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Barth an v.K. auf dem Bergli
Dies soll noch ein letzter Gruß sein, bevor ich komme – noch einmal richtig zu
dir komme! Ich hoffe so, du seiest nicht in Depression versunken, als aus dem Mittwoch
plötzlich der Freitag wurde! Am Freitag wird’s ja nun sicher sein. Und du mußt
nicht meinen, daß du dich mehr freuest als ich!
Hier ging es auch seither, auch gestern als an Nellys Geburtstag, so gut wie
möglich. Vielleicht hat das plötzliche Einsetzen strahlend schönen Wetters das
Seinige dazu beigetragen. Wie wollte
ich, du könntest Adelboden
jetzt sehen. Und denk, an den Familienausflug von vorgestern habe ich mit plötzlichem Entschluß
nachmittags um 2 Uhr eine richtige und ziemlich gewagte Bergbesteigung
angeschlossen: mit Markus,
Stöffeli,
Matthis zusammen. Die bewährten sich in dem unvorhergesehenen Fall
als eine sehr zuverlässige Truppe, und auch die Gummisohlen an meinen Schuhen
haben wider Erwarten gehalten!! Es war das Albristhorn (2700 m)1, wir mußten
z. T. klettern wie die Affen, aber der Mut und der Humor waren groß, und abends
nach 8 Uhr trafen wir müde, aber wohlbehalten bei Eduards ein. Ich verstehe doch gut, daß die
Berge einen rufen
können. Aber für dies Jahr soll es nun genug sein. [Nelly war also mit den drei Großen
letzten Mittwoch auf dem Wildstrubel2
mit einem Führer.]3 Heute fährt Fränzeli nach Isenfluh
bei Mürren zu ihrer Freundin Dodo von Flottwell4. Sie soll den Brief mit zu Tal
nehmen, damit mein Liebling ihn
rechtzeitig erhält. Mit Eduards findet jeden Tag reger Verkehr statt, und es ist sehr gut
mit ihnen. Ich bin so froh, daß es diese letzten Tage nun etwas leichter ging.
Von Hansjoggelis Münchenreise war nochmals die Rede, aber als ich sah,
daß Nelly ihn
durchaus lieber |146 hierbehielte, gab ich flugs nach und
komme nun also allein.
Ein Aufsuchen meiner Schwägerin Helene5 wird sich wahrscheinlich nicht vermeiden lassen. Ach du,
irgend etwas in mir ist bei Allem auch ganz froh und ruhig. Ich danke dir
so für deine lieben Briefe. Heute und morgen soll
noch viel Anselm unter
Dach kommen. Am Freitag aber komme ich, 352! Ich will
jetzt nichts mehr sagen. Nr. 12 und 14.6