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Nun möchte ich dir doch rasch noch sagen, wie sehr mich dein eben eingetroffener Brief freute und wie dankbar ich dir dafür bin. Inzwischen hast du auch den meinen erhalten, der hoffentlich kein Unglück angerichtet hat. Gelt, du hast ihn recht verstanden und hältst mir den gewissen Affekt an manchen Stellen zugute? Wüßte ich nicht, wie du zu uns gehörst, ich würde ihn ja nicht geschrieben haben.
Und dies noch: du mußt nicht besorgt sein, daß ich mich je gegen eine äußere Lösung stemme, die Karls weiteren Weg bestimmt. Heute Morgen kam die Anfrage von Prof. Vischer2, um die du wohl weißt. Wir haben sie noch zu zweit bei uns behalten, konnten aber ganz ruhig davon sprechen, und ich glaubte fast zu sehen, daß K. und N. Basel lieber wählen würden als Genf3. Wie sollte er nicht gerne mit dir arbeiten |782 wollen, und wie sollte mich das nicht auch von Herzen freuen? — Aber noch ist es nicht so weit, und der Einsatz, der anscheinend — noch liegt kein Resultat vor — kirchlicherseits für K. geleistet wird, verpflichtet ihn natürlich auch hier.4 Ich glaube nicht, daß man ihn ziehen läßt ohne ernsthafte Versuche einer Umleitung hier, eventuell an eine theologische Schule oder ähnliches. Wir leben augenblicklich so sehr von Tag zu Tag, daß noch fast kein Raum ist, an ein «Nachher» zu denken. Aber wir leben im Grunde getrost und eigentlich fröhlich. Auch Nelly hatte nach der ersten sich regelmäßig nach einer Getrenntheit einstellenden Schwankung — es tut eben immer noch und immer wieder weh nach allen Seiten, wenn das zu dreien sich jeweils wieder neu konkretisiert nach einer Atempause — ruhige Tage. Morgen Abend kommt Karls Mutter.5 — —
Über Max Lackmann denken wir wie du. Vor mir liegt ein Manu|783skript von ihm zu einem weiteren Heft. Das geht nicht, und ich suche nach Worten, es ihm in Karls Namen gelinde und doch bestimmt zu entreißen. Es enthält wieder einsichtige Gedanken, ist aber im ganzen Tenor nach meinem Gefühl schwer erträglich, ganz abgesehen davon, daß K. zu einer weiteren Publikation von ihm jetzt nicht die Hand bietet.6 — Ich glaube übrigens sehr zu spüren, daß er doch bei dir jetzt auch gelernt hat. Gewisse Bemühungen lassen darauf schließen.
Gleich beginnt der erste Bibelabend7. Sie werden in Scharen kommen, die Guten. — Leb wohl, lieber Eduard. Hab noch einmal Dank und sei ganz herzlich gegrüßt