Brief Nr. 93 · 15. März 1932

Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Bern

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Lieber Karl,

ich bin also wohlbehalten in der Trittligasse1, und du bist in Bern. – So is es. – Hier ist es schön. Jeder Raum hat sein Gesicht, und Alles ist warm und gut. Du fehlst sehr. Ich wohne ganz allein unten im Parterre in einem behaglichen kleinen Zimmer. Gegenüber liegt ein ebensolches unbewohntes – zwei Stock höher wohnen Ruedis, Gerty in einem ganz schönen hellen Schlafzimmer mit ihren fünf jüngeren Kindern2. Und Alles ist sehr ruhig und sehr selbstverständlich, und ich wollte, «wir» hätten es auch so. – Gelt, nun habe ich dir die Bücher weggenommen. Sie sind hoffentlich morgen wieder bei dir. – Lieber Karl, sei nicht traurig. Wir sind ganz beisammen.

Deine
L.

Sachfußnoten

1
D. h. bei dem Ehepaar Pestalozzi in Zürich vor der Weiterreise zum Bergli, wo sie sich vom 22.3. bis zum 9.4.1932 aufhielt.↩
2
Nach Ruth (1915) die Kinder Heiner (1917), Esther (1919), Frieder (1922), die Zwillinge Ursula und Franziska (1923).↩