1. Korinther 13,1–3
1.
Tausend Nullen aneinandergereiht ergeben miteinander noch keine Zahl, sondern das
kleinste, schwächste, unscheinbarste Eins ist mehr als sie. Tausend Holzklötze
aufeinandergehäuft sind darum noch kein Feuer, sondern das kleinste, nur einen
Augenblick glühende und dann wieder verlöschende Fünklein ist mehr als sie. Tausend
auserlesene chemische Bestandteile, kunstreich gemischt und vereinigt, sind aller Kunst
zum Trotz nicht ein lebendiges Wesen, sondern das einfachste Gräslein, das unser Fuß
zertritt, das kurzlebigste Mücklein in der Luft ist mehr als sie. Tausend Jahre Weltgeschichte hintereinander mit all dem Großen,
Umwälzenden, Wichtigen, Herrlichen, das in tausend Jahren geschehen kann, sind noch
keine Sekunde Ewigkeit, und tausend
Menschlichkeiten, und wenn es die edelsten, bedeutendsten und reinsten wären, tausend
Heldentaten, Erfindungen oder Kunstwerke,
tausend schöne und lobenswerte Eigenschaften
des Charakters und der Gesinnung sind darum noch nicht
göttlich, sondern ein einziger Strahl vom
Lichte Gottes selbst ist mehr als sie. Das ist’s, was
2.
3.
Es war zu vermuten, und man konnte es gestern in der Zeitung lesen1, daß heute wohl in den allermeisten Kirchen Predigten über die Arbeiterfrage und Arbeiterbewegung gehalten werden. Soweit ich die heutige Lage in der Kirche kenne, ist anzunehmen, daß dabei das «Behüt’ uns Gott!» und das «Gott sei Dank!» wunderlich durcheinander gehen und daß an den meisten Orten das «Behüt’ uns |125 Gott!» das Übergewicht haben wird. Ihr kennt meine Stellung in dieser Sache und werdet es nicht mißverstehen, wenn ich keine solche Predigt halte, wie ich auch am 1. August keine Vaterlandspredigten zu halten pflege. Ich halte diese Art Predigten für ein bedenkliches Zeichen dafür, daß die Kirche ein schlechtes Gewissen hat und daß sie nicht weiß, was sie will. Wüßte sie, was sie will, hätte sie ein eigenes Thema, eine bestimmte eigene Sache, einen klaren eigenen Weg, dann brauchte sie nicht solche Anleihen zu machen. Wäre es selbstverständlich, daß in jeder Kirche an jedem Sonntag von der Frage die Rede ist, der alles Menschliche ausgesetzt ist, und von der Bewegung, in der sich alle menschlichen Dinge befinden, dann wäre auch in jeder Kirche und an jedem Sonntag von der Arbeiterfrage und Arbeiterbewegung die Rede, ohne daß es nötig wäre, diese Worte auch nur zu nennen.2
[Beilage]
1000 Nullen keine Zahl. 1000 Holzklötze kein Feuer. 1000
Elemente k. Leben. 1000 J[ahre] keine Ewigkeit. 1000 Menschlichkeiten o [= nicht]
göttlich. «Und hätte …» M'liche Dinge o fest, sinken u. steigen
wie Quecksilber. M'liche Dinge o selbstverständlich gut, stehen unter einer Frage. Ein Geheimnis, dort entscheidet es sich, ob lebendig, ob etwas, ob
wert. Neues u. Anderes. Ort wo Perpendikel aufliegt.
Wenn wir das hören: uns fragen, ob wahr, ob kennen? Vielleicht nein. Nicht jedermanns Sache a) Geheimnis zuzugeben b) alles M'liche auf d. Messers Schneide, kritisches Auge, es fragt sich c) nicht bei uns selbst die Entscheidung. göttlich. «Und hätte …» M’liche Dinge o fest, sinken u. steigen wie Quecksilber. M’liche Dinge o selbstverständlich gut, stehen unter einer Frage. Ein Geheimnis, dort entscheidet es sich, ob lebendig, ob etwas, ob wert. Neues u. Anderes. Ort wo Perpendikel aufliegt. P[au]l[us] «die Liebe».
Wenn wir das hören: uns fragen, ob wahr, ob kennen? Vielleicht nein. Nicht jedermanns Sache a) Geheimnis zuzugeben b) alles M’liche auf d. Messers Schneide, kritisches Auge, es fragt sich c) nicht bei uns selbst die Entscheidung. Beunruhigende Gedanken. Lehrt uns Gott. Vielleicht kennst du sie doch. a) Tüchtiger M. der dir nichts sagt b) Gutes Bulletin [?], das dich nicht befriedigt c) vollkommene Arbeit, die dir nicht genügt d) rechte Sache, die dir unlebendig ist e) dein Lebenslauf, in dem eine Leere ist. – Kennst Stelle [?] Wird dort anders, wo alles anders.
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Und habe die Liebe nicht.
Was ist Liebe? Keine Antwort od. unbegreifliche Antwort (köstlicher Weg [
Warum Liebe? Weil wir Entbehrende, Suchende, Leidende sind ausgestreckt nach diesem Einen. Weil wir durch dieses Leiden frei sind von uns selbst, auf [?] die Anderen die [?] die uns verstehen. Weil wir von dorther geliebt sind. Gott ist die Liebe [1.Joh. 4,8.16].3