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Adelboden, 8. August 1930 Lieber Karl, liebe Lollo,
ich erfahre eben durch einen Brief von Gerty1, daß wieder sehr schwere Tage angebrochen sind und Ihr mehr als je in Not steht.2 Ich bin gerade ganz allein zu Hause, dachte daran, daß Ihr vielleicht morgen eintreffen würdet, da kommt Gertys Post, und nun steigt alles, alles vor mir auf und geht mir durch die Gedanken, was über euch liegt und woran auch ich von Anfang an mittrug. Möchte der Weg gezeigt werden, der weiterführt und der am Äußersten vorbeiträgt. Ich weiß ja nicht im Einzelnen, was ausgebrochen ist, aber ich kann mir alles denken. Könnte man doch raten! Wir werden ja nun vor allem für Nelly dasein müssen. Aber ich hoffe doch so sehr, dich, Karl, doch noch hier oben zu sehen. Oder soll ich einmal herunterkommen?
abends. Nelly und die Kinder sind eingetroffen. Wir waren drüben und haben einander gesehen. Das Chalet ist wirklich ausgezeichnet, geräumig und schön gelegen. Nelly schien erfreut darüber. Sie sagte nicht viel, deutete nur an, daß schwere Tage hinter ihr lägen. Wir sehen uns morgen wieder. Die Kinder sind vergnügt und haben uns noch bis zu unserem nicht sehr nahen Häuslein begleitet.
Laßt von Euch hören, wenn’s möglich ist. Von Mittwoch bis Freitag nächste Woche bin ich weg. Am Samstag kommen wir wieder heim. Sehen wir uns vielleicht doch in acht Tagen?
In treuem Gedenken
Grüße an Ruedi und Gerty!
33 Esther3 wird nun nicht mit nach Mannried4 gehen, sondern mit Sturzeneggers aus St. Gallen5 bis Zürich fahren, Ende nächster Woche.