30 · 1940

Eine Frage und eine Bitte an die Protestanten von Frankreich (durch Pfarrer Georges Casalis)

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Eine Frage und eine Bitte an die Protestanten
von
Frankreich (durch Pfarrer Georges Casalis)

1940

Georges Casalis (1917–1987) aus Reims, der 1935 in Paris vom Medizin zum Theologiestudium übergewechselt war, hatte 1937/38 zwei Semester in Basel studiert, viel bei Barth gehört und auch an seiner Sozietät und an seinen Offenen Abenden teilgenommen.1 Er wohnte bei Barths Freund Prof. Eduard Thurneysen, wo er dessen Tochter Dorothee kennenlernte, Frau Nelly Barths Patenkind; mit ihr verlobte er sich 1938. 1939-40 diente er im Militär und befand sich im Juni 1940, als Frankreich den Waffenstillstand schließen mußte, in Marokko. Pierre Maury rief ihn zurück nach Frankreich, in die nicht von Deutschen besetzte Zone im Süden, wo er Mitte September 1940 in Valence an einer von Maury geleiteten Pastoralkonferenz teilnahm und zum Generalsekretär des Christlichen Studentenbundes für Südfrankreich bestellt wurde.

Ende September erhielt er 14 Tage Urlaub, heiratete am 28.9. in Genf (Ziviltrauung) und wurde am 1.10. in Basel von seinem Schwiegervater Thurneysen kirchlich getraut. An der Feier nahm auch Barth teil, der dem Ehepaar die Festschrift «Freiheit der Gebundenen»2 mit einer Widmung3 schenkte. Thurneysen forderte Casalis bei der Hochzeitsfeier im Beisein Barths zu einem Bericht über die Lage in Frankreich auf. Casalis schilderte erschrocken die dortige resignierte Stimmung und sagte, zu Barth gewandt, es wäre ein zweiter Brief nach Frankreich nötig, worauf jedoch Barth zunächst kaum reagierte.4 Georges und Dorothee Casalis erklärten aber, dies wäre für sie das wichtigste «Hochzeitsgeschenk» zur Mitnahme nach Frankreich.5

239Der Bericht, den Casalis gegeben hatte, entsprach genau dem Eindruck, den Barth von Maury erhalten hatte.6 In einem Brief Maurys vom 12.9. strich sich Barth die Stellen an: «Nous sommes battus, nous l’avons mérité, nous subissons la condamnation de notre misère, et c’est dans un silence infiniment triste et dans des tâches très modestes que nous cherchons la grâce qu’il y a, aussi sûrement dans ce jugement. Notre prière seule peut être notre collaboration à la cause qui m’est aussi chère qu’à toi.»7

Als das Ehepaar Casalis nach zehntägiger Hochzeitsreise am Vierwaldstätter See Abschiedsbesuche in Basel machte, übergab Barth den beiden zu ihrer Überraschung einen Brief mit der Überschrift «Eine Frage und eine Bitte an die Protestanten von Frankreich».8 Das Ehepaar reiste am 10.10.1940 nach Frankreich zurück, an dem Tage, als dort die ersten antijüdischen Gesetze verkündet wurden. Georges Casalis übersetzte den Brief, ebenso wie die Barmer Erklärung, und vervielfältigte und verteilte beide Texte während seiner dreijährigen Tätigkeit im Süden Frankreichs; der volle Text wurde «überall als ein Stück Untergrundliteratur vervielfältigt verteilt.»9 Nach Casalis’ Angabe wurde der Text, «von der Vichy-Zensur zerfetzt und um anderthalb Seiten reduziert, in Foi et Vie Ende 1940 gebracht.»10 Ein umfangreicher Auszug erschien in «Cahiers du Témoignage Chréti|240en»11, der geheimen Untergrund-Zeitung, die Casalis mit Jesuitenpatern gemeinsam herausgab, zwei Absätze in einem Flugblatt.12 Als Teilnehmer an der Résistance geriet Casalis in den Ruf, statt eines Pfarrers ein Propagandist de Gaulles zu sein.13

Die Wirkung des Briefes «war sehr stark, sowohl in der unbesetzten als auch in der besetzten Zone Frankreichs. In der Südzone wurde er sehr stark durch die protestantischen Jugendbewegungen verbreitet, die ja auch an der Gründung der CIMADE14 sehr mitbeteiligte waren. Georges reiste mit diesem Brief, der ‹unter dem Mantel» verteilt und in Weekends- und Studenten-Lagern kommentiert wurde, als zur ‹eisernen Ration› gehörig.»15 Maury schrieb Barth, er sei Wort für Wort mit dem Text einverstanden.16

241Vollständig abgedruckt wurde Barths Brief in Frankreich erst nach der Befreiung 1944, in der Pariser Zeitschrift «Le Semeur»17 und im Sammelband «Une voix Suisse, 1939-1944»18 und dann 1945 in «Eine Schweizer Stimme 1938-1945».19 Inzwischen war er längst 1941 in englischer Übersetzung in England und den USA erschienen.20

Liebe Freunde und Brüder!

Es war diesmal einer der Jüngsten unter den Predigern des Evangeliums in Ihrem Lande, der es auf sich genommen hat, mich, ähnlich wie letztes Jahr Herr Pfarrer Westphal, zu einem Wort offener Aussprache Ihnen gegenüber aufzufordern. Die Verpflichtung zu einer Art Fortsetzung des damals Gesagten habe ich angesichts der seither stattgefundenen Entwicklungen doch schon längst empfunden.

Sie haben meinen letzten Brief in der Hauptsache freundlich und mit Verständnis aufgenommen. So darf ich ohne weiteres hoffen, daß Sie auch das, was ich Ihnen jetzt schreiben möchte, nicht als unbefugte Einmischung eines Draußenstehenden und Unbeteiligten auffassen werden.

Gegenüber der Not und Aufgabe unserer Zeit gibt es keine Draußenstehenden und Unbeteiligten. Vielleicht Viele, die sich dafür halten möchten, aber Keine, die es wirklich sind: Das ist heute noch viel deutlicher als vor einem Jahr. Der Krieg zwischen den Nationen, der damals wie ein schleichender Brand anhob und seither zur alles verzehrenden Flamme geworden ist, ist die notwendige Form eines Gegensatzes, der durch keine nationalen Grenzen bedingt ist, sondern quer durch alle Nationen (auch durch die neutralen und nicht zuletzt auch durch die deutsche) hindurchgeht, der so oder so überall die |242 Geister zu klarer verbindlicher Entscheidung nötigt: zu einem Ja oder Nein mit der Aussicht auf alle denkbaren Konsequenzen. Wir befinden uns alle innerhalb dieses Gegensatzes. Wir sind alle beteiligt an seiner Entstehung und an seinem Bestande, und wir werden alle – auf der einen Seite des Abgrundes oder auf der anderen – an seiner Überwindung, wie diese auch ausfalle, beteiligt sein: als Mithandelnde, als Mitverantwortliche, als Mitschuldige, als Mitleidende. 148

Indem ich mit dieser Feststellung die Freiheit begründe, die ich mir nehme, Sie, liebe Glaubensgenossen in Frankreich, aufs neue anzureden, kann ich Ihnen eben damit auch sofort erklären, welche Frage und welche Bitte ich Ihnen vorzulegen habe.

Meine Frage: Nicht wahr, meine französischen Freunde, wir sind einig in dem soeben Gesagten? Wir waren es vor einem Jahr. Wir sind es doch auch heute, d.h. nach wie vor dem, was seither geschehen ist? Nicht wahr, der zwischen Frankreich und Deutschland geschlossene Waffenstillstand hat nichts daran geändert, daß auch Sie an dem Gegensatz, der das Geheimnis des bisherigen und weitergehenden Krieges ist, und an der Verantwortlichkeit für seine Existenz und für seine Überwindung immer noch und erst recht beteiligt sind?

Und im Anschluß daran meine Bitte: Wir wissen, daß und wie Sie jetzt von Ihrer besonderen nationalen Not und Aufgabe in Anspruch genommen sind. Sie werden sich aber nicht auf diese zurückziehen, als ob sie Ihre Privatsache wäre. Sie werden nach keinen Lösungen suchen, die Sie in die Neutralität gegenüber der großen Entscheidung führen würde, die wie vor uns allen, so nach wie vor auch vor Ihnen steht, von der letztlich gerade auch für Sie nicht weniger als Alles abhängig sein wird. Wir rechnen darauf, daß Sie uns als Christen und als Franzosen nicht im Stich lassen, sondern innerlich: mit Ihrem Glauben und Ihrem Gebet, aber eben darum nach dem Maß Ihrer Einsicht und Ihres Könnens auch äußerlich: mit Ihrem Wort und mit Ihren Handlungen genau so bestimmt wie vor einem Jahr, nein, noch viel bestimmter und begründeter, weil erfahrener und wissender als vor einem Jahr mit uns auf der einen Seite des Abgrundes stehen werden. Gerade weil wir Frankreich nach wie vor lieben und respektieren, können und werden wir Sie nicht entlassen zugunsten irgend eines speziell französischen Anliegens. Wir haben Sie nötig. Trennen Sie Ihre Sache nicht von der unserigen, weil die unsrige nach wie vor auch die Ihre ist!

243Es ist mir zu Ohren gekommen, daß Viele von Ihnen sich nach den Ereignissen des vergangenen Sommers mit besonderer Nachdenklichkeit des letzten Teiles meines Weihnachtsbriefes erinnert haben, wo ich davon gesprochen hatte, daß es unchristlich und unklug wäre, wenn wir nicht auch mit der Möglichkeit 149 eines unserem Willen und unseren Erwartungen zuwiderlaufenden Ganges der kriegerischen Verwicklung, mit «Wundern des Antichrist», mit einem kommenden Gericht Gottes über uns selbst rechnen wollten, und daß wir bereit sein müßten, uns dem Willen und Gebot Gottes auch unter solchen unerwünschten Umständen erst recht zu unterziehen. Dann und nur dann, wenn wir auch dazu bereit seien, so schrieb ich damals, könne das notwendige Werk des Widerstandes gegen den Hitlerschen Nationalsozialismus freudig und zuversichtlich getan werden. Ich war frei von aller «Prophetie», als ich das schrieb. Ich schrieb so, wie ich in Verantwortung der heiligen Schrift gegenüber in der damaligen Lage meinte schreiben zu müssen. Was dann im Mai und Juni geschehen ist, habe auch ich wirklich nicht vorausgesehen. Es war freilich kein gutes Zeichen, daß die französische Zensur damals gerade den letzten Teil meines Briefes als «defaitistisch» meine unterdrücken zu müssen.21 Es konnte der Widerstand Frankreichs vielleicht auch darum so freudig und zuversichtlich nicht sein, um wirksam zu werden, weil man damit, daß der Mensch denkt, Gott aber lenkt, zu wenig rechnen wollte. Aber wie dem auch sei: gerade das trat dann tatsächlich ein, was wir alle am wenigsten gewünscht und erwartet hatten, schlimmer als das Schlimmste, was zu vermuten war. Ich darf Ihnen erzählen, daß mein Bruder Peter Barth, der am Abend des 20. Juni gestorben ist, noch in der Schwachheit seiner letzten Lebensstunde ausgerufen hat: «Aber über die Loire gehen wir nicht zurück!»22 «Wir!» Verstehen Sie, liebe französische Freunde, so lebten in jenen Wochen viele von uns unmittelbar mit Ihnen!23 Aber Sie (und wir mit Ihnen) gingen dann doch |244 noch weit, weit auch über die Loire zurück. Die Einzelheiten, die Ihnen ja besser bekannt sind als mir, bedürfen hier keiner Erwähnung, und ich möchte von den harten Worten, die zur Bezeichnung, Beschreibung und Erklärung jenes ganzen Geschehens in Frankreich selbst oft genug ausgesprochen und vernommen worden sind, meinerseits keines hier in den Mund nehmen. Wie man die Sache auch benennen und mit welcher Anklage oder Selbstanklage man sie auch betrachten mag – es war nun einmal so, daß die militärische Leistungsfähigkeit des Hitlerschen Deutschland sich für diesmal als überlegen erweisen durfte und daß nach Polen, Norwegen, Dänemark, Holland und Belgien auch Frankreich fürs 150 Erste an der weiteren Mitwirkung an dem notwendigen Krieg gegen jenes Deutschland verhindert ist. Der Fall ist eingetreten, daß Sie sich nun eben unter diesen Umständen dem Willen und Gebot Gottes unterziehen müssen.

245Aber wenn Sie heute wahrscheinlich geneigt sind, sich besonders jenes letzten Teiles meines Weihnachtsbriefes zu erinnern, so darf ich Ihnen gewiß nahelegen, zu bedenken, daß auch von dem Anderen, was ich Ihnen damals geschrieben habe, heute nichts zurückzunehmen ist. Was hat sich für Sie geändert? Dies, daß Sie heute vorläufig (in der Vorläufigkeit des Waffenstillstandes!) Gründe haben – ich untersuche nicht, ob sie gut oder schlecht sind –, nicht mehr oder noch nicht wieder Krieg führen zu wollen. Aber, nicht wahr, Eines hat sich auch für Sie nicht verändert, hat sich seither sogar noch verstärkt: der Grund nämlich, der Sie – gerade Sie als Christen – vor einem Jahr veranlaßt hat, denselben Krieg zu bejahen und allen Ernstes führen zu wollen. Brauche ich es erst auszusprechen: ein Meer von Wirklichkeit – z.B. ein Meer von feindlichem Erfolg und eigenem Mißerfolg – bedeutet für uns Christen noch keinen Tropfen von Wahrheit. Es ist die Einsicht, daß wir den Anderen unterschätzt und uns selber überschätzt haben, eine gute und notwendige Sache. Über Recht und Unrecht aber und über das, was aus der Erkenntnis von Recht und Unrecht folgt als Verpflichtung und Entscheidung, dürfen wir uns durch diese Einsicht nicht belehren lassen. Ich kann mir nicht denken, daß Sie die grundsätzliche Lage zwischen Hitler und uns Anderen heute darum anders als vor einem Jahr beurteilen können, weil Hitler inzwischen eine solche – lebhaft genug an Hiob 21 und an Ps. 10 und 73 erinnernde – Reihe von guten, Frankreich aber mit allen jenen anderen Ländern so viele böse Tage gehabt hat. Sie müßten ja den deutschen Waffen nicht nur, sondern bereits jener deutschen Philosophie erlegen sein, die 1933 im deutschen Volke selbst wie eine Pest ausgebrochen ist, wenn sie das tun wollten! Hitler müßte Sie dann bereits innerlich erobert haben. Ich hoffe nicht nur, sondern ich weiß, daß dem nicht so ist: jedenfalls nicht, was Sie, die Söhne und Erben der französischen Reformation, betrifft. Ich weiß, daß Sie den furchtbaren Nebel der Verwechslung zwischen Gottes Wort und der Sprache brutaler Tatsachen zu durchschauen noch fähig und willig sind, wie ich 151 auch in Deutschland selbst Menschen kenne, die zu dieser Durchsicht bis auf diesen Tag fähig und willig geblieben sind. Aber ich nehme ohne weiteres an, daß es auch unter Ihren katholischen Brüdern, aber auch unter den echten Kindern der Revolution von 1789 an solchen nicht fehlt, die sich von dem Trug des deutschen Realismus von 1933 frei |246 erhalten haben. Ich darf aber jedenfalls Sie, meine Glaubensgenossen, behaften und festlegen, auf den Satz: Es hat sich hinsichtlich des Grundes, der Notwendigkeit und des Rechtes des gegen Hitler geführten Krieges – obwohl er zur Zeit nicht Ihr Krieg ist, sondern am Ärmelkanal, über London, in Ägypten (und wer weiß: wo morgen?) von Anderen ausgefochten wird – auch für Sie nichts, gar nichts geändert. Der Nationalsozialismus selbst mit seinen Lügen und Grausamkeiten, mit seiner Willkürjustiz, seinen Judenverfolgungen und Konzentrationslagern, mit seiner Bekämpfung und Vergiftung der christlichen Kirche, mit seiner grundsätzlichen Unfreiheit und darum Unverantwortlichkeit des Denkens und der Rede, mit seiner bewußten bösen Ungeistigkeit – der Nationalsozialismus als «Revolution des Nihilismus»24 ist ja auch nicht im Geringsten anders geworden. Er hat sich nur als kriegstüchtiger erwiesen, als wir gedacht; er ist nur mächtiger geworden, als wir es gewünscht haben. Er hat nur so und so viele Völker (darunter das Ihrige) unterworfen, wie er sich zuerst das deutsche (das unglücklichste von allen!) unterworfen hatte. Er hat nur Gelegenheit gewonnen, seine Methoden nun auch in Polen, in Norwegen und Holland zur Anwendung zu bringen, und ich nehme an, daß nun auch Frankreich schnell genug Gelegenheit haben wird – oder schon hatte –, sie kennen zu lernen. Wissen Sie, was die bekennenden Christen in Deutschland augenblicklich viel mehr beschäftigt als der ganze Krieg? Die Tatsache, daß die medizinische Tötung gewisser «unheilbar» kranker Menschen dort nunmehr zu einem in aller Breite angewendeten und durch die Polizeigewalt gegen jede Kritik geschützten System geworden ist. Man spricht von bis jetzt 80 000 Opfern dieses Systems!25 Das ist Hitler. Diesem Hitler, als er sich |247 nach seinem eigenen auch auf andere Völker und Länder zu stürzen begann, zu widerstehen, war die klare Absicht, mit der England und Frankreich im Herbst 1939 nach langem Zuwarten in den Krieg getreten sind. Daß es Hitler in der Zwischenzeit so 152 ungemein gut und allen Anderen so schlecht gegangen ist, daß er in Europa und Asien in denen Verbündete gefunden, die es ihrer eigenen Art nach früher oder später werden mußten, daß er sich heute aufreckt wie ein Gott, um der ganzen Welt eine neue, seine Ordnung aufzudringen – das alles sind keine Gründe, jene Absicht aufzugeben. Sie können auch für Sie, die zur Zeit aus der Kriegsführung ausgeschieden sind, keine Gründe bilden, jener Absicht untreu zu werden. Sie müssen mindestens mit Ihrem ganzen Herzen bei den Franzosen sein, die den Entschluß faßten und zur Ausführung des Entschlusses die Gelegenheit hatten, auch die Kriegführung des Frankreichs von 1939 jetzt schon fortzusetzen! Der Nationalsozialismus ist dasselbe fürchterliche, aber auch innerlich hohle, letztlich nichtige Gebilde aus der Unterwelt, das er immer gewesen ist. «Ein Wörtlein kann ihn fällen»26; heute wie gestern! Sie, liebe Freunde, können in diesem Gegensatz heute tatsächlich so wenig neutral sein wie gestern.

Wenn ich recht orientiert bin und verstehe, wird nun in christlichen Kreisen des heutigen Frankreichs viel von der Demut geredet, mit der man die erlittene «Totale Niederlage» als göttliches Gericht anerkennen und hinnehmen müsse. Und weiter von der Buße, die jetzt nötig sei. Und weiter von einem traurigen Schweigen, in dem man sich jetzt an die übriggebliebenen oder neu erwachsenden bescheidenen Aufgaben innerhalb des eingetretenen Provisoriums machen müsse. Und weiter vom Gebet, von der Predigt des gekreuzigten Christus, von der Schaffung, Erhaltung und Förderung eines neuen öffentlichen Geistes als von der für Sie heute allein möglichen Mitwirkung an der gemeinsamen Sache der christlichen Kirche und des rechten Staates. Ich verstehe das Alles und gebe mir große Mühe, es mit Vertrauen zu verstehen: in einem Vertrauen, mit dem ich zu dem allem einfach Ja sagen könnte und müßte. Aber ich kann mir nicht helfen: es fällt mir schwer, es so zu verstehen. Es beunruhigt mich nämlich, daß ich das alles |248 schon einmal gehört zu haben meine: in dem vom Nationalsozialismus überschwemmten Deutschland nach 1933 nämlich! Es bedeutete damals und dort den Rückzug der Christenheit aus der kirchlichen und politischen Verantwortlichkeit auf die innere Linie einer Religiosität, die, um sich selber zu erhalten, schon um die rechte Gestalt 153 der Kirche und erst recht um die des Staates sich nicht mehr kümmern, jedenfalls nicht mehr kämpfen und leiden wollte. Es bedeutete das alles damals und dort die Sanktionierung des Nationalsozialismus durch ein recht oder auch schlecht verstandenes Luthertum. Machen Sie sich klar, daß die dämonische Kraft des Nationalsozialismus, die Sie nun selbst, zunächst passiv, erlebt haben, auch damit zusammenhängt, daß die Christenheit in Deutschland damals diesen Rückzug vollzogen hat. Ich will nun mit dieser Reminiszenz aus dem deutschen Kirchenkampf gewiß nicht sagen, daß die, die im heutigen Frankreich jene Parole ausgeben, bereits in diesem Rückzuge begriffen seien. Ich will nur sagen: mit der zunächst vielleicht sehr gut gemeinten und relativ berechtigten Ausgabe dieser Parole könnte jener Rückzug anfangen, mit dem dann die Kirche dem altbösen Feind27 und jedenfalls dem Nationalsozialismus bestimmt geradezu in die Hände arbeiten würde. Sehen Sie zu, daß das nicht geschehe!

Demut ist eine ausgezeichnete Sache. Zum Hochmut besteht ja wirklich kein Anlaß, und wenn wir bisher hochmütig waren, so haben wir nun seit einem halben Jahr tüchtig auf die Nase bekommen. Aber mich beunruhigt die gewisse Nähe dieser plötzlich hervorgehobenen Buße sowohl zu der Politik der Regierung von Vichy als auch zu der Apathie, in die, wenn ich recht unterrichtet bin, die breite Masse Ihres Volkes seinem Schicksal gegenüber heute versunken ist. Ist es nicht fast zu zeitgemäß, heute gerade die Demut zu predigen? Aber sei es denn! Nur daß es sich dann um die Demut vor Gott wird handeln müssen und nicht etwa um die Demut vor Tatsachen und Umständen, vor Mächten und Gewalten, vor Menschen und menschlichen Autoritäten. Es wird die Demut vor Gott mit Resignation nichts zu tun haben können: nichts mit dem staunenden Starren auf ein Schicksal, dem wir – auch nur provisorisch – eine Art von Unabänderlichkeit zuerkennen müßten. Wo es zu diesen Starren käme, da wäre ja der |249 Glaube schon preisgegeben und hätte es der Feind schon über uns gewonnen. Der ganze Hitler lebt davon und nur davon, daß er es verstanden hat, dieses Starren um sich her zu verbreiten. Von diesem Starren würde sich also eine rechte christliche Predigt von der Demut im heutigen Frankreich weit entfernt halten müssen. 154

Und es würde dann – wenn es um die Demut vor Gott ginge – von der «totalen Niederlage» eigentlich gar nicht die Rede sein dürfen. Erinnert der Begriff nicht peinlich an die «totalen» Absichten und Ansprüche der Gegenseite? Wie kommen wir denn als Christen dazu, das Wort «Total» auf etwas Anderes als auf Gottes allmächtige Gnade anzuwenden? Wann und wie könnte denn eine menschliche Niederlage anders «total» werden als damit, daß die beteiligten Christen den Glauben an Gottes allmächtige Gnade und damit die Freudigkeit und damit den Mut zum Zeugnis verlieren würden? Eben dies ist es, was nicht geschehen darf!

Es würde dann – wenn es um die Demut vor Gott ginge – die Anerkennung und Hinnahme des göttlichen Gerichtes gewiß nicht das bedeuten, daß man sich müde machen und irre machen ließe in dem, was man als Gottes Gebot und Willen früher erkannt und im Gehorsam gegen ihn zu tun versucht hatte. Von Gott gerichtet ist doch nicht unser Gehorsam, sondern der allerdings unendliche Ungehorsam, mit dem wir unser bißchen Gehorsam immer wieder bedeckt haben. Wenn Gott uns gerichtet hat, so ist er uns gnädig gewesen, so hat er uns eben mit seinem Richten nicht hinausgestoßen in eine selbstgewählte Neutralität, sondern aufs neue ausgerichtet und aufgerichtet zu reinerem Gehorsam.

Es würde dann die nötige Buße gewiß nicht in einer ergebnislosen allgemeinen Beugung, in einem passivem Bedauern begangener Fehler stecken bleiben und noch weniger in solchen vermeintlichen Neuerungen sich manifestieren können, mit denen man dem «alten Menschen»28 nun erst recht zu vollendeten Triumphen verhelfen würde. Sondern es würde uns dann die Buße (z.B. hinsichtlich der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit!) ganz schlicht ernst werden lassen, wo wir früher leichtsinnig, fröhlich, wo wir früher skeptisch, stark, wo wir früher schwach und lau gewesen sind. Die Buße würde uns dann |250 zum Wachen und nicht zum Schlafen anleiten: sie würde uns dann zum Leben und nicht in den Tod führen.

Es würde dann das gewiß nützliche Schweigen eigentlich kein trauriges Schweigen sein können, sondern von selbst zu der fruchtbaren Zurückhaltung derer werden, die heimlich zu viel zu tun haben, um allzu viel reden zu können. 155

Es würde uns dann das Gebet von einem bescheidenen, aber bestimmten politischen Denken und Handeln gewiß nicht weg-, sondern in einen zielbewußten Kampf erst recht hineinführen.

Es würde dann der neue öffentliche Geist nicht nur Ziel, nicht nur Gegenstand von allerlei Unterricht, Seelsorge und Diskussion, sondern vor allem sofort auch Anfang sein: der Geist der christlichen Verneinung der Niederlage, der Geist des christlichen Ansatzes zu neuem, besseren Widerstand, der Geist der christlichen Hoffnung, die den Dämonen das Feld zu lassen nicht gesonnen ist. Wie in aller Welt soll dieser Geist denn anders geschaffen, erhalten und gefördert werden, als indem er betätigt wird?

Mehr als je und vielleicht nirgends so wie im heutigen Frankreich würde der gekreuzigte Christus – dann nämlich, wenn es um die Demut vor Gott ginge – als der Auferstandene zu verkündigen sein: als der König, dessen Reich keine Grenzen hat und dessen Knechte keine Furcht haben können, weil er die Welt überwunden hat.29

Wenn sie so zu verstehen und ein wenig zu korrigieren wäre, könnte ich jener Parole wohl zustimmen. Sie würde ja dann nicht bedeuten, daß auch die Kirche von Frankreich einen Waffenstillstand geschlossen hat! Dies ist es, was sie nicht tun kann, nicht tun darf, weder unter dieser Parole noch unter einer anderen. In der Kirche von Frankreich muß der Krieg geistlich weitergehen. Sie kann mit Hitler unter keinem Titel Frieden oder auch nur Waffenstillstand schließen. Und in der Kirche von Frankreich muß es deutlich sein und bleiben, daß auch der militärische Waffenstillstand, den die Regierung von Vichy mit Hitler geschlossen hat, nur vorläufigen Charakter haben kann.

Hier möchte ich abbrechen, obwohl und indem ich weiß, daß die praktischen Fragen hier anfangen würden. Mir fehlt die Kompetenz, in diesen Fragen mitzureden. Vor allem in der Frage «Vichy»! Sie |251 können sich denken, daß ich eine Meinung dazu habe und auch eine Vorstellung, wie ich mich als Franzose dazu stellen würde. Aber ich bin nicht Franzose und halte es für besser, Sie in dieser nun wirklich Sie im Besonderen angehenden Angelegenheit nur insofern anzureden, als ich ausdrücklich sagen muß, daß gerade Ihre Stellungnahme in dieser Sache 156 hinsichtlich der Beantwortung meiner Frage und der Erfüllung meiner Bitte von entscheidener Bedeutung ist.

Seien Sie, liebe Freunde und Brüder, auf allen den schweren, versuchungsreichen und gefährlichen Wegen, die vor Ihnen liegen, unserem Gott befohlen. Seine Friede, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Ihre und unser aller Herzen und Sinne in Christo Jesu.30

Mit brüderlichem Gruß!
Ihr
Karl Barth

Sachfußnoten

1
Fr.-W. Marquardt, Georges Casalis †. 4. Januar 1917–16. Januar 1987, in: JK Jg. 48 (1987), S. 66–68 📖. Zum folgenden: Bericht von Casalis an den Hrsg. vom Sept. 1977.↩
2
Theologische Aufsätze. Karl Barth zum 50. Geburtstag, München 1936 📖.↩
3
«A la France à venir (personnificé en Georges et Dorotheé Casalis-Thurneysen) / un message de l’Allemagne à venir / par l’intermèdiaire de Karl Barth / assisté par Charlotte von Kirschbaum. Bâle, le 1er Oct. 1940» (Mitteilung von Dorothee Casalis-Thurneysen vom 1.7.1996).↩
4
Mitteilung von Casalis an den Hrsg. vom Sept. 1977.↩
5
Brief von D. Casalis-Thurneysen an den Hrsg. vom 1.7.1996.↩
6
An Maurys Frau schrieb Barth am 25.7.1940: «Nous entendons que Pierre est extrèmement fatigué, triste, déprimé.» Vgl. auch Brief von Maury an Barth vom 10.8.1940.↩
7
Durchschlag eines Briefes von Maury an Charles [Westphal?] vom 12.9.1940 im KBA. Im anliegendem vierseitigem Bericht von Maury über die französische Situation unterstrich sich Barth u. a. die (im folgenden kursiv gesetzten) Begriffe: «La Situation française m’apparaît tout entière dominée par le fait matériel et moral de notre défaite. Celle-ci a été totale […] l’effet de démoralisation […] désorganisé toutes les forces de résistance […] très insuffisantes […] Il n’y avait vraiment pas d’autre possibilité qu’une demande d’armistice […] Cette Situation de fait est infiniment douloureuse à la conscience et à l’ésprit de tous les Français.»↩
8
Bericht von Casalis an den Hrsg. vom Sept. 1977.↩
9
Bericht von Casalis vom Sept. 1977 und Brief an den Hrsg. vom 27.12.1977.↩
10
Brief an den Hrsg. vom 27.12.1977. Der Abdruck ließ sich nicht auffinden.↩
11
Extrait d’une lettre de KARL BARTH, professeur de Théologie à l’Université de Bâle: ’Une question et une prière aux Protestants de France’, in: Cahiers du Témoignage Chrétien. II & III Notre Combat (Documents récents), Déc. 1941 / Jan. 1942, S. 2f. 📖 ↩
12
Il faut choisir: le Christ ou Hitler?: «En tant que chrétiens, et en tant que Français, vous ne vous laisserez pas tomber, mais intérieurement avec votre foi et votre Prière, et extérieurement aussi, selon votre compréhension et votre force, par votre parole et par vos actes vous vous tiendrez du même coté de l’abîme, aussi décidés qu’avant l’armistice, bien plus décidés et à meilleur droit encore, à cause des expériences que vous avez faites, du savoir, que vous avez acquis depuis lors …»
«Dans l’Eglise de France, la guerre doit spirituellement continuer. L’Eglise ne peut, sous aucun prétexte, conclure avec Hitler une paix ou un armistice.»↩
13
Mitteilung an den Hrsg. vom Sept. 1977.↩
14
Das Comité Inter-Mouvements Auprès Des Evacués, geschaffen zu Kriegsbeginn von den Leitern der protestantischen Jugendbewegungen, arbeitete in Lagern, in denen Ausländer unter furchtbaren Bedingungen lebten.↩
15
So D. Casalis-Thurneysen im Brief an den Hrsg. vom 1.7.1996. – B. Reymond urteilt: «La seconde lettre de Barth aux protestants français, après la débácle de 1940, n’a jamais pu être imprimée, sinon au lendemain de la guerre, mais fut ronéotée et diffusée clandestinement de la main à la main. Elle n’apelle pas de commentaire particulier, mais reste le second grand document de l’influence barthienne en France pendant la guere.» Théologien ou Prophète? (s. Offenen Brief Nr. 28, S. 207, Anm. 10), S. 99 📖.↩
16
Brief vom 16.1.1941, in: Karl Barth – Pierre Maury. Nous qui pouvons encore parler … Correspondance 1928-1956, hrsg. v. B. Reymond, Lausanne 1985, S. 188 📖.↩
17
Une question et une prière aux Protestants de France, in: Le Semeur, Paris, Jg. 43, November 1944, Nr. 1, S. 4–14 📖.↩
18
Siehe Offenen Brief Nr. 28, S. 212, Anm. 37, dort S. 15–26 📖.↩
19
Schw.St., S. 118–122 📖.↩
20
A Question and Request to French Protestants, in: The Christian News-Letter, Suppl. zu Nr. 66, 29.1.1941 📖.– Auszüge in: Pour la Liberté. Bulletin mensuel relatif aux conséquences spirituelles de la guerre actuelle entreprise par les amis de la liberté, London, Februar 1941 📖. – Weitere Abdrucke s. unten S. 444f. ↩
21
Siehe Offenen Brief an Westphal, Nr. 28, Einleitung.↩
22
Busch, Lebenslauf, S. 320 📖. Peter Barth hatte noch am 14.6., als deutsche Truppen Paris besetzten, an seinen Sohn Sebastian geschrieben: «Die Weltgeschichte ist ihren bösen Weg indessen weiter gerollt, und offenbar wird der Barbareneinfall in Paris zur Tatsache. Wann wird es endlich gelingen, die Büffelherde zu stoppen und zurückzujagen?» (Mitteilung von Sebastian Barth, Huttwil).↩
23
Am 14.6.1940 fragte Peter Thurneysen, Pfarrer in Obfelden, bei Barth an: «Darf man für die Errettung Frankreichs beten? Darf man so konkret Gott seine politischen Wünsche vorbringen? Ich tue es nicht öffentlich in der Kirche, wohl aber für mich im Stillen und auch etwa gelegentlich im kleinen Kreise. Ich bin einfach überwältigt von dem Leiden, die dieses Volk von den Barbaren erdulden muß, und darum drängt es mich, für dieses Land zu beten. Das französische Volk blutet ja auch für die Freiheit der Kirche Christi. Aber gerade an diesem Punkte mischt sich wohl ein Tropfen Egoismus in mein Beten: ich hoffe nicht nur als Schweizer Demokrat, sondern auch als Pfarrer auf den Sieg der Alliierten. Wenn Hitler über die Westmächte siegt, dann ist es auch mit unserem Vaterlande zu Ende und dann bricht auch bei uns die Kirchenverfolgung aus. So ist es mir nicht ganz wohl bei meinem Beten, und doch kommt mir ungezählte Male im Tag diese Bitte für Frankreichs Errettung über die Lippen. Was soll ich tun?»
Barth antwortete sofort, am 15.6.: «Lieber Herr Pfarrer! Daß man für die Errettung Frankreichs und überhaupt um den Sieg der Alliierten nicht nur beten darf, sondern soll, scheint mir darum selbstverständlich, weil diese Sache in dem von Ihnen angedeuteten Zusammenhang (inklusive des ‹Tropfen Egoismus›!) zu dem täglichen Brot gehört, das wir nötig haben und um das zu beten uns ja nicht nur erlaubt, sondern geboten ist. Wie könnten wir heute überhaupt beten ohne die Erkenntnis, daß die Beseitigung der hitlerischen Teufelei sogar wichtiger ist als Alles, um was wir auf der Linie jener vierten Bitte sonst zu erbitten haben? Ich würde es für richtig halten, wenn ein entsprechendes Gebetswort – Neutralität hin und her! – auch im Gottesdienst in angemessener, aber deutlicher Weise zur Aussprache käme. Der Schluß vom Matth. 26,39 wird gewiß auch hier zu bedenken sein. Aber dieser Schluß darf den Anfang und jede und so auch diese konkrete Anwendung jenes Anfangs nicht aufheben. Innerhalb der durch diesen Schluß gegebenen Regel kann ich Ihre Frage nur mit einem eindeutigen Ja beantworten.»↩
24
H. Rauschnings These in seinem Buch mit diesem Titel, s. S. 231 📖.↩
25
Nach H. Friedlander, Der Weg zum NS-Genozid. Von der Euthanasie zur Endlösung, Berlin 1997, S. 194 📖, wurde das Ausmaß der Mordaktionen im Spätsommer 1940 bekannt. Da die Akten bei Kriegsende vernichtet wurden, liegen keine genauen Zahlen, nur Schätzungen vor. Eine Berechnung der Zentralstelle T 4 nannte für 1940 und 1941 je etwa 35.000 getötete Menschen, liegt jedoch zu niedrig. Nachkriegsschätzungen kamen auf eine Zahl von 80.000, sind jedoch noch zu niedrig angesetzt (S. 190). – Von Seiten der Kirchen hatten Bischof Wurm und Pastor Braune im Juli 1940 protestiert (KJ 1933–1944, S. 412–423 📖). – Über die Rolle der Kirchen s. Friedlander, a.a.O., S. 193–199 (dort weitere Literatur).↩
26
Schluß der dritten Strophe von Luthers «Ein feste Burg», RG 32, EG 362 🎵.↩
27
Aus der ersten Strophe von «Ein feste Burg», RG 32, EG 362 🎵.↩
28
Vgl. Röm. 6,6; Eph. 4,22; Kol. 3,9; s. auch unten S. 252, Anm. 1.↩
29
Vgl. Joh. 16,33.↩
30
Phil. 4,7.↩