1915

Christus und die Sozialdemokraten

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CHRISTUS UND DIE SOZIALDEMOKRATEN

1915

Seon liegt ungefähr 12 km östlich von Safenwil. 1915 hatte der Ort über 2000 Einwohner. Die lokale Organisation der Sozialdemokratischen Partei, der Grütliverein des Bezirks Lenzburg, zählte nach dem Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei1 19 Mitglieder. Die Veranstaltung mit der Rede Karl Barths wurde auch in der Presse wahrgenommen. Mit dem Manuskript hat Barth drei Zeitungsberichte über seinen Vortrag aufbewahrt, die als Anhang abgedruckt werden (s. unten, S. 137–139). Vor allem verdient der Artikel des ­freisinnig-demokratischen «Zofinger Tagblatts» Aufmerksamkeit: Es brachte einen als Korrespondenz aus Seon eingesandten Bericht, der als durchaus beeindrucktes Echo aus bürgerlichen Kreisen von besonderem Interesse ist. Bemerkenswert ist auch, dass Barth, wie diesem Artikel zu entnehmen ist, seine in Schriftdeutsch vorbereiteten Ausführungen im Dialekt vorgetragen hat. Demgegenüber erscheint der Artikel im sozialdemokratischen «Neuen Freien Aargauer» konventionell. Doch konnte die Zeitung in einem Nachtrag zu ihrem Bericht melden, dass die freisinnige-demokratische «Lenzburger Zeitung» ebenfalls einen positiven Bericht gebracht habe: Barths Vortrag habe also «auch bei unseren Gegnern volle Anerkennung» gefunden.

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Christus und die Sozialdemokraten.

Vortrag am Bezirkstag der soz[ial]dem[okratischen] Partei des Bez[irks] Lenzburg in der Turnhalle in Seon
Sonntag 25. April 1915

Jesus v. Naz[areth] am Kreuz gestorben. Handwerker. Wanderer, redet von Gott, Krankenheilungen. Umgeben von d. Masse, darin einsam. Wer war Jesus? Was bedeutet er für uns Soz[ial]dem[okraten]? Χρ [Christus] ist Antwort auf die Welträtsel, so auch Quelle u. Kraft unsrer Bewegung.

I

Χρ, was er war u. wollte.

Mißverständnisse, die zu vermeiden:

Jesus war nicht Politiker. Versuchung [Mt. 4,8–11]. «Keine Schuld» [Joh. 18,38]. Tut es uns leid? Aber höher als der Politiker steht der Mensch, die lebend[ige] Seele. Hier ist d. Gebiet, wo Jesus uns begegnet als der Schöpfer neuer Mensch[en].

Jesus war nicht sozialer Reformator. Soz[iale] Not damals, sah sie, «tat nichts» dagegen. Wünschen wirs anders? Oder verstehen wir ihn[,] gerade als Soz.dem.? Er war nicht Reformer, sondern Revolutionär. Hier müssen wir ihn suchen.

Jesus war nicht Moralprediger. Die wenigsten seiner sittl[ichen] Forderungen sind originell. Gleichsam spielend erhebt er alle Gebote ins Unermeßliche[,] Unmögliche. Nicht leichten Unterrichtsstoff bietet er, sondern Gedanken, die in uns die Sehnsucht erwecken nach einem Leben ohne Moral[,] weil es Leben in d. Wahrheit ist. Wer d[iese] Sehnsucht kennt, versteht Jesus.

Und Jesus ist kein Religionsstifter. Er fordert nicht Zustimmung zu einer Lehre od. Teilnahme an einem Kultus (ein Chr[isten]t[um,] dem das wesentlich wäre, ist ihm fremd!!)[,] sondern mit Allem[,] was er sagt und tut, will er die Menschen durch den Schein hindurch zur Wirklichkeit d. Lebens führen. So kommen ihm Alle die nahe, die bewegt sind von der Frage: was soll d. Leben? was soll d. Welt? Das |133 Chrt. die «Religion» der ernsthaften Menschen. Wer aus der Wahrheit ist.... [Joh. 18,37]

Jesus ist der Mensch, der dem Leben in einzigartiger Weise auf den Grund gegangen ist. Der Schein, die Vorläufigkeiten u. Unvollkommenheiten des Daseins verschwinden, werden bedeutungslos, die eigentliche Welt, die Wirklichkeit tritt hervor.

Die eigentliche Welt, der Grund aller Dinge, ist eine Welt unendlicher siegreicher Güte

Darum ist Not u. Elend u. Tod etwas Vorübergehendes, Angst u. Schrecken davor eine Einbildung, die rechte Haltung ein stilles festes Vertrauen.

Darum ist Selbstsucht u. Unrecht etwas in sich Unmögliches, Sündigen ein Atmenwollen in luftleerem Raum, die Überwindung des Bösen der selbstverständliche Weg

Darum ist die Schwachheit u. Thorheit d. Menschen eine Blindheit, unter der sie selbst am Meisten leiden, die Sünde ist ihnen vergeben, neues Leben wartet ihrer, sobald ihnen die Augen aufgehen

Darum ist eine Gerechtigkeit, die sich mit Beten, Almosen u. Moral zufrieden geben könnte, eine Heuchelei, an ihre Stelle tritt die Sehnsucht nach dem Sieg völliger Bruderschaft u. Barmherzigkeit unter den Menschen.

Darum treibt d. Mensch aus freier Einsicht das Werk, das er tun muß[,] u. alles: du sollst! u. du sollst nicht! ist aufgehoben u. beschlossen in dem einen Gebot d. Gehorsams

Darum giebt es unter den Menschen keine Gleichgültigkeit, keine Feindschaft, keine Anerkennung von Hindernissen mehr, über Alles triumphiert die Liebe, die so stark ist, weil sie auf der Wahrheit beruht.

Diese ewige Güte der andern Welt nennt Jesus den Vater im Himmel. Sein Dasein verbindet uns untereinander u. ordnet unser Leben.

Und wo er erkannt wird, wo die Menschen aus seinen Kräften leben u. ihr Leben u. die Welt gestalten[,] da ist das Himmelreich.

Und das Himmelreich kommt, wo wir glauben[.] Gl[auben] heißt auftun. Die Erkenntnis Gottes (Buße u. Gebet) schafft eine neue innere Stellung zum Leben, die mit Notwendigkeit (Samenkorn [Mk. 4,26–29]) Alles (Berge versetzen ... [1.Kor. 13,2; vgl. Mt. 17,20]) verwandelt.

134 Diese andre Weltist der Inhalt des Lebens Jesu[.] Weil er sie erkannt hat u. in ihr steht, nennt er sich den Sohn des Vaters u. will mit uns nichts Anderes, als uns in sein Verhältnis zum Leben hineinziehen. Sein Leben u. Sterben2 ist Revolution im tiefsten Sinn. Eben darum kann er nicht Politiker etc. sein. Daß es Rev[olution] ist, daß unsre Welt in ihren tiefsten Kräften sich gegen die hereinbrechende Gotteswelt wehrt u. darum überwunden werden muß, das zeigt sich im Kreuze Χρ’i. Eben da aber auch die überlegene Wahrheit der erstern

II

Was hat Χρ mit der Sozialdemokratie zu thun?

Warum sind wir Soz.dem.? Weil wir in Sorge u. Not gemerkt haben, wie der Arbeiterklasse geholfen werden kann? Weil wir schlimme Erfahrungen gemacht mit den herrschenden Gesellschaftszuständen? Weil wir aufgeklärt worden sind über ihre Ursachen u. Wirkungen? Ja, das Alles auch, aber nicht nur das! Denn bei Vielen bestehen diese Gründe u. sie sind nicht Soz.dem. oder sie bleiben es nicht.

Warum bleiben wir Soz.dem.? Trotz aller leichtern Wege, die sich öffnen? Trotz aller raschen Vorteile[,] die anderswo zu gewinnen ­wären? Trotz dem Krieg, der uns wenigstens dem Anschein nach in ­unsern Hoffnungen weit zurück gebracht hat. – Weil uns in der soz[ialen] Bewegung ein Glaube entgegentritt, der das Tiefste in uns in Anspruch nimmt u. uns in seinen Dienst zwingt. Und sofort fühlen wir uns bei diesem Glauben an Χρ erinnert u. empfangen von ihm neue Kraft zum Glauben.

Denn was will der Sozialismus? Die Freiheit des Menschen vom Gelde. Nicht die Sachen sollen den Menschen beherrschen, sondern der Mensch soll leben. Seine Würde, die er in der Jagd nach Besitz verloren, soll ihm in gemeinsamer Arbeit zurückgegeben werden. Zweitens eine Neuordnung der Gesellschaft auf Grund der Gerechtigkeit. Durch Ersetzung der Macht durch das Recht und der Klassen- u. Völkergegensätze durch den Frieden[.] Weg dazu: der Glaube

135 Diesen Glauben an Freiheit u. Gerechtigkeit unter den Menschen vertritt die Soz.dem. gegenüber einer Welt, die auf das Geld u. die Macht aufgebaut ist, vertritt ihn als revolutionäre Partei[,] die nicht flicken, sondern neuschaffen will. Ist denn das etwas Anderes, als was Jesus wollte? Ja, Jesus wollte u. brachte noch unendlich viel mehr. Das soz[ialistische] Programm ist nur ein kleiner Ausschnitt aus Jesu Programm: dein Reich komme! [Mt. 6,10 par.] Aber im Sozialismus bricht, obgleich seine Bekenner es z.T. nicht wissen u. leugnen u. trotz all ihrer Fehler etwas auf vom Himmelreich, etwas von den Kräften Gottes. Hier ist Glaube an die andre Welt u. Arbeit dafür. Und darum ist uns der Soz[ialismus] lange nicht nur eine polit[ische] od. wirtschaftl[iche] Frage, sondern zuerst u. im tiefsten eine Gewissens- u. Glaubenssache.

Weil wir an die andre Welt glauben, die Χρ uns eröffnet[,] müssen wir trotz Allem uns am Soz. freuen u. dafür arbeiten.

Und weil wir ernsthafte Soz.dem. sein möchten, können wir nicht anders, als in der Botschaft u. im Leben Χρ’i den eigentl[ichen] Kern u. Richtpunkt unsrer Hoffnung u. Arbeit sehen.

III

Was bedeutet dieser Zusammenhang für uns Soz.dem.?

Klarheitu. inneren Halt. Wer das weiß: ich stehe als Sozialist auf der Linie Jesu, der muß mit innerster Seele Soz[ialist] sein, er muß, er lebt im Soz. mit tiefstem Pflichtgefühl. Und mit ruhigem Gewissen u. Vertrauen gegenüber Anfechtungen u. Schwierigkeiten. Und mit einer Klarheit, die ihm nicht erlaubt, wegen Launen u. Vorteilen seinen Soz. aufzugeben. Er gehört zu ihm als eine göttl[iche] Aufgabe. Hat nicht der Krieg gezeigt, daß es zuviel oberflächliche, ängstliche, scheinbare Soz. gab? Die Erk[enntnis] Χρ’i wird uns Soz.dem. die Klarheit u. Sicherheit geben, die uns jetzt noch fehlen.

Kritiku. Wegweisung, die die Soz.dem. als eine menschl[iche] Sache trotz aller Programme etc. nötig hat. Der Krieg hat gezeigt, wie mitten auf dem «Wege z[ur] Macht» alles schief gehen kann, wenn nicht beständige Selbstbesinnung neben dem polit[ischen] Kampf.

136 Unser Ideal muß rein bleiben: nicht Wohlsein, sondern Gerechtigkeit auf Erden. Dann sind wir unsrer Sache sicher, dann begeistern wir nach außen.

Unser Kampfmittel ist die Wahrheit unsrer Sache. Auch polit., gewerkschaftl. Arb[eit] gewiß, aber Achtung, daß dabei der Soz. nicht verloren geht! Er bleibt uns, wenn wir einfach darauf abstellen, damit zu siegen, daß wir recht haben.

Unsere nächsten Ziele sind nicht Wahlerfolge[,] sondern sozialist. Persönlichkeiten. Zuerst wir selbst[,] dann die andern. Zuerst erlöste Menschen, durch diese dann erlöste Verhältnisse. Lieber Wenige[,] aber Echte!

Bürgschaft u. Hoffnung. Wird unsre Partei ihr Ziel erreichen? Unbedingt, denn unser Ziel zeigt[,] wie uns der Blick auf Χρ beweist, einfach [den] Ausdruck der tiefsten Lebenswirklichkeit. Nur wer überhaupt unentschieden am Leben zweifelt, hin u. her zwischen Recht u. Unrecht etc., kann am Soz. zweifeln. So sicher die Welt Gottes triumphiert, so sicher setzt sich die Wahrheit d. Soz. durch über alle Hindernisse hinweg.

Aber vielleicht in sehr andrer Weise als wir denken. Wir können nur der Stimme unsres Gewissens gehorchen u. mit Leib u. Seele Soz. sein. Wohin führt der Weg? Wo ist das Ziel erreicht? Sicher ist, daß es ohne Kreuz nicht gehen wird. Wundert euch nicht, wenn das kommt. Wenn wirs tragen u. festbleiben[,] ringt sich in unserm Leid die wirkl[iche] Welt an den Tag, die auch die Welt des Sozialismus sein wird.

Laßt mich schließen mit Goethes Bekenntnis3:

Die Zukunft decket
Schmerzen u. Glücke[.]
Schrittweis dem Blicke[,]
Doch ungeschrecket
Dringen wir vorwärts.

137Und schwer u. ferne
Hängt eine Hülle
Mit Ehrfurcht. Stille
Ruhn oben die Sterne
Und unten die Gräber[.]

Doch rufen von drüben
Die Stimmen der Geister[,]
Die Stimmen der Meister[:]
Versäumt nicht[,] zu üben
Die Kräfte des Guten!

Hier flechten sich Kronen
In ewiger Stille,
Die sollen mit Fülle
Die Tätigen lohnen!
Wir heißen euch hoffen!

Anhang: Presseberichte zum Vortrag

Der Seethaler, Jg. 50, Nr. 34 vom 28.4.1915, S. [2] 📖

Seon. (Korresp.) In einer vom hiesigen Arbeiterverein veranstalteten öffentlichen Versammlung in der Turnhalle sprach letzten Sonntag Herr Pfarrer Barth aus Safenwil vor zirka 100 Anwesenden über «Christus und die Sozialdemokratie». Der Vortragende, als Anhänger der von Herrn Professor Ragaz in Zürich verfochtenen Richtung «Neue Wege» bekannt, wies an Hand von Beispielen aus dem Leben und Wirken des Jesus von Nazareth schlagend nach, daß dieser weder ein Politiker, noch ein Sozialreformer, noch ein Moralprediger, ja selbst im Grunde nicht einmal ein Religionsstifter gewesen ist. Das Wesen seiner Persönlichkeit lasse deutlich erkennen, daß Christus ein Gottesreich auf Erden stiften wollte, d.h. eine Welt der Gerechtigkeit, der Liebe und Güte, die alle Menschen als Brüder umfassen will. Wie stellt sich nun die Christenheit von heute dazu? Ist nicht der Weltkrieg ein eklatanter Beweis dafür, daß Selbstsucht, Macht und Gewalt triumphieren? Welchen Zweck verfolgt nun die sozialdemokratische Bewegung? Keinen andern als die Men|138schen, welche alle ob arm oder reich unter diesem Drucke leiden, von der Herrschaft des toten Geldes zu befreien, allerdings nicht in dem Sinne, wie es innerhalb der Partei von vielen gedacht und geplant wird. In sarkastischer Weise streifte der Vortragende mitunter die falschen Wege und Mittel und die irrtümlichen Auffassungen vieler Sozialdemokraten. Darauf komme es zum Beispiel gar nicht an, durch wie viele Mitglieder die Partei in den Behörden – vom Gemeinderat bis zum Nationalrat – vertreten seien etc. Jeder einzelne Mensch, der wirklich im Innersten vom Geist der Gerechtigkeit, Liebe und Güte nach dem Vorbild unseres Meisters erfaßt und durchdrungen sei, könne mehr für den Sozialismus wirken, als eine große Zahl derer, die nur dem Namen nach der Partei angehören und in der Verwirklichung der sozialistischen Ideen die Herbeiführung eines quasi sorgenfreien Lebens erhoffen. Nur durch Kampf und Leiden wird die Krone errungen. Hat doch Jesus auch leiden müssen und erst durch den Tod am Kreuz dem Christentum zum Siege verholfen! Daß die sozialdemokratische Bewegung früher oder später ihre Triumphe feiern wird, davon ist der Sprechende für sich völlig überzeugt. Mit sichtlichem Interesse folgten die Anwesenden dem in Dialekt gehaltenen fein logisch aufgebauten Vortrage. Manches Vorurteil, das der eint4 und andere bis anhin gegen die sozialdemokratische Bewegung gehabt hat, wurde, wenn auch nicht ganz gehoben, so doch bedeutend geschwächt. Man musste sich sagen, einen Sozialismus in diesem Sinne lasse ich mir gefallen. Das klingt denn doch nicht à la «Naine» und «Graber»5!!

Neuer Freier Aargauer, Jg. 10, Nr. 96 vom 27.4.1915, S. [3] 📖

Seon. Der öffentliche Vortrag vom letzten Sonntag war ganz ordentlich besucht. In prächtig-packenden Ausführungen behandelte Herr Pfarrer Barth aus Safenwil das Thema «Christentum und Sozialdemokratie». Er zeigte wie ein guter Christ Sozialdemokrat sein können, ja sein müsse. Er sparte auch nicht mit der Kritik an unserer heutigen Bewegung. Sie gehe zu viel in Oberflächlichkeiten und zu wenig in die Tiefe. Sein Vortrag klang in einem zukunftsfreudigen Hoffen und festem Glauben an den endlichen Sieg des Sozialismus aus und fand lebhaften Beifall.

Anschließend an den Vortrag wickelte die Bezirkspartei […] die ordentlichen Geschäfte ab. […]

139
Neuer Freier Aargauer, Jg. 10, Nr. 98 vom 29.4.1915, S. [3] 📖

Seon. Der Vortrag des Herrn Pfarrer Barth vom letzten Sonntag fand auch bei unseren Gegnern volle Anerkennung. So schreibt der hiesige Korrespondent der «Lenzburger Zeitung»6 am Schluß seines Berichtes, was folgt: «Die mit Wärme und Ueberzeugung vorgebrachten Ideen fanden auch bei den relativ zahlreich anwesenden ‹Nichtgenossen› sympathische Aufnahme. Der Referent hat uns auf Wege geführt, die vertrauensvoll zu begehen sind. Ihm gebührt Dank und Anerkennung.»

Sachfußnoten

1
Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz1914 📖 (s. oben S. 9, Anm. 1), S. 61.↩
2
Das Wort ist nicht sicher zu entziffern. Es könnte allenfalls auch «Streben» heißen.↩
3
J. W. von Goethe, «Symbolum» 📖. Barth lässt die erste und die vierte Strophe aus und folgt in der ersten Zeile der dritten dem Text des ersten Druckes («schwer und ferne» statt «schwer und schwerer»).↩
4
= eine.↩
5
Vgl. oben S. 94, Anm. 18.↩
6
Lenzburger Zeitung, Jg. 67, Nr. 34 vom 28. April 1915, S. [2f.] 📖. Dem im Neuen Freien Aargauer zitierten Schlussabschnitt steht ein längerer Bericht über Barths Referat voran, in dem es u. a. heißt (S. [2]): «Die rechten Sozialdemokraten suchen ihre Kraft eben im Glauben an eine bessere Welt, und sie finden in ihrer Bewegung etwas Verwandtes mit Jesus. [...] Wenn die Sozialisten sagen: ‹Mer wend’s au guet ha!› [= ‹Wir wollen es auch gut haben!›], so werden sie darin nicht die wahre Kraft und das gute Gewissen für den Kampf finden. Allen muß es besser gehen, und alle müssen gehoben werden. Das sozialistische Programm ist ein Ausschnitt aus dem Programm Christi. Das Hauptgewicht in der Bewegung ist nicht in die Gewinnung beitragzahlender Mitglieder zu legen, die sich dann ums innere Leben und die Entwicklung der Parteisache nicht weiter kümmern; es sollen Leute gewonnen werden, die mit der Kraft der Bruderliebe erfüllt sind.»↩