest entlassenen Bischöfe Meiser und Wurm waren mit Marahrens für den folgenden Tag zu einem Empfang bei Hitler eingeladen worden. Nicht nur die drei Bischöfe erwarteten, dass nun in der evangelischen Kirche «eine Rückkehr zu den bekenntnismäßig und rechtlich geordneten Verhältnissen» möglich sei,4 auch Präses Koch stellte – sehr zum Missfallen Barths – schon am gleichen Tag «Überlegungen für einen möglichen Nachfolgekandidaten im Amt des Reichsbischofs» an.5

Den Diskussionsverlauf der folgenden Tage und Wochen schildert Barth aus seiner Perspektive im untenstehenden Editionstext. Zwar erbrachte der Empfang der drei Bischöfe – abgesehen von einem Gedankenspiel Hitlers mit der Drohung einer völligen Trennung von Staat und Kirche und seiner im weiteren Verlauf des Gesprächs demonstrierten Interesselosigkeit – kein wirkliches Ergebnis,6 so dass sich die «bruderrätliche» Linie innerhalb der Leitungsorgane der Beken|581nenden Kirche behaupten zu können schien. Doch hatten sich die lutherischen Bischöfe Hitler gegenüber nun auf einen alternativen Weg zum «Neubau der Reichskirche» festgelegt, indem sie in einem ihm übergebenen «Kirchenpapier» vorgeschlagen hatten, anstelle Müllers einen «Reichskirchenverweser» einzusetzen, der mit weiteren vier zu ernennenden Mitgliedern eine «vorläufige Reichskirchenregierung» bilden sollte.7

Beim nächsten Aufenthalt Barths in Berlin, am 4. und 5. November,8 und erst recht wenige Tage später, am 9. November,9 diskutierte man daher auch kaum noch darüber, ob es überhaupt notwendig oder sinnvoll sei, eine neue Kirchenleitung einzusetzen, sondern nur noch |582 darüber, wie eine solche und wie insbesondere das Spitzenamt zu besetzen sei.10 Dass Müller immer noch im Amt geblieben war und Hoffnung hatte, seine Stellung erneut zu konsolidieren, ließ es den lutherischen Bischöfen, aber dann zunehmend auch anderen Mitgliedern des Bruderrats geraten erscheinen, nun umso schneller eine neue Kirchenleitung zu installieren.11 Diese, so die Position der Bischöfe, der sich in den nächsten Tagen nach und nach auch andere Ratsmitglieder anschlossen, müsse an der Spitze mit einer repräsentativen Person besetzt sein, von der man annahm oder erfahren zu haben meinte, dass Hitler bzw. der nationalsozialistische Staat ihr gewogen seien: mit dem hannoverschen Landesbischof Marahrens.12

583 Schon die Nachricht, mit der das nächste Mal um Barths Kommen nach Berlin gebeten wurde, ließ die Dringlichkeit erkennen und auch, dass die wochenlangen Diskussionen sich einer Entscheidung zuneigten. Barth wurde erst am 19. November, 18 Uhr, per Telegramm für den nächsten Vormittag, 10 Uhr, nach Berlin gerufen.13 Die Situation hatte sich insofern zugespitzt, als die lutherischen Bischöfe nun offen damit drohten, eine eigene, lutherische Reichskirchenregierung zu bilden, falls man zu keiner Einigung käme.14 Nach einem weiteren langen Tag der Verhandlungen gewann Barth den Eindruck, es gehe vor allem darum, die Situation auszunutzen, um «die ‹Front zu verbreitern›, d. h. die Bekenntniskirche auch denjenigen annehmbar zu machen, die […] vom Rei[chs]bi[schof] genug haben, die Barmer Erklärung aber gerade in den entscheidenden Sätzen nicht mitmachen können».15 Als am späten Abend des 20. November auch die Bruderratsmitglieder aus der altpreußischen Union nachzugeben begannen und, so Barth zwei Tage später, die «Frage nach der Einheit […] gegenüber der nach der Wahrheit immer vordringlicher» wurde, entschieden sich – nicht mehr am 20., sondern schon am 21. November 193416 – Barth und mit ihm Hans Asmussen, Hermann Albert Hesse, |584 Karl Immer und Martin Niemöller aus dem Reichsbruderrat auszutreten, womit auch Barths «Tätigkeit im Kirchenregiment […] nach genau einmonatlicher Dauer zunächst beendigt» war.17

Barth wollte, dass seine Studenten, denen er seit seiner Suspendierung am 26. November 1934 keine Vorlesungen und Seminare mehr halten durfte, über die kirchliche Entwicklung aus erster Hand informiert werden. Er entschloss sich daher, seine Gedanken zur Lage am Samstag, 1. Dezember 1934, in einer abendlichen Versammlung der Bonner Bekenntnisstudenten18 vorzutragen. Ch. von Kirschbaum berichtete |585 zwei Tage später, dass ihn bei dieser «erste[n] Begegnung mit seinen Hörern seit dem jähen Abbruch» ein «nicht enden wollendes Trampeln» begrüßte.19 Von Barths Vortrag und vom Eindruck, den Barth ihm und den anderen Studenten gemacht hatte, gab Wolfgang Scherffig am folgenden Tag eine anschauliche Schilderung: «Weißt Du, als wir nach diesen zwei Stunden nach Hause gingen, hatten wir alle das Empfinden, solch ein großer Stein ist uns noch selten vom Herzen gefallen. […] Barth sprach so glänzend wie selten. Sein Vortrag war von einem Humor und Sarkasmus durchzogen, wie ich ihm nie zugetraut hätte. Wir haben fast unter den Bänken gelegen vor Lachen; vieles, was er sagte, war zwerchfellerschütternd. Und doch spürte man aus jedem Wort (und gerade aus seinen losen Scherzen) den ungeheuren Ernst, der hinter dem allen steckte.»20 Für Scherffig und seine Kommilitonen wirkte Barths Humor «in dieser Spannung […] wie eine Befreiung»: «Man mußte lachen können über dieses Spiel einer auf menschliche Klugheit bauenden Kirchenpolitik, bei der Nachrichten aus der Berliner Gerüchteküche zu Wirklichkeiten wurden».21 Er stellt aber auch fest: «Es gab in der Folgezeit auch aus Kreisen der B[ekennenden] K[irche] heftigen Widerspruch, nicht nur gegen den Inhalt, sondern auch gegen die Form» von Barths Vortrag.22

Solcher Widerspruch veranlasste Ernst Wolf, im Vorspann zu EvTh 2 (1935), S. VIIf. 📖, auf diesen Vortrag einzugehen. Anlass war |586 eine Bezugnahme durch Gerhard Kittel in seinem Offenen Brief an Rudolf Hermann (DTh 2 [1935], S. 104–115 📖). Kittel hatte dort ein «übles Zerrbild» Barths gezeichnet,23 und weil Wolf es ablehnte, darauf in einem eigenen Artikel einzugehen, stellte er – nach Rücksprache mit Barth und Kittel – nun klar, dass sich sein gegen Kittel erhobener Vorwurf des «Verstoßes gegen historische Tatsachen» auch auf dessen «Bemerkung über die ‹Leichtfertigkeit›» beziehe, «in der Karl Barth sich Bonner Studenten gegenüber ‹über die Bischöfe› geäußert» habe. Die weiteren Zeilen geben Aufschluss über die Verbreitung der Mitschrift dieses Vortrags: Kittel habe gewusst, «daß seine Quelle nicht authentisch sei, sondern die private (und unbefugt verbreitete) Nachschrift eines Vortrags K. Barths vor einem geschlossenen Kreis. Daß Barth einem Mitglied der VKL. gegenüber diese Nachschrift als ‹im wesentlichen zutreffend› (Kittel) bezeichnet hat», so Wolf, «vermag ihr gerade dort, wo über die Art des Redens geurteilt wird, keine für das Verdikt ‹Leichtfertigkeit› zureichende Bestätigung zu geben.»24 Barth gegenüber sprach Wolf, als er diesen um eine Stellungnahme zu Kittels Ausführungen bat, von jenem «DC-Bericht über Deinen Herbst-Vortrag zur VKL, der so verhängnisvoll umläuft und Dich zum Urheber eines sogenannten Zweifrontenkriegs macht, den der Erhabene von Hannover angeblich zu führen habe».25

Barth selbst erfuhr Ende Dezember 1934 davon, dass die Mitschrift bzw. ein Auszug daraus mit scharfen Angriffen gegen Landesbischof Marahrens innerhalb der hannoverschen Landeskirche von dortigen Anhängern der Deutschen Christen verschickt worden sei.26 Am 18. Februar 1935 erhielt er das von Otto Langmann27 in Abschrift |587 versandte Typoskript vom Rat der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union «mit der Bitte um Kenntnisnahme» zugeschickt,28 am 21. Februar 1935 fragte auch Fritz Schipper29 bei Ch. von Kirschbaum an, «ob und in welchem Kreise beiliegendes Referat von Barth gehalten» wurde. Schipper ergänzte: «Es ist nämlich in die Hände der D.C. gefallen, die es mit lautem Geschrei verbreiten und bei denen mit einem Mal Barth ein großer Mann geworden ist. Dass der Inhalt des Referates der Stellungnahme Barths entspricht, ist ja nicht schwer zu erkennen.»30

Es existieren mehrere Versionen dieser Mitschrift von Barths Ausführungen, die voneinander nur in Kleinigkeiten abweichen und daher mit großer Wahrscheinlichkeit auf nur eine, allerdings unbekannte Quelle zurückzuführen sind. Die erste Veröffentlichung einer solchen Mitschrift bei Prolingheuer, S. 261–264 📖, basiert auf einem Rundschreiben des mecklenburgischen DC-Gauobmanns Fritz Sager31 vom 14.1.1935;32 einem Schreiben Otto Langmanns vom 12.1.1935 lag die oben erwähnte Version der Mitschrift als Material für den «Informationsbrief an die Deutsch-Christlichen Pfarrer» bei.33 Im KBA liegen neben dem Barth am 18. Februar 1935 zugesandten zwei weitere Typoskripte mit unterschiedlichem Schriftbild vor, wobei es sich beim einen um das von Schipper zugesandte Exemplar handeln dürfte, während das andere eine verbesserte Abschrift ist, in der einige offensichtliche Fehler korrigiert worden sind.34 Außerdem findet sich das zwei|588seitige Manuskript Barths, das die Grundzüge des Vortrages wiedergibt.35

Eine Veröffentlichung dieses Vortrags oder eines auf ihm aufbauenden Textes scheint Barth zeitweise im Auge gehabt zu haben, denn im Brief an Eduard Thurneysen vom 3.12.1934 schrieb Ch. von Kirschbaum: «Karl selbst schreibt nebenan an einem nächsten Existenzheft, das die nun durch die veränderte Situation geschaffenen Probleme auf ­unserer Seite behandeln soll», und der Bezug zum Vortrag wird im folgenden Satz deutlich: «Er hat am Samstag über diese Dinge einen zweistündigen nächtlichen Vortrag im Kreise der hiesigen Bekenntnisstudenten gehalten».36 Ein solches Heft ist jedoch nicht erschienen, und auch Vorarbeiten dazu sind nicht erhalten.

Was Langmann zum von ihm versandten Exemplar der Mitschrift schrieb, gilt für alle Abschriften gleichermaßen: «Offenbar ist der Stenograph beim Mitschreiben nicht immer ganz mitgekommen».37 Sätze sind nicht immer ausgeschrieben und mitunter schwer verständlich, einzelne Worte sind – wohl nach dem Höreindruck – offensichtlich falsch wiedergegeben. Der Vergleich mit der Manuskript-Grundlage der Ausführungen Barths zeigt aber andererseits, dass die Mitschrift viel ausführlicher ist, und im Ganzen die im Manuskript angedeuteten Gedanken alle aufgenommen sind, auch wenn ihre Anordnung nicht immer identisch ist. Da somit weder die Mitschrift noch das Manuskript volle Authentizität für den tatsächlich gesprochenen Vortrag besitzen, sind im Folgenden sowohl die Barth am 18. Februar 1935 zugesandte Mitschrift (KBA 9335.209) als auch das Manuskript Barths (KBA 10587) wiedergegeben.

Hingewiesen sei zuletzt auf die besondere Schwierigkeit, die Aussagen Barths in diesem Text mit Hilfe der eingesehenen Mitschriften der betreffenden Sitzungen des Reichsbruderrats zu belegen. Aus mehreren Gründen ist dies nicht vollständig möglich: 1. handelt es sich in der Regel wohl nicht um wörtliche Zitate, 2. ist es fraglich, ob die Nach|589schrift, selbst wenn es sich um Zitate handeln sollte, diese korrekt wiedergibt, 3. liegen zu den Sitzungen des Reichsbruderrats keine Wortprotokolle vor,38 und auch eine Edition der vorliegenden Mitschriften und Protokolle fehlt bisher,39 4. werden Barths Anspielungen sich nicht nur auf Äußerungen beziehen, die während der eigentlichen Sitzungen gefallen sind, sondern auch auf solche, die in Gesprächen davor, währenddessen und danach gemacht wurden, möglicherweise auch auf solche, von denen Barth nur gehört hatte. Für diese weiteren Verhandlungen und Gespräche aber gilt, was Wilhelm Niemöller schon 1961 für die Tage nach dem 9. November 1934 feststellte: «Von nun an werden die Dokumente sparsam. Sicherlich wird viel verhandelt, geredet und telefoniert, auch konspiriert und agitiert. Aber es hat offenbar wenig Zweck gehabt, alle diese Dinge schriftlich zu fixieren, zumal am Tage nach der Versendung per Post wieder eine neue Lage eintreten mußte.»40

1. Barths Gedanken über die Lage in einer Bekenntnisversammlung evangelischer Studenten am 1. Dezember 1934

(Abschrift einer Mitschrift unbekannter Herkunft)

In diesem ernstesten Augenblick seit dem Sommer 1933 ist alles in Frage gestellt, wofür wir gestritten haben. Aber es ist nicht aus, sondern der Kampf geht weiter. Die Reihen werden sich lichten. Korn |590 wird gesondert werden müssen.41 Es gilt jetzt, in einer ganz neuen Weise ernst zu machen mit den Voraussetzungen, mit denen wir in den Kampf gezogen sind.

1. Die Tatsachen der neuen Lage.

Am 20. November hat in Berlin der Bruderrat, das größere von den beiden Organen der Bekenntniskirche,42 den Beschluss gefasst, gemeinsam mit den Bischöfen von Bayern, Württemberg und Hannover ein Notkirchenregiment herauszustellen. Die Meinung war dabei, dieses (Marahrens, Koch, Breit, Humburg, Flor43) solle die rechtmäßige D[eutsche] E[vangelische] K[irche] bleiben. Dieser Beschluss müsse aber der Synode unterliegen, die noch zu berufen sei. Diese Berufung einer dritten Synode ist nicht angenommen worden.44 Fünf haben widersprochen (Niemöller, Asmussen, Hesse, Immer, Barth) und ihren Austritt aus dem Bruderrat erklärt.45 Die Reformierten sollten Baumann, Stettin, stellen, der aber ablehnte. Dann hat Humburg angenommen. Dieser fragte den Reformierten Bund auf seiner Tagung in Detmold am 29. November,46 ob er mit dem Willen und Vertrauen des Bundes in dieses Kabinett eintreten könnte. Die Versammlung erklärte ihm, dass er auf eigene Verantwortung handele.47 Anstelle von Flor tritt vorläufig Fiedler48, da der Reichsjustizminister Flor nicht erlaubte, einen dementsprechenden Urlaub zu nehmen.

591 2. Wie es dahin hat kommen können?

Ende Oktober – 10 Tage nach Dahlem – wurde ein Ausschuss einberufen zur Ausarbeitung der Vorschläge zur Synode. Diese Tage sind mir in sehr schöner Erinnerung wegen ihrer schlichten Arbeit, wie ich überhaupt viele Tage in diesen Kämpfen in Erinnerung habe. Dann trat eine böse Stunde ein; am Abend kam die Nachricht, dass der Reichskanzler die drei Bischöfe eingeladen habe.49 Es entstand die Frage, was bedeutet das? Zwei der Bischöfe gehören der Synode an, dagegen Marahrens nicht. Es zeigte sich dann, dass bei der Regierung die Absicht bestand, die Unordnung 2 in Bayern und Württemberg rückgängig zu machen, die Bischöfe wieder in ihr Amt einzusetzen. Von diesem Augenblick war der ganze Kreis von der Frage bewegt: Was soll geschehen? Es ist eine neue Lage entstanden. Man glaubt, die Tage Müllers seien gezählt. Was geschieht, wenn Müller von Hitler in die Wüste geschickt wird? Man sah sich schon im Gebäude der Kirchenregierung! Was mussten wir tun, um vertragsmäßige Partner des Staates zu sein? Jetzt gingen bezeichnenderweise die Gedanken in der Richtung Bischof. In Barmen und Dahlem kam der Bischof nur in der Unterschrift Meisers vor, da war nur von Brüdern die Rede. Jetzt glaubt man, unter einem Diktat zu stehen.50 Sind wir in der Verfassung von Dahlem geeignet für diese große Zukunft?51

592 Drei Bedenken hatte man:

1. Politische Bedenken. Präses Koch ist deutschnationaler Abgeordneter gewesen!52 Das eignet ihn nicht dazu. Es wurde sogar gesagt: Niemöller hat vom Grabenkrieg zu viel Schmutz an sich, jetzt kommen die Leute mit den roten Streifen53 an die Reihe;54 und ich erstmal – – na, Sie wissen ja!55 Gegen Asmussen bestehen die gleichen Bedenken, nur Breit ist frei davon. |

Auch hört man [2.] theologisches Raunen: nur nicht so einseitig! Das hieß nun: Man dürfe nicht meinen, die Barmer Erklärung sei geradezu ein Bekenntnis, wie das Nizänum oder die Augustana. Man könne auch die Dinge ein bisschen anders ansehen. Es sei doch zu viel Barth’sche Theologie hineingearbeitet. Es gebe auch noch andere Schulen und Richtungen, die nicht geradezu D[eutsche] C[hristen] wären und die doch auch zu hören wären. Sie wissen, dieser Wind kommt aus Althaus!56 Man hätte Angst, den ersten Satz von Barmen57 wörtlich zu nehmen.58

593 3. sagte man: Präses Koch ist kein Bischof. Außerdem ist er nur Unions-Lutheraner! Wir haben den Reibi59 auch nur deshalb bekämpft, weil er nur Unions-Lutheraner ist!60 (Auch dieser Wind wehte aus Bayern!)61

594 In den Verhandlungen stehen auf der einen Seite Bayern, Württemberg und Hannover. Diese drei wollen ihr Programm wahren, anschließend an die Restauration im Süden.62 Im Hinblick auf den Staat will man ein arbeitsfähiges Kabinett. Man sagt, unsere Gemeinden erwarten das! Die Gegenseite sagt das Gleiche. Die Interpretation dessen, was die Gemeinden wollen, ist sehr verschieden. Die einen wollten eine Reichskirche, die geeint war darin, dass man die Gewaltmethoden des Reibi und der DC nicht will. Die Verfassung von 193363 ist gültig. Man vergleiche dazu 3 das Kabinett vom Sommer 1933, das ja in derselben Weise aus fünf Leuten bestand!64 Die anderen, vor allem Preußen, sagen: Die Gemeinden warten auf die Fortsetzung des Aufbruchs, der seinen Ausdruck gefunden hat in Barmen und Dahlem, des Aufbruchs von Schrift und Bekenntnis her. Sie warten nicht auf eine Reichskirche, sondern auf einen Bund von bekenntnisbestimmten Kirchen (Dahlem65). Die erste Gruppe stellt Marahrens heraus, |595 der von vielen bis zur letzten Stunde leidenschaftlich abgelehnt wird. Die Zweiten sagen: Der Sechserrat mit Präses Koch!66 Im Laufe der Verhandlungen wird immer mehr sichtbar, dass das größere Sichanklammern auf Seiten der Süddeutschen ist. Man konnte fast Bewunderung dafür haben, wie sie jeden Tag wiederkamen mit derselben Ansicht. Die am längsten dastehen, haben immer gewonnen. Sie machen zuletzt formale Zugeständnisse: Marahrens (der nie bei der Bekenntnissynode war) soll nun gemäß Barmen und Dahlem regieren. Koch soll zur Leitung dazugehören. Marahrens soll dem Bruderrat verantwortlich sein. Die Synoden sollen weiter bestehen als Sicherungen und Ventile.67 Die Sachen wurden annehmbarer. Man fing an, weich zu werden. Bis zum 1. November hatte Preußen zusammengehalten wie ein Block, bis auf Schlesien.68 Dann fällt einer nach dem |596 anderen ab. Ich wurde zu einem Verfechter Preußens, Friedrichs des Großen und Bismarcks! Ich wäre beinahe schwarz-weiß geworden!69 Zu von Soden, dem Vertreter Hessen-Kassels, der bereits übergegangen ist, sagte ich: «Lieber Kollege, was denken Sie sich dabei, Preußen gegen Hannover, Hessen, Württemberg, Bayern. Woran erinnert Sie das? War das nicht 1866 so? Und nicht wahr, der Kurfürst von Hessen-Kassel war damals blind?»70 Aber dass wir recht hätten, aber er mahnt zum Frieden, zur Einigkeit und zur Seelsorge.71 Nun fielen die Leute ab, wie die reifen Äpfel vom Baum. Präses Koch selber sagt: Ich rate Euch, den Kampf aufzugeben.72 Lücking73, Beckmann |597 und alle gehen über. Man sah sich allein. Überzeugt war keiner, aber man sagte sich, das geht nicht anders. Die Nachtsitzung werde ich nie vergessen,74 wir stehen dann auf und sagen unsere Erklärung.75

3. Würdigung

Die Kirche war in eine Entscheidung gestellt, in der sie versagt hat. Es ist uns in diesen Jahren etwas geschenkt worden wie eine Reformation, wie eine junge Kirche. Was in Barmen und Dahlem gesprochen hatte, war die Erkenntnis, in die4ser Not der Kirche wird uns eine Erneuerung an Haupt und Gliedern76 geschenkt. War es nicht so? Haben wir nicht in der besten Stunde des Jahres etwas zu hören gemeint?

Die Bekenntnissynode hat Reformation verkündigt, Reformation heute eine Frage an uns. Marahrens und seine Leute aber wollen Restauration. Es hat einmal in Deutschland Befreiungskriege gegeben und einen Aufbruch des Volks, aber dann kam die Heilige Allianz und Metternich!77 Da kann man dann sagen: so endete eine Liebe!78 Man |598 könnte auch an das gefährliche Beispiel der Regierung erinnern! – – Waren Barmen und Dahlem nur starke Worte und Geschwätz? Um dieser Frage willen geht die Situation so auf die Nieren. Sind wir da gebunden worden durch Gottes Wort oder haben wir uns eigenmächtig an einen Bekenntnisort verfügt? Und siehe da, wir können jetzt auch anders. War Barmen nur ein erquickender Trunk aus goldenen Schalen? (Breit.)79 War die Vertretung von einer Bewegung mit Thesen, mit Bekenntnissen einer schönen Seele,80 so sagte man, man müsse unterscheiden zwischen einer Bekenntnisbewegung und zwischen einer Bekenntniskirche.81 Wenn das stimmen würde, dann allerdings Marahrens! Jetzt müsste vielmehr exerziert werden, was in Barmen gelernt war. So aber kam auf der innersten Linie der Bruch. Die Linie Barmen-Dahlem ist verlassen worden, dort wollten wir es mit dem |599 Glauben probieren, ganz kindlich, einfältig und freudig, wir wollten nicht auf das sehen, was herauskommen würde, sondern wir wollten schlicht ausmarschieren unter dem lieben Gott. Aber jetzt ist die andere Stimmung gekommen. Natürlich wollen wir glauben, natürlich Schrift und Bekenntnis – aber jetzt fängt die Wirklichkeit an, das Leben, die Praxis. Wir möchten eine breitere Front gewinnen, dem Staate gefallen!82 – Das alles kommt nicht aus dem Glauben [vgl. Röm. 14,23]. Nun ist man merkwürdig gescheit geworden, brüderlich, seelsorgerlich, aber nicht mehr kindlich; Einheit, nicht Wahrheit war die Parole, nicht Kirche Jesu Christi, sondern es muss doch Volkskirche bleiben.83 Wo steht das im Bekenntnis? Damit ist der entscheidende Punkt wieder aufgegriffen, Wiederkehr von den DC-Lehren, von den zwei Offenbarungen in neuer Auflage84 und noch nicht einmal in ver|600besserter. Wieder das gleiche Denken nach zwei Seiten, wo wir doch meinten, etwas verstanden zu haben von dem Wort: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon [Mt. 6,24]. Breit sagt: In den schönen Hallen der Theologie kann man nicht immer bleiben, sondern man muss ins Leben hinaus; wo dann einmal gesündigt werden muss. Das ist wohl eine verdammte Sache, aber es geht nicht anders.85 Ich dachte, wir hätten gelernt, 5 dass Theologie und Leben zusammengehören, dass auch in den schönen Hallen der Theologie Sünde geschieht, dass auch die Theologie von Gottes Vergebung lebt. Die Ausrede von der sündigen Welt gilt nicht mehr, weil wir selbst in der Kirche sind. Das ist wieder das Satanische in der Theologie.

Auch die äußere Ordnung von Barmen und Dahlem hat man verlassen. Was man der Gemeinde in Dahlem gesagt hatte, das wurde jetzt aufgehoben. Ohne eine neue Synode zu berufen,86 setzte man den Bruderrat sozusagen ab, Bischöfe tauchten plötzlich neben dem Bruderrat auf.87 Bei der Abfassung der Botschaft an die Gemeinden |601 stritt man sich sogar darum, ob zuerst die Bischöfe oder der Bruderrat zu nennen wäre!88 Damit wurde eine Unordnung aufgerichtet; weiter, der Schatten des Führers fällt auf die Menge. Jetzt heißt es: «Wie soll ich dich empfangen, und wie begegne ich Dir?»89 Jetzt fangen alle Leute an dreinzureden. Es findet ein Konvent in München statt, an dem die Bischöfe Schumann (??), Zänker und Marahrens teilnahmen.90 Man musste im Michael-Hospiz in Berlin sogar vorsichtig sein, |602 dass nicht etwa die überall sich herumtreibenden Journalisten ein Wörtchen mitredeten.91

Dazu kommt ein herzlich unpraktisches Verfahren; indem man Politiker sein wollte, wurde man politischer Dilettant. Man sieht die Fata Morgana auftauchen. Müller tritt ab! Und lässt sich ins Bockshorn92 jagen.93 Dabei haben wir keine Zeile von der Reichskirchenregierung bekommen! Was wir wussten, waren Gerüchte. Der eine hatte gute Beziehungen zu einem Ministerialdirektor, der andere kannte einen Standartenführer!! Das ist etwas von dem Peinlichsten, was ich in der Erinnerung habe. Und was ist nun geschehen? Der Reibi bleibt! Durch den glänzenden Streit94 der Legalität hat er sich noch befestigt, indem er sich auf die Verfassung von 1933 zurückzieht, auf der auch das Notkirchenregiment steht.95

603 Der Staat hat sich bei alledem nicht gerührt. Er denkt nicht daran, die Bekenntniskirche anzuerkennen. Man hat sich Illusionen gemacht, auch Marahrens würde nicht anerkannt, im Gegenteil, wieder ist Grabenkampf. Marahrens ist kein Grabenkämpfer. Wir haben einen Spatzen in der Hand (Sechserrat) gegen eine Taube von uns eingetauscht,96 und diese kann leicht wegfliegen. Lesen sie neben dem ersten Aufruf des neuen Regiments97 eine Predigt von Asmussen oder Niemöller oder auch ein Heft 6 der Theologischen Existenz. So hören sie schon einen seltsamen verschiedenen Klang heraus. Die erste Tat von Marahrens war, dass er Herrn Pastor Schirmacher98, den «Treuhänder»99 Jesu Christi bei der inneren Mission bestätigte.100

604 4. Was soll nun geschehen?

Wir haben allen Anlass, zu allem Nein zu sagen. Aber wir stehen noch Gewehr bei Fuß. Es gibt schon Leute, die sagen, man muss gegen Marahrens ebenso wie gegen Müller streiten.101 Diese Parole möchte ich noch nicht ausgeben. Wir wollen keinen Zweifrontenkrieg. Wir müssen erst deutlich sehen, wo die Wahrheit ist und wo die Lüge. Es kann die Zeit kommen, wo wir gegen zwei Fronten kämpfen müssen, ohne kirchenpolitische Rücksicht. Es gibt Leute, die sagen, der Sechserrat war Fanfare, das Notkirchenregiment ist Chamade.102 Man wird es an den Tatsachen sehen können. Aber nicht zu rasch sein! Auf |605 keinen Fall tumultare Schande! Es ist Aufgabe der theologischen Jugend, Disziplin zu halten, keine Pösfatie103 nach der einen oder anderen Seite. Es sind Männer genug da, die aufpassen. Die Verantwortung wird jetzt bei denen liegen,104 ohne innerlich überzeugt zu sein.

Warum bin ich nicht im Bruderrat geblieben? Es darf nicht so sein, dass im Bruderrat drei Gruppen sind, mit der milden Mitte Preußen. Denn das wäre der sicherste Weg zum Kirchenschlaf. Es würde dann nie etwas Radikales und Ernsthaftes geschehen. Von daher, wo wir früher standen, müssen die Preußen einen kalten Wind fühlen. Sie sollten keine Möglichkeit haben, sich einmal links und einmal rechts anzuschließen. Jetzt hat diese Mitte die Verantwortung. Für uns alle gilt, die Position Barmen-Dahlem zu beziehen. Die Preußen haben aus Bodelschwingh-Gründen105 nachgegeben. Sie haben unser Vertrauen weiterhin. Der Reformierte Bund hat nach seiner Tagung in Detmold in diesem schwierigen Augenblick sich für oder gegen die Bekenntnissynode entscheiden müssen. Er hat sich entschieden für das Werk von Barmen und Dahlem, für die Bekenntniskirche Marahrens.106 Das Ganze war noch zu früh, als dass es so einfach weitergehen könnte. Es war fast unheimlich, dass man sagen konnte, das ist ein DC und das ist ein Bekenntnismann. Die Fronten sind noch einmal tüchtig durcheinandergeworfen worden. Vielleicht erleben wir 7 jetzt die Sichtungszeit, wie die Brüdergemeinde sie bald nach ihrer Grün|606dung erlebte.107 Was uns in diesen zwei Jahren an Segen gegeben worden ist, das kann uns durch zehn Marahrens nicht genommen werden. Wir müssen die Hände wieder füllen lassen [vgl. Ex. 29,43] und bereit sein, aufzuteilen108 und weiterzugeben und weiter zu kämpfen.

2. Manuskript Barths

1. Tatbestand 2. Wie es dazu kam 3. Beurteilung 4. Folgerungen

Bekenntniskirche in Krisis: Lage, die Entscheidung über Sein u[nd] Nichtsein bedeutet. Alles Bisherige in Frage gestellt. – Trennung? Wünschte es anders! Es ist so: der Kampf muss in einer uns unerwarteten Weise weitergeführt werden. War er uns notwendig, so müssen wir auch jetzt bereit sein. An der Aufgabe und an den Voraussetzungen hat sich nichts verändert. Nun erst recht!

1. Die Tatsachen. Am 20. Nov[ember] Beschluss des Bruderrates der D.E.K. gemeinsam mit 3 Bischöfen: Herausstellung eines «Notkirchenregimentes» : Marahrens109, Koch, Breit, ?, Flor, das als Kollegium gemeinsam mit dem B[ruder]R[at] die rechtmässige D.E.K. leiten soll, «gemäss» den Beschlüssen Dahlem-Barmen.110 Berufung auf 3. Synode nicht angenommen.111 5 Widersprüche u[nd] Austritte. – Seither in Funktion: Aufruf.112 Beitritt von Humburg gegen Rat der |607 reform[ierten] Mitglieder und ohne Zustimmung des Ref[ormierten] Bundes.113

2. Der Hergang. Ende Oktober Bruderrat an der Arbeit: Richtlinien.114 Dann Hitlerempfang und Wiederherstellung der Ordnung in Bayern u[nd] Württemberg.115 Von da an Frage: Was tun, wenn Reibi fällt und Staat mit uns Frieden schliesst? Und Sorge: Rat (Koch, Asmussen, Fiedler, Niemöller, Breit, Barth)116 + Bruderrat werden dazu nicht genügen: a) Polit[ische] Bedenken[,] b) Theologisch zu einseitig[,] c) keine bischöfliche Spitze. – Votum von Bayern, Württemberg, Hannover: Anknüpfend an Restauration im Süden u[nd] im Hinblick auf den Staat ein «arbeitsfähiges Kabinett». «Die Gemeinden warten.» Auf was?

a) Auf ein gegen Reibi u[nd] D.C. gerichtetes, aber alle darin einigen Elemente vereinigendes, für den Staat Argloses, die künftige Reichskirche auf Grund der Verfassung von 1933 ankündigendes Kirchenregiment? Darum Marahrens! (oder Breit?) (So der Süden, Hannover, Oldenburg, Hessen-Kassel, Schlesien)

b) Auf die Fortsetzung des Kampfes von Barmen-Dahlem (Neuaufbau der D.E.K. als «Bund bekenntnisbestimmter Kirchen»117). Darum der Sechserrat von Dahlem oder Notregiment unter Koch (So Preussen, bes[onders] Brandenburg, Westfalen, Rheinland[)]. – Kampf mit wechselnden [?] Angängen. Zähigkeit u[nd] Zugeständnisse der Süddeutschen. Am 20. Nov[ember] Nachgeben der Preussen. Bodelschwingh! Koch selbst gibt auf. Böse Nachtsitzung.

3. Würdigung. Barmen-Dahlem hatten eine Reformation der Kirche verkündigt, dies ist Restauration der alten Kirche vor dem D.C. Einbruch. Frage: War Barmen-Dahlem blos[s] ein starkes Reden oder ist da etwas geschehen? Sind wir gebunden oder können wir auch anders? Haben wir als Verein (Bewegung?) oder als B[ruder]rat [?] von Kirche geredet? Antwort: Die Linie B[armen-]D[ahlem] ist verlas|608sen.118 119-Freikirche? Volkskirche? Entscheidende Quellen von B[armen-]D[ahlem] sind bedroht: «erquickender Trunk in goldenen Schalen»?! Dualismus von Theologie u[nd] Kirche, «Bewegung» und Kirche.119

a) Bruch auf der inneren Linie: Statt Glauben jetzt wieder: Glauben + ebenso ernste rühmbare [?] Motive (Staat, breite Front, luth[erisches] Kirchenideal). Seelsorgerlich, praktisch, brüderlich statt kindlich u[nd] gehorsam. Einheit statt Wahrheit. Erfolg statt W[ort] G[ottes]

b) Preisgabe der soeben anerkannten Ordnung: Bruderrat wieder Bischöfen gegenüber[,] deren Selbständigkeit nun durch Einschwenken des Reibi legitimiert war. Arbeit selbst gestört [?] durch einen Plan, von dem in Dahlem kein Mensch geredet. Hereinreden fremder Elemente (Zänker, Schumann, Marahrens) Unsicheres Selbstbewusstsein.

c) Personell: Chamade statt Fanfare120

d) Sieg eines unpraktischen Denkens: Lauschen auf Gerüchte u[nd] Gerede draussen! Reibi bleibt u[nd] befestigt sich. Staat rührt sich nicht bezw. steht auf der andern Seite. Spatz in der Hand, Taube auf dem Dach. Die ersten Taten nicht verheissungsvoll: Aufruf!121 Schirmacher!122

4. Was nun? Mitgehen = gutheissen? Nein! – Kampf wie gegen DC? Wegen «Einheit» nicht zu fürchten. Kommt vielleicht. Aber noch liegen Erklärungen vor. –

Also abwarten. Verantwortung zunächst bei der preussischen Mitte. (Darum Austritt!) Position B[armen]-D[ahlem]  beziehen u[nd] halten. Dort rechtmässige D.E.K. Preussen im Ganzen gut. Westfalen u[nd] Rheinland! Überall weiter machen.

609 Lage war zu einfach[,] um schon endgültig weiter zu können. Bewegungskrieg. Sichtungszeit.123

Segen kann nicht verloren gehen, wenn wir bereit bleiben.

Sachfußnoten

1
Vgl. oben, S. 535. ↩
2
Die im untenstehenden Editionstext von Barth geschilderten Ereignisse der letzten Oktobertage und der ersten drei Novemberwochen des Jahres 1934 sind in folgenden Bänden der Karl Barth-Gesamtausgabe bereits ausführlicher beleuchtet: Bw.Th. III, S. 725–763 📖; Bw.Kirschbaum I, S. 396–406 📖. – Weitere Quellen: DKPDR II, S. 194–214 📖; Verantwortung I, S. 348–359 📖; Prolingheuer, S. 27–46 und S. 252f. 📖 – Wichtige Überblickdarstellungen: W. Niemöller, Von der Dahlemer Synode bis zur Gründung der ersten Vorläufigen Kirchenleitung, in: EvTh 21 (1961), S. 68–92 📖; G. Besier, Die Kirchen und das Dritte Reich, [Bd. 3]: Spaltungen und Abwehrkämpfe. 1934–1937, München 2001, S. 19–40 📖. ↩
3
Abdruck: W. Niemöller, Die zweite Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche zu Dahlem. Text – Dokumente – Berichte (AGK 3), Göttingen 1958, S. 39f. und S. 40f. 📖; Verantwortung I, S. 456f. und 457f. 📖 Von beiden Texten liegen im KBA Typoskripte mit teils umfangreicheren Korrekturen in Barths Handschrift vor (KBA 16618 [Ausführungsverordnung]; KBA 11077 und 11078 [Richtlinien]). Jedoch wurden laut Niemöller die «Ausführungsverordnung und die Richtlinien […] von Dr. Eberhard Fiedler und von Pastor Müller-Dahlem verfaßt» (ders., Von der Dahlemer Synode [Anm. 2], S. 71 📖). Da nicht zu entscheiden ist, ob die von Barth notierten Korrekturen ganz oder überwiegend auf ihn selbst zurückgingen oder lediglich das Resultat der gemeinsamen Beratung über die vorgelegten Entwürfe festhielten, wird in dieser Edition auf einen Abdruck dieser Texte verzichtet. ↩
4
Besier (Anm. 2), S. 19 📖. ↩
5
Ebd. – Barth kommentierte laut einer Mitschrift Heinz Kloppenburgs (1903–1986; 1933 Gründer und Leiter des Pfarrernotbundes, dann der Bekennenden Kirche der oldenburgischen Landeskirche, 1934 Mitglied des Reichsbruderrates): «Repräs[entative] Spitze darf nicht kommen, nur weil der Staat es will. – (Wir können doch nicht ihm zuliebe ein[en] Papst einsetz[en])» (Mitschrift vom 28.10.1934 [Bl. 2], in: Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Best. Bekenntnissynode, Nr. 16 📖; vgl. Prolingheuer, S. 30 📖). ↩
6
Vgl. DKPDR II, S. 196–198 📖; Besier (Anm. 2), S. 19–22 📖. Barth schrieb über das Gespräch an E. Thurneysen (Nachsatz zu einem Brief von Ch. von Kirschbaum an Thurneysen vom 1.11.1934 [KBA 9270.632; Bw.Th. III, S. 732 📖]): «Was die Unterhaltung der Bischöfe mit H. betrifft, so wurde rauh, aber kräftig gesagt (nicht von mir!): ‹Die drei alten Esel haben wieder einmal unverschämtes Glück gehabt!› In der Tat: H. scheint nur geschimpft bzw. geseufzt zu haben. Hätte er positive Vorschläge gemacht […], so wären sie sicher wieder umgefallen.» ↩
7
Abdruck: Prolingheuer, S. 252. 📖 ↩
8
«Statt mich endlich der Dogmatik und den Studenten zuwenden zu können, muss ich auf einen Hilferuf von Asmussen ein drittes Mal nach Berlin fahren, damit dort Unheil womöglich vermieden werde», schrieb Barth am 4.11.1934 auf der Fahrt nach Berlin an E. Thurneysen (KBA 9270.634; Bw.Th. III, S. 734 📖). Der Brief Asmussens vom 3.11.1934 (KBA 9334.1043) schien Barth und Ch. von Kirschbaum «so bedenklich», dass sie «in Berlin-Dahlem telefonisch nachfragten». Daraufhin brach Barth «binnen einer Viertelstunde» nach Berlin auf (Brief Ch. von Kirschbaums an E. Thurneysen vom 4.11.1934 [KBA 9270.635; Bw.Kirschbaum I, S. 736 📖]). Am 5. November nahm Barth in Berlin auch an «Friedensverhandlungen» zwischen K. Koch und den «D.C.-Häuptlingen» Christian Kinder und Nikolaus Christiansen (1891–1973; seit 1925 Konsistorialrat, seit 1933 Vizepräsident im Landeskirchenamt Kiel; 1934 Oberkirchenrat in Berlin, Leiter des Referats Presse und Öffentlichkeitsarbeit in der Kirchenkanzlei) teil. Laut dem von Barth handschriftlich verfassten und dann von Ch. von Kirschbaum abgetippten Protokoll (KBA 9234.317) beteiligte er sich an diesem Gespräch aber fast gar nicht, schloss allerdings das Gespräch mit der Bemerkung: «Ich weiß nicht, was das Positive sein sollte, auf das wir uns gemeinsam besinnen könnten.» Seinen Eindruck schilderte er in einem Brief an Ch. von Kirschbaum vom selben Tag so: «Die Begegnung mit den D.C. war erschütternd; ich musste an die Szene im Wald von Compiègne denken» (KBA 9272.134; Bw.Kirschbaum I, S. 400; dort S. 399 die voranstehenden Zitate). Das Bild von den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Deutschen und Alliierten im November 1918 aufgreifend überschrieb Barth das Protokoll mit «Waffenstillstandsverhandlung». ↩
9
Diesmal schrieb Barth an Thurneysen: «kaum am Dienstag hieher zurückgekehrt, muss ich heute Donnerstag schon wieder (zum vierten Mal!) nach Berlin fahren. Ich würde wohl besser gleich dort bleiben; aber das geht auch nicht» (Brief vom 8.11.1934 [KBA 9270.637; Bw.Th. III, S. 745 📖]). ↩
10
Kandidaten waren neben den von Barth im untenstehenden Text Genannten auch Friedrich von Bodelschwingh, der aber ablehnte (vgl. Brief Barths an Thurneysen vom 4.11.1934 [Anm. 8; Bw.Th. III, S. 734f. 📖]: «Sie laborieren […] allem Abraten zum Trotz aufs Neue an einem dem Staat zu präsentierenden und den Duft der Versöhnung um sich verbreitenden neuen Kabinett Bodelschwingh!»), und Thomas Breit. An der Formulierung eines Vorschlags, der Breit an der Spitze vorsah, arbeitete ausweislich der handschriftlichen Korrekturen von seiner Hand am undatierten Typoskript auch Barth mit (KBA 10079). ↩
11
Müller hatte am 6.11.1934 von Reichsinnenminister Frick erfahren, dass Hitler nicht daran denke, die Deutschen Christen fallen zu lassen, zeigte sich dementsprechend gegenüber den an ihn herangetragenen Rücktrittsforderungen uneinsichtig und meinte, er müsse «zum besten der evangelischen Kirche auf seinem Posten bleiben, um alle sektenhaften Regungen zu unterdrücken» (Bericht Fr. Müller-Dahlems in der Sitzung des Bruderrats vom 9.11.1934 [Verantwortung I, S. 350 📖; vgl. ebd., Anm. 10]). Vgl. Gauger II, S. 364 📖; Besier (Anm. 2), S. 23f. 31f. 📖 ↩
12
Mit ausschlaggebend dabei war das Diktum des Ministerialdirektors im Reichsinnenministerium, Rudolf Buttmann (1885–1947), nach dem für den Staat «eine andere Kandidatur als die Marahrens’ nicht in Frage» komme (Verantwortung I, S. 349 📖). Ohne jede wirkliche Zusage, geschweige denn die Anerkennung seitens des Staates war die Rücksichtnahme auf diese Bedingung ein zentrales Argument in den weiteren Verhandlungen, und das, zumindest nach Notizen Landesbischof Meisers für ein Votum am 21.11.1934, zur Not auch auf Kosten der Zusammenarbeit mit den «Reformierten»: «Die Reformierten zu verlieren, wäre schade, aber sie sind doch nur wenige. […] Zum Staate würden wir ein besseres Verhältnis bekommen durch Marahrens. Nur jetzt keinen Konflikt mit dem Staat» (Verantwortung I, S. 359, Anm. 6). Hinzu kam die vermutete Abneigung gegen das bisherige Notkirchenregiment: Präses Koch etwa ging davon aus, «dass der Staat zu einem Kabinett» unter seiner Leitung «die Zustimmung versagen wird, weil der Staat den Anschein vermeiden will, als habe er der Bekenntnissynode gegenüber 100%ig nachgegeben» (Brief P. Humburgs an E. Baumann vom 22.11.1934 [EZA 50/144, Bl. 105 📖]). ↩
13
Telegramm K. Kochs an Barth vom 19.11.1934 (KBA 9334.1114): «Dringende Reichsbruderratsitzung morgen Dienstag Berlin 10 Uhr Vormittag Hospiz Michael.» – Barths Reise nach Berlin zu den Beratungen vom 20. bis 22. November 1934 war somit innerhalb eines guten Monats bereits sein fünfter Aufenthalt dort. ↩
14
Vgl. aus dem Brief Humburgs an Baumann vom 22.11.1934 (Anm. 12): «Die extrem lutherischen Kreise sind nach zuverlässiger Auskunft nicht nur entschieden, sondern sehr darauf aus, von sich aus ein lutherisches Kirchenregiment herauszustellen, wenn der Bruderrat heute nicht mit einem annehmbaren Vorschlag herauskommt.» – Meiser formulierte in seinen Notizen für ein Votum (Anm. 12) lapidarer: «Wird die Bekenntnisgemeinschaft nicht handeln, so wird der Lutherische Rat handeln.» ↩
15
Brief Barths an E. Thurneysen vom 23.11.1934 (KBA 9270.641; Bw.Th. III, S. 757f. 📖). – Schon in einem Votum am 9.11.1934 hatte Meiser mit diesem Argument die in Dahlem gefundene gemeinsame Grundlage de facto sistiert (vgl. Verantwortung I, S. 351, Anm. 14 📖; Besier [Anm. 2], S. 35 📖). ↩
16
Auch wenn aus dem nachstehenden Zitat hervorzugehen scheint, der Rücktritt sei noch am 20. erfolgt und dies in der Literatur in der Regel so angegeben wird, spricht schon Barths im selben Brief gegebene Darstellung des Ablaufs eher dafür, dass der Austritt nach Mitternacht erfolgte: «Und nun ist letzten Dienstag [= 20.11.1934] oder vielmehr in der ersten Morgenstunde das Schiff untergegangen.» Nach einer Aufzählung, wer alles der Reihe nach «auf die Gegenseite» trat oder sich «zum Nachgeben» entschied, fährt Barth fort: «kurz, die Wasser stürzten gurgelnd in den Maschinenraum, und was blieb uns da übrig, als die Boote klar zu machen und eilends zu besteigen, d. h. aus dem […] von der Linie von Barmen-Dahlem abweichenden Bruderrat auszutreten» (Brief Barths an Thurneysen vom 23.11.1934 [Anm. 15; Bw.Th. III, S. 759f. 📖; i. Orig. keine Hervorhebung]). Aus den eingesehenen Aufzeichnungen aus jener Sitzung ergibt sich dasselbe: Ausweislich der von Heinz Kloppenburg angefertigten Mitschrift der Sitzung (Reichsbruderrat, 20.– 21.11.1934, in: Archiv Oldenburg [Anm. 5], Best. Bekenntnissynode, Nr. 16 📖) erfolgte Barths Austritt nach einer von 0.25 Uhr bis 0.45 Uhr währenden Pause im darauf folgenden, nur noch kurzen Teil der Sitzung: «ich muss meinen Auftrag den Reformierten zurückgeben. Pressel hat mir gesagt, ich sei Belastung. Ich sehe, dass der Bruderrat im Ganzen entschlossen ist, eine falsche Richtung zu gehen. Dann ist für mich keine Möglichkeit[,] die kann ich nicht verantworten» (a.a.O., Bl. 8; Abdruck: Prolingheuer, S. 40 📖). Ein ähnlich lautendes Votum von Barth erfolgte – wie die Erklärungen von K. Immer, H. Asmussen, M. Niemöller und H. A. Hesse – aber auch schon früher in der Sitzung (vgl. a.a.O., Bl. 5f.). Auch in einem nicht gezeichneten Protokoll der Sitzung, das vermutlich von W. Niesel verfasst worden ist, sind die fünf Erklärungen festgehalten (Landeskirchliches Archiv Bielefeld, Best. 5.1, Nr. 704, Fasc. 2, Bl. 7f. 📖); während Asmussen und Niemöller daraufhin die Sitzung verließen, blieben Barth und Hesse bis zum Ende der Sitzung, an dem Barth seine Austrittserklärung mit den vorstehend zitierten Worten wiederholte (vgl. Protokoll Niesel, Bl. 9). ↩
17
Brief Barths an Thurneysen vom 23.11.1934 (Anm. 15; Bw.Th. III, S. 760 📖). ↩
18
Die Bonner studentische Bekenntnisgemeinschaft war im Frühjahr 1934 nach der Barmer Synode von Wilhelm Wilkesmann (1902–1985; seit 1934 Jugendpfarrer in Bonn) und Hans Walter Wolff (1911–1993; 1934 Student in Bonn, 1935 Erstes Theologisches Examen bei der Bekenntnissynode Rheinland, später ab 1959 Professor für Altes Testament in Mainz, ab 1967 in Heidelberg) gegründet worden und tagte regelmäßig im Bonner Haus der Deutschen Christlichen Studentenvereinigung, Weberstraße 102; ihre Mitglieder – im Dezember 1934 mehr als 200 – gehörten während der Semester der Bonner, in den Ferien ihrer örtlichen Bekenntnisgemeinschaft an (vgl. W. Scherffig, Junge Theologen im ‹Dritten Reich›. Dokumente, Briefe, Erfahrungen, Bd. 1: Es begann mit einem Nein! 1933–1935, Neukirchen-Vluyn 1989, S. 160f. 📖; Hinz-Wessels, S. 179–181 📖). ↩
19
Brief Ch. von Kirschbaums an E. Thurneysen vom 3.12.1934 (KBA 9270.643; Bw.Th. III, S. 772 📖). ↩
20
Zit. nach Scherffig (Anm. 18), S. 157 📖. Den Marburger Adressaten, vermutlich seine Braut Ilse Haedke, nennt Scherffig nicht namentlich. ↩
21
Ebd. ↩
22
Ebd. ↩
23
So E. Wolf in einer redaktionellen Notiz in: EvTh 2 (1935), S. 152. 📖 ↩
24
E. Wolf, Hinweis auf Bücher und Aufsätze, in: EvTh 2 (1935), S. V–VIII, dort S. VIIf. 📖 ↩
25
Brief E. Wolfs an Barth vom 16.8.1935 (KBA 9335.836). Die Antwort Barths ist leider nicht erhalten; es ist aber naheliegend, dass die oben zitierten Angaben im Wesentlichen auf diese Antwort Barths zurückgehen. ↩
26
Vgl. Brief K. Eckels’ an Barth vom 28.12.1934 (KBA 9334.1402). Kurt Eckels war damals cand. theol. in Hannover. ↩
27
Otto Langmann (1898–1956), seit 1928 Auslandspfarrer in Kolumbien, Ecuador und Guatemala, nach seinem Beitritt zur NSDAP 1931 deren Landesleiter für die Reichsdeutschen in Südamerika, 1933 Pfarrer in Hamburg, 1934 stellvertretender Reichsleiter der Reichsbewegung Deutsche Christen. ↩
28
Typoskript: KBA 9335.209; Anschreiben: KBA 9335.207. ↩
29
Fritz Schipper (1910–1945), damals aus dem Kirchendienst der Landeskirche Oldenburg entlassen, Vikar bei der Bekenntnisgemeinschaft Oldenburg, später ab 1936 Pfarrer in Varel (Oldenburg) und ab 1939 an Stephani in Bremen. ↩
30
KBA 98712.6. Eine Antwort ist leider nicht erhalten. ↩
31
Fritz Sager (1905–1988), seit 1929 Pfarrer in Klinken (Mecklenburg), Gauobmann der Deutschen Christen für Mecklenburg, seit Juni 1934 Landespfarrer für den kirchlichen Öffentlichkeitsdienst in Mecklenburg. ↩
32
Prolingheuer, S. 63, Anm. 35 📖 (ohne Quellenangabe). ↩
33
Vierseitiges, engzeilig beschriebenes Typoskript (EZA 50/445, Bl. 104f. 📖). ↩
34
KBA 11083 (4 S., engzeilig, kursive Type; da es das einzige aus dem Nachlass Barths erhaltene Exemplar ist, wird es das von Fr. Schipper zugesandte Exemplar sein) und KBA 11084 (verbesserte Version, Kopie eines Typoskripts aus dem Besitz von Bertold Klappert, 4 S., engzeilig; der Urheber der Verbesserungen ist nicht ermittelbar). ↩
35
KBA 10587. ↩
36
Siehe oben, Anm. 19; Bw.Th. III, S. 772. 📖 ↩
37
Anschreiben O. Langmanns vom 12.1.1935 (EZA 50/445, Bl. 103 📖; Abschrift: KBA 9335.208). ↩
38
Auch bei einer so umfangreichen Mitschrift wie der H. Kloppenburgs vom 20./ 21.11.1934, die elf eng beschriebene Seiten umfasst (s. oben, Anm. 16), dürfte angesichts der Gesamtdauer der Sitzung von vormittags 10 Uhr bis weit nach Mitternacht kein Zweifel darüber bestehen, dass in ihr nur ein Teil der Äußerungen der Sitzungsteilnehmer festgehalten wurde. ↩
39
Diese bemerkenswerte Lücke in der Historiographie zum Kirchenkampf soll demnächst geschlossen werden; eine von Karl-Heinz Fix bearbeitete Edition der Protokolle des Reichsbruderrats ist laut Mitteilung auf der Homepage der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte in Vorbereitung (https://www.ekd.de/zeitgeschichte/aufgaben_projekte/forschungsprojekte/8637.html [aufgerufen am 8.6.2016]). ↩
40
W. Niemöller, Von der Dahlemer Synode (Anm. 2), S. 78. 📖 ↩
41
Redewendung, Variante zu: «Die Spreu vom Weizen trennen» (vgl. Mt. 3,12). ↩
42
Aus dem seit der Dahlemer Synode 22-köpfigen Reichsbruderrat wurde dort der unten genannte «Sechserrat» oder auch «Rat der Deutschen Evangelischen Kirche»  als Führungsgremium benannt. ↩
43
Wilhelm Flor (1882–1938), Jurist, seit 1925 nebenamtliches rechtskundiges Mitglied des Evangelischen Oberkirchenrats Oldenburg, seit 1933 Reichsgerichtsrat in Leipzig. ↩
44
Siehe unten, S. 600, Anm. 86. ↩
45
Siehe oben, S. 583f., Anm. 16. ↩
46
Siehe oben, S. 560-578. ↩
47
Die Anfrage Paul Humburgs und die Entscheidung fielen in die letzten Stunden vor dem Ende der Hauptversammlung am Vormittag des 30. November. Vgl. Protokollbuch des Moderamens des Reformierten Bundes für Deutschland 1933–1938 (LKA Detmold, Dep Reformierter Bund, Nr. 377), S. 43. 📖 ↩
48
Eberhard Fiedler (1898–1947), Jurist, seit 1924 Rechtsanwalt am Reichsgericht in Leipzig, seit 1933 Rechtsberater des Pfarrernotbunds, seit 1934 Mitglied des Bruderrats der Landeskirche Sachsen und Mitglied des Reichsbruderrats. ↩
49
Gemeint sind die Bischöfe Marahrens (Hannover), Meiser (Bayern) und Wurm (Württemberg). Siehe oben, S. 580. ↩
50
Laut der Mitschrift Kloppenburgs (Archiv Oldenburg [Anm. 5], Best. Bekenntnissynode, Nr. 16) 📖 hatten sich in der Sitzung vom 9.11.1934 in dieser Richtung geäußert H. Meiser: «Niemöller darf die Dinge nicht präjudizieren! Wir müssen doch einander hören!» (Bl. 2) und: «Wir gehen von verschied[enen] Voraussetzungen aus. Dahlemer Beschluss wird als eisernes Gesetz angesehen. Dabei sind aber die Voraussetzungen jetzt andere.» (Bl. 4), Th. Breit: «Niemöller hat doch Vorurteil. Wir können doch nicht so reden: Wir sind wir, und was die andern wollen, geht uns nichts an» (Bl. 2) und W. Pressel: «Sorge, dass doch theol[ogischer] Absolutheitsanspruch besteht. Wir haben theol[ogisches] Ringen nötig. ‹Theol[olgische] Schule von Oeynhausen› kann nicht unterscheiden» (Bl. 3). ↩
51
Im Tskr. KBA 11083 folgt: «Die eigene Mannschaft wurde gemustert. Ist der Sechserrat in diesem feierlichen Augenblick geeignet, unsere Sache zu führen? Man nahm uns unter die Lupe!» ↩
52
Koch war von 1919 bis 1921 Mitglied der Preußischen verfassunggebenden Landesversammlung und gehörte für die Deutsch-Nationale Volkspartei von 1919 bis 1933 dem preußischen Landtag und von 1930 bis 1932 dem Reichstag an. ↩
53
Breite rote Zierstreifen (Lampassen) trugen Generale und Generalstabsoffiziere des deutschen Heeres und der Luftwaffe an den Außennähten der Uniformhosen. ↩
54
Laut Mitschrift Kloppenburgs vom 9.11.1934 (Anm. 50, dort Bl. 8 📖) äußerte H. Hahn sich ähnlich: «Wir haben als kämpfende Schar nie unsere Ansprüche auf die komm[ende] Führung erhoben. Es ist viel besser, einen neuen Mann aufzustellen. Wir stehen im Dreck. Sind wir mit Kampf fertig, geben wir’s jemand anders.» ↩
55
An Thurneysen schrieb Barth am 23.11.1934 (Anm. 15; Bw.Th. III, S. 758 📖): «Mir im Besonderen wird vorgeworfen 1. dass ich ein Papsttum meiner besonderen Theologie in Deutschland aufgerichtet habe bzw. durchsetze, 2. dass ich Deutschland mit Calvinismus überflute, 3. dass ich ein bedenkliches Verhältnis zum gegenwärtigen Staat und als Schweizer zum deutschen Volkstum als solchem habe.» ↩
56
Paul Althaus, einer der Mitverfasser des die Barmer Theologische Erklärung aus lutherisch-konfessioneller Perspektive dezidiert kritisierenden «Ansbacher Ratschlages» (vgl. oben, S. 278, Anm. 57), hatte in Dahlem zwar ­geäußert, er stehe «in Ehrfurcht und Dankbarkeit» vor dem, was die Bekenntnissynode geleistet habe, und «danke Gott, dass er «in diesem Kreise sein» dürfe (W. Niemöller, Bekenntnissynode [Anm. 3], S. 102 📖), hatte in den Beratungen der Synode dann aber gemeinsam mit H. Sasse seine Vorbehalte gegen jede Konzeption eines Kirchenregiments, in der die konfessionellen Unterschiede in seinen Augen zu wenig beachtet würden, im Wesentlichen unverändert vorgetragen (vgl. a.a.O., S. 84, 94, 105 und 107). Barth kommentierte dies in einem Brief an den Münchner Pfarrer Julius Sammetreuther (1883–1939) vom 23.10.1934 (KBA 9234.304) so: «Althaus hat sich zu dem entscheidenden Satz der Barmer Erklärung in aller Form in Gegensatz gestellt. Er ist mitverantwortlich für den Ansbacher Ratschlag, Wer Augen hat zu sehen, muss sehen, dass es bei seinem theologischen Aufriss jeden Augenblick fast unvermeidlich ist, dass der theologische Grundfehler, der uns in das heutige Unglück gebracht hat, wieder begangen wird. Wenn man ihn in München bloß trotzdem zum Abgesandten nach Berlin gemacht hat, ist Alles gut; ich würde Ihnen dann jedenfalls diesen Brief nicht schreiben. Aber können Sie mir versichern, dass man dort nicht gerade deshalb ihn vorgeschickt hat?» ↩
57
«Jesus Christus, wie er uns in der heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hören, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben» (s. oben, S. 296). ↩
58
Konkret gegen die erste der Barmer Thesen gerichtete Stellungnahmen konnten nicht ermittelt werden. – Bedenken gegen die Verbindlichkeit der Barmer Theologischen Erklärung insgesamt wurden auf der Sitzung vom 9.11. vor allem von Hans Meiser geäußert: «Andere Kreise haben Bedenken wegen der Barmer Erklärung. […] Wehre mich dagegen, daß jemand die Theologische Erklärung von Barmen unterschreiben muß, wenn er zu uns gehören will, und seine Beteuerung, er stehe zum Bekenntnis, nicht genügt» (Verantwortung I, S. 351, Anm. 14 📖). In einem «Memorandum zur kirchlichen Lage und kirchlichen Aufgabe», das in der ersten Novemberhälfte von Walter Künneth verfasst wurde und in den Verhandlungen eine Rolle spielte, heißt es zum konstatierten «Übergewicht des Einflusses der Theologie Barths» unter «Bezugnahme auf Althaus»: «‹Das ist um so beachtlicher, als vom Standpunkt der lutherischen Theologie aus die theologische Erklärung der Barmer Synode als völlig unzulänglich bezeichnet werden muß›» (zit. nach W. Niemöller, Von der Dahlemer Synode [Anm. 2], S. 79f. 📖). ↩
59
Spöttisch konnotierte Abkürzung für «Reichsbischof». ↩
60
Der in Gütersloh geborene Ludwig Müller versah von 1908 bis 1914 seine erste Pfarrstelle in Rödinghausen (Westfalen). ↩
61
Nicht ermittelt. – In der Mitschrift H. Kloppenburgs vom 9.11.1934 (Anm. 50, dort Bl. 8 📖) ist lediglich festgehalten: «Einstündige Debatte über den Namen Koch. Die Reformierten halten steif an Koch fest.» Als ein gegen Koch sprechendes Argument benannte im Weiteren W. Pressel: «Der Name Koch einigt noch nicht alle in der Front» (ebd.). – Im «Memorandum» W. Künneths (s. Anm. 58) war als eines der Bedenken gegen den Führungsanspruch des Bruderrats dessen «Prägung im Sinne der Union» angegeben (W. Niemöller, Von der Dahlemer Synode [Anm. 2], S. 79 📖). ↩
62
Mit «Restauration» ist hier die auf die Rücknahme der von der Reichskirchenregierung durchgeführten Zwangsmaßnahmen (vgl. oben, S. 528f.) folgende Wiederherstellung geordneter landeskirchlicher Zustände in Bayern und Württemberg gemeint. ↩
63
Gemeint ist die Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 11.7.1933 (GDEK 1 [1933], Nr. 1, 7.10.1933, S. 2–6 📖). ↩
64
Laut Art. 7 der Reichskirchenverfassung sollten dem sogenannten «Geistlichen Ministerium»  neben dem Reichsbischof drei Theologen und ein rechtskundiges Mitglied angehören (vgl. a.a.O., S. 3 📖). ↩
65
Vgl. Satz III.2 der Botschaft der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche: «Auf Grund des kirchlichen Notrechts der an Schrift und Bekenntnis gebundenen Kirchen, Gemeinden und Träger des geistlichen Amtes schafft die Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kirche neue Organe der Leitung. Sie beruft zur Leitung und Vertretung der Deutschen Evangelischen Kirche als eines Bundes bekenntnisbestimmter Kirchen den Bruderrat der Deutschen Evangelischen Kirche und aus seiner Mitte den Rat der Deutschen Evangelischen Kirche zur Führung der Geschäfte. Beide Organe sind den Bekenntnissen entsprechend zusammengesetzt und gegliedert» (s. oben, S. 546). ↩
66
Gemeint ist der sechsköpfige «Rat der Deutschen Evangelischen Kirche» , wie er in Dahlem bestimmt worden war; vgl. die vorige Anm. und oben, S. 535. ↩
67
In der «Vereinbarung über die Bestellung eines vorläufigen Kirchenregiments der Deutschen Evangelischen Kirche» vom 22.11.1934 hieß es: «Das vorläufige Kirchenregiment der DEK hat die Aufgabe, gemäß den Botschaften der Bekenntnissynoden der DEK von Barmen und Dahlem auf der Grundlage von Bekenntnis und Verfassung die DEK zu ordnen und in wahrer Einheit aufzubauen.» Und: «Das Verhältnis des vorläufigen Kirchenregiments der DEK zu den Kirchen und Landeskirchen ist durch die Verfassung der DEK vom 11. Juli 1933 bestimmt. In den Kirchen, in denen ein bekenntnis- und verfassungswidriges Kirchenregiment besteht, bestätigt das vorläufige Kirchenregiment die von der Bekenntnissynode der DEK bestellten oder anerkannten Organe der Leitung» (zit. nach Schmidt II, S. 175 📖). An einer Vorlage für diese Vereinbarung, die auch den Namen Marahrens schon enthält, finden sich Korrekturen in Barths Handschrift (KBA 11089); er war bei ihrer Beratung und Bearbeitung am Nachmittag des 20.11.1934 noch anwesend. ↩
68
Gemeint ist die Evangelische Kirche der altpreußischen Union bzw. deren Bruderrat. In Schlesien war es Otto Zänker (1876–1960; seit 1925 Generalsuperintendent Schlesien, 1933 Bischof von Breslau) gelungen, trotz seines mit der Bekenntnisbewegung sympathisierenden Kurses im Amt zu verbleiben; er war der einzige der neuen Provinzialbischöfe, der nicht zu den Deutschen Christen gehörte (vgl. Meier I, S. 300f. 📖). In den weiteren Verhandlungen lehnte er sich stark an die süddeutschen lutherischen Bischöfe an (vgl. dazu unten, S. 601f.), und auch der Provinzialbruderrat «war sich bewußt, daß bei der Durchführung des Dahlemer Notrechts die schlesische Situation berücksichtigt werden mußte, war doch in Gestalt des Amtes und der Person Bischof Zänkers eine bekenntnismäßige geistliche Leitung der Kirchenprovinz vorhanden» (Meier 📖). ↩
69
Schwarz-weiß waren die Wappen- bzw. Landesfarben Preußens. ↩
70
Der im Land wenig beliebte Kurfürst Friedrich Wilhelm I. (1802–1875) hatte sich im Vorfeld des preußisch-österreichischen Krieges von 1866 gegen Ratschläge aus seinem Umfeld und gegen die militärische Vernunft nicht auf die Seite Preußens geschlagen. Am 18. Juni 1866 marschierten daraufhin preußische Truppen weitestgehend kampflos in Kurhessen ein. Kurfürst Friedrich Wilhelm I. wurde suspendiert, und am 17. August 1866 beschloss der preußische Landtag die Annexion Kurhessens. Vgl. L. Pelizaeus, Der Weg des kurhessischen Corps bis zur Kapitulation in Mainz 1866 im Spiegel der Zeitungsberichte, in: ZVHG 108 (2003), S. 159–172. 📖 – Der Urheber der Abschrift, die bei Prolingheuer 📖 abgedruckt ist (oder Prolingheuer selbst?), scheint von einem Versehen Barths ausgegangen zu sein. Anstelle von: «Kurfürst von Hessen-Kassel» stehen dort Auslassungspunkte, die in eckigen Klammern durch «der König von Hannover, Georg V.» ergänzt sind; Georg V. (1819–1878) war seit 1833 erblindet. – Der hier als Zitat gekennzeichnete Satz findet sich in den eingesehenen Mitschriften weder wörtlich noch in einer ähnlichen Form. ↩
71
In einem längeren Referat hatte H. von Soden am 20.11.1934 laut der Mitschrift H. Kloppenburgs (Anm. 16, dort Bl. 2 📖; vgl. Protokoll Niesel [Anm. 16], Bl. 4 📖) u. a. ausgeführt: «Ich würde mir nicht gestatten, zu fragen: ist es Zeit, Frieden zu schliessen. Sondern: wenn sachlich Friede möglich ist, müssen wir ihn schliessen. […] Lehnen wir ab, können wir dieser Neubild[un]g nicht mehr sagen: wir sind die D.E.K. Die Situation ändert sich auch ohne uns. Gegen diese Einig[un]g kann ich in Kurhessen nichts in Gang bringen. Wird dies abgelehnt, halten wir die Leute nicht mehr zusammen.» ↩
72
Koch hatte am 20.11.1934 laut der Mitschrift H. Kloppenburgs (Anm. 16, dort Bl. 6 📖) erklärt: «Meine Einsicht verlangt von mir, die Reformierten zu bitten, vorbehaltlich synodaler Zustimmung doch jemand [als Vertreter für das neue Kirchenregiment] zu benennen»; an Barth gewandt fuhr er fort: «jetzt habe ich die Überzeugung, es wäre recht, sich nicht ganz zu verschliessen. Eine Art 6. Sinn sagt mir das». Barth antwortete: «Ich kann hier nur mit fünf Sinnen reden. Barmen und Dahlem ist jetzt entscheidend verlassen. […] Die ganze Aktion im Bruderrat, vom Verlassen der Ausarbeitung der Richtlinien an, war unsachlich und unnötig. Dass Sie uns auch Marahrens nicht ersparen konnten – muss Sie verstehen machen, dass auch wir nicht ersparen können wegzubleiben. Ich bin gekommen. Ich bin auch bereit, wieder in die Opposition zu gehen […]» (ebd.; Abdruck der kompletten Äußerung: Prolingheuer 📖, S. 39; vgl. Protokoll Niesel [Anm. 16], Bl. 7 📖). ↩
73
Karl Lücking (1893–1976), seit 1929 Pfarrer in Dortmund, 1933 Leiter des Pfarrernotbunds in Westfalen, 1934 Mitglied im Rat der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union und im Reichsbruderrat. ↩
74
In seinen handschriftlichen Notizen zum Vortrag schrieb Barth: «Böse Nachtsitzung» (s. unten, S. 607). ↩
75
Siehe oben, Anm. 16. ↩
76
Das Schlagwort einer «Erneuerung (der Kirche) an Haupt und Gliedern» greift eine grundsätzliche Forderung der Reformation auf, die auch auf den Reformkonzilen von Konstanz (1414–1418) und Basel (1431–1449) schon erhoben wurde. ↩
77
Die «Heilige Allianz» war das Bündnis der drei Monarchen Russlands, Preußens und Österreichs, das 1815 nach dem endgültigen Sieg über Napoleon abgeschlossen wurde, um den Frieden in Europa dauerhaft zu sichern. Ihr traten nach und nach die meisten europäischen Staaten bei. Der Leitgedanke der Friedenssicherung wurde jedoch schnell überlagert von einer Interventionspolitik restaurativen Charakters, die nicht mehr nur gegen revolutionäre Ideen, sondern vor allem auch gegen die aus den sogenannten «Befreiungskriegen» gegen Napoleon (1813–1815) erwachsenen freiheitlich-nationalen Bestrebungen gerichtet war. Federführend bei dieser Entwicklung war der österreichische Staatsmann und Außenminister Klemens Wenzel Fürst von Metternich (1773–1859), der schon auf dem Wiener Kongress 1815, der die Neuordnung Europas nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft regelte, die zentrale Rolle gespielt hatte. ↩
78
«So endete eine Liebe 📖» ist der Titel eines 1934 uraufgeführten deutschen Spielfilms mit Paula Wessely (1907–2000), Willi Forst (1903–1980) und Gustaf Gründgens (1899–1963) in den Hauptrollen. Die Filmhandlung dreht sich um die von Metternich eingefädelte Hochzeit der österreichischen Erzherzogin Marie-Louise mit Napoleon. ↩
79
Diese Charakterisierung Barmens durch Th. Breit ist in den eingesehenen Mitschriften nicht festgehalten. ↩
80
«Bekenntnisse einer schönen Seele» ist die Überschrift des sechsten Buchs von J. W. von Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre (1795/96). ↩
81
Eine solche Aussage findet sich in den Mitschriften nicht wörtlich. Laut Protokoll Niesel (Anm. 16), Bl. 5 📖, führte Th. Breit aber aus: «Es wäre eine Fehlkonstruktion, wenn wir unsere Kirche dem Bruderrat unterstellen wollten, gesehen von der Eigenart unserer Kirche her. Die Bek[enntnis]-Synode wird in ihrem Wirkungsgrad gesteigert, wenn etwas im Sinne unseres Vorschlags geschieht. Die Zeit wird kommen, wo die Bek[enntnis]-Bewegung keinen Raum mehr haben wird; dann wird sie ein Kronjuwel sein für die, welche die Leitung der Kirche haben», und H. Hahn schloss daran an: «Wir haben in Dahlem nicht nur ein Recht, sondern auch eine Pflicht übernommen, die Kirche in Deutschland zu leiten. Der Rat ist dazu nicht fähig.» ↩
82
Beide Gründe wurden für die Notwendigkeit einer neuen repräsentativen, nicht nur aus Kreisen der Bekenntnissynode gebildeten Kirchenregierung angeführt: K. Koch betonte in seinem längeren einführenden Votum am 9.11.1934, dass der «Kabinettsvorschlag […] nach Möglichkeit von breiter Front getragen werden» sollte; H. Meiser führte später aus: «Das Anliegen der Barmen-Dahlemer Front fängt an, das Anliegen weiterer Kreise zu werden, die nicht die Absicht haben, sich ohne Weiteres der Bek[enntnis]-S[ynode] zu unterstellen», und mahnte: «Die Kreise, die zu uns wollen, nicht zurückstossen!» W. Pressel sagte in derselben Sitzung: «Heilige Pflicht, nach Wegen zu suchen, die modus vivendi zum Staat herstellen. – Wenn wir 3 Kandidaten haben – alle 3 tragbar – von wem ist anzunehmen, dass ein gutes Verhältnis zum Staat darzustellen [wäre]»; M. Niemöller stellte zudem fest, dem – nicht umgesetzten – Vorschlag eines neuen Kirchenregimentes unter Th. Breit habe man nur «im Hinblick auf Agreement des Staates» zugestimmt (alle Zitate nach der Mitschrift H. Kloppenburgs [Anm. 50], dort Bl. 1, 4, 8 und 2 📖). ↩
83
Vgl. W. Pressel am 9.11.1934: «Wir müssen doch in der Kirche sammeln. Bek[enntnis]-Syn[ode] ist noch nicht Volkskirche. […] Wir wollen nicht kurz treten, aber wollen Frieden»; K. Koch: «uns sind alle willkommen, die Unrecht wieder gutmachen und nur Ev[an]g[e]l[ium] verkünd[en] wollen. Wir können die Kirche doch nicht bauen nur mit denen, die in Bek[enntnis]-Gem[einden] sind» (beide Zitate a.a.O., Bl. 2 und 4 📖). ↩
84
Zu Barths Ablehnung einer «zweiten Offenbarung» oder «Offenbarungsquelle» vgl. grundsätzlich: K. Barth, Das erste Gebot als theologisches Axiom, in: V.u.kl.A. 1930–1933, S. 209–242, dort S. 230–239 📖; speziell auf die Deutschen Christen bezogen: ders., Kirchliche Opposition 1933. Grundsätzliches, in: a.a.O., S. 581–589, dort S. 587f. 📖 ↩
85
In den eingesehenen Mitschriften ist der wiedergegebene Satz Breits nicht zu finden. – Am späten Abend des 20.11.1934 nahm Breit zur Notwendigkeit, auch über Barmen hinaus zu gehen, so Stellung: «Wir sind allerdings der Meinung, dass im Vollzug von Barmen neuer Schritt getan werden muss, der auch uns[eren] Bauern einleuchtet. […] Wir sehen es für nötig an, diesen Schritt zu wagen, der Dahlem und Barmen erst zu grosser Wirkung empor führt» (Mitschrift H. Kloppenburgs [Anm. 16], Bl. 8 📖). ↩
86
In der Sitzung am 20.11.1934 monierte K. Immer dies im Namen der «Reformierten» und deutete in diesem Votum schon die Konsequenz des Austritts aus dem Reichsbruderrat an: «Wir sehen Überschreit[un]g der Zuständigkeit des Bruderrats und appellieren an die Synode. Kann die nicht zusammentreten, müssen wir einstweilen in die Stille gehen» (Mitschrift H. Kloppenburgs [Anm. 16], Bl. 5 📖). Barth fragte ebenfalls: «liegt dies wirkl[ich] in Kompetenz des Bruderrats?», machte aber zugleich klar, dass seine eigene Entscheidung über eine weitere Mitarbeit «von der Entscheid[un]g der Bek[enntnis] Syn[ode] nicht abhängen» würde (a.a.O., Bl. 6 📖). – Auf das Votum von Immer hin hatte K. Koch noch angeboten, «1. die Synode in 14 Tagen einzuberufen[,] 2. zurückzutreten, wenn die Synode das nicht will» (a.a.O., Bl. 5) ↩
87
Schon am 9.11.1934 äußerte H. Meiser sich kritisch gegenüber dem allein vom Bruderrat getragenen Kirchenregiment: «Frage, ob das Notkirchenregiment nicht auf zu schmale Basis gestellt ist. Der Bruderrat ist für Süddeutschland nicht ohne weiteres tragbar, da man dort ein Kirchenregiment will. Der Bruderrat ist verfassungsrechtlich ein Novum im Hinblick auf die Verfassung von 1933» (Verantwortung I, S. 351, Anm. 14 📖; W. Niemöller, Von der Dahlemer Synode [Anm. 2], S. 77 📖); in der Mitschrift H. Kloppenburgs (Anm. 50) 📖 ist nach Meisers Votum ohne Zuschreibung zu einer Person notiert: «Der Dahlemer Rat geht so nicht. Kampftruppe[,] nicht Regier[un]g» (Bl. 5). Am 20.11.1934 wurde konkreter formuliert (alle folgenden Zitate aus der Mitschrift H. Kloppenburgs vom 20.11.1934 [Anm. 16]) 📖: «Ich bin nicht der Ansicht, dass an sich ein Bruderrat geistlicher ist als ein Bischof» (H. von Soden; a.a.O., Bl. 2); von daher, «dass in uns[eren] Landeskirchen ein Subject der Kirchenleit[un]g aufsteht, die vor Gott denselben Anspruch erhebt, wie Dahlem […], haben diese La[ndes]ki[rchen] das Recht, Bruderrat zu bitten, sich mit ihnen zus[ammen]zusetzen zur Bild[un]g eines neuen Kirchenregiments», und: «Kirche baut sich nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch aus Amt», schließlich: «Nachdem die Bischofswürde im Schmutz liegt, bedarf es eines Mannes, der im hellen Licht einer unversehrten Bischofswürde dasteht» (Th. Breit; a.a.O., Bl. 3 und 8). ↩
88
In der «Kundgebung des ‹Vorläufigen Kirchenregimentes der Deutschen Evangelischen Kirche›» vom 23.11.1934 wird zuerst der Bruderrat genannt (Abdruck: Schmidt II, S. 175f. 📖; vgl. dort, S. 175), während in der «Vereinbarung über die Bestellung eines vorläufigen Kirchenregiments der Deutschen Evangelischen Kirche» (s. oben, Anm. 67) die «Leiter der in ihrem Bekenntnisstand und in ihrer Verfassung unberührten Landeskirchen» an erster Stelle vor dem Bruderrat stehen (vgl. Schmidt II, S. 174). ↩
89
Beginn eines Liedes von P. Gerhardt (EG 11; RG 367) 🎵. ↩
90
Vermutlich sind hier zwei in engem Zusammenhang stehende Ereignisse miteinander verwoben: Vom 12. bis 19. November tagte in München der «Lutherische Weltkonvent», das Exekutivkomitee des Lutherischen Weltbunds (vgl. JK 3 [1935], S. 43f. 📖). Während dieser Tage kam es am 18. November zu einem Treffen der Bischöfe Marahrens, Meiser, Wurm und Zänker mit den Professoren Hans Gerber (1889–1981; seit 1929 Professor für öffentliches Recht in Tübingen), Friedrich Karl Schumann (1886–1960; seit 1932 Professor für Systematische Theologie in Halle, 1933 Teilnehmer an der Nationalsynode in Wittenberg) und H. von Soden. Diese beschlossen, einen Kreis, dem neben Schumann auch Th. Breit, Gerber und W. Pressel angehörten, mit der Erstellung eines Entwurfs «über Reinigung und Befriedung der Kirche im Sinne von Marahrens» zu beauftragen. Dieser wurde von H. von Soden am 20. November auf der Sitzung des Reichsbruderrats vorgetragen (vgl. Verantwortung I, S. 358, Anm. 4 📖). Schumann war – die Fragezeichen im Text sollen es wohl andeuten – kein Bischof. ↩
91
Die November-Sitzungen des Reichsbruderrats fanden im Christlichen Hospiz «St. Michael» in Berlin, Wilhelmstr. 34, statt, mitten im Regierungsviertel; schräg gegenüber befanden sich die Zentralen der «Geheimen Staatspolizei» und der SS. – Die Begleiterscheinungen der Sitzungen waren nicht nur Barth negativ in Erinnerung geblieben: Fr. Müller-Dahlem stellte schon in seinem einleitenden Bericht am 9.11.1934 fest: «In dieser Zeit setzt ein starker Zufluß weitester Kreise in Berlin ein. Michael entwickelt sich zu einer Kirchenbörse» (Verantwortung I, S. 349 📖). ↩
92
KBA 9335.209: «Bockhorn»; KBA 11083: «Boxhorn». ↩
93
Jemanden «ins Bockshorn jagen» ist eine Redewendung im Sinne von: verblüffen, in Verlegenheit bringen; vgl. Röhrich I, S. 228–232. 📖 ↩
94
Wohl besser zu lesen wie KBA 11083: «Streich» (vgl. dazu auch die folgende Anm.). ↩
95
Die Betonung der Kontinuität mit der Reichskirchenverfassung findet sich sowohl in den Entschließungen der Bekenntnissynoden von Barmen und Dahlem (vgl. oben, S. 294 und S. 543f.) als auch in den ersten Verlautbarungen des neuen vorläufigen Kirchenregiments (vgl. Schmidt II, S. 174f. 📖). Gemäß dem Brief an Thurneysen vom 23.11.1934 (Anm. 15; Bw.Th. III, S. 761 📖) hatte Barth bei dem «glänzenden Streich der Legalität» die beiden Erlasse Müllers vom 20.11.1934 vor Augen, in denen «die ganze kirchliche Gesetzgebung […] auf den Status von Januar dieses Jahres zurückgeführt» wurde, «um so seine, des Reibi, Legalität neu zu begründen». Gemeint sind die «Verordnung zur Sicherung der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche», die erlassen wurde, «um die verfassungsmäßige Bildung des geistlichen Ministeriums zu ermöglichen», und die «Verordnung über die Aufhebung von Verordnungen im Bereich der evangelischen Kirche der altpreußischen Union»; mit beiden Verordnungen wurde die Politik der Eingliederung der altpreußischen, aber auch der anderen Kirchen in die Reichskirche komplett rückgängig gemacht. Abdruck der Verordnungen: GDEK 2 (1934), Nr. 69, 20.11.1934, S. 219 📖; KJ 60–71 (1933–1944), S. 81 📖; Gauger II, S. 368. 370. 📖 ↩
96
Variation des Sprichworts «Lieber einen Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach», nach dem man sich mit einem kleinen, aber sicheren Fortschritt oder Gewinn lieber zufrieden geben sollte als ihn gegen große, aber unsichere Hoffnungen zu einzutauschen; vgl. Röhrich IV, S. 1496 📖. Das gleiche Bild benutzte auch M. Niemöller in der Sitzung am 28.10.1934: «Es sitzen nicht Tauben auf dem Dach, sondern wir haben nur einen Spatzen in der Hand, den wir nicht fliegen lassen dürfen» (Mitschrift H. Kloppenburgs [Anm. 5], [Bl. 2] 📖). ↩
97
In der «Kundgebung» der Vorläufigen Kirchenleitung vom 23.11.1934 (Anm. 88) dürfte Barth vor allem auch der letzte Satz missfallen haben: «In Gehorsam gegen den Herrn der Kirche, in Liebe zu unserem Volk und in Treue gegen Führer und Obrigkeit legen wir die Hände ans Werk» (Schmidt 📖). ↩
98
Horst Schirmacher (1892–1956), «Adjutant» Ludwig Müllers, 1933 von Kirchenkommissar A. Jäger zu einem der beiden kommissarischen Leiter und dann zum ersten Direktor des Centralausschusses der Inneren Mission ernannt. ↩
99
KBA 9335.209: «‹Treuhändler›»; von den Hrsg. korrigiert. – In einem Rundschreiben hatten Schirmacher und K. Themel (s. folgende Anm.) nach ihrer Einsetzung im Sommer 1933 angekündigt: «Wir werden unseren Auftrag erfüllen als Treuhänder unseres Herrn Jesu Christi» (zit. nach: R. Bookhagen, Die evangelische Kinderpflege und die Innere Mission in der Zeit des Nationalsozialismus. Mobilmachung der Gemeinden, Bd. 1: 1933 bis 1937 [AKZG.B 29], Göttingen 1998, S. 122; vgl. Gauger I, S. 108). ↩
100
Es war nicht das Ergebnis einer Amtshandlung der neuen Vorläufigen Kirchenleitung, dass Schirmacher im Amt des Direktors des Centralausschusses der Inneren Mission verblieb. Die neu gegründete «Arbeitsgemeinschaft der diakonischen und missionarischen Werke und Verbände», der zahlreiche evangelische Verbände und Privatpersonen, u. a. Fr. von Bodelschwingh, angehörten, hatte im Oktober 1934 Verhandlungen mit Karl Themel (1890–1973), seit 1933 Präsident des Centralausschusses, und Schirmacher aufgenommen, um die Innere Mission dem DC-Einfluss zu entziehen, ohne dabei allerdings den Kontakt zu deutschchristlichen Kreisen ganz zu verlieren. Nach dem Rücktritt Themels, dem zunächst Marahrens nachfolgen sollte, der aber nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der VKL nicht mehr in Frage kam, wurde schließlich am 18.12.1934 Constantin Frick (1877–1949; seit 1916 Pfarrer an Liebfrauen in Bremen und Vorsteher des dortigen Diakonissenhauses) zum neuen Präsidenten gewählt. Schirmacher blieb zwar Direktor des Centralausschusses, hatte seinen Einfluss aber weitgehend eingebüßt. Vgl. P. Hammerschmidt, Die Wohlfahrtsverbände im NS-Staat. Die NSV und die konfessionellen Verbände Caritas und Innere Mission im Gefüge der Wohlfahrtspflege des Nationalsozialismus, Wiesbaden 1999, S. 174f. 📖 ↩
101
Eine schriftlich fixierte Aussage dieser Art vom November 1934 ließ sich nicht ermitteln. ↩
102
KBA 9335.209 irrtümlich: «Scharade». –Fanfare und Chamade sind mehrstimmige, militärische Trompetensignale; die Fanfare bestimmt den Zeitpunkt des Angriffs, die Chamade den des Rückzugs. Große Bekanntheit erlangte das von Barth hier benutzte Bild durch die Bemerkung Helmuth Graf von Moltkes gegenüber Bismarck, nachdem dieser die sogenannte Emser Depesche vom 13. Juli 1870 redigiert hatte, was mit zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 führte: «So hat das einen andern Klang, vorher klang es wie Chamade, jetzt wie eine Fanfare als Antwort auf eine Herausforderung» (O. von Bismarck, Erinnerung und Gedanke, unter Mitarbeit von G. Engel hrsg. von R. Buchner [Werke in Auswahl, Bd. 8, Teil A], Darmstadt 1975, S. 359 📖; vgl. auch Büchmann, S. 460 📖). ↩
103
Dieses nicht existierende Wort taucht in allen sicher zeitgenössischen Abschriften auf. – Im wohl im Nachhinein verbesserten Tskr. KBA 11084 steht – vermutlich zutreffend – an dieser Stelle: «Prophetie». ↩
104
Im Tskr. KBA 11084 folgt: «…, die dieser Sache zugestimmt haben, …». ↩
105
Bodelschwingh spielte in den Berliner Beratungen als Berater K. Kochs eine wichtige Rolle. Zuletzt begründete Koch sein Eintreten für Marahrens so: «Der Name Marahrens führt uns die Kreise zu, welche sich nicht dem Bruderrat unterstellen, aber doch zu uns gehören. Das ist das Urteil Bodelschwinghs» (Verantwortung I, S. 358 📖). Zu Barths Kritik an Bodelschwinghs Haltung in den kirchenpolitischen Auseinandersetzungen vgl. auch oben, S. 235-238. ↩
106
In den Worten «für die Bekenntniskirche Marahrens» spiegelt sich, wenn der Satz Barths Ausführungen denn richtig wiedergeben sollte, die vorstehend ausgeführte kritische Solidarität mit dem neuen vorläufigen Kirchenregiment, die – mit ausdrücklichem Bezug auf die Synoden von Barmen und Dahlem – auch im Beschluss der Hauptversammlung des Reformierten Bundes zu erkennen ist. Vgl. oben, S. 571-578, bes. S. 574. ↩
107
In der Geschichte der Herrnhuter Brüdergemeine bezeichnet die Forschung mit «Sichtungszeit» die im Nachhinein als Krise empfundenen 1740er Jahre, in der die Brüdergemeine in überschwänglicher Form die Wunden Jesu feierte. Vgl. H.-Chr. Hahn / H. Reichel (Hrsg.), Zinzendorf und die Herrnhuter Brüder. Quellen zur Geschichte der Brüder-Unität von 1722 bis 1760, Hamburg 1977, S. 162–176 📖; zur neueren Diskussion um Abgrenzung und Interpretation der «Sichtungszeit» vgl. Cr. D. Atwood, Interpreting and Misinterpreting the Sichtungszeit, in: Neue Aspekte der Zinzendorf-Forschung, hrsg. von M. Brecht / P. Peucker (AGP 47), Göttingen 2006, S. 174–187. 📖 ↩
108
Im Tskr. KBA 11083 wohl richtiger: «auszuteilen». ↩
109
Barth schreibt: «Mahrarens»; von den Hrsg. hier und sonst korrigiert. ↩
110
Vgl. oben, Anm. 67. ↩
111
Vgl. oben, Anm. 86. ↩
112
Gemeint sein dürfte die «Kundgebung» der Vorläufigen Kirchenleitung vom 23.11.1934 (s. oben, Anm. 88) ↩
113
Vgl. oben, Anm. 47. ↩
114
Vgl. oben, S. 579. ↩
115
Vgl. oben, S. 591. ↩
116
Die Namen sind im Orig. ohne Klammern am Rand notiert. ↩
117
Vgl. oben, Anm. 65. ↩
118
Vgl. oben, Anm. 72. ↩
119
Zusatz am Rand, bei dem nicht klar ersichtlich ist, wohin er im Text gehört. ↩
120
Vgl. oben, Anm. 102. ↩
121
Siehe oben, Anm. 112. ↩
122
Vgl. oben, Anm. 98–100. – Barth schreibt: «Schirrmacher»; von den Hrsg. korrigiert. ↩
123
Vgl. oben, Anm. 107. ↩