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Barth an v.K. in Bonn
Gestern traf Fränzeli ein und brachte mir deine Post, und heute kam dein Brief.
Dank für Alles! Von mir ist kaum etwas zu erzählen. Es geht mir fortgesetzt gut,
wenn ich auch offenkundig noch nicht hergestellt bin. Aber das Ohr hält sich ruhig, das Gehör
verbessert sich sogar, und das Allgemeinbefinden ist auch zufriedenstellend. Wir
sind heute alle drei bei Lindts zum Mittagessen, und morgen fahre ich mit Mama nach
Madiswil zur Konfirmation von
Uli1. Die Arbeit an der Dogmatik geht
langsam, aber dafür gründlich und mich befriedigend ihren Weg. Ich erwäge den Gedanken, ob ich nicht
die Anzeige der Enzyklopädie2 zurückziehen soll,
um dann die eine große Sache3 gut zu machen. Aber darüber schreibe ich
dir noch. Mein Arbeitstempo ist mir wirklich eine Qual. Gelt, du nimmst, wenn nichts von mir
kommt, immer ohne weiteres an, daß Alles in Ordnung ist. Das
Schreibenmüssen ist irgendwie so beunruhigend, und ich denke
jetzt eigentlich von früh bis spät nur an die Dogmatik, die doch
einfach gut werden muß. Nein, ich denke auch noch an einige andere Dinge!!
Aber … doch du verstehst schon. Frl. Simon bekommt ihren Schein.4 Fahsel ist erschütternd.5
|171 Hörst du nichts vom Bergli? Ich gar nichts. Sie haben wohl kein
Verlangen nach uns?!