8. April 1935

Karl Barth an Eduard Thurneysen

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Lieber Eduard!

Mich fragt eben einer, wie es auch mit unserem neuen Predigtband stehe, und dabei fällt mir selber erst wieder ein, daß ja ein solcher ge|848plant und irgendwie schon im Werke war.1 Weißt du, in welchem Stadium sich diese Sache befindet? Ferner: Hast du die Drucksache, die ich dir in der vorletzten Woche von Utrecht aus zugehen ließ, erhalten? Der Zustand «zwischen den Zeiten», in dem ich mich jetzt befinde, ist wirklich nicht lustig. Da ich noch da bin, wollen die Leute natürlich auch noch allerlei von mir haben, erst recht seit ich mich in S[iegen] um das R[ede-]V[erbot] nicht gekümmert habe.2 Dabei wird aber die Luft immer dicker, und ich könnte mir wohl denken, daß ich euch von dorther wie einer auf dem «hohen Seil» vorkomme. Das will nun eben abgewartet und überstanden sein. L. und ich hoffen, nach Ostern für eine Weile aufs Bergli gehen zu dürfen. Aber noch haben wir nicht definitiven Bescheid. Ich bin dabei, Briefschulden abzutragen! Grüße Marguerite!

Treulichst
Dein
K.

Sachfußnoten

1
Vgl. oben S. 745, Anm. 16.↩
2
Erhalten sind z. B. Einladungen zu Vorträgen durch die Berliner Laienbewegung «Die Nachbarn» (Brief vom 12.3.1935), von stud. theol. Anker Sölling aus Kopenhagen für «Studenterkredsen» (Brief vom 20.3.1935), Bitten der Zürcher Studentenschaft und der Basler Sektion der Zofinger um Vorträge (Briefe vom 27.3. bzw. vom 29.3.1935) und des Presbyteriums der Gemeinde Ferndorf (Kreis Siegen) um einen Gottesdienst (Brief vom 21.3.1935) sowie die Bitte um die Teilnahme an einer «nordischen Gemeindeversammlung» im dänischen Liselund im August 1935 (Brief von Niels Dael vom 1.4.1935).↩