Schweizerischer Parteitag und internationale Konferenz
SCHWEIZERISCHER PARTEITAG UND
INTERNATIONALE KONFERENZ
Gegenstand dieses Referats im
Im Unterschied zum Berner Parteitag vom 9./10. Juni 1917 hat
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Die Entscheidung des Parteitags, keine Vertreter an den vom
Schweizer[ischer] Parteitag u. internation[ale] Konferenz
1. 363 Deleg[ierte] von 180 Sekt[ionen]. Partei zählt 565 Sekt. 385 sind also nicht vertreten!5
140 Deleg. von
Landsektionen müssen sich reger betätigen u. die Parteitage unter allen Umständen beschicken. Es handelt sich dort immer auch um unsre Sache.
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2. Antrag
Antrag d. Parteivorstandes betont Einigkeit d. Arbeiterklasse[,] fordert Vertretung unsrer abweichenden Grundsätze an d.
Antrag Schneider Auch wir wollten die internat. Einigkeit, die Sozialpatrioten9 haben sie unmöglich gemacht. Konferenz ist Fortsetz[un]g ihrer Politik10
Diskussion a) Die internat. Solidarität. Die Arbeiter sind Brüder. Bleiben wir in der Familie.11 Fernbleiben ist ein polit. Fehler u. eine Blamage.12 – Dagegen: Die wahre Internationale, vertreten durch |440
b) Das Urteil über die Sozialpatrioten. Protestieren wir gegen sie. Aber keine Selbstgerechtigkeit, nicht die Heiligen spielen wollen[.]14
c) Kompetente Richter? Haltung der schweiz. Partei von 1914–1917!16 – Ja, aber Fehler erkannt u. eingesehen17
441 Abstimmung: Antrag
Fazit: Die Konferenz ist ein Sünderbänklein. Leute, die gefehlt haben, kommen da zusammen. Ohne diese Einsicht keine Möglichkeit sich zu finden. Die reform[ierten] Kirchen haben diese Möglichkeit noch nicht. Das sozialist. Proletariat hat sie als erste Instanz! Sich darum fernhalten von Pharisäertum. Zugegeben: wir wissens besser als die Soz[ial]patrioten. Aber wenn trotz größerer Einsicht nicht größere Kraft des Wollens da war, was soll dann unsre Abstinenz? Oder aber die größere Kraft war da, dann müßten wir erst recht gehen, um unser Licht leuchten zu lassen [vgl.
3. Antrag
5. Wir begrüßen die russ[ische] Revol[ution] u. anerkennen den Schlachtruf der russ. u. deutschen Revolutionäre, wenn sie d. Prolet[arier] zur Weltrevolution aufrufen20
442 Konferenz ist Machwerk d. Annexionspolitik d.
Dagegen: Nicht wieder sich auf Linien festlegen, die man nicht einhalten wird!22 Diktatur d. Prol[etariats] ist gegen die Demokratie u. führt zur Reaktion.23 Russ. Verhältnisse nicht zu übertragen. Keine |443 Täuschung über die Machtverhältnisse bei uns.24 Die Arbeiterschaft wird die Zeche zu bezahlen haben.25
Abstimmung: Antrag
Fazit. Es handelt sich um eine Veränderung d. Programms in dem Sinn, daß der Bürgerkrieg zum nächsthin zu verwendenden Mittel des soz[ialistischen] Kampfs erklärt wird27
Auf der Gewalt beruht das bisherige gesellschaftl. System. Grundsätzlich kann der Soz[ialismus] nicht daran denken, dieses alte Mittel zu verwenden. Freilich: es giebt keine reine Politik, auch die soz. kann es nicht sein. Es lassen sich Notlagen denken
- a) Fälle von Defensive gegen illegale Gegner
- b) Entscheidender Augenblick des Sieges
- c) Völlig verdorbene Situationen, wos zur Eruption kommt.
Aber das sind Notlagen. Wer sie rechtfertigt[,] ist nicht mehr Sozialist. Man kann nur Alles tun zu ihrer Überwindung. Darum ist dieser Beschluß eine typische Verirrung als Verkennung der Lage und des Sozialismus selbst.