587
23. Januar 1934
nun ist Karl heute Nacht mitten aus seiner Vorlesungsvorbereitung nach Berlin gerufen worden. Heute Morgen trifft er dort ein. Die Reformierten wollen bei den jetzt so entscheidend wichtigen Vorverhandlungen durch ihn dort vertreten sein, und er muß als ungebetener Gast die Konferenz der Kirchenfürsten besuchen. Immerhin kommt er diesmal als autorisierter Vertreter des Reformierten Bundes1 und hat durch |588 diese Rückendeckung freiere Handlungsmöglichkeiten als das letzte Mal. Sehr schwer ist die Frage, auf welchen konkreten Weg man nun eigentlich hinarbeiten soll, denn nur mit der negativen Parole: Weg mit den D. C.! ist es natürlich nicht getan. Wir haben uns das heute Nacht um 2 Uhr am dunklen Bahnhof noch überlegt, und K. hat sich drei Punkte notiert, die seine Linie dort im Großen bezeichnen: Weg mit dem Reichsbischof und den Bischöfen. Einsetzung eines Interims-Komitees. Neuwahlen unter völliger Freiheit vom Staat. — So daß für die Kirche der Rechtsstand vor dem 24. Juni2 wieder hergestellt wäre. — Als reformierte Gefährten hat K. in B. nur den Juristen Koopmann3 und den Sydower Schulz4.