Am 8.2.1939 schrieb Armin Haeusler, Pastor an der St. Lucas Church («Evangelical and Reformed») in Evansville/Indiana, an Barth und teilte ihm mit:
Mein Kirchenrat hat neulich die Summe von $50 für evangelische Deutsche, die ihres Heimatlandes verwiesen worden sind und sich jetzt in der Schweiz befinden, bewilligt. Da jedenfalls viele derselben sich um Hilfe an Sie gewandt haben, hat mein Vorstand ferner beschlossen, dieses Geld Ihnen zuzusenden. Beiliegende Anweisung im Betrage von 219 schweizerischen Franken soll nach Ihrem Gutdünken an die Notdürftigen verteilt werden.
Haeusler fügte noch hinzu, daß kürzlich ein indischer Arzt bei ihm zu Gast gewesen sei, der im Vorjahr in Basel «eine Serie von Vorträgen Barths auf der Universität» gehört habe und für ihn «gerade so stark begeistert» sei wie manche von Haeuslers theologischen Kollegen, die «nach dem Weltkriege und vor Hitlers Regime in Deutschland studierten.» Abschließend stellte sich Haeusler kurz als ein Amerikaner der dritten Generation vor, der «jedoch jeden Sonntag deutsch im Frühgottesdienst» predige, und legte ein Monatsblatt seiner Gemeinde bei.
Für Karl Barth verfaßte Charlotte von Kirschbaum am 23.2.1939 ein Dankschreiben, das unter seinem Namen abgeschickt wurde. Unter der Überschrift «Letter from the world’s most famous Theologian» erschien es in englischer Übersetzung in der März-Nummer des Gemeindeblatts.1
Basel, den 23. Februar 1939 Sehr geehrter Herr Pastor!
Die schöne Spende für evangelische Deutsche, die ihres Heimatlandes verwiesen worden sind, habe ich erhalten und möchte Ihnen und Ihrem Kirchenrat meinen besten Dank aussprechen. Es ist in der Tat so, daß viele solche Flüchtlinge bei mir einkehren und einige sogar |158 sich unter meinen Studenten befinden, so daß ich gute Verwendung für das Geld finden werde. Es ist eine Tröstung und Stärkung, erfahren zu dürfen, daß die Gemeinde auch in der Ferne an dieser Not teilnimmt und mitträgt.
Ich erlaube mir, Ihnen als Drucksache meine letzten Veröffentlichungen zugehen zu lassen, und danke Ihnen für die Übersendung Ihres Monatsblattes, das ich mit Interesse las.
In herzlicher Verbundenheit dankt Ihnen