27. Juni 1931

Eduard Thurneysen an Karl Barth

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Lieber Karl,

Ehe ich mich an die Arbeit mache, die nun also drohend vor mir aufstehende «Festpredigt»1 für die Knöpflischützen2 zu erstellen, soll noch ein Wort nach Bonn gehen. Gedenke meiner am kommenden Donnerstag nachmittag! Stell dir den Minschterplatz vor bedeckt mit frommen Festpilgern, ein großes, schwarzes Volk, durchsetzt mit Schwesternhauben aller Sorten und Formen, darunter ganze Kolonnen deutscher Bibelkreismädchen in blauen Röcklein, hundert Studenten aus Tübingen, vielhundert Prälaten, Dekane, Land- und Stadtpfarrer, das Minschter selber noch ganz anders voll als am Bettag3, und nun also der wackere Heiner Gelzer4 und ich, unterstützt vom Chor der Mis|149sionszöglinge und unter den Augen des ganzen Komitees5 diejenigen, welche das Wort zu nehmen haben. Eine seltsame und wirklich nicht ganz eindeutige Situation! Nach Paul Schütz6 übrigens nur zu eindeutig und unmöglich! Voyons! Ich beneide dich gewiß nicht oft um deine Aufträge, aber wahrscheinlich bist du nun doch vor dieser Möglichkeit bewahrt. Wir sind nicht mehr im Exil, längst, längst nicht mehr. Wir sind arriviert. Möchte es gelingen, die Stellung einigermaßen auch da zu halten, und das wird doch wohl heißen, daß in dieser Lage nun wirklich nicht einfach eine Antisäkularismuspredigt gehalten, sondern das Geschütz an irgendeiner entscheidenden Stelle auch mitten ins anwesende Volk selber hineingefeuert wird. Mir ist manchmal nicht so ganz wohl auch bei der ja sonst sehr erfreulich steilen Haltung unseres Freundes Hartenstein7. Er redet mir ein wenig zu viel vom bald hereinbrechenden lieben jüngsten Tag8 und der besonderen Missionszeit, die das heute bedinge. Dazu stellt er merkwürdige Typen tübingerscher Theologie als seine ersten Lehrer und Helfer an und bereitet irgendwie eine neue Orthodoxie einer aufs reine Wort gegründeten Missionstheologie vor. Schon gut, aber ob nicht auch da eines Tages die Bäume wieder in den Himmel wachsen wollen?

Wie geht es bei Euch? Heute erhielt ich den guten Besuch des Pfarrers von Ferenbalm9, der eben von Euch her kam, sehr erfüllt von dem, |150 was er eben noch in Bonn zu sich genommen hatte. Meine Reise von Euch weg nach Gießen nahm einen erfreulichen Verlauf. Ich fuhr gemächlich durchs Siegerland, vorbei an kirchengeschichtlich bedeutsamen Geländen. Und in Gießen kam es wieder einmal zu einem großen Türk10. Der Saal anderntags war voll und übervoll. Marburg war mit gut hundert Studenten und seinen besten Lehrern vertreten. Die Diskussion kam sofort in rasanten Lauf, indem Schumann11 und Bultmann12, der alte Holtzmann13 und von Soden14 und Dell15 und Krüger16 u. a. das Wort nahmen. Ich war also wirklich unter die großen Kanonen geraten und hielt mich nach Kräften an deinen Rat: um keinen Preis etwas zuzugeben! Mit Bultmann hatte ich nachher noch ein langes Privatgespräch, in dessen Verlauf mir vorkam, er sei seiner Sache auch nicht so unbedingt sicher, wie es nach außen scheint. Er kam mir für sich selber fragender und offener vor, als ich es eigentlich gedacht hatte. |151 Am Abend saß ich noch mit Bertram17 bei Cordier18 zusammen, und da wurde gesagt, ihr Bornkamm19 werde nach Leipzig gehen, und nun komme die Reihe an den letzten noch unversorgten Hollschüler Blanke20 in Zürich. Worauf ich plötzlich den Antrieb bekam, unseren Ernst Staehelin zu nennen, dem ein Herauskommen aus dem Basler Ecken ja wirklich sehr zu gönnen wäre. Ich weiß natürlich nicht, ob irgendwie eine Möglichkeit besteht. Und ob es Ernst gelingen würde, da draußen in den Sattel zu kommen mit seiner Reichsgottestheologie21. Immerhin wenn ihn etwas herausholen könnte, so wäre es der Anspruch, der da draußen ganz anders an ihn gestellt würde, als es in Basel der Fall ist.

Unter den Leuten, die ich in Gießen traf, war übrigens auch dein Schüler Fricke aus Frankfurt, der mir ausgezeichnet gefiel, ich habe ihm zugesagt, anfangs Winter einmal in Frankfurt zu reden vor seinen Studenten.22 Ich tat es nicht wegen des Vortrages, sondern weil ich seine Arbeit gern einmal ansehen möchte. Und endlich begrüßte mich mit einem tiefen Knicks eine unterdessen zur Theologin herangereifte Tochter23 unseres Freundes Otto Herpel24. Nach dem, was sie erzählte, muß |152 es freilich Frau Herpel25 eher schwer gehen. Sie verdient ihren Unterhalt zum Teil damit, daß sie Fremde in Heidelberg herumführt. Das Mädchen selber aber schien gesund und munter.

Hier hält uns weiter und weiter Heiners Anliegen in Atem. Ich habe heute einen feierlichen Schritt beim einen der Regierungsräte26 unternommen und werde nächste Woche einen weiteren unternehmen. Es steht nun einfach so, daß Grisebach berufen werden soll27. Einsichtige Gegner Heiners wie Von der Mühll28 sagen zwar, sie kehren die Hand nicht um, verkappte Pfaffen seien beide. Aber die an der Spitze lassen sich offensichtlich durch Grisebachs Renommé täuschen und heben ihn also auf den Schild. Die Sache liegt nun noch beim Regierungsrat. Daher meine Demarchen. Ich setze freilich keinerlei Hoffnungen mehr darauf. Denn wenn die Kuratel und der Erziehungsrat29 den Grisebach beantragen, wird der Regierungsrat bestätigen. Es besteht nur noch die allerdings nicht ausgeschlossene Möglichkeit, daß Grisebach vorher nach Zürich oder zu Euch gerufen wird.30 Und dann, allerdings dann |153 würde ich es doch nicht für ausgeschlossen halten, daß schließlich Heiner doch noch ankommt. Denn der andere Name, Schmalenbach, scheidet aus, weil er Georgemann31 sein soll, und davon wollen die Basler nichts wissen. Ist eigentlich in Bonn Grisebach ernsthaft im Felde?32 Heiner selber ist seines Weges gewiß und ruhig. Ich besuche in diesem Sommer wieder sein Seminar33 und sehe da, wie umsichtig er gerade auf dem historischen Felde ackert. Wir behandeln moderne Geschichtsphilosophen von Hegel bis Heidegger. Querbein und ich sitzen friedlich nebeneinander und greifen hin und wieder mit irgendetwas wie wir meinen Wohlerwogenem in das Gefecht ein. Querbein, den Heiner übrigens sehr viel vornehmer «Fremdling» getauft hat, hat also sein Buch34 herausgebracht. Hast du es schon gesehen? Ich lese eben drin. Es ist wie [in] alle[n] seine[n] Sachen sehr viel Wissen drin, es ist auch umsichtig konzipiert und gibt viele Lichter. Aber es kommt mir wieder so ein wenig gehackt und kurzatmig geschrieben vor. Man rast an den Dingen vorüber, und sie gehen nicht recht in einen ein. Er ist kein Darsteller, sondern schießt immer schon zu rasch mit seinem Ergebnis hervor. Ich hoffe aber sehr für ihn, es verschaffe ihm eine Position, damit dieser Pilger aus der Ferne endlich seiner Heimat zuziehen, das heißt in irgendeine ihm erwünschte Stelle einrücken kann. Was hältst du davon?

Dieser Tage las ich in der Schrift «Est» eines Berliner Jünglings35, du wirst sie selbstverständlich in Händen haben, denn es geht da in breiter Front und im Namen Luthiers (und Hegels!) gegen dich. Wie hast du doch einmal gesagt: es wachsen ihnen allen alsgemach36 die Nägel und Klauen wieder nach? Der Schweizer Sauerteig soll endlich wieder ausge|154fegt werden! Es ist wirklich nichts dringender zu wünschen als die baldige Wiederherausgabe deiner Dogmatik 📖 und, ach, auch deines Anselm 📖!

Und nun Schluß! Ich danke für die Zustellung der Dogmatik. Die ersten Teile habe ich heute auch Heiner zu lesen gegeben. Er arbeitet nämlich an einem großen Vortragsschlag über das Existenzproblem in der Theologie und der Philosophie, der am 10. Juli in Zürich fallen soll.37 Er begleitet wirklich die theologische Debatte mit großer Aufmerksamkeit. Diesmal soll es um Heidegger gehen und die Heideggertheologie. Es schien mir recht, daß er deine neuesten Formulierungen gerade Bultmann gegenüber38 kenne. Er wird sicher keinen indiskreten Gebrauch davon machen. Sei mit Nelly und Lollo herzlich, herzlich gegrüßt. Unser Buschi39 liegt Tag für Tag an der Sonne und im Schatten im Garten an der Rittergasse und atmet die Baslerluft also an klassischer Stätte ein. Es gedeiht dabei sichtlich. Der Sommer kommt. Und irgendeinmal werden wir uns da auch wieder sehen. Ich bin den ganzen Juli aus40 noch in Basel.

Eduard

Sachfußnoten

1
Thurneysen hielt am 2.7.1931, dem letzten Tag des Jahresfestes der Basler Mission, bei der Einsegnungsfeier für den neuen Chinamissionar im Münster die Festpredigt über Psalm 2; ein Abdruck findet sich in: «Die Rechte des Herrn behält den Sieg.» Einsegnung der jungen Missionare Donnerstag, den 2. Juli 1931, nachmittags 3 Uhr im Münster, in: Unter der Treue Gottes. Vom 116. Jahresfest der Basler Mission 28. Juni bis 2. Juli 1931, Basel/Stuttgart, S. 89–98. 📖 Ein Bericht über die Predigt erschien in den Basler Nachrichten: -it-, Basler Missionsfestwoche, in: BN, Jg. 87 (1931), Nr. 180 vom 4./5.7.1931. 📖 ↩
2
= Besucher des Missionsfestes. Wegen zweier unterschiedlicher Bedeutungen des baseldeutschen Wort Knöpfli bzw. Gnepfli wird der Ursprung dieser Bezeichnung unterschiedlich erklärt: Steht es für die für Württemberg typischen «Knöpfle» (baseldeutsch: Knöpfli), eine Art Teigwaren, dann spielt der Spitzname auf die Herkunft der sich zum Missionsfest regelmäßig in Scharen einstellenden Schwaben an (vgl. R. Suter, Baseldeutsch-Wörterbuch [Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgemeinverständlicher Darstellung 9], Basel 19922, S. 96 📖). Geht man dagegen von einer aus der Studentensprache stammenden Bedeutung des Wortes aus, ergibt sich eine andere Deutung, die auch das zweite Wortelement erklärt: «Bei den Schützenfesten gilt es, nach der Scheibe zu schießen. Sie ist das Ziel, das erstrebt wird. Bei dem Missionsfeste sind das Ziel die Geldbeiträge der Anwesenden, nach denen man mit der Sammelbüchse zielt. Daher heißt der Student das Missionsfest Knepflischieße und die Teilnehmer Knepflischitz (‹Knopf› = Franken)» (vgl. J. Meier, Vorwort, in: Basler Studentensprache [Jubiläumsgabe für die Universität Basel, dargebracht vom Deutschen Seminar Basel], Basel 1910, S. III — XXVIII 📖; Zitat dort S. XXIV).↩
3
Siehe oben S. 42, Anm. 14.↩
4
H. Gelzer hielt im Festgottesdienst die Einsegnungsrede nach Dtn. 33,1. 33, abgedruckt in: Unter der Treue Gottes …, a.a.O., S. 98–101 📖; vgl. W. Oehler, Die Basler Festwoche vom 28. Juni bis 3. [sic] Juli 1931, in: EMM NF, Jg. 75 (1931), S. 243–249, dort S. 245f. 📖 — Heinrich Gelzer (1888–1963), 1921–1955 Dozent, zuletzt auch Rektor am Missionsseminar der Basler Mission (bis zu dessen Aufhebung), seit 1922 Hausvater, seit 1931 Rektor des Missionshauses, zeitweise Feldinspektor sowie Mitglied des Komitees der Basler Mission; vgl. Bw.Th. II 📖 (Namenregister).↩
5
Der Chor wurde gebildet von den Kindern der Missionare, die im Missions-Kinderhaus lebten und die Missions-Schule der Basler Mission besuchten. Dem die Basler Mission leitenden Komitee gehörten Präsident, Vizepräsident, Direktor Hartenstein, je ein Inspektor für Afrika, Süd-Borneo, Deutschland und für die Schweiz und Elsaß-Lothringen an, außerdem 11 weitere Mitglieder.↩
6
Vgl. oben S. 141, Anm. 3.↩
7
Über Hartensteins Haltung und deren Beurteilung durch Barth und Thurneysen vgl. etwa Bw.Th. II, S. 452.474.557.568. 📖 Vgl. auch K. Hartenstein, Die Mission als theologisches Problem. Beiträge zum grundsätzlichen Verständnis der Mission (Furche-Studien 7), Berlin 1933 📖; ferner: ders., Was hat die Theologie K. Barths der Mission zu sagen?, München 1928. 📖 ↩
8
Den Ausdruck gebrauchte M. Luther in einem Brief vom 16.7.1540 an seine Frau: «Es ist alhie solche hitze und durre, das unseglich und untreglich [ist Tag] und nacht. kom, [lieber jungster] Tag, Amen» (WA.Br. 9, 175,16f. 📖; eckige Klammern dort).↩
9
Hans Gürtler (1897–1984), 1922–1933 Pfarrer in Ferenbalm, später in Schwarzenburg (beide im Kanton Bern). Gürtler war im März erstmals mit Barth in Kontakt getreten, den er, ermutigt durch Peter Barth, um Empfehlungsschreiben für einen bevorstehenden viermonatigen Studienaufenthalt in Edinburgh bat (Brief vom 3.3.1931). Barth schickte ihm vier Empfehlungsbriefe sowie die Adresse eines in Edinburgh studierenden Licentiaten zu (Brief an Gürtler vom 4.3.1931).↩
10
Siehe oben S. 45, Anm. 11.↩
11
Friedrich Karl Schumann (1886–1960), seit 1929 o. Professor für Systematische Theologie in Gießen, 1932–1948 in Halle, 20.7.–27.9.1933 Mitglied der Einstweiligen Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche, 1948 Leiter der evangelischen Forschungsakademie Hemer, 1951–1955 Honorarprofessor in Münster.↩
12
Rudolf Bultmann (1884–1976), 1921–1951 Professor für Neues Testament in Marburg, war 1920 Professor in Gießen gewesen. Vgl. Bw.Th. II 📖 (Namenregister) und Bw.B. 1.2. 📖 ↩
13
Oskar Holtzmann (1859–1934), 1890–1916 a.o. Professor für Neues Testament in Gießen.↩
14
Hans Freiherr von Soden (1881–1945), 1924–1945 Professor für Kirchengeschichte und Neues Testament in Marburg, Begründer und Leiter der Bekennenden Kirche in Kurhessen.↩
15
August Dell (1890–1979), seit 1925 Pfarrer und Professor am theologischen Seminar Herborn, 1922–1945 zugleich Lehrbeauftragter für Geschichte der Protestantischen Theologie in Gießen, wo er 1932–1953 auch Professor für Systematische Theologie war.↩
16
Gustav Krüger (1862–1940), 1889 a.o., 1891–1927 (mit einer kurzen Unterbrechung 1891) o. Professor für Kirchengeschichte in Gießen, führend im Kreis der «Freunde der Christlichen Welt»; oder: Gerhard Krüger (1902–1972), Schüler Bultmanns, 1929–1938 Privatdozent für Philosophie in Marburg, ab 1940 Professor in Münster, dann in Tübingen, Frankfurt und Heidelberg.↩
17
Georg Bertram (1896–1979), 1925–1946 o. Professor für Neues Testament in Gießen.↩
18
Leopold Cordier (1887–1939), 1926–1939 Professor für Praktische Theologie in Gießen.↩
19
Heinrich Bornkamm (1901–1977), 1927–1935 o. Professor für Kirchengeschichte in Gießen, dann in Leipzig, 1948–1966 in Heidelberg.↩
20
Fritz Blanke (1900–1967), nach einer Privatdozentur für Kirchengeschichte in Königsberg 1919–1967 o. Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte in Zürich.↩
21
Seinen eigenen Ansatz zu seinem Lebensthema «Reich Gottes», auf das er durch seinen Schwiegervater H. Kutter gekommen war, stellte E. Staehelin erst dar in: Sechsundfünfzig Thesen über das Reich Gottes, Basel 1965. 📖 Sein Hauptwerk ist die von der Apostelzeit bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts reichende Quellensammlung Die Verkündigung des Reiches Gottes in der Kirche Jesu Christi, 7 Bde., Basel 1951-1964 📖. Vgl. ferner: ders., Gespräch über das Reich Gottes zwischen Prof. Dr. Ernst Staehelin und Frl. Dr. Helene Werthemann gesendet über das Studio Basel durch den Sender Beromünster am 14. November 1965, Typoskript (12 S.) (Universitätsbibliothek Basel). ↩
22
Der nicht erhaltene Vortrag fand in der Woche vom 22. bis 28.11.1931 statt; vgl. unten S. 183 mit Anm. 1.↩
23
Die ältere der beiden Töchter von O. und M. Herpel war 1931 erst 15 Jahre alt, wurde also von Thurneysen wohl irrtümlich für eine Theologiestudentin gehalten.↩
24
Otto Herpel (1886–1925), 1914–1922 Pfarrer in Lißberg (Oberhessen), dann bis zu seinem Tod Studienrat an der Höheren Mädchenschule in Offenbach, hatte Barth 1919 zur Tambacher Konferenz eingeladen; vgl. Bw.Th. I 📖 und II (Namenregister). 📖↩
25
Martha Herpel (1890–1979), Witwe von O. Herpel.↩
26
D. h. bei einem Mitglied der Basler Kantonsregierung. Der dem Erziehungsdepartement vorstehende Regierungsrat Fritz Hauser war Mitglied der Kuratel und von Amtes wegen Präsident des Erziehungsrates (s. unten Anm. 29); vgl. oben S. 60, Anm. 18.↩
27
Siehe oben S. 135, Anm. 15. Das Erziehungsdepartement wurde am 4.7.1931 mit der Aufnahme von Berufungsverhandlungen mit Grisebach beauftragt (Brief vom 8.7.1931 an die Philosophische Fakultät, in: Dossier Universitätsarchiv XI 3,3, Staatsarchiv Basel-Stadt).↩
28
Peter Von der Mühll (1885–1970), 1917–1952 Professor für Griechische Sprache und Literatur in Basel.↩
29
Seit 1929 übte das Erziehungsdepartement seine Leitungsfunktion u. a. über die Universität durch den aus neun Mitgliedern bestehenden Erziehungsrat aus. Bei einer Lehrstuhlbesetzung leitete er den Personalvorschlag der Kuratel, die wiederum zuvor die betroffene Fakultät gehört haben mußte, an den Regierungsrat weiter, der über die Ernennung entschied; vgl. Universitäts-Gesetz vom 30.1.1866, §§ 2 und 13 (in: Sammlung der Gesetze und Beschlüsse …, a.a.O. [S. 60, Anm. 18], S. 276.280 📖); M. Schnyder, Die Universität Basel als öffentlichrechtliche Anstalt (Basler Studien zur Rechtswissenschaft, Reihe B: Öffentliches Recht, Bd. 17), Basel 1985, S. 132f. 📖↩
30
Grisebach teilte Hauser am 16.7.1931 mit: «Habe heutige Wahl in Zürich aus Gründen der Fassung des Lehrauftrags angenommen» (Telegramm, zitiert nach Brief Hausers an Thalmann vom 22.7.1931; beide Dokumente in: Dossier Universitätsarchiv XI 3,3, Staatsarchiv Basel-Stadt).↩
31
Anhänger von Stefan George (1868–1933).↩
32
In den Verhandlungen über die Besetzung eines Lehrstuhls für Philosophie in Bonn zum WS 1931/32 hatte sich Prof. Erich Rothacker für die Ernennung Grisebachs eingesetzt (umfangreiches Konvolut von Briefen, besonders aus dem Jahr 1929, im Nachlaß E. Rothacker, Universitäts- und Landesbibliothek Bonn; briefliche Auskunft von Bibliotheks-Amtmann Chr. Weidlich vom 25.5.1998).↩
33
Siehe oben S. 135, Anm. 13.↩
34
A. de Quervain, Die theologischen Voraussetzungen der Politik. Grundlinien einer politischen Theologie, Berlin 1931. 📖 ↩
35
Fr. Hildebrandt, Est. Das lutherische Prinzip (Studien zur systematischen Theologie 7), Göttingen 1931. 📖 ↩
36
= allmählich.↩
37
H. Barth, Philosophie, Theologie und Existenzproblem (Vortrag gehalten in Zürich am 10. Juli 1931), in: ZZ, Jg. 10 (1932), S. 99–124. 📖 ↩
38
Vgl. KD I/1, S. 36.38. 📖 ↩
39
= Baby.↩
40
= hindurch.↩