Brief Nr. 185 · 18. Januar 1935

Charlotte von Kirschbaum an Karl Barth in Grindelwald

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Lieber Karl!

Die schöne Gelegenheit, übermorgen Eduard einen Brief an dich mitzugeben, soll nicht unbenützt bleiben. Ich will versuchen, dir ein wenig gesammelter noch meine Oeynhausener Eindrücke wiederzugeben, als dies neulich abend im Zimmer des Viktoriahotels möglich war. Es war ja so seltsam, an allen diesen Stätten nun leibhaftig umherzuwandeln, an denen ich dich im Geiste so oft begleitet hatte. In demselben Frühstückszimmer herzklopfend den Tageslauf zu beginnen, das Herzklopfen durch einen kräftigen Kaffee unterstützend, in demselben Sitzungszimmer Gespräche über Karl Barth zu führen, bei demselben Portier Nachfrage zu halten, wie es denn mit Post für Zimmer 39 bestellt sei, und jedesmal, wirklich jedesmal am Abend einen Gruß zu finden! –

441Als wir ankamen am Montag abend nach einer reichlich trüben Fahrt durch die wenig schöne Gegend, die in einem Gemisch von Regen und Schnee wirklich auch noch ihre wenig anmutigste Seite zeigte und die mich das Opfer sehen ließ, das du mit deinem Hier-bei-uns-Bleiben auch nach dieser Seite bringen würdest (Wuppertal ist nicht schön), fand ich dank deiner Schilderung und dank einer glänzenden Lichtreklame (!) mühelos den Weg zum Hotel. Kaum aber hatten wir dort ein gemütliches Zimmer bezogen und eben uns ein wenig eingerichtet, klopft es: Die Damen möchten bitte herunter kommen ins Auskunftsbüro der Rüstwoche. Frl. Seifert fuhr zusammen: «Jetzt werde ich wieder fortgeschickt!» Die Gute, sie hatte die ganzen Tage zu kranken an einem fast gesteigerten Bewußtsein ihrer Illegitimität!! (Wer tut das sonst auch manchmal??) Unten trat ein freundlicher, sehr jugendlicher Mann uns entgegen, verbeugte sich: Pastor Thimme1. Ist eine der beiden Damen vielleicht Frl. v. Kirschbaum? Für Sie ist nämlich ein Freiquartier bestellt in der Schubertstraße bei Pastor X. – Ich glaubte dieses freundliche Angebot nicht ausschlagen zu dürfen, holte mein Köfferlein und bestieg ein Auto, begleitet von einer kleinen Führerin. Konfirmandinnen hatten sich zu diesem Zweck erboten, da der ostfriesische Chauffeur einer mildtätigen Dame, die ihr Auto zur Verfügung gestellt hatte, weder Weg noch Steg in Bad Oeynhausen kannte!! Das Auto rollte und rollte, die Straßen wurden lichter, die Häuser hörten schließlich auf, der Kurpark lag dunkel am Wegrand. Mir wurde etwas schwindlig zumute. Wie sollte ich jeweils des Nachts nach den Sitzungen hier herausgelangen?? Die Kleine meinte getrost: «Oh, da gehen Sie quer durch den Park, dann ist es gar nicht mehr so schrecklich weit!» Schließlich sah man am Horizont noch ein Häuslein liegen. «Das ist es.» Ich klopfte dem Chauffeur: «Bitte, fahren Sie mich wieder zurück ins Hotel. Ich |442 will lieber ein Zimmer dort mieten.» Brummend machte er kehrt, und etwas verstimmt nahm Pastor Thimme meinen eigenmächtigen Entschluß zur Kenntnis, während Frl. S. glücklich war über die Wiedervereinigung. – Um 8 Uhr gingen wir in den Hohenzollerhof, wo die Eröffnung der Tagung stattfinden sollte. Kein Mensch war da, nur ein junger Pfarrer ging mit uns zur Türe hinein. Der Boy fragte: Gehören die Herrschaften zur Tagung? – Ich jedenfalls, meinte der Pfarrer im Vollgefühl seiner männlichen Würde. Wir auch, sagte ich kühner, als mir zumute war. Und dann warteten wir in weichen Sesseln. Nach und nach füllte es sich, bekannte Gesichter tauchten auf: Fricke/Frankfurt, Schipper und sogar der kleine Wolf vom Studentenbruderrat hier2. Mit ihm entflohen wir dann in die Stadtkirche, wo Asmussen predigte. Bis zum letzten Raum war die Kirche gefüllt, und Asmussens klare schöne Stimme teilte das Nötige mit über den Grund der Gemeinde. Es war ein Abend aus einer Folge von Belehrungsvorträgen über die Grundelemente der Gemeinde. Zurückgekehrt fanden wir einen gefüllten Saal, alle Größen des Kirchenkampfes: Beckmann, Held3 und wie sie alle heißen. Auch Dr. Stoevesandt war zu sehen und vor allem, vor allem der liebe, gute Heinrich Vogel. Pfr. Weber, als Vertreter von Koch, übernahm knapp und gut die Begrüßung. Dann folgte die Berichterstattung aus den verschiedenen Gebieten, merkwürdig nichtssagend (ausgenommen Schipper) und von Hannover geradezu aufreizend episkopal. Heinrich Vogel saß schräg vor mir mit so traurig-verlassenem Gesicht, daß ich ihm – er hatte mich noch nicht gesehen – einen Zettel zuwarf: «Herr Pfarrer, Ihr Marsch4 ist herrlich! |443 K. B. läßt Sie grüßen. L. v. K.» Sein Gesicht hellte sich auf, und er lachte ganz herzlich und leise. Als um ½11 Uhr dann der Letzte sein Sprüchlein gesagt hatte und wir aufstanden, ergab es sich, daß ich noch mit Schipper, Vogel, Jannasch/Lübeck und Horst Michael sitzen blieb und in ein langes Gespräch mit ihnen kam über deine Situation und deine weitere Entscheidung. Vogel war sehr offen und ganz bereit, mir zuzustimmen, daß jedes unbedingte Dich-festlegen-Wollen unrecht sei. Er meinte, zu Anfang habe er das getan, aber er habe da sich lockern lassen. – Horst Michael begleitete das Ganze mit schneidend geistreichen Bemerkungen, ein wenig von sich überzogen, aber scharfsichtig und belebend. – Um Mitternacht trennten wir uns, und auf dem Zimmer fand ich Frl. S. bereits in friedlichem Schlummer. – Der andere Tag fand uns um 9 Uhr versammelt in einem etwas trüben und vor allem etwas sehr kalten Saal. Aber in der Bereitschaft, mit der Kirche in der Verfolgung alles zu leiden, fanden wir uns damit ab. Asmussen eröffnete und verlas alle Namen, und dann kam halt unaufhaltsam auch der meine, als Vertreterin von – – Bonn. Man sang ein Lied, man betete gemeinsam den 84. Psalm, das Vaterunser, eine kleine Morgenandacht, die sich jeden Tag in derselben Weise wiederholte. Dann kam eine Stunde Bibelarbeit, an den drei Tagen geleitet von Albertz, einem Reformierten. Das war eigentlich an den drei Tagen eher enttäuschend, und ich gestand mir leise, daß wir im Seminar in solchen Fällen sehr viel gründlicher bei Exegesen zu Werke gehen, als dies hier der Fall war. – Gegen Ende trat – – Georg in den Saal, der bald darauf mit seinem Vortrag über «Alte und neue Kirche, Reformation und Restauration»5 begann. Dieser Vortrag war nach meiner Ansicht trotz gerade glänzender geistiger Jonglierkunststücke eine Katastrophe. Ich blieb einfach tiefbetrübt auf dem Schauplatz zurück. |444 Zunächst wehrte er die Begriffe Reformation und Restauration als untheologische und unmögliche ab. Was er dazu sagte, war ordentlich und theologisch wohl einwandfrei. Ganz verhängnisvoll aber wurde es im zweiten Teil, wo er sich eine Auseinanderreißung von Bekennen und Bekenntnis leistete, die mir nach dem Vorangegangenen einfach schlechthin unverständlich war und die zugunsten einer solchen Überbetonung des Bekenntnisses geschah, daß, wäre nicht schon der Vorgang als solcher unmöglich, dies wirklich noch eine besondere Prüfung war. – Obendiek6, der das gleiche Thema nach ihm behandelte, machte es gut. Vielleicht hast du es dir seinerzeit noch strenger exegetisch gedacht, als du ihm den Rat gabst, aber es war nichts dazu zu bemerken, nur vielleicht dies, daß seine Art des Vortrags wirklich so weitgehend der Anmut entbehrt, daß es schon hart an Das-Licht-unter-den-Scheffel-Stellen geht [vgl. Mt. 5,15]. Aber es tat wohl in der Straffheit und Sauberkeit der Gedankenführung und der Lauterkeit der Bemühung. – Dann gemeinsamer Mittagstisch, neben mir Schipper, uns gegenüber Humburg und Fiedler. Wir hörten nicht uninteressante Dinge über Marahrens und die Situation in Berlin. M. scheint kreuzunglücklich, will lieber heute wie morgen gehen. Er habe wörtlich zu Humburg gesagt: «Ach, werfen Sie mich doch zum alten Eisen, ich tauge ja doch nichts mehr!» Solche Aussprüche rühren natürlich Humburgs wirklich gutes, aber für die schlimmen Zeiten vielleicht doch zu weiches Herz. Fiedler ist strammer, jünger, geballter. Er sagte, seine Frau habe gesagt, er habe sich seit dem Zusammenbruch nach Dahlem zu einem unglücklichen Manne entwickelt. Und in der Tat, er sieht seltsam gealtert und schlecht aus. An deiner Sache ist er brennend interessiert und sagte mir sofort, er wolle in diesen Tagen noch mit mir darüber sprechen. – Ganz unvermutet kam Georg: Trinken wir einen Kaffee zusammen? – Ich war bereit. Wir hatten nicht lange Zeit. Er war merkwürdig aufgeschlossen und liebevoll da, sprach von dir als von dem einzigen wirklichen Freund, den er je gehabt habe, sprach von all dem, was ihm schwer war. Darum war ich sehr froh, hatte aber immer im Hintergrund die Angst: Ich darf trotz|445dem nicht schweigen über den Vortrag. Und dann sagte ich ihm alles, was dazu zu sagen war, sehr vorsichtig, aber ich glaube, ohne jede Zudeckung. Ich mußte ihm sagen, daß dieser Vortrag dich nur hätte aufs schwerste betrüben können und deiner gegenwärtigen theologischen Arbeit einfach als unversöhnlicher Gegensatz gegenüberstehe. Er nahm das bekümmert, aber eigentlich gut zur Kenntnis. Durch Schipper wurden wir dann jäh unterbrochen. Es geht mir alles noch sehr, sehr nach. Wenn man ihn doch abhalten könnte, sich zu verrennen in so seltsame Versteifungen, wie z. B. auch diese, daß er dich bzw. die Reinheit deiner Lehre gegen dich schützen müsse, denn du stehest im Begriff, jetzt mit umgekehrtem Vorzeichen die Sünde der Religiös-Sozialen7 zu begehen. Ich lachte ihn aus, ich sagte ihm, er sei aus einem Rechtsanwalt ein Staatsanwalt geworden, er solle doch davon ablassen, das sei nicht gut. Er war nachdenklich und schien aufgeschlossen. – Am Nachmittag in der Diskussion wurde aber Asmussen gegenüber all das, was ihn von uns trennt theologisch, so grell deutlich, daß ich nur mit Traurigkeit daran denken kann, und umso mehr eigentlich, weil eine gewisse persönliche Nähe diesmal nicht zu leugnen und von ihm gesucht war. – Asmussen verlor dann vielleicht auch ein wenig zu jäh die Haltung und schrie es förmlich hinaus, die Lutheraner möchten doch bitte, bitte lieber gleich sagen, sie seien nicht mehr gewillt, die Linie von Barmen zu halten, statt sie zu erweichen bis zur Unkenntlichkeit. Es ging den ganzen Nachmittag um die Gültigkeit der Barmer Erklärung und ihre Anerkennung als Bekenntnis, eine Fragestellung, die ich einfach für verkehrt halte, da man doch nie die Möglichkeit, sondern immer nur die Wirklichkeit eines Bekenntnisses anerkennen kann. Vogel tat sein Bestes. Er ist theologisch vorsichtiger als Asmussen, hat freilich menschlich weniger Gewicht. Von der formalen Frage nach der Gültigkeit ging es im Gespräch über zu der Frage nach Amt und Gemeinde, und dabei traten eben seltsame Dinge zutage bei den Lutheranern, die mich im Verlauf der Tagung noch oft und eigentlich steigernd erschreckten. Sie behaupten zäh, die communio sanctorum sei nicht konstitutives Element der Kirche. Das ging so weit, daß am letzten Tage der eine und schlimmste der Hannoveraner* es fertig brachte zu sagen: Es sei |446 letztlich grundsätzlich gleichgültig für ihn, ob ein Mensch unter der Kanzel sitze und zuhöre oder nicht. Die Kirche sei auch ohne diesen Menschen auf dem Plan.

Nachts. Lieber Karl, ich mußte lange unterbrechen. Matthislein wollte ins Bett gebracht sein unter langen Gesprächen über Barmen-Basel. (Ich glaube, die Leute in Elberfeld wissen nicht, daß ich existiere. Sonst könnten sie das nicht wollen!! Sag doch selbst, ich bin doch in Barmen eine unmögliche Gestalt!!) Ich tröstete ihn. Es wird Basel werden. – Und mitten hinein kam dein Anruf aus Grindelwald. Lieber Karl. Er hat mir Sehnsucht gemacht, soweit sie nicht schon vorhanden war. – Aber wie schön, daß du es gut hast, daß du durch den Schnee und die herrliche Luft laufen darfst. Bleib doch, so lange es nur geht. –

19. Jan. 1935.

Inzwischen ist ein neuer Tag angebrochen. Gestern abend, als ich die gemütliche Erzählung fortsetzen wollte, kam H. W. Landgrebe und wollte seinerseits erzählt haben. Und da er als Hausgenosse diesen Anspruch schließlich erheben kann, hielt ich ihm stand. Dann kam noch ein Telefon von Traub, der anscheinend in der Synode im Verein mit dem sichtlich sehr guten Pfarrer Boué8 erhebliche Dinge durchdrückt hinsichtlich deiner Angelegenheiten (Eidesfrage und Barmen)9, die nun in seiner Formulierung von drei Pfarrern in der Rheinischen Synode vorgebracht werden sollen. Er ist stolz und beunruhigt zugleich wie immer in solchen Fällen, und die Formulierung soll also hier heute mittag unmittelbar vor meiner Abreise nach Köln noch – – Gnade finden. – Aber dann war ich müde, und sehr erkältet von dem eiskalten Saal in Oe. mußte ich ins Bettlein kriechen. Und heute sieht es leider nicht so aus, als könnte ich diesen Brief noch so zu Ende führen, wie er gedacht war. Die Post brachte den deinigen. Hab vielen herzlichen Dank! Es ist mir alles recht (gelt, ich werde ganz unwahrscheinlich sanftmütig?), und ich begegne deinem Wunsch nach Rückkehr an strenge dogmatische Arbeit mehr als du dir vielleicht vorstellst. Dazu hat Oe. ganz wesentlich beigetragen, und das |447 war es eben eigentlich, worüber ich dir noch ausführlich schreiben wollte. – Daß du am 1. heimkommen willst, ist ganz unerwartet schön, ich hatte mich innerlich auf längere Zeit einzurichten versucht. Wirklich nur versucht!! – Eben telefonierte ich mit D. Hesse und meldete mich offiziell in Elberfeld an für heute abend.10 Ich möchte nicht gerne so dort einbrechen. Er war sehr freundlich und sagte, er fände es ausgezeichnet. – Wie ich dir gestern schon schrieb, spielt aber nun gleichzeitig hier eine wichtige Sache. Fiedler kommt zu einem Vortrag in der Bek. Gem. heute abend und sagte mir in Oe., er wolle dann gerne mit Bleibtreu sprechen und ich sollte doch zusehen, dabei zu sein. Ich habe lange geschwankt, aber ich habe mich – vielleicht nicht nur aus Pflichtgefühl!! – nun doch für Elberfeld entschieden. Fiedler ist nämlich der Ansicht, daß man im Augenblick die juristischen Schnitzer der Gegenseite unbedingt ausnützen müßte (die illegale Veröffentlichung des Vorsitzenden formal und den Vernebelungsversuch material11) und war darum mit deiner Notiz in den B. N.12 nicht ganz einverstanden, weil sie sich trotz allem Protest zu stark schon auf diesen Boden stellt. Mag er nun recht haben oder nicht – Bl[eibtreu] ist sehr viel pessimistischer – , er hat auf jeden Fall eine Fülle von Erfahrung in den Beziehungen Kirche und Staat hinter sich und hat dazu das große Plus einer unbedingt sauberen theologischen Einsicht, wie mir sein Vortrag in Oe.13 zeigte. So daß mir scheinen will, es kann nur gut sein, wenn er sich kümmert um die Sache und Bl. berät. Morgen vormittag im Hause von Horst wird das Gespräch stattfinden. Horst meinte, ich sollte mit dem Frühzug aus Elberfeld herüberfahren, aber ich habe mich nicht gebunden (vielleicht geschieht es doch), sondern habe mit Bl. verabredet, daß er nach dem Gespräch mittags in Köln mit Eduard, Ruedi und mir zusammenstößt, so daß diese dir mündlich oder in einer raschen schriftlichen Niederlegung das Ergebnis melden können. Sollte F. nach Kenntnisnahme der Urteilsbegründung, die wir ihm aushändigen, die Sache anders sehen und Revision für unnütz halten, dann kann diese jederzeit mit deinem Einverständ|448nis zurückgezogen werden. Aber ich glaube, es ist gut, wenn du noch auf diesen Bericht wartest, wie ich dir gestern abend am Telefon sagte. – (Übrigens sagte ich Horst eben, daß du am 1. heimkommst. Nun wird er dich nicht mit einem Schreiben bedrängen, sondern warten.) Wölflein läßt dich sehr grüßen. Morgen abend feiern wir: er, Traub und ich zusammen die Geburt des Sohnes. Er ist so gut aufgeschlossen und freundschaftlich. Und weißt du, wer mit uns reiten will?? Goeters!! Er habe schon die wildesten Pferde gebändigt in seinem Leben, behauptet er. – –

Nun aber zurück zu Oeynhausen. Es steht also so, daß ein sachliches Protokoll erstellt werden wird mit kurzen Wiedergaben der Vorträge und ausführlicheren der Diskussionsreden, so daß du das dann alles lesen kannst. Schipper und ich wollen das in freundlicher Arbeitsgemeinschaft schaffen: er den ersten und dritten Tag, ich den zweiten.14 An diesem zweiten Tag stand das Thema Staat und Kirche zur Diskussion nach den beiden Vorträgen von Schmidt/München15 und de Quervain16. Der zweite war, wie ich dir schon schrieb, ausgezeichnet und hat das ganze Zusammensein darum überhaupt erst zu einem sinnvollen werden lassen, weil er es aus dem bloßen Diskutieren in den Ernst der Entscheidung hob. Es ist ja merkwürdig und etwas mir gänzlich Unbekanntes, weil um dich her Unmögliches, wie weitgehend die Leutchen auch jetzt noch sich mit einer Welle von Reden schützen können dagegen, daß es wirklich ernst wird. Der kleine zappelige de Quervain (was ist das für ein seltsamer Mann, Karl, auch persönlich. Immer wieder tauchte er neben mir auf, setzte sich bei Tisch zu mir, um dann vollkommen abwesend und zerstreut zu sein) hat das geleistet, und das Erschrecken in den Gesichtern war ganz spürbar und fast an den Vorgang erinnernd, der sich um dich herum zu ereignen pflegt. Am Nachmittag im lutherischen Konvent sank dann freilich das Niveau rasch wieder. Asmussen war dafür, einfach zu erklären, daß wir Lutheraner nicht in der Lage wären, ein eindeutiges gemeinsames Wort in dieser Sache zu finden, und zwei Formulierungen nebeneinanderstellten. Es kam dann schließlich doch |449 noch anders, und wir einigten uns mit den Reformierten auf eine. Es war nämlich die Aufgabe dieser Konvente, jeweils eine Formulierung zu erstellen, die dann in gemeinsamer Diskussion zusammen verglichen und verarbeitet werden sollte zu der endgültigen Fassung. Und da war es nun jedesmal eigentlich erschütternd zu sehen, wie einmütig, wie konzentriert, wie entschlossen die Reformierten zurückkehrten (Stoevesandt auch unter ihnen!) und wie zerrissen, fast feindselig aufgespalten wir Lutheraner sie empfangen mußten. Es ist für mich das Ergebnis dieser Tage, oder eines der Ergebnisse dieser Tage, daß ich niemals mehr sagen könnte, man müsse reformiert werden, sondern daß ich eigentlich die ganze Bedeutsamkeit dieses Konfliktes im Luthertum gerade dahin verstehen muß, daß man nun erst recht Lutheraner sein muß, wenn man es schon einmal ist. Heil allen, die es nicht sind. Aber in diesen so merkwürdig zu Randgestalten gewordenen Gestalten wie Asmussen, Vogel, wie weithin deine Schüler, scheint sich mir etwas ganz Wichtiges zu entscheiden. Sie nämlich tragen im Grunde die Last des Kampfes gegen diese böse, böse Ketzerei im eigenen Lager, die aus dem Bekenntnisstand der Kirche die Wirklichkeit der Kirche ableitet und die mit einer Sicherheit und ja, ich kann eigentlich nur noch einmal sagen: bösen, bösen Unerschrockenheit den Heiligen Geist verleugnet. Asmussen weiß, warum er so verzweifelt um die congregatio sanctorum kämpft. Es ist, als wollte in diesen Lutheranern die Kirche, die, das läßt sich nicht leugnen und das ist der Unterschied zu vor einem Jahr, die weltliche Dämonie abgewiesen hat (der Mythus ist gebrochen, und nur aus Ängstlichkeit wird er von den Schwachen noch behutsam behandelt!!), aber nun der viel schlimmeren geistlichen erliegen17, wie wenn sie im Kampf um ihre Freiheit sich in einem fürchterlichen Maße Selbstzweck geworden wäre. Nicht Christus gilt es, sondern die Kirche. Gewiß, sie sagen alle: Wir meinen die Kirche Jesu Christi, aber (kommt dann) in der bekenntnisbestimmten Kirche, und dann setzt die eigentliche Leidenschaft ein. Und da ist es nun schade, daß Asmussen, der unbedingt nach meiner Einsicht sich da für Notwendigstes wehrt, in seinen Formulierungen merkwürdig sorglos sein kann. Und sich darin dann manchmal Blößen gibt, die er den Anderen, die innerlich eine Front |450 bilden (von Merz bis zu dem tristen Schmidt und wie sie alle heißen) nicht bieten sollte. Vogel ist da sicherer, weil er rhetorisch schlichter ist, nein, vielleicht nicht weil, sondern und.

Am letzten Abend sagte Asmussen mit erhöhter Stimme zu der Versammlung: Ich verbitte mir, daß es mir abgesprochen wird, Lutheraner zu sein. Ich bin Lutheraner, und ich verbitte mir, daß nur die als Lutheraner anerkannt werden sollen, die von Rostock oder Erlangen ein placet haben. Ja, ich halte sogar dafür, daß ich Lutheraner bin, der auf der Grundlage der C. A. 📖 steht, während sie sich von Art. VII18 scheiden. – Aber nun erhebt sich die seltsame Frage, wenigstens im faktischen Zusammentreffen der theologischen Äußerungen und Ergebnisse: Wo liegt der Unterschied, der notwendig trennende Unterschied zwischen diesen Lutheranern im Sinne Asmussens und den Reformierten? Ich weiß, man kann diese Frage nicht formal erheben. Aber wird nicht z. B. H. Gollwitzers Arbeit19 da sehr seltsame Dinge ergeben, wenigstens nach den uns bekannten Auszügen? Sieh, es war in Oeynhausen dauernd so, daß zwischen Asmussen, Vogel, Schipper etc. auf der einen und den Reformierten auf der anderen Seite kein Dissensus gegeben war und daß wirklich Asmussen dieser Tatsache zum Trotz behaupten mußte: «Ich gehöre nicht zu euch, sondern zu den Anderen. Ich bin Lutheraner.» Humburg flüsterte mir am ersten Nachmittag einmal während einer Rede von Asmussen zu: «Er gibt sich verzweifelte Mühe, Lutheraner zu sein.» Und in der Tat, es war so. Ich sagte das Asmussen nachher, da lachte er nur und meinte dann eben zu Voget, wie ich dir schon schrieb, «die Reformierten sollten nicht glauben, er habe eine heimliche Liebe zu ihnen», was Voget mit leisem Lächeln quittierte und ich mit der Bemerkung: Heimliche Liebe gesteht man nie. –

Was ich dir nun gestern auf der Karte andeutete mit dem seltsamen zweiten Stadium, in das mir der Kirchenkampf getreten scheint, |451 der20 sich unendlich viel grundsätzlicher austragen muß als der von 1933 und 34, weil er nun eben wirklich ein innerkirchlicher Kampf ist, das hat mich sehr ruhig gemacht im Hinblick auf Basel. Es könnte sein, daß du dort, vielleicht im Kampf mit Brunner, wirkungsvoller mitsprichst als hier im Nahkampf. Es könnte sein. Eine Festlegung auf das Reformiertentum innerhalb Deutschlands würde dich auf jeden Fall mehr verbauen als die nationale Grenze. Wenigstens scheint es mir nach dieser Woche so. Asmussen hat, so glaubte ich ihn verstehen zu müssen, ähnliche Gedanken darüber und vielleicht auch noch eine fast ängstliche Abwehr aus konfessionellen Gründen, sich zu eng mit dir zu liieren. Wenigstens wollte es mir fast so scheinen. Er sagte allerdings auch das: Die Schande, die es für uns alle bedeutet, wenn K. B.das Land verläßt, ist nicht gut zu machen. –

Ja, das sind nun alles nur so hingeworfene Brocken, die dir nicht viel sagen können, aber die dir die Richtung zeigen, in der meine Gedanken über das alles laufen. Ich denke bei dem allen an das, was du einmal im Seminar sagtest, daß es letztlich in all diesen Kämpfen vielleicht um eine neue Erkenntnis des Heiligen Geistes gehe. Und das scheint mir eben hier in den drastischeren Formen und drüben in den ruhigeren des Brunnerkampfes dasselbe zu sein. Oder irre ich mich? Auf jeden Fall, das steht fest: du mußt dich zurückhalten aus diesen Kleingefechten und mußt wieder daran gehen, im Großen die Richtung zu zeigen und in unermüdlicher dogmatischer Belehrung zu helfen. Das ist nötiger als alles Andere. –

Wie mag es nun heute abend werden? Eduard rief gestern noch an. Meint er wohl, ich versteife mich auf Barmen? Ich bin weit davon. ­Um 5 Uhr treffe ich sie in Köln, am Abend holt de Quervain uns ab und bringt uns zum Abendessen ins Predigerseminar, dann zur Besprechung zu Halstenbach. –

Nun will ich noch die Druckbogen21 lesen und dann Eduard mitgeben. Wenn ich nicht ganz fertig werde, mußt du entschuldigen. Ich versuche es möglichst. –

452Alles Andere dann mündlich. Die guten Berner22, haben sie nichts Besseres zu denken und zu tun?? Ich kann es nicht ernst nehmen. Nelly habe ich beruhigt.

Es grüßt dich u. h. d. s. l.

Deine
L.

Von einigen guten persönlichen Begegnungen in Oe. erzähle ich dir dann noch, dazu gehören auch die etwas problematischen: Jannasch und Voget, die mir beide gefielen. – Stoevesandt ist erquickend und «fabelhaft», aber wirklich nicht belastet mit Reflexionen, vielleicht doch zu wenig.
Elberfeld, Sonntag 20. Januar, morgens. – Ich sitze in einem feudalen Zimmer des «Kaiserhofes» und warte, daß Ruedi und Eduard mich zum Frühstück abholen. Dann geht es in die Kirche zu D. Hesse, dann nach Köln zu Dr. Bleibtreu. ­- ­Der Abend gestern mit den Reformierten (bei Halstenbach24) hat wohl das gezeigt, daß die Ent|453scheidung wirklich so schwer ist, wie sie dir fällt, und daß beide Teile das jetzt sehen. Eduard hat gut gesprochen, aber auch die Reformierten haben sich gut gehalten und mit keiner Wimper gezuckt nach bruchstückweiser Verlesung der Urteilsbegründung. Auch deine L.hat mehrmals das Wort ergriffen und gegen Humburg sogar einen Angriff auf die Vorläufige Kirchenleitung eröffnet. Ich muß sagen: das ist ein sehr ordentlicher Mann. Er schreibt dir wohl in der nächsten Zeit. – Mit Eduard und Ruedi habe ich es sehr schön und fühle mich ihnen von Herzen verbunden. Wir haben in der ganzen Sache wohl keinen Augenblick gegeneinander gedacht. –
Jetzt predigst du.25 Ich denke daran. Gestern abend wählte Hesse vor der Verlesung bei Tisch jenes Wort, auf das hin wir am 1. Januar 1929 den Entschluß faßten, daß ich ganz zu dir käme: «Herr Gott Zebaoth, tröste uns, laß uns dein Antlitz leuchten, so genesen wir.» [Ps. 80,4].26 Das hat mich sehr bewegt.27 – – Eduard berichtet dir sicher in Basel von dem Gespräch, von mir findest du hier dann ein Protokoll28.
Köln Mittag. Herr Bleibtreu ist hier eingetroffen nach seiner Unterredung mit Dr. Fiedler, sitzt augenblicklich neben mir, nachdem wir mit Ruedi,Eduard und Wolf zu Mittag aßen, und sagt mir die nötigsten dir mitzuteilenden Dinge aus dem Gespräch:
1. Fiedler ist unbedingt für Durchführung der Berufung, und zwar deshalb, weil damit die Möglichkeit der Verteidigung gegen die politische Diffamierung gegeben ist, auch wenn der Erfolg unsicher ist.
2. Er hält auch dafür, daß sachlich Alles daran gewandt werden muß, daß auch bei den zwei anderen Anschuldigungspunkten nachgewiesen wird, daß es um ein theologisches und nicht politisches Anliegen geht, daß es also im Ganzen um eine Sache in drei Punkten geht. –
3. Er hält es für ratsam, zur Verbreitung der schriftlichen Urteilsbegründung eine Unterredung in Berlin einzuberufen mit führenden Kirchenjuristen, an der du teilnehmen sollst. Die Juristen, an die er |454 gedacht hat: Flor, Kotte29, Mensing30, Holstein31 und Döring32 (zwei Rechtsanwälte in Berlin) und v. Soden (?). Sollte das nicht möglich sein, dann will Fiedler allein zu dir.

* «Bruder Klügel»23

Sachfußnoten

1
Hans Thimme (1909–2006), Lic. theol., im Frühjahr 1934 aus dem Dienst der Westfälischen Kirche entlassen, Hilfsprediger der BK bei Präses K. Koch, Sprecher der Bruderschaft westfälischer Hilfsprediger und Kandidaten, Anfang 1935 Leitung der «Reichsbruderschaft» der Hilfsprediger und Kandidaten, Pfarrer in Spenge, später Ephorus des Predigerseminars in Brackwede und Soest, 1957-1968 Oberkirchenrat, 1968-1977 Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen.↩
2
Wahrscheinlich Hans Walter Wolff (1911–1993), der im Wintersemester 1934/35 der Vorsitzende des Bruderrats der studentischen Bekenntnisgemeinschaft in Bonn war (vgl. W. Scherffig, Junge Theologen im ‹Dritten Reich›. Dokumente, Briefe, Erfahrungen, Bd. 1: 1933-1935, Neukirchen-Vluyn 1989, S. 161.172 📖). Wolff wurde 1938 Pfarrer in Solingen, 1947 Dozent, 1951 Professor für Altes Testament in Wuppertal, 1959 in Mainz, 1967 in Heidelberg.↩
3
Heinrich Held (1897–1957), seit 1930 Pfarrer in Essen, Mitbegründer der BK im Rheinland, 1945 Superintendent, 1948-1957 Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.↩
4
Der Text des «Bekenntnismarsches» von H. Vogel findet sich bei Prolingheuer, S. 64 📖. Zwei Zeilen sind nach W. Scherffig, a.a.O., S. 157, Anm. 260, 📖 zu ergänzen.↩
5
Der Vortrag wurde von G. Merz nicht zum Abdruck im Dokumentationsheft der Tagung (vgl. oben S. 423f., Anm. 1) zur Verfügung gestellt. Das Manuskript ist wahrscheinlich nicht mehr erhalten (Lichtenfeld, S. 513, Anm. 88 📖). Ein zur Vorlage an den Reichsbruderrat erarbeitetes Thesenpapier faßt in seinem ersten Teil die Ergebnisse des Vortrags von Merz und des folgenden Korreferates von H. Obendiek zusammen (vgl. a.a.O., S. 512f.; Reformation oder Restauration, S. 21f. 📖; Die Bekenntnisse und grundsätzlichen Äußerungen zur Kirchenfrage, Bd. 3: Das Jahr 1935, hrsg. von K. D. Schmidt, Göttingen 1936, S. 50 📖).↩
6
H. Obendiek, Alte und neue Kirche, in: Reformation oder Restauration, a.a.O., S. 5-21. 📖↩
7
Siehe oben S. 434, Anm. 22.↩
8
Edgar Boué (1898–1974), 1928-1933 Pfarrer in Lüdenscheid, 1933-1949 Pfarrer in Oberkassel (bei Bonn), 1946-1949 Superintendent in Bonn, 1949-1960 Oberkirchenrat in Düsseldorf.↩
9
Zur Initiative Traubs s. unten S. 457.↩
10
Siehe unten S. 452f.↩
11
Siehe oben S. 414, Anm. 1.↩
12
Siehe oben S. 419f., Anm. 1.↩
13
Die «gute und klare Ausführung» E. Fiedlers, von der von Kirschbaum am 16.1.1935 geschrieben hatte (s. oben S. 429)↩
14
Es liegt nur ein 20seitiger Bericht von Fritz Schipper über alle drei Tage vor (KBA 16768).↩
15
Siehe oben S. 429, Anm. 3.↩
16
Siehe oben S. 429, Anm. 4.↩
17
Tskr.: «erliegt»; Korrektur vom Hrsg.↩
18
Confessio Augustana 📖, Art. VII. Von der Kirche: «Es wird auch gelehret, daß alle Zeit musse ein heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Glaubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakrament lauts des Evangelii gereicht werden. Dann dies ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen […]» (BSLK 61, 2-9 📖).↩
19
Siehe H. Gollwitzer, Lutherisch, reformiert, evangelisch, in: EvTh, Jg. 1 (1934/35), S. 307-325 📖.↩
20
Tskr: «in den mir der Kirchenkampf getreten scheint und der»; Korrektur vom Hrsg.↩
21
Die Druckbogen für K. Barth, Vier Bibelstunden über Luk. 1 (ThExh 19), München 1935 📖.↩
22
Betrifft die von Barth erwähnten Gerüchte, s. oben S. 420f. und S. 437f.↩
24
Im Haus des Wuppertaler Kaufmanns Willy Halstenbach trafen sich am Samstag, 19.1.1935, von Kirschbaum, E. Thurneysen, R. Pestalozzi, P. Bockemühl, H. A. Hesse, H. K. Hesse, P. Humburg, K. Immer, P. Jacobs, K. Mensing, A. de Quervain und W. Siebel zu einem Gespräch über Barths Zukunft. E. Thurneysen und R. Pestalozzi versuchten immer wieder, «in ihrer Einschätzung der politischen wie der bekenntniskirchlichen Lage des Falles Barth ihre deutschen Gesprächspartner von der Aussichtslosigkeit eines weiteren Wirkens des gemeinsamen Freundes und Lehrers Barth in Deutschland zu überzeugen. Ein Ruf an die Universität Basel sei jederzeit realisierbar» (Prolingheuer, S. 125 📖; vgl. Bw.Th. III, S. 815-824 📖; R. Steiner, Die Reformierte [SVRKG 68], Köln 1982, S. 125f.128 📖). – Carl Wilhelm («Willy») Halstenbach (1886–1953), Kaufmann, Kirchmeister in der reformierten Gemeinde (Wuppertal-)Barmen-Gemarke, seit Dezember 1934 Mitglied des Moderamens des Reformierten Bundes, «wurde während des Kirchenkampfes Mitglied des Presbyteriums in Gemarke. In seiner Wohnung [der ‹Villa Halstenbach›] fanden sehr viele Zusammenkünfte von Kreisen der Bekennenden Kirche statt» (R. Steiner, a.a.O., S. 149, Anm. 92).↩
25
Siehe oben S. 436, Anm. 4.↩
26
Siehe oben S. 81, Anm. 16, und S. 124, Anm. 22.↩
27
Am Rand angestrichen.↩
28
Das von von Kirschbaum erstellte 12seitige Protokoll über das «Gespräch (im Auszug) zwischen Pastoren und Ältesten von Wuppertal und E. Thurneysen und R. Pestalozzi am 19. Jan. 1935 in Barmen» ( KBA).↩
29
Erich Kotte (1886–1961), seit 1923 Geheimer Konsistorialrat, 1934-1945 im Dienst der BK in Sachsen, juristischer Berater der Bekenntnisgemeinschaft und Mitglied des Landesbruderrates in Dresden, ab 17.3.1936 präsidielle Leitung des sächsischen Landeskirchenamtes, 1946-1957 Präsident des Landeskirchenamtes der sächsischen Landeskirche, 1948 Mitglied der Kirchenleitung der VELKD.↩
30
Karl Mensing (1876–1953), Rechtsanwalt und Kirchmeister in Wuppertal, Mitglied des Rates der Evangelischen Bekenntnissynode.↩
31
Horst Holstein (1894–1945), Dr., Rechtsanwalt in Berlin, seit Herbst 1933 juristische Beratung und Vertretung des Pfarrernotbundes in Berlin.↩
32
Nicht ermittelt.↩
23
Eberhard Klügel (1901–1966), seit 1933 Pfarrer in Bennigsen, seit 1933 Mitglied des Bruderrates des Pfarrernotbundes und erster Geschäftsführer der Landeskirchlichen Sammlung (Bekenntnisgemeinschaft) Hannover, 1937-1950 Studiendirektor des Predigerseminars Erichsburg, ab 1950 Mitglied der Kirchenleitung Hannover.↩