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Barth an v.K. in Bonn
Wie war das gut, dich gestern schnell zu hören. Ich bin nun sehr gespannt auf
deine weiteren Nachrichten. Von weitem geurteilt, scheint mir die Berufung
sinnlos geworden zu sein: der für die Bekennende Kirche interessante Punkt scheidet aus, und in den beiden anderen wird
es der oberen Instanz ein Leichtes sein, mich abermals zu verurteilen, wobei ich
dann die Bekennende Kirche
gegen oder jedenfalls nicht für mich habe. Wozu soll ich dieses
Spiel spielen? Aber vielleicht bringen mir deine Nachrichten Aufklärung. Und nun
ist also heute die Konferenz in
Elberfeld1, auf
deren Ertrag ich natürlich nicht weniger gespannt bin. Wie gut ist offenbar dein
Sein und Wirken in
Oeynhausen gewesen! Ich habe deinen meisterlichen Bericht immer
wieder gelesen und mich gefreut an dem Gedanken, wie glaub[würdi]g2
ich dort vertreten worden bin. Dir kann man wirklich Aufträge geben, und gelt,
du tust das auch lieber als Briefe und Re|455zensionen einordnen, eine Sache, für
die wir mit der Zeit eine untergeordnete Hilfskraft einstellen sollten, um dich
für die höheren Funktionen, deren du fähig und würdig bist, frei zu machen.
Morgen halte ich also meine Predigt3. Sie ist schon zu Faden geschlagen und soll nachher ein
zweites Mal durchgearbeitet werden. Wäre doch Mucki auch hier, um sie zu
stenographieren. Aber wirklich nicht nur dazu!!! Sonst (ach ja: sonst!) geht es
mir hier ausgezeichnet. Gestern war ich den ganzen Nachmittag unterwegs und habe
mich müde gestampft bergauf und bergab. Heute bin ich natürlich mehr zu Hause. Nils sind sehr nett zu mir, und warm ist es jetzt
auch im Hause, aber ich habe alle warmen Sachen angezogen. Daß
N[elly] mit
H[ans]j[oggeli]
nach K[ohlfurterbrücke]
gefahren ist, kann ich nur billigen. Ich habe ihr eben auch einige Worte
geschrieben. Wie gerne wüßte ich, was sich wohl eben [jetzt]4 in Köln5 abspielt und wie es
dann in
Elberfeld werden wird. Eins ist sicher, daß mein kluges
Sch.
seine Sache sehr gut machen wird.
Gruß!