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von Kirschbaum an B. in
Basel
Krankenhaus [Bad] Honnef, 6.7.1935 [II]
Nun habe ich etwas «verfügt». Ich habe nämlich Frl. Seifert eben geschrieben, sie solle mich bei
dir ersetzen in dieser kommenden nicht leichten Woche. Ich weiß, daß ihr das
eine Herzensfreude ist, und ich weiß, daß du dann versorgt wirst und daß
überhaupt auf Alle nicht nur ein wohlmeinendes, sondern auch ein
faktisch wohltuendes Auge fällt. Und das ist nötig, gerade auch für
Nelly. Frl.
S. sorgt dann gewiß
ziemlich reihum, wenn sie auch primär für die
Vatikanstadt gedacht ist. Und wenn ihr sie
nicht mehr braucht, zieht sie lautlos in den Schwarzwald zurück. Nur die kleine
Reise mußt du ihr ersetzen. – Gelt, das ist dir auch recht? Die kleine Hertha ist
nämlich nach Traubs Schilderung auch ziemlich am Ende. Und auch darauf muß Jemand
sehen.
Lieber, mich mußt du nicht abholen. Ich hoffe so sehr, Samstag
reisen zu dürfen. Aber es ist doch eine böse Infektion mit häßlichem Eiter, und die
Ärztin läßt mich erst
ziehen, wenn das alles heraus ist, damit kein neuer Unglücksfall entsteht. Und
auch dann muß ich noch, so sagte sie heute, mit dickem Verband fahren. Erschrick
dann nicht am Badischen Bahnhof ob dieser Gestalt!! – Von den Ex. Heften Nr. 251 habe ich
eine kleine Reihe versendet. Laß uns die Anderen dann vom Bergli
aus verschicken, du findest sie in einer Bücherkiste. An deine Familie ist noch
nichts gegangen. Wenn du das tun willst? – Dein Brief an Traub ist sehr, sehr lieb.2 Er ist glückselig damit. Ach gelt, ja, wir sind darin beisammen, daß das Weggehen auch schwer ist? Aber ich
bin auch mit dir überzeugt, daß es jetzt so richtig war. –
Lieber Karl –