11. August 1930

Nelly Barth an Anna Barth

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Liebe Mama,

[…] Das Haus ist so hell und so neu wie das Schmokli1. Es fehlt noch dies und das, aber vor2 Karl kommt, wird es ergänzt und heimelig3 sein. Mit Thurneysen waren wir gestern nachmittag und heute zusammen. Mittwoch bis Samstag verreisen sie.

Die Kinder werden viel an dem schönen Bach spielen, der nahe tost. Sie sind schon sonnverbrannt.

Immer denke ich an Karl, der uns diesen schönen Aufenthalt schenkt und den ich so schwer, schwer vermisse. Ich kann nur bitten und hoffen, immerzu. Wir haben keine Nachricht von ihm. Thurneysen nimmt treuen Anteil. Das hat mir gestern und heute etwas geholfen. […]

Deine
Nelly

Sachfußnoten

1
In den Sommerwochen der Jahre 1927 bis 1933 mietete die Familie von Barths SchwesterGertrud («Trudi») Lindt das Chalet Schmockli auf dem Beatenberg (Kanton Bern) als Ferienaufenthaltsort und stellte es auch Verwandten zur Verfügung (briefliche Auskunft von Th. Lindt vom 14.5.1998).↩
2
= bevor (ins Hochdeutsche übertragene Wendung des Schweizerdeutschen).↩
3
= anheimelnd.↩