1915

Religion und Sozialismus

211

RELIGION UND SOZIALISMUS

1915

Die 1915 etwa 8500 Einwohner zählende Stadt Baden liegt 30 km nordöstlich von Safenwil. Barth erwähnt als Besucher des Vortrags «etwa 100-120 Arbeiter, Arbeiterinnen, Angestellte und Lehrer».1 Diese für die «Sozialistischen Reden» Karl Barths wohl ungewöhnlich große Zuhörerschar wird sich aus den ortsansässigen Sozialdemokraten rekrutiert haben, die ebenfalls recht zahlreich sind: die Sozialdemokratische Partei und Grütliverein in Baden hatte 87, der Arbeiterinnenverein 34 Mitglieder.2 Die große Teilnehmerzahl könnte aber auch damit zu tun haben, daß Barth seinen Vortrag im Rahmen eines besonderen Bildungsprogramms hielt. Vom kantonalen Parteiverband des Kantons Aargau heißt es:

Die Geschäftsleitung hat für den Winter 1915/16 ein Bildungsprogramm herausgegeben, das 36 Vorträge mit 14 Referenten umfaßt. Es war das erste Mal, daß so vorgegangen wurde, es hat Anklang gefunden, wie aus verschiedenen Zuschriften zu entnehmen war.3

Auf dem Vortragsprogramm ist Barths Name sechsmal aufgeführt, und zwar bei den - dann freilich von ihm nur teilweise behandelten - Themen «Wir Sozialisten und die Andern». «Der Wille Gottes und der Krieg»4, «Was heißt: Ein Christ sein?»5, «Jesus und die Sozialisten»6, «Was hat uns Jesu Bergpredigt zu sagen?», «Das Kreuz Christi und der Sozialismus». Der Vortrag über Religion und Sozialismus wurde angekündigt unter dem Titel «Ist Religion und Sozialismus vereinbar?» und sollte eigentlich von Pfarrer Sigmund Büchi, Ober-Erlinsbach, gehalten werden. Als Barth am 8. Dezember 1915 Thurneysen die öffentliche Einladung zu diesem Vortrag schickte, kommentierte er: «Aber ich kann sicher, sicher nichts dafür! Für dieses schreckliche Thema nämlich. Das hat der ‹Bildungsausschuß› getan.»7

212

Religion u[nd] Sozialismus

Vortrag in Baden, Dienstag 7. Dezember 1915

Vielleicht dient es am Besten zur Einführung in die grosse Sache, die uns heute beschäftigen soll, wenn ich es einfach versuche, Ihnen zu sagen, wie ich dazu komme[,] mich als Pfarrer zum Sozialismus u. zur Sozialdemokratie zu bekennen[,] u. wie ich es meine, wenn ich das thue. Ich lasse dabei alles blos Lokale u. Persönliche bei Seite u. rede nur von dem[,] was sachlich u. innerlich wichtig ist.

Ich bin mit Freuden Pfarrer. Es fällt mir zwar mit jedem Jahr schwerer[,] Pfarrer zu sein, weil ich immer deutlicher einsehe, wieviel Unvollkommenheiten u. wieviel Gefahren dem Pfarrer- u. Kirchenwesen als solchem[,] dem Pfarrer- u. Kirchenwesen aller Bekenntnisse anhaften. Und doch bin ich mit jedem Jahr lieber Pfarrer und wollte u. könnte mit keinem andern Berufe tauschen. Wenn mir das Pfarramt manchmal sauer fällt und wenn ich ihm in gewissen Stunden schon hätte entrinnen mögen, so war u. ist es nicht, weil mir die Sache[,] für die ich mich einsetzen darf, je verleiden oder nebensächlich werden könnte, sondern umgekehrt, weil diese Sache eigentlich viel zu gross u. zu heilig u. schön ist für einen Menschen u. ein menschlich begründetes u. geordnetes Amt, weil es mir eigentlich wie eine Art Anmassung vorkommt, Pfarrer sein zu wollen. Aber das Gleiche, was mir manchmal fast Angst macht vor meinem Beruf, giebt mir dann auch immer wieder Freude daran. Es ist eine grosse, die grösste Sache, für die ich leben darf. Und weil ich mit Freuden Pfarrer bin u. nicht etwa mit offenem od. geheimem Überdruss, bin ich Sozialist u. Sozialdemokrat geworden.8 Ich bin Sozialist geworden aus der Notwendigkeit der grossen Sache heraus, für die ich leben möchte[,] u. nicht etwa, weil ich innerlich irgendwie von dieser Sache, die mir die Hauptsache ist u. bleibt, innerlich ab- u. auf ein Nebengeleise gekommen wäre.

Ich nenne diese Sache nicht gerne «Religion». Die Formulierung des Themas meines heutigen Vortrags: «Rel. u. Soz.» oder: Ist Rel. u. Soz. vereinbar? stammt nicht von mir. «Religion» ist ein sehr schwa|213ches u. noch dazu sehr zweideutiges Wort. Religion ist das fromme Gefühl im einzelnen Menschen, samt der besondern Moral u. dem besondern Gottesdienst, die aus diesem Gefühl hervorgehen, das fromme Gefühl in der Reinheit u. Erhabenheit, die es da u. dort u. zu gewissen Zeiten in jedem von uns erreicht, aber auch in den Schwachheiten u. Träumereien u. offenen Verirrungen, denen es immer wieder u. denen es in uns Allen ausgesetzt ist. Die Sache, um die es sich mir handelt, u. auf die uns die Religion als Gefühl allerdings hinweist, ist etwas Grösseres u. Klareres. Sie ist nicht nur ein Gefühl, mit all den Schwankungen u. Unsicherheiten, denen alle Gefühle ausgesetzt sind, sie ist eine Tatsache. Sie ist die Tatsache, die eigentlich allein diesen Namen verdient, sie ist das einzig Sichere u. Haltbare, das es überhaupt giebt, der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht9, sie ist die Tatsache, von der wir Alle im Grunde leben. Die ganze Menschheit lebt von ihr, trotz all der schmerzlichen Irrwege, die sie immer wieder u. immer noch geht. Es leben von ihr die Blumen[,] der Wald u. die Vögel und die fernen Gestirnswelten[,] die über uns ihre wunderbaren Bahnen gehen. Alles Leben strömt aus ihr.10 Wir können sie anerkennen oder wir können sie verleugnen; wir können sie anbeten oder wir können sie in tollem Wahn mit Füssen treten; wir können ihr die Herrschaft über unser Leben einräumen oder wir können es längere oder kürzere Zeit probieren, es ohne sie zu machen. Sie ist u. bleibt, sie geht ihren ruhigen ewigen Gang mit uns oder ohne uns. Sie lebt nicht von uns, aber wir leben von ihr. Was wir Religion nennen, ist nur ein Symptom, ein Anzeichen dieser Tatsache, eine ihrer Spiegelungen in dem sehr unvollkommenen Spiegel der menschlichen Seele, menschlicher Einrichtungen u. Bräuche. Nur ein Symptom unter andern. Das Leben der Natur vor Allem ist überquellend reich an solchen Symptomen. Denken Sie an das Allereinfachste, das schon dem Urmenschen den tiefsten Eindruck machte, an die Sonne, die der hl. Franz v. Assisi seinen «Herrn Bruder» genannt hat11. Was ist alle menschliche |214 Religion neben der Lebensoffenbarung, die uns im Sonnenlicht u. in der Sonnenwärme entgegentritt? Doch bleiben wir im Umkreis des Menschlichen: es fehlt uns ja auch da nicht an Symptomen, Anzeichen, Spiegelungen der grossen Tatsache[,] von der wir leben. Ich könnte den Staat nennen, die Wissenschaft u. die Kunst, oder in der Weltgeschichte Griechenland, die Kultur der Gothik, deren Überreste uns in den Kirchenbauten des Mittelalters grüssen, die Reformation u. die Renaissance, der Wahrheitsfanatismus[,] der im 18. Jahrh[un]d[er]t die Menschen überkam, die französische Revolution in dem[,] was sie eigentlich wollte, oder im persönl[ichen] menschl[ichen] Leben alle guten Tugenden, die in der Bibel die Früchte des Geistes genannt werden [Gal. 5,22]. Mir ist der Sozialismus zu einer der wichtigsten Spiegelungen der grossen Grund- u. Lebenstatsache geworden. Alles Symptome u. nur Symptome, gerade wie die Religion nur ein Symptom davon ist. Alles was ich genannt habe, die Religion u. der Sozialismus eingeschlossen, sind sehr umstrittene Erscheinungen. Ich wundere mich gar nicht darüber, wenn sich Ihnen beim Einen u. Andern[,] was ich genannt, sofort missliche Nebengedanken eingestellt haben, wenn Sie mir beim Einen od. Andern hätten dazwischen rufen mögen: halt, das nicht! Es giebt kein menschliches Tun, es giebt kein geschichtliches Ereignis, es giebt keine persönlichen Tugenden, die einfach frei wären von unreinen, thörichten, verwerflichen, ja teuflischen Nebenerscheinungen. Sogar die wunderbar reinen u. erhabenen Erscheinungen der Natur nehmen oft ein zweideutiges Gesicht an. Aber über allem Umstrittenen u. Zweifelhaften giebt es ein Unbestreitbares u. Unzweifelhaftes. Es giebt ein Vollkommenes, von dem alles Unvollkommene lebt u. nach dem sich Alles gleichsam ausstreckt. Wenn ich Ihnen heute Auskunft geben soll über das Verhältnis von Religion u. Sozialismus, so muss ich von dem reden, was grösser ist als diese Beiden.

Dieses Grössere ist das Reich Gottes – das R. G.[,] das ist u. kommt. Das ist die klare sichere u. unaustilgbare Tatsache. Für das Reich Gottes möchte ich Pfarrer sein, nicht für die Religion, und im Dienste des Reiches Gottes, nicht im Dienste der Gesellschaft, der Kirche u. des Staates, die die Pflege der Religion wünschen. Das Wort «Gott» giebt vielleicht dem einen oder Andern von Ihnen Anstoss. Aber wir wollen jetzt nicht um Worte streiten, auch um dieses höchste Wort nicht, |215 gerade um dieses nicht. Gott wohnt nicht in Häusern, die von Händen gemacht sind [vgl. Act. 7,48; 17,24]. Die Frage nach Gott ist nicht kompliziert u. schwierig, sondern kindereinfach. Sollte mir jemand die Frage stellen: ja giebt es überhaupt einen Gott über uns Menschen u. über d. Welt? so würde ich ihm antworten mit der Gegenfrage: giebt es überhaupt eine Wahrheit über der Thorheit u. über der Lüge? giebt es überhaupt eine Gerechtigkeit über der Ungerechtigkeit? giebt es überhaupt eine Liebe über der Gleichgiltigkeit u. über dem Hass? giebt es überhaupt einen Frieden über dem Krieg u. über dem Kampf ums Dasein12? Giebt es überhaupt eine Freude über den Trostlosigkeiten des Lebens? Und da bin ich nun einfach sicher, dass kein Mensch hier im Saal ist, wie er immer im Übrigen denken u. sein mag, der auf diese Fragen nicht einfach mit Ja antworten muss. Das sind ja doch einfach die selbstverständlichen Tatsachen, ohne die wir gar nicht sein können, die wir so wenig bestreiten können, wie die Luft, in der wir leben. Das ist sehr die Frage, ob Wahrheit u. Gerechtigkeit gelten in der Welt. Das ist die Frage, ob wir Liebe u. Frieden haben in unsrer Seele u. in unsrem Leben, ob wir von wirklicher Freude etwas wissen, aber das fragt sich doch nicht, dass es alle diese Dinge tatsächlich giebt, dass sie sind. Und diese Dinge sind nicht nur, sondern sie leben: sie geben sich uns zu erkennen u. sie sind uns zugänglich, wir sind in Unruhe, wenn wir sie vermissen müssen[,] u. wir jauchzen, wenn wir die Hand danach ausstrecken dürfen, wir leiden[,] wenn wir sie nicht haben[,] und eine unsichtbare Macht geht von ihnen aus, die uns zwingt, sie zu suchen u. zu ergreifen, weil wir wissen[,] dass wir ohne sie nichts sind. Sie bilden ein heiliges sonniges majestätisches Wesen für sich. Dieses Wesen nimmt uns in Anspruch, schafft an uns, will von uns Besitz ergreifen, es stellt uns immer wieder vor die Entscheidung: für mich? oder gegen mich? Es geht Kraft u. Seligkeit von ihm aus u. es fragt sich, ob die Menschen u. die Menschheit sie von ihm annehmen wollen. Des Menschen Elend oder des Menschen Herrlich|216keit hängen von ihm ab. Wir leben eben davon, dass wir mit diesem Wesen Gemeinschaft haben. Es lebt in uns selber: unser Innerstes u. Bestes giebt von ihm Zeugnis. Sehen Sie, das ist Gott. Streiten Sie nicht mit mir über den Namen, aber denken Sie an ihn selber, so wie Sie ihn Alle kennen. – Und nun habe ich von einem Reiche Gottes geredet, das ist u. das kommt. Ich meine damit einfach, dass Gott lebendig ist, dass Gott herrscht u. herrschen will. Es giebt ein Gebiet[,] in dem seine Herrschaft bereits aufgerichtet ist[,] u. es giebt ein anderes, in dem sie erst zu Ehren kommen muss. Ich meine damit einfach, dass alle Dinge das wieder werden dürfen, was sie eigentlich von sich aus sind, dass Alles Gemachte Künstliche Unwahre das Feld räumen müsse vor dem[,] was ursprünglich ist u. gilt. Jenes heilige sonnige majestätische Wesen über uns, das uns bald als Wahrheit, bald als Schönheit, bald als Liebe von Weitem grüsst, es ist ja selbst nichts Gemachtes u. Gekünsteltes, sondern das Allerursprünglichste, das Unmittelbare[,] nach dem wir gleichsam instinktiv Sehnsucht haben. Und so ist Gottes Reich einfach die Wiederherstellung des Ursprünglichen Unmittelbaren Lebens, das wir durch 1000 unaufrichtige Machenschaften verloren haben.13 Der Mensch ist Gottes Kind. Der Mensch ist des Menschen Bruder. Das Leben ist eine wundervolle Gelegenheit[,] in der Liebe zu Gott u. den Brüdern reif u. rein u. reich zu werden. Die Welt ist das Ackerfeld[,] das Gott u. dem Menschen als seinem Kind gehört. Wo das Alles gilt, da ist Gottes Reich, wo das Alles anklopft u. durchbricht, da kommt Gottes Reich. Gott kann nicht ruhen, er greift nach der Herrschaft. Die Welt, die wir in unserm Herzen tragen[,] will u. muss u. wird zu Ehren kommen. Fragen Sie mich, woher ich vom Reiche Gottes so Bestimmtes wisse, so nenne ich Ihnen die 2 Quellen, die für uns Alle fliessen: Die Eine ist unser Gewissen, die unruhige Stimme in uns[,] die uns in aller Verwirrung[,] in die wir gestürzt sein mögen, in aller Ungerechtigkeit u. Lüge, von denen wir vielleicht umgeben sind, daran erinnert, dass es etwas Anderes giebt u. dass etwas anders werden muss, so daran erinnert, dass wir es nicht überhören können. Die andre Quelle, die unvergleichlich viel stärkere, ist |217 Jesus Christus. Er hat dem Wort «Reich Gottes» den klaren siegreichen Sinn gegeben. Wer ihn kennt, der weiss, dass das Gute u. das Böse, das Licht u. die Finsternis in der Welt nicht im Gleichgewicht sind, der weiss, dass es Gott ernst ist u. dass von ihm auch etwas zu erwarten ist, der weiss[,] dass aber[?] das Andere, das[,] was wir so oft übersehen u. an dem wir so oft verzweifeln möchten, die Wahrheit ist, die es zuletzt gewinnen muss. Es giebt keinen stärkeren Beweis für die Wirklichkeit des R. Gottes als das Leben u. Sterben Jesu. Ein Menschenleben[,] das ganz in der Gewalt Gottes stand! Das Ursprüngliche u. Unmittelbare[,] nach dem wir Alle uns sehnen, menschliche Wahrheit geworden!14 Die Welt[,] die wir in unsrem Herzen tragen, offenbar geworden in der Menschenwelt. Sehen Sie, das ist die Weihnachtsbotschaft: Das Reich Gottes ist im Kommen, Gott ist lebendig u. ist an der Arbeit. Freut euch darüber, arbeitet daran mit! Werdet auch lebendig! Räumt aus dem Wege, was das Kommen dieses Reiches bei euch u. Andern hemmen will! Glaubet an Gott! – Ob Sie mich nun wohl verstehen, wenn ich sagte: das R[eich] Gottes ist etwas unendlich viel Grösseres als alle Religion. Es ist eine Tatsache, die grosse Lebenstatsache[,] ohne die unser ganzes Dasein eine sinnlose Narrheit wäre: Die Tatsache[,] von der wir leben? Und sehen Sie, nun habe ich als Pfarrer den wunderbaren schweren Beruf, für das Reich Gottes in ganz besondrer Weise zu arbeiten. Die Religion zu pflegen? Ach nein, Religion ist etwas so Kleines u. Unsicheres, dass es mir oft graut vor meiner eigenen Religion. Aber von Gott reden darf ich, den wir alle kennen u. doch alle lange nicht genug! Von Gott[,] nach dem sich unser Herz sehnt u. den wir doch lange nicht ernst genug nehmen! Von Gott, der uns segnen möchte u. von dem wir nur viel zu wenig erwarten. Ich darf mich selbst u. meine Gemeinde immer wieder daran erinnern, dass es etwas Anderes giebt über dem Gewöhnlichen, |218 etwas Zukünftiges über dem Gegenwärtigen, ein Leben in mehr Wahrheit u. Freude über dem jetzigen Leben, einen «neuen Himmel u. eine neue Erde» [2.Petr. 3,13], die unser jetziges Dasein in Thorheit u. Unrecht ersetzen soll. Ich darf immer wieder von Gott dem Lebendigen Zeugnis ablegen. Glauben Sie es mir, dass das ein wunderbarer[,] aber auch schwerer Beruf ist? Wunderbar schön, weil es sich da um das Tiefste u. Entscheidendste im Leben u. in der Welt handelt, schwer, sehr schwer, weil das, woran ich immer denken u. von dem ich reden muss, stracks gegen mein eigenes u. der Andern gewöhnliches Denken geht, weil ich immer an das in den Menschen appellieren muss, was, obwohl das Natürlichste u. Selbstverständlichste[,] tief in ihnen verborgen ist, versteckt u. verschüttet unter den 1000 unaufrichtigen Machenschaften[,] in denen wir Alle drinstecken. Glauben Sie es mir, dass ich keine Lust habe, diese meine Aufgabe irgendwie gegen die Aufgabe eines Politikers od. Wirtschaftspolitikers zu vertauschen, dass Sie sich schwer getäuscht haben, wenn Sie vielleicht erwartet haben, heute Abend einen «politischen Pfarrer» zu hören zu bekommen?

Und doch bin ich Sozialist u. Sozialdemokrat, gerade darum. Gerade darum, weil es mir nicht um die Religion in erster Linie, sondern um Gottes Reich zu thun ist. Ich bin auf eine sehr einfache Weise Sozialist geworden u. ich bin es auf eine sehr einfache Weise. Weil ich an Gott u. sein Reich glauben möchte, stelle ich mich dahin[,] wo ich etwas von Gottes Reich zum Durchbruch kommen sehe. Glauben Sie nicht, dass ich mir dabei vom Sozialismus ein Idealbild zurechtgemacht habe. Ich meine die Fehler des Sozialismus u. seiner Bekenner sehr deutlich zu sehen. Aber noch deutlicher sehe ich in den Grundgedanken, in den wesentlichen Bestrebungen des Sozialismus eine Offenbarung Gottes, die ich vor Allem anerkennen u. an der ich mich freuen muss. Die neue Gesellschaft, die auf den Grundlagen der Gemeinschaft u. der Gerechtigkeit ruht, statt auf den Grundlagen des Faustrechts u. der Willkür, die neue Ordnung der Arbeit im Sinne einer gemeinsamen Tätigkeit Aller u. für Alle statt im Sinne der Ausbeutung durch die Selbstsucht der Einzelnen, die neue Verbindung der Menschen als Menschen über die Schranken der Klassen u. Nationen hinweg statt der Gegensätze[,] die uns jetzt notwendig immer wieder auseinanderreissen – schliesslich der Weg zu diesen Zielen: die |219 einfache Brüderlichkeit oder Solidarität zunächst einmal unter den Armen u. Entrechteten aller Länder – all dieses Neue, das der Sozialismus in das politische u. wirtschaftliche Leben hineinbringt, muss ich als ein Neues von Gott her anerkennen. Ich sehe in diesen Gedanken u. Bestrebungen etwas zum Vorschein kommen von dem Ursprünglichen, Unmittelbaren[,] das wir verloren haben u. nach dem wir uns sehnen, etwas von der eigentlichen Heimat des Menschen, etwas vom Reiche Gottes. Der Sozialismus ist mir trotz seiner Unvollkommenheiten, über die man ganz ruhig u. offen reden kann, eines der erfreulichsten Anzeichen dafür, dass Gottes Reich nicht stille steht, dass Gott an der Arbeit ist. Und darum darf u. kann ich ihm nicht gleichgiltig gegenüberstehen. Darum kann ich die Sozialisten nicht einfach ihrer Wege gehen lassen, sondern ich muss mich zu ihnen stellen, so gut wie ich mich z.B. auch zu den Abstinenten stellen muss aus dem Pflichtgefühl, das mir sagt: dahin gehörst du, wenn es dir mit Gott ernst ist. Durch meine Mitgliedschaft in der soz[ial]dem[okratischen] Partei meine ich mir selbst u. meiner Gemeinde gegenüber ganz schlicht an einem sehr wichtigen Punkte zu bekennen, dass Gott zu Ehren kommen muss, dass man ihm nicht ungehorsam sein darf. Religion kann man auch haben und sich einer andern Partei anschliessen oder parteilos bleiben. Wenn es mir nur um die Religion zu thun wäre, so würde ich wahrscheinlich bei den Parteilosen stehen od. vielleicht auch bei der liberal-konservativen Partei. Aber das Reich Gottes kann ich da nicht finden, wo man doch immer wieder das Geld wichtiger nimmt als die Menschen, wo der Besitz doch immer wieder der Massstab aller Werte ist, wo man ängstlich u. kleinlich das Vaterland über die Menschheit stellt, wo man immer wieder stärker an das Gegenwärtige glaubt, als an das Zukünftige. Ich meine die Bedeutung des politischen u. wirtschaftlichen Lebens für das Ganze des Menschenlebens nicht zu überschätzen, aber auf dem Gebiet der politischen u. wirtschaftlichen Verhältnisse weisen mich die beiden Quellen, an denen ich mich orientieren möchte, das Gewissen u. Jesus Christus auf den Sozialismus hin. Ich habe als Pfarrer meine besondere Aufgabe; Gottes Reich steht mir hoch über allen seinen Anzeichen, auch über dem Sozialismus; ich denke gar nicht daran, den Sozialismus etwa dem Reiche Gottes gleichzustellen u. den Sozialismus zu predigen statt des Evangeliums; ich halte darum den «politischen Pfarrer» |220 in jeder Form, auch in der sozialistischen[,] für eine Verirrung. Wohl aber stelle ich mich als einfacher Soldat gleichsam dahin, wo ich Gottes Spuren zu sehen vermag[,] u. d.h. eben: ich stelle mich als Mensch u. Bürger auf die sozialistische u. auch offen auf die sozialdemokratische Seite. – Und die Religionslosigkeit u. Religionsfeindschaft auf dieser Seite? werden Sie mich fragen. Was kannst du dich als Genosse an die Seite derer stellen, die die Religion für eine blosse Privatsache erklären15, wenn sie nicht gar den Glauben an Gott bekämpfen. Ich antworte Ihnen darauf: dass ich in der Tat auch an der Rel[igions]losigkeit u. teilweisen Rel[igions]feindschaft der Soz[ial]­dem[okraten] für mich keinen Anstoss nehme, auch als Pfarrer nicht, ja gerade als Pfarrer nicht. Zur Begründung kann ich nur immer wieder sagen, dass mir eben Gottes Reich wichtiger ist, als die Religion. Ich sehe, wie Jesus Christus selber sich als Mensch nicht zu den Religiösen gehalten hat, sondern zu denen, die hungerten u. dürsteten nach der Gerechtigkeit [Mt. 5,6], u. das waren solche[,] die von den Frommen der damaligen Zeit ebenso von der Seite angesehen wurden[,] wie es heute teilweise u. nicht ohne eigene Schuld den Soz.Dem. geht. Ich möchte es nicht anders halten, sowenig ich damit die tatsächl[iche] Rel.losigkeit u. Rel.feindschaft der Soz.Dem entschuldigen u. unterstützen möchte. Aber ich bin eben der Überzeugung, dass Gott noch auf ganz andre Weise an der Arbeit ist in der Welt, als durch die Religion[,] u. sehe gerade in den Gedanken u. Bestrebungen der Soz.Dem. soviele Anzeichen von dieser Arbeit u. Herrschaft Gottes, dass ich mich ihr trotz ihrer gelegentlichen relig[iösen] Irrtümer und Missverständnisse nicht verschliessen kann, weil ich mich damit Gott selbst verschliessen würde. Ich halte es für sicherer u. geratener[,] mich mit Gott zu den Gottlosen u. neben sie zu stellen als ohne Gott gegen sie. Ich weiss[,] was ich an einem persönlichen u. lebendigen Verhältnis zu Gott habe[,] u. beklage Alle[,] die davon nichts wissen[,] u. wünsche allen meinen Parteigenossen von Herzen, sie möchten auch zu einem lebendigen persönlichen bewussten Verhältnis zu Gott kommen u. dadurch erst ihre eigene Sache im Tiefsten verstehen lernen. Aber auch wenn ich noch kein solches Verhältnis[,] noch keine Religion an ihnen |221 zu bemerken glaube, lasse ich mich nicht hindern, als ihr Genosse neben sie zu treten, weil ich sehe, dass sie tatsächlich Gottes Werk treiben u. etwas von den Zielen Gottes auf der Erde realisieren möchten. Ich möchte meine Parteigenossen nicht von meiner Religion aus ansehen, sondern von Gott aus. Und weil ich es so halte, kann ich freudig u. bewusst Sozialist u. Soz.dem. sein[,] wie ich freudig u. bewusst Pfarrer bin. Es fliesst mir Beides aus der gleichen Quelle[,] und ich meine mit beiden als Prediger des Evangeliums u. als simpler Parteisoldat u. Bekenner des Sozialismus dem gleichen Ziele zu dienen.

L[iebe] Fr[eunde] Nun habe ich Ihnen eigentlich nicht einen Vortrag gehalten, sondern ein persönliches Bekenntnis abgelegt. Vielleicht haben Sie gemerkt, warum das nicht anders zu machen war u. dass man gerade über diese Frage keine kühl objektiven Referate halten kann. Ich müsste es nun eigentlich Ihnen überlassen, ob Sie sich aus dem[,] was ich Ihnen von mir erzählt habe, einen Vers auf sich selber machen können. Aber vielleicht zürnen Sie mir nicht, wenn ich mich, nachdem ich nun offen von mir geredet, nun auch ebenso offen persönlich an Sie wende, obwohl ich fast niemand von Ihnen kenne. Ich nehme an, es werden unter meinen heutigen Zuhörern im Ganzen 2 Gruppen sein: solche[,] denen ihre Religion etwas wert ist, die aber geneigt sind[,] über den Sozialismus stärker oder schwächer den Kopf zu schütteln[,] u. solche[,] die mit mehr oder weniger Begeisterung im Sozialismus drin stehen[,] deren Kopfschütteln u. Misstrauen dafür der Religion gilt. Ich möchte mir erlauben, jeder dieser beiden Gruppen zum Schluss noch eine Frage mit auf den Weg zu geben.

Zuerst allen denen, denen die Religion, gleichviel in welcher Form[,] teuer ist u. die hieher gekommen sind mit der missbilligenden Verwunderung darüber, dass ein Pfarrer u. überhaupt ein relig[iöser] Mensch unter die Sozialisten gehen könne. Sie möchte ich fragen, wie Sie es nur aushalten können in einer Welt, in der die Herrschaft des Mammon, der Gegensatz der Klassen, der Hass der Nationen, das materielle u. geistige Elend von Millionen u. Abermillionen in Frieden u. Krieg so furchtbare Tatsachen sind? Seht ihr sie nicht oder wollt ihr sie nicht sehen? U[nd] wenn ihr sie seht, was gedenkt ihr dagegen zu thun mit eurer Religion? Ihr antwortet mir: dazu eben haben wir unsre Religion, dass wir den Glauben an Gott haben, der uns tröstet u. uns eine bessere Welt verheisst? Wohl[,] da habt ihr recht, aber nicht |222 wahr, es ist euch ernst damit? nichtwahr[,] ihr versteckt euch nicht hinter dem Glauben? nichtwahr, ihr traut es Gott zu[,] dass er nun wirklich trösten will, dass durch seine Güte wirklich die finstern Mächte[,] die jetzt noch das Leben regieren, gebrochen werden sollen, dass die bessere Welt[,] auf die ihr hofft, nicht auf einem fernen Stern, sondern hier auf der Erde anbrechen soll? Wenn es euch ernst ist mit eurem Glauben, dann dürft ihr die Sozialisten nicht mehr von der Seite ansehen. Dann müsst ihr den Sozialismus verstehen als einen gewaltigen, wenn auch menschlich unvollkommenen Versuch[,] für diese bessere Welt zu arbeiten, einen Versuch, den ihr vor Allem viel mehr achten[,] für den ihr Gott viel mehr danken solltet. Fühlt ihr nichts von der Notwendigkeit, die gerade von der Religion her, wenn sie echt ist, zum Sozialismus hinführt. Warum treten nicht viel mehr fromme Menschen, mit ihrem Glauben, mit ihrem Gebet, mit ihren Hoffnungen hinein in die Reihen der Sozialdemokraten? Warum ist unter uns Christen nicht wenigstens ein bischen mehr Verständnis u. Liebe u. Achtung für das[,] was die Soz[ialisten] wollen, zu finden? Oder sollte am Ende unsre Rel[igion] leiden an dem Mangel an wirklichem Ernst, der Jesus einst zu dem bittern Wort veranlasst hat: Es werden nicht Alle[,] die zu mir Herr, Herr! sagen[,] ins Himmelreich kommen[,] sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel! [Mt. 7,21]

Die andre Frage an meine sozialistischen Freunde, die für intellektuelle Aufklärung, für sozialdemokr[atische] Politik in Gemeinde u. Kanton, für gewerkschaftl[iche] u. genossenschaftl[iche] Arbeit von Herzen u. mit Begeisterung zu haben sind, die aber das[,] was sie als Religion zu kennen meinen, ignorieren oder gar verabscheuen. Sie möchte ich fragen: Wie könnt ihr es nur aushalten in der ungeheuer schweren Arbeit[,] die ihr als Sozialisten zu thun habt für eure Sache, ohne euch um den tiefsten Grund, die tiefste Wahrheit, das tiefste Recht eurer Arbeit u. eurer Sache überhaupt zu kümmern? Ein rechter Sozialist sein[,] das erfordert soviel Charakter, soviel Treue u. Ausdauer, soviel Geduld u. Aufopferungsfähigkeit, dass man es doch eigentlich gar nicht sein kann ohne bewussten innern Anschluss an die grosse Lebenstatsache des Gottesreiches[,] an die ich euch heute erinnert habe. Ich sagte euch vorhin, dass ihr als Sozialisten ohne es zu wissen ein Stück des Werkes Gottes treibt, dass ihr mit eurer Arbeit im |223 höchsten Dienste steht, den es überhaupt giebt. Aber solange ihr das nicht wisst u. nicht wissen wollt, solange raubt ihr euch selbst die beste Freude, die ihr an eurer Sache haben könntet[,] u. die beste Kraft, die ihr dazu so bitter nötig habt. Warum geht es mit dem Sozialismus nicht ganz anders vorwärts? Warum haben wir beim Kriegsausbruch diese offene schwere Niederlage des Soz. erleben müssen? Warum empfinden eure Gegner u. die Parteilosen so wenig von der befreienden herrlichen Wahrheit, die doch in eurem Programm liegt? Warum erscheint so vielen auch ernsthaften Menschen der Soz. nur als ein Gebilde der Selbstsucht u. des Hasses? Warum ist soviel öde Zänkerei u. Stänkerei in unsrer Partei wie in jeder andren? Warum ist das Familienleben u. die Kindererziehung so vieler vieler Sozialdem. genau so schlecht wie in den Häusern der Andern? Warum machen so viele Soz.Dem. die oberflächl[iche] Genusssucht des Bürgertums einfach mit? Warum giebt es nicht mehr ernsthafte, innerlich überzeugte[,] energische[,] unbedingt zuverlässige Kämpfer für den Soz.? Wollt ihr die Schuld an alledem nur euren Gegnern u. den Verhältnissen zuschieben? Oder merkt ihr, dass hier ein Manko vorliegt, ein Manko nicht im Parteiprogramm, nicht in der Organisation, nicht in der Presse, nicht in der Taktik16[,] aber ein Manko an innerem realem Leben, an einem haltbaren geistigen Grund und Boden bei unzähligen einzelnen Genossen, ein Manko[,] das auf die Länge weder bei uns noch bei den Andern ungestraft bleiben kann. Empfindet ihr dieses Manko? Das ists[,] was ich euch mit meinem Bekenntnis fragen wollte. Es war im Grunde nicht das Bekenntnis eines Pfarrers[,] sondern das Bekenntnis eines Menschen. Nicht als Pfarrer[,] sondern als Mensch sage ich auch zu euch, wie zu den Andern: es fehlt euch etwas!

Ich kann nur fragen nach beiden Seiten. Ich kann u. will nach keiner Seite zu Entscheidungen drängen. Man kann sich auf beiden Seiten die Antwort leicht machen. Ich wünsche Ihnen[,] dass Ihnen die Antwort auf beiden Seiten schwer falle. Sie fällt mir auch schwer.

Sachfußnoten

1
Bw.Th.I, S. 113. 📖↩
2
Jahrbuch der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz. Zusammengestellt und bearbeitet vom Parteisekretariat, pro 1915, Zürich 1916, S. 162 📖.↩
3
A.a.O., S. 162 📖.↩
4
Siehe unten S. 260–264.↩
5
Vgl. oben S. 161–163.↩
6
Vgl. oben S. 131–139.↩
7
Bw.Th.I, S. 113. 📖 Vgl. den Abdruck der Einladung auf S. 112 und die Bemerkungen über den Verlauf der Veranstaltung auf S. 113.↩
8
Parteieintritt Barths am 26.1.1915. Vgl. die Einleitung zu Menschenrecht und Bürgerpflicht, in V.u.kl.A. 1909-1914, S. 361f. 📖↩
9
Fr. Schiller, «Der Spaziergang», V. 134 📖: «Sucht den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht».↩
10
Vgl. das Appenzeller Landsgemeindelied «Alles Leben strömt aus dir» von C. Rudolphi (RG [1998] 520) 🎵.↩
11
Franziskus von Assisi, Der Sonnengesang, in: Die Schriften des hl. Franziskus von Assisi, hrsg. von K. Eßer und L. Hardick, Werl 19724, S. 164f. 📖↩
12
Vgl. den Titel von Ch. Darwins Buch On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle of Life, London 1859 📖; in der deutschen Übersetzung, hrsg. von H. G. Bronn, Stuttgart 1860: Über die Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzen-Reich durch natürliche Züchtung oder Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um’s Daseyn. 📖↩
13
«Verlorene Unmittelbarkeit», Rückkehr zur Unmittelbarkeit und zum «unmittelbaren Leben» sind Begriffe, die eine zentrale Rolle bei Hermann Kutter spielen. Vgl. z.B. H. Kutter, Das Unmittelbare. Eine Menschheitsfrage, Berlin 1902, S. 48.338.341 📖.↩
14
Vgl. Kutter, a.a.O., S. 341 📖: «Soll der Mensch wieder in das ursprüngliche, bleibende Verhältnis zur Unmittelbarkeit gelangen, so muß er zuerst sich selber finden. Denn es gibt überhaupt nichts Reales außer seiner eigenen Persönlichkeit und außer der sie tragenden Unmittelbarkeit. Dazu aber ist es nötig, daß ihm der Eindruck der ursprünglichen Welt wieder werde. Das geschah durch Jesus Christus; erst seit Jesus gibt es wieder eine wirkliche Rückkehr des Menschen zum unmittelbaren Leben. Das unmittelbare Leben ist der lebendige Gott, geoffenbart in Jesu Christo.»↩
15
Erklärung in einem Leitsatz des Gothaer Programms der deutschen Sozialdemokratie von 1875 (vgl. Büchmann, S. 462 📖).↩
16
Das Wort ist nicht sicher zu entziffern. Es könnte auch «Politik» heißen.↩