1919

Schweizerischer Parteitag und internationale Konferenz

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SCHWEIZERISCHER PARTEITAG UND
INTERNATIONALE KONFERENZ

1919

Gegenstand dieses Referats im Safenwiler Arbeiterverein sind die Verhandlungen des außerordentlichen Parteitags der SPS, der am 2. Februar 1919 im Volkshaus zu Bern stattfand. Hauptpunkt der Tagesordnung war die Frage der Beschickung der Internationalen Sozialistischen Konferenz in Bern vom 3. bis 10. Februar 1919 (s. unten Der Internationale Sozialistenkongreß in Bern, S. 463–480).

Im Unterschied zum Berner Parteitag vom 9./10. Juni 1917 hat Barth an diesem Parteitag nicht teilgenommen. Materialien über diese Tagung finden sich im Karl Barth-Archiv nicht. Eine der Quellen, aus denen Barth referiert, ist der Bericht der «Basler Nachrichten» vom 3. Februar 1919.1 Das geht daraus hervor, dass er die Zahl der Sektionen, die die BN unrichtig angeben – 565 statt 556 – , übernimmt. Auch die Zahl der Delegierten hat Barth, so scheint es, zunächst den BN entnommen (362) und dann - vermutlich nach dem Protokoll – auf 363 korrigiert. Überhaupt hat Barth anscheinend den Bericht der BN durch die Mitteilungen des Protokolls präzisiert. Das betrifft besonders die Einordnung des Antrags Platten, der in den BN als «Zusatzantrag» zum Antrag Schneider bezeichnet wird, obwohl er auf dem Parteitag zunächst als selbständiger Antrag behandelt wurde. Barth trägt dem genauer Rechnung, obwohl er – wohl im Bemühen, den Antrag Schneider als «bedauerlich» vom Antrag Platten als «Verirrung» abzuheben – nicht deutlich macht, dass der Parteitag zuerst in einer Eventualabstimmung über die Anträge Platten (198 Stimmen) und Schneider (154 Stimmen) entschied und dann in einer definitiven Abstimmung über den nun zu einem Antrag verbundenen Antrag Schneider-Platten (238 Stimmen) und den Antrag des Parteivorstandes (147 Stimmen). Bei seinem Zitat aus dem Antrag Platten folgt Barth wieder den BN, in denen die Absätze nummeriert sind und das ungeschickte «indem» durch «wenn» ersetzt ist.

438 Die Entscheidung des Parteitags, keine Vertreter an den vom Internationalen Sozialistischen Büro einberufenen Kongress zu entsenden, bedeutete «praktisch, daß man aus der alten Internationale», «die man jetzt meist ‹die zweite› nannte», «austrat».2 Dies konnte als «Stellungnahme für die III. Internationale ausgelegt werden», «bevor diese auch nur gegründet wurde».3 Bedenkt man diesen größeren Zusammenhang, wird die kritische Bedeutung der komprimierten Darstellung der wesentlichen Vorgänge und Entscheidungen des Parteitags mit Barths eigener das Dafür und Dagegen abwägenden Kommentierung deutlich. Soweit die Stichworte es erlauben, werden sie belegt mit Nachweisen aus dem Protokoll des Parteitags.4

Schweizer[ischer] Parteitag u. internation[ale] Konferenz

11. II 19

1. 363 Deleg[ierte] von 180 Sekt[ionen]. Partei zählt 565 Sekt. 385 sind also nicht vertreten!5

140 Deleg. von Zürich[,] 90 von Bern[,] 133 übrige Schweiz!!6

Landsektionen müssen sich reger betätigen u. die Parteitage unter allen Umständen beschicken. Es handelt sich dort immer auch um unsre Sache.

439 2. Antrag Schneider 7

Antrag d. Parteivorstandes betont Einigkeit d. Arbeiterklasse[,] fordert Vertretung unsrer abweichenden Grundsätze an d. Konferenz[,] Vorlegung ihrer Beschlüsse an einem weitern Parteitag8

Antrag Schneider Auch wir wollten die internat. Einigkeit, die Sozialpatrioten9 haben sie unmöglich gemacht. Konferenz ist Fortsetz[un]g ihrer Politik10

Diskussion a) Die internat. Solidarität. Die Arbeiter sind Brüder. Bleiben wir in der Familie.11 Fernbleiben ist ein polit. Fehler u. eine Blamage.12 – Dagegen: Die wahre Internationale, vertreten durch |440 Zimmerwald. Gesundungsprozeß nicht aufhalten durch unwürdige Friedensschlüsse.13 Das Prolet[ariat] muß denken lernen.

b) Das Urteil über die Sozialpatrioten. Protestieren wir gegen sie. Aber keine Selbstgerechtigkeit, nicht die Heiligen spielen wollen[.]14 Adler, Kautsky!15 Haben wir den Mut, mit ihnen zu diskutieren. – Dagegen: Nicht Urteil über andre Parteien, aber keine Gemeinschaft mit ihnen, da wir im Frieden international sein wollen. Was sagen die Bürgerlichen? Wir würden die Politik des B[undes-]R[ates] rechtfertigen!!

c) Kompetente Richter? Haltung der schweiz. Partei von 1914–1917!16 – Ja, aber Fehler erkannt u. eingesehen17

441 Abstimmung: Antrag Schneider angenommen mit 238:14718

Fazit: Die Konferenz ist ein Sünderbänklein. Leute, die gefehlt haben, kommen da zusammen. Ohne diese Einsicht keine Möglichkeit sich zu finden. Die reform[ierten] Kirchen haben diese Möglichkeit noch nicht. Das sozialist. Proletariat hat sie als erste Instanz! Sich darum fernhalten von Pharisäertum. Zugegeben: wir wissens besser als die Soz[ial]patrioten. Aber wenn trotz größerer Einsicht nicht größere Kraft des Wollens da war, was soll dann unsre Abstinenz? Oder aber die größere Kraft war da, dann müßten wir erst recht gehen, um unser Licht leuchten zu lassen [vgl. Mt. 5,16]. Die Lust an unsrer radikalen Theorie hat uns zu einem Sektenstandpunkt geführt, wie 1917 zu einem Dogma.19 Beides ist unfruchtbar. Der Beschluß ist bedauerlich.

3. Antrag Platten (Verschärfungen: Komödie, Mörder, unüberbrückbare Gegensätze)

5. Wir begrüßen die russ[ische] Revol[ution] u. anerkennen den Schlachtruf der russ. u. deutschen Revolutionäre, wenn sie d. Prolet[arier] zur Weltrevolution aufrufen20

442 Konferenz ist Machwerk d. Annexionspolitik d. Entente.21 Darum Fortsetzung des Kriegs durch den Bürgerkrieg, nicht sofort, aber sobald sich die Gelegenheit dazu bietet

Dagegen: Nicht wieder sich auf Linien festlegen, die man nicht einhalten wird!22 Diktatur d. Prol[etariats] ist gegen die Demokratie u. führt zur Reaktion.23 Russ. Verhältnisse nicht zu übertragen. Keine |443 Täuschung über die Machtverhältnisse bei uns.24 Die Arbeiterschaft wird die Zeche zu bezahlen haben.25

Abstimmung: Antrag Platten angenommen mit 198:15426

Fazit. Es handelt sich um eine Veränderung d. Programms in dem Sinn, daß der Bürgerkrieg zum nächsthin zu verwendenden Mittel des soz[ialistischen] Kampfs erklärt wird27

Auf der Gewalt beruht das bisherige gesellschaftl. System. Grundsätzlich kann der Soz[ialismus] nicht daran denken, dieses alte Mittel zu verwenden. Freilich: es giebt keine reine Politik, auch die soz. kann es nicht sein. Es lassen sich Notlagen denken

  • a) Fälle von Defensive gegen illegale Gegner
  • b) Entscheidender Augenblick des Sieges
  • c) Völlig verdorbene Situationen, wos zur Eruption kommt.

Aber das sind Notlagen. Wer sie rechtfertigt[,] ist nicht mehr Sozialist. Man kann nur Alles tun zu ihrer Überwindung. Darum ist dieser Beschluß eine typische Verirrung als Verkennung der Lage und des Sozialismus selbst.

Sachfußnoten

1
BN, Jg. 75, Nr. 56 vom 3.2.1919 (Mittagsausgabe), S. [1] 📖; vgl. auch BN, Jg. 75, Nr. 57 vom 4.2.1919 (1. Blatt), S. [2f.].↩
2
Mattmüller II, S. 504f. 📖↩
3
A.a.O., S. 505 📖. Zum historischen Zusammenhang und zur politischen Bedeutung des Parteitags vgl. auch H. Egger, Die Entstehung der Kommunistischen Partei und des Kommunistischen Jugendverbandes der Schweiz, Zürich 1972, S. 188–192 📖.↩
4
Sozialdemokratische Partei der Schweiz, Protokoll über die Verhandlungen des ausserordentlichen Parteitages vom 2. Februar 1919 im Volkshaus in Bern, Bern 1919 📖 (im folgenden zitiert: Protokoll).↩
5
Die Nachmittagssitzung des Parteitags begann mit dem Bericht einer Mandatprüfungskommission. Danach zählte die Partei nicht 565, sondern 556 Sektionen. Entsprechend wurden als nicht vertreten 376, nicht 385 Sektionen gemeldet (Protokoll, S. 35f. 📖).↩
6
Vgl. Protokoll, S. 35f. und 95 📖: Zürich 90, Bern 142, übrige Schweiz 131 Delegierte.↩
7
Barths Gliederung folgt nicht der Reihenfolge der Wortmeldungen und der Tagesordnung. Die Überschriften sind als systematische Gliederungspunkte zu verstehen.↩
8
Den Antrag des Parteivorstandes hatte Charles Naine (s. oben S. 94, Anm. 18) gestellt und begründet. Der Antrag empfahl «die Beteiligung an der internationalen sozialistischen Konferenz in Bern» und den Auftrag an die «Delegierten an dieser Konferenz, die Grundsätze zu vertreten, die das Programm der schweizerischen sozialdemokratischen Partei enthält. Die Beschlüsse dieser Konferenz sollen einem schweizerischen Parteitag zur definitiven Stellungnahme unterbreitet werden» (Protokoll, S. 77 📖).↩
9
Vgl. oben Sozialdemokratie und Militärwesen VI, S. 372, Anm. 102.↩
10
Der Antrag Schneider (s. oben S. 374, Anm. 105) lehnte die Beschickung des vom Internationalen Sozialistischen Büro, dem Organ der 2. Internationale, nach Bern einberufenen Sozialistenkongresses durch die SPS ab und ­argumentierte, die SPS stehe auf dem Boden des Klassenkampfes gegen die Bourgeoisie; sie haben sich während des Krieges immer wieder um Wiederherstellung internationaler proletarischer Beziehungen und den Aufbau einer aktionsfähigen Arbeiter-Internationale auch beim Internationalen Sozialistischen Büro bemüht. Dies alles sei an den sozialistischen Mehrheitsparteien der kriegführenden Länder gescheitert. Die jetzt nach Bern einberufene Konferenz sei ein Werk dieser Parteien, die im Widerspruch zu den proletarischen Interessen stünden. Statt Teilnahme an dieser Konferenz sei eine Fortsetzung der in Zimmerwald und Kienthal begonnenen Arbeit zu beschließen (Protokoll, S. 22f. 📖).↩
11
Vgl. das Votum von Ch. Naine (Protokoll, S. 15 📖): «Et à ce moment vous voulez la division? Non! Tout ce qui est ouvrier, est frère, malgré tout ce que vous pourrez dire des camarades qui se sont trompés, qui vont à gauche ou à droite. Combattons-nous, si vous voulez; discutons avec tout le tempérament que nous possédons, pourquoi pas? Nous avons déjà eu des discussions à faire crouler les murs. Mais restons en famille, restons unis, restons ensemble! C’est là notre force. La division, c’est la faiblesse, c’est la réaction, c’est la mort».↩
12
Nach der Entscheidung des Parteitags, sich nicht am internationalen Kongress zu beteiligen, erklärte der Parteitagspräsident Gustav Müller (s. oben S. 88, Anm. 7): «Ich betrachte diesen Beschluss, trotzdem er mit so starker Mehrheit gefasst worden ist, persönlich als einen schweren politischen Fehler und als eine internationale Blamage» (Protokoll, S. 79 📖). Gleichzeitig erklärte er seinen Rücktritt als Parteipräsident.↩
13
Friedrich Schneider erklärte (Protokoll, S. 21 📖): «[...] es ist eine absolute Notwendigkeit, dass wir den Gesundungsprozess, der sich überall geltend macht, unterstützen [...]. Wir sollen diesen Gesundungsprozess, der im vollen Gang ist, nicht durch Verwedelungskünste sabotieren und verwischen, sondern wir müssen durch eine klare Stellungnahme diesen Gesundungsprozess unterstützen.» Dies sei nur durch Fortsetzung des Klassenkampfes möglich und also durch Ablehnen der Einladung des Internationalen Sozialistischen Büros.↩
14
Aus dem Votum von Ch. Naine (Protokoll, S. 12 📖): Es sei wahr, daß zwischen Mehrheitssozialisten wie z.B. Albert Thomas aus Frankreich, Philipp Scheidemann aus Deutschland und «uns» eine enorme Differenz bestehe. «Mais est-ce que vous croyez que nous autres Suisses, nous sommes tellement bien placés pour faire les puritains?»↩
15
Der österreichische Sozialdemokrat Victor Adler (1852–1918) und der deutsche Karl Kautsky (1854–1938) zählten zur sog. «zentristischen» Bewegung in der Internationale. Sie waren strikte Gegner des Burgfriedens während des Krieges, waren aber zugleich auch Gegner der politischen Revolution; vgl. J. Braunthal, Geschichte der Internationale, Bd. 2 (Internationale Bibliothek, Bd. 109), Hannover 19783, S. 50–77 📖.↩
16
Aus dem Votum von Ch. Naine (Protokoll, S. 12f. 📖): «Est-ce qu’au début de la guerre en dépit des objurgations de Graber et moi, de notre opposition, les socialistes suisses aux Chambres n’ont pas admis l’union sacrée le 3 août 1914? alors que nous n’étions pas menacés comme les autres pays entrés en guerre, qu’il n’y avait pas en suspens au-dessus de nos têtes les dangers effrayants suspendus sur tous les autres pays? Camarades, est-ce que nous n’avons pas fait, le 3 août 1914, ce qu’on a fait dans les autres pays? Est-ce que nous pouvons nous mettre à côté des Serbes et Russes ou des Italiens à ce point de vue, nous comme parti? Quelques individus, oui, mais comme parti, nous avons fait ce que les autres ont fait. »↩
17
Aus dem Votum Fr. Schneider (Protokoll, S. 16 📖): «Gewiss hat auch die schweizerische Sozialdemokratie damals eine Haltung eingenommen, die manchem von uns nicht gepasst hat. Aber es ist doch ein Unterschied, ob man diese Politik des Burgfriedens, der Solidarität mit der Bourgeoisie durch alle Böden hindurch 4½ Jahre aufrechterhält oder ob man in einem Moment der Überraschung fehlt und sobald als möglich diesen Fehler wieder gutzumachen bestrebt ist. Die schweizerische Sozialdemokratie hat in diesem letztern Sinne gehandelt.»↩
18
Protokoll, S. 78 📖.↩
19
Vgl. unten Anm. 22.↩
20
Der Antrag von Fritz Platten lautete (Protokoll, S. 33 📖): «Die sozialdemokratische Partei der Schweiz erklärt: Die vom Internationalen sozialistischen Bureau in Brüssel einberufene Konferenz ist zu betrachten als ein Versuch der Sozialpatrioten und Durchhalte-Politiker, nach vierjähriger Verleugnung des Klassenkampfes wiederum die Führung des internationalen Proletariats an sich zu reissen. – Die Konferenzteilnehmer werden eine Komödie internationaler Verständigung aufspielen, in Wirklichkeit aber weiterhin getreue Diener ihrer Landesbourgeoisie bleiben. – Wir stellen fest, dass das Bureau des Sozialpatriotenkongresses darauf ausgeht, die Zimmerwald-Anhänger zu spalten, um, mit fremden Lorbeeren sich schmückend, etwas blutverjüngt vor das europäische Proletariat treten zu können. – Wir lehnen es ab, auf einer Konferenz vertreten zu sein, wo die für den Mord Liebknechts und der Rosa Luxemburg moralisch Verantwortlichen neben Genossen sich setzen wollen, die vielleicht schon in den nächsten Wochen als neue Opfer von Regierungssozialisten fallen werden. – Wir begrüssen die russische Revolution und anerkennen den Schlachtruf der russischen und deutschen Revolutionäre, indem sie das Proletariat zur Weltrevolution aufrufen. Mit ihnen sind wir der Auffassung, dass unüberbrückbare Gegensätze zwischen den Sozialisten der ersten Internationale und denen von Zimmerwald bestehen.»↩
21
Mehrere Votanten sahen in der geplanten Konferenz Interessen der Ententemächte im Spiel, die die europäischen Sozialisten für die Absichten der Pariser Friedenskonferenz gewinnen wollten (vgl. z.B. Protokoll, S. 20.41.51 📖).↩
22
Aus dem Votum von Robert Grimm (Protokoll, S. 64 📖): «Wir wollen nicht in jene Situation hineingeraten [irrtümlich: «hineingetragen»], in die wir in der Stellungnahme zur Frage des Militarismus geraten sind. Damals hat man sich in diesem Saal mit einer Resolution auch auf den extremsten Flügel gestellt, nachher hat kein Mensch mehr nach dieser Resolution gefragt; nicht deswegen, weil man ihr nicht nachfragen wollte, sondern weil man sich hinterher zugestehen musste, dass es Bedingungen und Verhältnisse gibt, die stärker sind als Resolutionen, und über die wir nicht hinwegkommen» (vgl. oben Sozialdemokratie und Militärwesen VI, S. 378–381).↩
23
Aus dem Votum von Ch. Naine (Protokoll, S. 14 📖): «Pour vous, la question se pose ainsi: C’est en réalité la lutte entre les partisans de la dictature et les partisans de la démocratie, c’est le fond du débat. Et je comprends bien les adversaires de la participation: On n’a pas besoin de la majorité des socialistes, pas même des Zimmerwaldiens – il suffit de quelques jacobins (maintenant c’est les bolchévistes), pourvu qu’ils aient des armes, qu’ils aient suffisamment de munitions – et vous voilà dans votre antimilitarisme superficiel! Après avoir lâché le militarisme bourgeois, vous vous retrouvez dans un militarisme prolétarien! Vous ne vous êtes pas encore convertis à l’antimilitarisme, vous êtes encore partisans de la force brutale, de l’autocratie, pour satisfaire les ambitions de quelques-uns d’entre vous. »↩
24
Aus dem Votum von Hermann Greulich (Protokoll, S. 47.49 📖): «Wir müssen uns klar sein, wie die Machtverhältnisse stehen, was Wirklichkeit und was Täuschung ist. Die Machtverhältnisse in einer so verwickelten Gesellschaft wie der kapitalistischen liegen nicht so klar am Tag». Unter Berufung auf Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg stellte Greulich fest: «Es ist eine heillose Täuschung, wenn wir glauben, wir dürfen unter dem Vorwand, nur die Gewalt könne helfen, uns von der sozialistischen Konferenz fernhalten.»↩
25
Aus dem Votum von H. Greulich (Protokoll, S. 48f. 📖): «Ich habe mich, gewitzigt durch die Vorgänge beim Generalstreik, von neuem gefragt, ob wirklich eine Aussicht vorhanden ist, auf dem Weg der Gewalt eine für uns günstige Wendung herbeizuführen. Je mehr ich untersuche, desto mehr muss ich sagen, dass es gewissenlos und unverantwortlich ist, in der Schweiz von uns aus an die Gewalt zu appellieren. Wir wissen, dass die Arbeiterschaft die Zeche bezahlen muss, während sich andere Leute zur rechten Zeit aus dem Staube machen.»↩
26
Protokoll, S. 78 📖.↩
27
Aus dem Votum des Delegierten Jacques Schmid (Protokoll, S. 59 📖): «im Grunde genommen streiten wir um ein neues Parteiprogramm, und dieses Programm ist hier von Genosse Platten klipp und klar ausgesprochen worden; es ist das Programm, nach welchem wir uns […] von der Basis der Entwicklung auf dem Boden der Demokratie entfernen und ein Programm annehmen sollen, das klipp und klar dem blutigen Bürgerkrieg entgegeneilt.»↩