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von Kirschbaum an B. in
Bern
Wo sitze ich? In der Imbißstube im Bahnhof Köln am Platz neben der Heizung!!2
Im Unterschied zu neulich kein Schnäpslein, sondern eine Bouillon vor mir. Nicht der
einzige Unterschied!! – Um 1256 geht es
nach Oe[ynhausen] weiter, um ½2 h steigt in Dü[sseldorf] Frl. Seifert ein. Meine Tasche
ist schwer: Die zwei dicken Bekenntnisbände3 sind darin. Und einige
Dokumente für alle |422 Fälle, auch das
Protokoll jenes Gespräches im Hause Jacobi4, das sich doch noch einmal
vorfand nach langem Suchen. Wenn es not tut, will ich die «politisch
bedenklichen Äußerungen vortragen»5 – wenigstens hinter den Kulissen.
Heute morgen habe ich dir etwas Post nachgesandt ohne persönliches Wort. Darum
noch dies Grüßlein. Wie geht es dir, Karl? Mach dir das Herz nicht
zu schwer mit der Entscheidung Ba[rmen]-Bas[el].
Das wird vielleicht, nein wahrscheinlich ganz konkret von hier aus
gewiesen durch den weiteren Verlauf des «Falles B.». – Um den Preis einer
Abschwächung in dieser Sache wollen wir d[ein] Hiersein doch keinesfalls
erkaufen. Dann lieber Bas[el] und mit deutlichen Tönen. Wenn ich
Hesse spreche, will
ich ihm das auch andeuten. Aber vielleicht bedeutet auch die Revision
nochmal eine Änderung. – Das Wichtigste ist, daß du dich jetzt erholst und, ob
hier oder dort, wieder mit Freude beginnst. – |423 Morgen
früh wirst du im Gurtenhäuslein am Sender das Resultat6 hören, ich vielleicht im Viktoria Hotel. –
Grüße deine Mutter und die Buben. –
Die Studenten haben angefragt, ob sie deine Predigtübungen7 abschreiben
lassen dürfen. Ich habe es erlaubt. Der lange Wolf8 kommt demnächst zu mir zu dem Gespräch
über – Bodelschwingh. Das ist ein netter und guter Mensch. - Eras9 kommt Freitag
Mittag.