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Nein, über deine zweite Münsterfahrt ist deswegen, weil meine Mutter
und Schwester kommen, durchaus nicht negativ entschieden. Wir haben
einen sehr einfachen, keine «Umstände» verursachenden Weg, dich
auch noch unterzubringen. Meine Leute würden sich, nachdem in Basel dein Lob
laut gesungen worden ist1, freuen, dich kennen zu
lernen. Da du nur 2-3 Tage Zeit hast, wäre ein Besuch hier
erholender für dich. Ich werde zwar durch Vorlesungen etc. mehr in
Anspruch genommen sein als im Februar, werde aber doch dafür sorgen, daß für
eine Velofahrt oder dergl. ein paar
Stunden frei werden.
Die Idee mit Amsterdam hätte
natürlich auch ihr Gutes. Auch mir war sie schon eingefallen. Nelly kommt mit und
vielleicht auch ein paar Studenten. Du könntest dich an sich sehr wohl anschließen. Der Plan
ist soweit festgestellt, daß ich am 30. Mai in Groningen predigen und wahrscheinlich
die dir schon bekannte Sache über Phil. 3 vortragen werde.2 Am 1. Juni ist der
Vortrag
in Amsterdam.3 Vorher oder nachher muß ich vielleicht (ich habe zwar
abgewinkt!) auch noch nach Leiden, aber das ist unsicher. Diese
Möglichkeit wäre für dich wegen des fremden Landes interessanter. Aber in der
Tat: ich werde dort von allen möglichen Leuten in Anspruch genommen sein, mit
Nelly bei
diesen und jenen Professoren etc. wohnen, und wir hätten sehr wenig
voneinander. Ganz abgesehen von der Kürze deiner Zeit, die dir wohl nicht
erlauben würde, die ganze Unternehmung mitzumachen, und die die Sache für dich
zu einer Strapaze gestalten würde.
Du mußt nun Beides erwägen. Mir kommt’s vor, du würdest besser bei deiner ersten
Absicht bleiben. Wegen uns hier – es müßte denn etwas dazwischen
kommen – brauchst du sie sicher nicht aufzugeben.
43Ich wollte dann wohl noch wissen, ob dein Bleiben in Krefeld «bis zum Herbst» nun
bedeutet, daß du auch im August dort sein wirst. Doch damit eilt es nicht.
Jedenfalls und zunächst freue ich mich, dich hier zu sehen.
Von Herzen
Georgs Brief4 ist ein wahres
Monument; auch für ihn selber! Ich bin ihm wirklich dankbar, daß er für uns
alle so tapfer den «Fabrikdirektor» macht.