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Adelboden, Chalet Klossner im Boden, 19. August 1934
Du mußt dir wirklich keinen Augenblick Gedanken machen wegen deines Anrufes «in eigener Sache». Nein, es ist wirklich nicht nur eure, es ist ganz gewiß und fügungsgemäß auch ein Stück weit meine Sache. Und ich kann dir nur sagen, daß alles Vertrauen und ins Vertrauenziehen, das ihr mir gerade da zukommen laßt, mir auch wieder eine Hilfe ist, die ich nicht entbehren kann in «dieser Sache». Ich habe deinen Brief sorgfältig überlegt und bin dann gleich gestern am späten Nachmittag zu Nelly hinübergewandert. Markus war am Morgen mit Hans|689joggeli schnell bei uns, und so konnte ich mich anmelden. Ich traf Nelly gerade allein unter dem Baum oben am Haus im Grünen liegend und konnte mich zu ihr setzen. Sie war durch dich irgendwie avisiert, daß ich von der Sache wisse. Ich habe ihr dann lange zugehört und bin froh darüber, auch sie wieder einmal vernommen zu haben. Und dann habe ich versucht, ein bißchen von den inneren Voraussetzungen des ganzen schweren Weges auszugehen und daß alles daran liege, daß die klar seien und «in Ordnung». Und dann könne man dies oder jenes tun, und es werde recht sein. Nelly ließ wirklich gut mit sich reden. Und ich glaube, sie hat daraufhin den Plan mit Bern ganz fallen gelassen. Sie möchte im letzten Grunde lieber mit Euch zusammen bleiben, wenn es nur irgendwie für sie geht. Es war wirklich, wie du vermutetest, ein Verzweiflungsplan. Ich ging dann nach dem Nachtessen heim, und Nelly ging mit allen Kindern und Lili Simon noch in der Nacht zum Sonnenaufgang auf den Bonderspitz. Und heute kam sie dann zum Mittagessen zu uns herüber. Hansjoggeli hatte schon bei uns übernachtet, alle anderen Barthkinder sind vom Bonderspitz aus noch weitergewandert. Und was ich sah, war Nelly heute wirklich ruhig. Sie sagte es mir auch beim Heimgehen. Ich glaube also, daß im Augenblick alles soweit recht steht. Aber laß mich’s nur wieder wissen, wenn ich ein wenig etwas tun kann, so tu ich’s, wenn an einem Orte, so Euch wahrhaftig gern.
Im übrigen sehen wir uns ja jetzt dann bald. Und darüber bin ich natürlich auch «dieser Sache» wegen froh. Wir hier planen, morgen für drei bis vier Tage noch in die Berge zu gehen. Bisher hat das Wetter stets alles zerschlagen. Nun versuchen wir unser Glück und fahren morgen ins Lötschental und möchten von dort, wenn’s geht (was wesentlich von mir abhängen wird), über Lötschenlücke und Jungfraujoch ins Lauterbrunnental mit den größeren Kindern. Sehen wir zu! Am nächsten Samstag käme ich dann also aufs Bergli.
Deutschland! Wie mag alles weitergehen! Auch darüber wird auf dem Bergli dann die Pfeife nicht ausgehen. Heute habe ich das Protokoll von La Châtaigneraie gelesen. Es war eine ganz seltene Sache für mich. Ich bin froh darüber geworden wie seit langem über nichts anderes. Könnte man nicht einmal einfach dieses ganze Protokoll tel quel drucken lassen? Das würde Zahllosen etwas geben, was sie aus abgerundeteren Darbietungen nicht entnehmen. Ich möchte ganz dringend dafür
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plädieren! Theologische Existenz!1 Warum sollte das nicht gehen? Überlegt es euch doch im Ernste! Habt Ihr meine Unterrichtssätze erhalten?2 Ob sie wohl zu Bedenken Anlaß geben?
Wir haben es hier wirklich gut dies Jahr. Das Zusammensein mit Lili Simon verläuft auch in den Ferien für groß und klein aufs erfreulichste. Alle grüßen dich und Karl und das ganze Bergli.